Tolles Projekt! 
Ich bin 170 cm groß, wiege häufig
um die 65 kg, schlafe gerne auf der Seite und stelle mir aus Bequemlichkeitsgründen vor eine Isomatte mit in meine Hängematte zu nehmen.
Ich weiss, dass viele eine aufblasbare Isomatte von Therm-a-Rest oder Exped in ihrer Brückenhängematte nutzen. Ich habe das in meiner einlagigen Matte auch schon probiert. Davon würde ich aber abraten. Die Matte rutscht beim Einsteigen erst mal rum. Dann wird sie recht ungünstig belastet. Meine Exped-Matte hat davon Schaden davongetragen. Was hingegen sehr gut funktioniert (abgesehen vom Herumrutschen beim Einsteigen) sind geschlossenporige Schaumstoffmatten oder auch die bekannten selbstaufblasenden von Therm-a-Rest und anderen Herstellern.
Da ich sowieso immer mit Wanderstöcken unterwegs bin würde ich diese auch als Spreizstäbe verwenden.
Wenn du sie irgendwie verstärkst, so dass sie nicht zusammengeschoben werden können, sollte das funktionieren. Ich hatte bisher nicht den Mut dazu respektive wollte bisher kein zusätzliches Material mitschleppen. Da kommt nämlich einiges an Belastung zusammen, die auf die Spreizen wirkt.
Nun schwirrt hier immer die Vorlage von Dendronaut im Forum umher, leider ist diese scheinbar nicht mehr verfügbar (oder stehe ich komplett auf dem Schlauch?
) und ich habe mich dazu entschieden zunächst dieses Schnittmuster von Waldläufer70 als Vorlage zu benutzen. Da ich die geringste Länge der Wanderstöcke verwende wird die Matte am Kopf- und Fußende gleich breit sein. Einlagig.
Ich finde sie auch nicht mehr. Die drei Bilder (siehe unten) stammen aber, wenn ich mich richtig erinnere, von dieser Website.
Mein Schnittmuster unterscheidet sich von seinem dadurch, dass der Stoff an beiden Enden gleich breit ist. Ich nutze aber am Kopfende einen breiteren und dickeren Stab (110cm) als am Fussende (92cm), so dass ich ein der Koma vergleichbares Liegegefühl erreiche. Zumindest war das mein Ziel, leider hatte ich noch nie die Gelegenheit, in einer Koma zu liegen. Ich bin mit dem Komfort meiner Hängematte jedenfalls recht zufrieden.
Ich weiss nicht, ob ich dich richtig verstehe: Du willst die Stöcke ganz zusammengeschoben nutzen? Wie lang sind die denn dann noch? Der Punkt ist: Wenn du gerne auf der Seite schlafen möchtest, dann sollte deine Brückenhängematte so breit werden, dass du bei angezogenen Knien nicht aufs seitliche Band zu liegen kommst. Mich persönlich stört das sicher weniger als andere, einige mögen das aber gar nicht.
Was an der Koma und auch der Ridgerunner besonders ist, ist der Umstand, dass das Kopfende flacher aufgespannt ist als das Fussende. Die Füsse liegen somit etwas tiefer in Bezug zum Spreizstab, Kopf und Schultern kommen etwas höher zu liegen, was den Schultern viel Raum gibt. Das finde ich persönlich sehr angenehm, weshalb ich bei meiner zweiten Brückenhängematte nichts daran geändert habe.
Du müsstest dich also fürs Kopf- und Fussende für ein Längenverhältnis zwischen Stablänge und Stoffbreite entscheiden. Bei mir sind es:
- Kopfende: 110cm / 126cm (0,873)
- Fussende: 92cm / 126cm (0,730)
Du brauchst dieses Verhältnis nicht exakt zu übernehmen. Vielleicht kann dir auch jemand mitteilen, wie das Verhältnis bei der Koma ( Mittagsfrost) oder der Ridgerunner ( Hammock Goofy) in etwa aussieht.
Meine Fragen:
1. Wie sinnvoll ist es die Maße an meine kürzere Körpergröße anzupassen? Und wie gehe ich da vor? Wie rechne ich die Maße um?
2. Welchen Effekt hätte ich wenn ich die Breite auf ca. 110 cm und die Länge auf weniger als 200cm verkürzen würde? Stabilität bzw. "Umkippschutz"?
3. Kann mir jemand das 1. und 3. Bild von hier erklären? Ich denke, das 3. wird mir zum umrechnen der Maße dienen...
- Das ist sicher sinnvoll: Ich bin 184cm gross und habe meine zweite Brückenhängematte auf 210cm verkürzt. Die Breite ist gleich geblieben. Die Tiefe der Kettenlinie habe ich von 15cm auf 21cm erhöht. Mir scheint, dass der benötigte Hängewinkel etwas günstiger geworden ist. Statt einem Hängewinkel von ca. 23° komme ich nun mit einem steileren Hängewinkel aus, der die Belastungen ganz allgemein verringert. Das Umrechnen ist einfach. Wenn du dich an meine erste Brücke halten möchtest und sie nur 200cm lang machen möchtest statt 220cm, dann nimmst du den Faktor 0,91 (200/220, Vergleich verschiedener Hängemattenlängen) und multiplizierst alles mit diesem Faktor: Stoffbreite, Länge der Spreizen und Tiefe der Kurve. Dann kommt das ungefähr hin. Ich komme aber auch mit 210cm gut klar. Du könntest also auch mit dem Faktor 0,924 arbeiten (170cm/184cm, Vergleich unserer Körpergrössen) und alles – Länge, Breite, Tiefe der Kettenlinie und Spreizen mit diesem Faktor umrechnen.
- Die Frage wäre, wie lang deine Spreizen sind. Wenn die Längenverhältnisse gleich bleiben (Kettenlinie, Spreizen und jeweils ein gleichseitiges Dreieck für das Aufhänge-Dreieck (1. Bild bei deiner Frage unten)) und du deshalb einen vergleichbaren Hängewinkel hättest, würde das keine Rolle spielen. Ich gehe davon aus, dass du auch einen entsprechend kürzeren Rücken hast als ich, was aber nur beim Sitzen eine Rolle spielt (Kippverhalten). Wenn du die seitliche Kettenlinie trotz der Verkürzung bei 15cm belässt oder sogar etwas erhöhst, erreichst du einen etwas steileren Hängewinkel bei ähnlichem Liegegefühl; dann würdest du den Schwerpunkt im Verhältnis zu meiner ersten Brückenhängematte noch etwas tiefer bekommen, was sich durchaus empfehlen könnte. Je steiler der Hängewinkel, desto "kippsicherer" wird deine Hängematte. Brückenhängematten werden aber in der Regel flacher als 30° aufgehängt (oft zwischen 20° und 25°, aber auch 30° kann man mal ausprobieren).
- Das 1. Bild stellt das Aufhängedreieck dar: Ich empfehle dir, die beiden Leinen mindestens gleich lang zu machen, wie der Stab breit ist (gleichseitiges Dreieck). Wenn du die Leinen noch länger machst, reduziert das die Belastung der Spreizen (sehr gut!) und du wirst "kippsicherer" (sehr gut!), aber der Mindestabstand der Bäume wird grösser. Meine beiden Brückenhängematten benötigen einen Baumabstand von über 4 Meter. Die Koma und Ridgerunner sind wohl etwas kürzer(?). – Das dritte Bild verstehe ich wie folgt: Unten hast du die Tiefe der Kurve, die du in die Seiten der Hängematte schneiden musst. Die Masse am linken Rand sind die Abstände der Kurvenpunkte. Die Hängematte soll also 214cm lang werden (2*107cm) und die Kurve 15cm tief. - Du kannst auch ein paar A4-Blätter zusammenkleben, diese horizontal aufhängen und einen Faden mit dem gewünschten Durchhang spannen (z.B. 15cm Durchhang). Dann markierst du etwa alle 10cm, wie weit vom oberen Rand der Faden weg ist, verbindest die Punkte mit dem Lineal und schon hast du eine Vorlage für deine Kurve. Dann den Hängemattenkörper der Länge nach falten, Schnittmuster drauf legen und Kurve anzeichnen / schneiden. Theoretisch könntest du auch zuerst das Kopf- aufs Fussende falten und dann noch einmal der Länge nach; dann kommst du mit dem halben Schnitt wie im Bild aus. Dann musst du aber sehr genau falten und auch sehr sauber schneiden. Und die Kurve müsste natürlich symmetrisch sein.
Ripstop-Nylon, 36g/qm, 3m , ich denke als günstiger Einstieg, um mich mit der Materie vertraut zu machen sollte das reichen.
Daraus haben schon Leute ihre Brücken-Hängematte gemacht. Mir persönlich wäre der eher suspekt. Ich habe von diesem Stoff zuhause und er ist sehr lose gewebt und schon sehr leicht. – Dank dem 15mm-Gurtband wirst du zwar in Längsrichtung kein Problem bekommen (vermute ich), aber die seitliche Belastung auf den Stoff ist bei einer Brückenhängematte grösser als die Längsbelastung. Aber wie du schreibst: Es wäre ein günstiger Einstieg. - Wenn du sicher gehen möchtest, dass die Hängematte lange hält, könntest du alternativ das Hammock Nylon von Extremtextil verwenden. Das wäre dann allerdings weniger elastisch. Ich kann nicht sagen, was für dich vom Liegegefühl angenehmer ist.
Viele Grüsse vom Waldläufer