Moin allerseits,
also was in der Beschreibung geschrieben steht trifft alles zu. Hektik, Balance, Entbehrung, einfaches Leben, Reflektion usw usw. Man kann es da finden, über sich und sein Verhalten sinnieren und das erlebte versuchen in den Alltag zu übertragen. Es kann eine großartige Erfahrung sein, aber es gibt halt auch Schattenseiten.
Zitat
Dalsland und Värmland gelten als Europas schönstes und größtes Kanuparadies. Seen und Flüsse betten sich mit ihren Inseln in hügelige und bergige Waldgebiete ein. Die Ausläufer dieser riesigen Seenplatte mit ihren klaren Gewässern erstrecken sich von Schweden bis nach Norwegen und laden ein, sein Zelt für die Nacht auf einer Insel oder im Wald der Uferregionen aufzuschlagen.
Diese beeindruckende und naturbelassene Landschaft erkunden wir mit Kanadier-Kanus, in denen wir unsere 2-Personen-Zelte, Lebensmittel, Ausrüstungsgegenstände und unser Gepäck mitnehmen werden. Isomatten und Schlafsäcke können auf Anfrage dazugebucht. Wir werden an Lagerfeuern Brot backen, gemeinsam Essen kochen und Zeit für Gespräche und gemeinsame Aktionen haben.
Auf der Hin- und Rückreise nach Schweden werden wir unser Gepäck in einem Begleitfahrzeug transportieren. Unser Alltag ist allzu oft geprägt von Hektik. Wir suchen die Balance zwischen Beziehung und Arbeit, Kindern und Hobby, Care-Aufgaben und Leichtigkeit zu halten. Die Themen, die uns tagtäglich beschäftigen, nehmen einen großen Stellenwert ein.
Inhaltlich gehen wir vor dem Hintergrund eines einfachen Lebens in einer naturbelassenen Landschaft der Frage nach, welche vielfältigen Themen unseren Alltag bestimmen und reflektieren, ob dies auch die Themen sind, die uns im eigenen Leben wichtig sind. Wir wollen uns mit diesem Themenfeld kritisch auseinandersetzen und uns der Frage stellen, wie wir unseren Alltag mit weniger Gepäck effektiv und mit Leichtigkeit gestalten können. Verantwortung zu übernehmen und Freiräume wahrzunehmen gibt uns die Möglichkeit, neue Perspektiven zu gewinnen. Wir laden dazu ein, in der Schlichtheit die Fülle zu finden. In der Auseinandersetzung mit uns selbst und mit anderen, in unterschiedlichen Gruppenzusammensetzungen und mit unterschiedlichen Impulsen wollen wir uns dem Thema „Mental Load“ annähern und dies bearbeiten.
Was mir bei dieser ganzen Sache kritisch aufstößt ist die Tatsache, dass genau durch diese Angebote der Gruppenreisen diese einzigartige Landschaft den Reiz verliert bzw schon verloren hat.
An den Lagerplätzen wächst kein einziger grüner Strauch mehr, benötigtes Feuerholz ist restlos vom Boden aufgelesen und trockene Äste an den Kiefern bis auf Höhe von 5m abgeerntet. Die Lagerplatzsuche gestaltet sich schwierig, ja schon fast wieder hektisch, da einfach die Anzahl der Plätze für den Andrang der Menschen nicht ausgelegt ist.
Ich möchte hier die Veranstalter nicht dafür verantwortlich machen oder schlecht reden. Wir hatten noch nie Kontakt oder Berührungspunkte. Der Gedanke hinter dem Angebot ist unumstritten gut, die Realität leider wie so oft anders.
Die Leute hier im Forum sind ja auch schon einiges gewohnt und kennen und genießen die Einsamkeit und Ruhe. Genau das werdet ihr, gerade im Juli, da oben nicht finden!
Fahrt mit eurem besten Kumpel zu zweit oder viert vor oder nach der Saison, oder sucht euch Routen abseits von Ärjang, Lennartsfors oder Bengtsfors.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin selber hoffungslos dem Scandinavienvirus erlegen und kenne die Gegend schon seit 25 Jahren. Mir brennt es auf der Seele wenn ich die Veränderungen im Laufe der Zeit da oben beobachte. Möchte einerseits niemandem die Reisen schlecht reden oder Freude trüben, andererseits aber auch auf die Missstände aufmerksam machen. Es ist ein zweischneidiges Schwert, was gerade in Scandinavien durch sozial Media, Bushcraft und Vanlife immer schärfer wird 
So sieht übrigens ein einsamer Lagerplatz aus, 5 min nachdem er von einer Reisegruppe angesteuert wurde 