Dann mache ich mich auch gleich an einen Testbericht:
Hängematte und Quilt wurden heute bei etwa 15°C im Wald getestet, darin schlafen ging leider noch nicht, da ich ohne Auto ziemlich lange bis zu einem passenden Platz im Stadtwald radeln muss und dann in der Dunkelheit aufbauen... vielleicht schaffe ich es ja heute, das gute stück hinter dem Haus in der Nacht einem Kältetest zu unterziehen.
Hängematte:
Wie zu erwarten ist die Matte ist deutlich besser als meine
und ja, ich brauche dringend eine größere Hängematte für meine 1,80. Auch die Breite hat mich überzeugt, die Lesovik kommt mir ziemlich geräumig vor.
Wie mein Vortester bin auch ich vom Organizer begeistert und da ich bisher noch keine Hängematte mit Ridgeline testen konnte, verstehe ich nun auch, warum so viele ihre Matten damit versehen. Fand ich richtig angenehm, auch wenn man sich daran gewöhnen muss, ständig einen Strick am Kopf zu haben.
Das Netz lässt sich komplett abmachen, benötigt dazu aber etwas fingerspitzengefühl. Jedoch würde ich im Sommer nicht ohne Netz gehen und im Winter... da ist man wohl über die leichte Wärmekapsel dankbar.
Das Netz ist sehr fein gewebt und nimmt leider auch etwas die Sicht nach aussen, hält aber auch etwas Wind ab.
Die Gummileinen, mit denen sich die HM seitlich aufspannen lässt sind eine nette Dreingabe.
Underquilt:
Der Underquilt bringt bei mir knapp 900g auf die Wage und ist damit schon schwerer als die angegebenen 820g.
Dafür ist er aber auch ziemlich groß und schlägt meine
bei weitem. Ob er sich auch in der Herbstkälte beweisen kann wird sich ggf. heute Abend zeigen.
Bei der Aufhängung waren wir anfangs kurz ratlos, da ich mich erinnerte, dass bereits andere Tester damit ihre schwierigkeiten hatten, habe ich mir die Methode von der Herstellerseite abgeschaut und dann war es doch leichter als gedacht.
Auch gut: DER UQ lässt sich mit den beiden zusätzlichen Karabinern unten zumachen, dadurch schließt er bei Füßen bis zur Brust hoch ab. Das geht aber nur ohne netz und finde ich daher nicht wirklich praktisc. Trotzdem nice to have. Auch das Material fühlt sich gut und wertig an.
An sich ein wirklich schickes teil, wobei ich gerne noch ein paar °C mehr hätte, einfach um noch Luft nach unten zu haben, wenn die Sonne weg ist und Wind und Regen kommen. Hier lohnt es sich vielleicht doch noch mehr Geld in die Hand zu nehmen und in einer höher Preisklasse zu investieren.
Tarp:
Zum ausführlichen testen des Tarps war das Wetter zu gut, ich schließe mich hier meinen Vortestern an: solides Tarp, was aber bei der Preis-Leistung hinter dem Paria Sanctuary Tarp zurückstecken muss. (Danke an das Forum für den Tipp)
Hier noch ein kurzer Vergleich der beiden:
Größe: Identisch (360×300 cm)
Aufhängung: fast identisch
Material: Identisch? 100% nylon ripstop (Lesovik spezifiziert hier nicht genauer, Paria benutzt 30 Denier rip-stop nylon)
Verarbeitung: Bei beiden sehr gut! Die Verstärkung der Kanten des Lesovik wirken hochwertiger, hier wurde ein dickeres Material untergenäht.
Gewicht: Lesovik: 490g (10g über den Herstellerangaben, aber noch OHNE Haken). Paria 440g MIT haken
Preis: Eigentlich der einzige deutliche Unterschied. Hier zieht das Paria mit 79€ incl. Heringen deutlich am 129€ teurem Lesovik vorbei
Aufhängung:
Der überaschungssieger des Abends. Ich hätte nicht erwartet, mich über so eine kleinigkeit derartig zu freuen, aber meine alten Baumgurte (Öse am einen Ende, mehrere Laschen am anderen) fliegen endgültig raus. Die hier getestete Aufhängung ist leichter, länger und lässt sich vor allem deutlich einfacher justieren. Endlich muss ich meine Bäume nicht mehr nach der perfekten Distanz auswählen. Herzlichen Dank dafür!
Den Kältetest versuche ich heute Nacht durchzuführen.
Fazit:
Ein tolles Paket, auch wenn die HM mit 170€ nicht wirklich für Schnäpchenjäger ist und ich nun mit dem Gedanken spiele, gleich ins hochpreisige Segment vorzustoßen. (Vor allem, da mein billig-UQ nicht gut mit der größeren HM abschließt)
Vielen Dank an TreeGirl für die Möglichkeit eine hochwertige HM zu testen, ich habe mich sehr gefreut.
Nachtrag: Der UQ ist vom Hersteller auf 10°C/-7°C konzipiert. Nach einer Nacht bei ca. 6°C kann ich dem soweit zustimmen, gerade in kombination mit einem guten Schlafsack wird es wohlig warm. Ich hatte nur Tshirt und Jogginghose an, an der Stelle lässt sich also sicher noch etwas drehen, um an den 0-Punkt zu kommen.
Anhang:
1 Bild - Lesovo HM mit Billig-Bananen-Quilt (passt offensichtlich nicht gut)
2 Bild - Lesovo und meine alte
3 Bild - Detailaufnahme des Netzes
4 Bild - Das Lesovo-Paket (Tarp befindet sich leider bereits verpackt hinter der Matte)