Hallo! Ich habe mich in diesem Faden
Thema
Ich lese seit ein paar Tagen hier im Forum und habe mich jetzt auch sofort hier angemeldet – habe in den paar hier verbrachten Stunden schon sehr viele nützliche Infos aufgeschnappt

. Absolut tolles Forum!
Ich selbst habe schon seit 2017 eine Hängemattenausrüstung fürs Campen – bin aber aus der Richtung Zelt zum Hängemattenzelt gekommen und nicht von der Hängematte zum Hängemattencaming… Meine Ausrüstung sind daher 2 Hängemattenzelte:
Ein Flyingtent (nicht mehr erhältlich) – Das war ein…
Forestfly
9. Januar 2025 um 17:33
vor ein paar Tagen vorgestellt und ein paar Worte über meine bisherige Ausrüstung verloren. Dort ist die Diskussion über meine Veränderungswünsche schon ein bisschen in Fahrt gekommen und ich habe schon großartige Hinweise und Impulse bekommen, danke! Lieber fange ich hierzu aber diesen neuen Faden zu meiner Ausrüstung an, in dem ich gleich hier im ersten Beitrag zentral alle Infos über mich als Person, meine Ausrüstung, Einsatzszenarien, Ansprüche zusammenstelle – wird etwas umfangreicher werden, aber ich hoffe mir gelingt eine übersichtliche Gliederung.
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Meine persönlichen „Rahmenbedingungen“:
Ich bin ein bald 41 Jahre alter Mann mit 172 cm Größe und 58 kg Gewicht. In steilen Hängen, Gestrüpp oder am Boden herumzuklettern ist kein Problem für mich – das mache ich sehr gerne
.
Schlafen kann ich in Rücken-, Seiten- und einer – vielleicht nicht so verbreiteten – Mischung aus Bauch- und stabiler Seitenlage. Letzteres ist meine „natürliche“ Lage von Kindheit an – wann immer möglich schlafe ich so. In der Seitenlage brauche ich ein Kissen für den Kopf, in den beiden anderen Lagen nicht – darum habe ich auch nie eines mit im Gepäck. Daher verzichte auf Seitenlage, auch wenn sie mir prinzipiell etwas lieber wäre als die Rüchenlage. Wichtig ist mir, öfters in der Nacht meine Lage etwas verändern zu können, am besten unbewusst im Schlaf. Das gelingt mir in meinem bisherigen Setup nicht so gut – hier werde ich immer wieder einmal wach in der Nacht…
Wohnhaft bin ich in Bischofshofen nahe Salzburg mitten in den Alpen, aber ich verbringe auch immer wieder längere Zeit in Grafenau im bayerischen Wald und es kann sein, dass sich mein Lebensmittelpunkt auch einmal dorthin verlagert…
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Nutzungsart und Jahreszeiten:
Ich nutze die Ausrüstung auf mehrtägigen Wanderung und Radtouren oft gemeinsam mit 1 bis 2 Freunden und selten ganz allein. Im Prinzip bin ich ganzjährig unterwegs. Im Winter zwar sehr selten und das wäre auch kein Muss, aber im Gebirge kann es auch im Frühjahr/Herbst gut winterlich werden… Daher sollte mich meine Ausrüstung auch bis in den leichten Minusbereich angenehm warm halten.
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Meine bestehende Ausrüstung und warum ich sie mir angeschafft habe:
Ich bin als bevorzugter „Bauchschläfer“ nicht wegen der mangelnden Schlafqualität am Boden zur Hängematte gekommen. Meine Hauptbeweggründe waren die viel flexiblere Platzwahl und die verringerten Spuren, die ich hinterlasse (weniger Schaden in der Natur). Gerne werde ich zum Übernachten unsichtbar und seit ich die Hängematte habe, gelingt das in der Natur ausgezeichnet. Ich gehe in einen steilen, bewaldeten Hang. Dort nimmt keiner Notiz von mir und nach meiner Abreise sieht man auch keine nennenswerten Spuren von meiner Nächtigung.
Seit fast 8 Jahren besitze ich mein Flyingtent – eine Hybridlösung aus Bodenzelt und Hängematte, es ist relativ schwer im Vergleich zu anderen Setups hier. Ich schleppe 2310g laut meiner Waage mit mir herum (hatte was falsches zum Gewicht im Kopf, meine unrichtigen Angaben im Vorstellungsfaden habe ich ausgebessert). Ich habe auch noch ein Trek Forest mit 1850g als zweites Hängemattenzelt für den Fall, dass ein Freund/eine Freundin mit mir gemeinsam unterwegs sein möchte. Selbst habe in der Tat noch nie darin übernachtet, da es nur als Hängematte funktioniert und nicht auf den Boden darf. Ich habe aber meine Doppelnutzbarkeit sehr zu schätzen gelernt und bin deshalb immer mit dem Flyingtent unterwegs. Dabei spielt weniger die Angst, es gäbe zu wenig Aufhängemöglichkeiten und noch weniger die Scheu vor unwegsamen Gelände eine große Rolle. Inzwischen habe ich schon ein paar Jahre Erfahrung, wie ich das Setup nutze und da haben sich zwei sehr verschiedene Situationen herauskristallisiert, die beide sehr häufig eintreten und das oft auf ein und der selben Tour:
- Ich bin in der „Natur“ unterwegs – dort finde ich praktisch immer eine Möglichkeit für eine hängende Übernachtung – meistens bin ich sogar darauf angewiesen. Die verborgenen Lagen – wo ich unsichtbar bin – sind fast immer nur mit Hängematte nutzbar. Wenn ich einmal über der Baumgrenze unterwegs bin, habe ich es bisher immer hinbekommen rechtzeitig in bewaldetes Gebiet abzusteigen. Darum liegt in der naturnaher Gegend der Hängematten-Modus bei mind. 95%.
- In Kulturlandschaft und Siedlungsgebiet sieht dagegen die Lage ganz anders aus. Hier existieren zwar theoretisch auch mehr als genug Hängemöglichkeiten, aber mit dem Verstecken kann es sehr herausfordernd und stressig werden. Darum ändere ich hier meine Strategie – ich frage über den Zaum nach, ob ich in einem Garten zelten darf oder besorgen mir über die Plattform https://1nitetent.com/ eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit. Und in einem privaten Garten bei weitem nicht immer eine Aufhängemöglichkeit für die Hängematte. Und da hilft es auch nicht, wenn der Nachbar die perfekten Bäume wenige Meter nebenan zur Verfügung hätte… Für dieses Situation schätze ich aus meiner Erfahrung in etwa auf 30% Hängematten- und 70% Boden-Modus.
Ein gutes Beispiel ist eine Reise gemeinsam mit einem Freund per Öffi und Fahrrad entlang von Main, Lahn und Mosel. Die 8 Übernachtungen im Hängemattenzelt (der Freund hatte mein Zweitzelt in Verwendung, dass ausschließlich als Hängematte nutzbar ist) gestalteten sich folgendermaßen: 2 waren versteckt in einem bewaldeten Steilhang – ohne Hängematten wären uns dies Übernachtungen nicht geglückt; 2 weitere Übernachtungen waren im Garten eines Wirten und der Rest in Privatgärten bei 1nitetent-Mitgliedern. Für diese Übernachtungen habe ich, sobald klar war, wie weit wir in etwa kommen per E-mail und Telefon Anfragen gestellt. Ca. die Hälfte waren Absagen, weil anscheinend keine Möglichkeit für eine Hängematte in den betreffenden Gärten bestand und bei allen Zusagen war dann nur die Möglichkeit für eine Hängematte gegeben und ich selbst habe 6 Nächte am Boden verbracht – mit gutem Schlaf und heilfroh, dass mein Flyingtent das ohne weiters mitmacht. Darum hänge ich sehr an dieser Möglichkeit und möchte sie lieber behalten als verlieren… 
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Warum will ich überhaupt etwas verändern?
Im April steht eine Tour im Gebirge mit vorraussichtlich 2 Freundinnen im Raum und dafür sind dann 3 Setups nötig – eine Gelegenheit für mich, ein weiteres, verbessertes Setup hinzuzunehmen. Außerdem gibt es ein paar Sachen, die ich nicht optimal empfinde:
- Hauptgrund: Der Schlaf im Flyingtent ist ok – aber bequem wäre eindeutig übertrieben für mein Empfinden und ich habe so den Eindruck, da gibt es deutlich Luft nach oben… Das Hängemattenzelt ist nur 270 cm lang und möglicherweise spielt auch das (notwendigerweise) sehr steife und dicke Material eine Rolle – 100% Nylon 150D.
- Das schräg Liegen gelingt nur mit Einschränkung bzw. kann es sein, dass man mit Füßen und Kopf die Hängematte so verformt, dass kein 100%iger Wetterschutz durch das Überzelt mehr besteht – alles andere als toll…
- Ich habe zwar ein UQ für mein Flyingtent, aber meine Downmat 7 LW ist deutlich wärmer und funktioniert – im Gegensatz zum UQ – super am Boden und zumindest solala in der Hängematte. Beides gemeinsam mitzunehmen ist mir meistens zu viel Gewicht und Packmaß. Darum bleibt das UQ fast immer ungenutzt zu Hause und ich liege in der aufgeschüsselten Matte, was mir und wahrscheinlich auch meiner Matte nicht 100% zusagt
. - Das Gewicht ist Obergrenze – zwar noch ok für mich, aber über etwas weniger wäre ich auch nicht beleidigt. Tendenziell nehme ich jedoch eher ein paar mehr Gramm in Kauf, wenn ich sonst viel Flexibilität/Funkitonalität verliere (oder einen Kredit aufnehmen müsste
).
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Was im Vorstellungsfaden schon alles in den Raum gestellt wurde:
Abschließend hier noch die Optionen, die mir schon aufgezeigt wurden und die mir bereits super hilfreich waren.
Ob sich da noch weitere Vorschläge finden lassen? – ich kann mir gut vorstellen, es ist schon alles Sinnvolle am Tisch… Aber vielleicht gibt es noch ein paar Argumente für/gegen die jeweiligen Möglichkeiten, die ich noch nicht am Schirm habe…
- Ein Haven Tent
- Hängematte mit allem was dazu gehört samt Baumersatz im Gepäck (min. 1 Tensa Trekking Treez)
- Doppelausrüstung aus UL Hängematte + UL Zelt
- Hängematte mit allem was dazu gehört und für den Boden als Notoption nur eine zusätzliche dünne (Falt)Isomatte unterm Tarp
Zu Nr. 4:
Diese Option überzeugt mich nicht besonders, die Boden-Option ist mir hier zu stark zurückgeschraubt und für mein Empfinden nur für den absoluten Notfall tauglich… das ist mir zu wenig, das Bodensetup trifft bei mir dafür viel zu häufig ein…
Zu Nr. 3:
Das Argument, für beides getrennt ausgerüstet zu sein und ein Setup zu Hause lassen zu können, wenn es sicher nicht gebraucht wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Und ja, das Gewicht bleibt unter meiner bisherigen Ausrüstung, wahrscheinlich auch das Packmaß. Wenn ich aber die Situation mit UQ und Isomatte betrachte, bin ich in der selben unvorteilhaften Situation wie bisher wenn ich (wie wahrscheinlich meistens) beide Setups mit habe. Sobald ich leistungsstarkes UQ und Isomatte zusammen mitnehme ist das Gewicht und das Packmaß nicht mehr so vorteilhaft. Wenn man Option 4 ausschließt, dann dürfte diese Option von den Kosten her teurer als Option 1 und günstiger als Option 2 sein. So ganz warm werde ich damit aber nicht…
Zu Nr. 2:
Diese Idee gefällt mir in der Tat sehr gut, die Notwendigkeit einer Boden-Option zu eliminieren, indem man die „Bäume“ vorsichtshalber selber mit hat, finde ich spitze. Die Kosten für diese Option sind jedoch schon bei nur einem Trekking Treez höher als bei allen anderen… Gemeinsam mit Option 3 hat diese Variante sowohl die Vorteile als auch die Nachteile eines zwingend separat abgespannten Tarps. Flexibele eigenständige Nutzung ist sicher einer der großen Vorteile, wie sicher die Tarps bei kräftig, böigem Wind sind, dazu bräuchte ich noch ein paar Erfahrungswerte von euch, ich traue dem nicht so ganz… Die Verfügbarkeit des Trekking Treez in Europa scheint mir sehr überschaubar zu sein – anders gesagt: zur Zeit ist es nirgends erhältlich
. Beim Einsatz von nur einem Trekking Treez dürfte dieses Setup in Punkto Gewicht und Packmaß die Nase vorne haben. Wenn man das Trekking Treez mal zu Hase lassen kann, dann ist der Vorsprung noch deutlicher.
Zu Nr. 1:
Das Haven Tent gefällt mir wirklich ziemlich gut. Ich sehe hier einige Vorteile: Das Tarp ist bei Bedarf sturmsicher am Zelt befestigbar, Hängematte genauso wie das Tarp selbst auch 4000mm Wasserdicht, sehr luftig oder fast komplett geschlossen ganz nach Bedarf, mit 2 Teleskopstöcken auch als Bodenzelt einsetzbar, gerade Liegefläche die wahrscheinlich auch meine bevorzugte Bauchlage gut zulässt, benötigt kein UQ und die enthaltenen Isomatte ist auch außerhalb einsetzbar – ich bin also auch von der Wärmedämmung her ohne Einschränkung mit nur einem Teil für Hängematte, Bodenzelt und Biwakhütte in den Bergen ausgerüstet. Das Gepäck darf an die Ridgeline gehängt werden – ich glaube gelesen zu haben, dass das bei anderen Hängematten nicht empfohlen wird
… In Europa erhältlich, wenn auch teurer als in den USA – trotzdem dürfte es im Set – samt allen Optimierungsoptionen – noch die günstigste Option sein. In Punkto Gewicht dürfte grob überschlagen die Standardversion samt 2 Teleskopstöcken in etwa auf das selbe kommen wie ein gutes GE-Hängemattensetup samt UQ und 2 Trekking Treez. Von Nachteil ist sicher das eher kleine Tarp, das recht große Packmaß und die Tatsache, dass weniger flexibel Gewicht eingespart werden kann – auch im warmen Wetter muss die Isomatte mit! Außerdem ist es sicher sinnvoll fürs Bodensetup noch eine schützende Unterlage mit zu haben – noch etwas mehr Gewicht. Habe ich etwas übersehen?
Zwischen Option 1 und 2 fällt die Wahl sehr schwer…
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Mit meinen aktuellen Stand an Informationen, könnte ich mir folgendes ganz gut vorstellen:
- Ideal wäre es, ich könnte ein Haven Tent in Standard einmal probeliegen…

- Ich möchte auch gerne ein paar GE-Hängematten in verschiedenen Längen und D-Werten probeliegen oder besser eine Nacht darin verbringen, wenn sich da jemand finden würde, wäre sehr nett
(bin im Salzburger Land oder im Bayerischen Wald) - Sollte mir das Haven Tent Standard genügen, dann ist das Gewicht für mich ok und die Nachteile vertretbar, dann werde ich mir so eines besorgen.
- Sollte ich das Haven Tent XL benötigen, wird es mir zu schwer… und ein GE-Hängemattensetup tritt in den Vordergrund samt Trekking Treez.
- Zusätzlich kann ich mir gut vorstellen, dass ich auch wenn es ein Haven Tent wird, mir zusätzlich Schritt für Schritt noch ein DIY-GE-Hängemattenprojekt leiste, das zu guter Letzt vielleicht eine vollständige Option 2 wird – ohne Zeitdruck…
Was meint ihr dazu? Fehlt mir noch eine Option, oder bin ich irgendwo irr gegangen? Hinweise und Vorschläge herzlich willkommen!
Noch einmal einen herzlichen Dank an alle, die mir im Vorstellungs-Faden schon die ganzen Tipps und Hinweise zugespielt haben für meine Überlegungen hier. 


Mit lieben Grüßen, Stefan