Beiträge von Waldläufer70

    Tag 10: Moutier nach Neuenburg

    Das sind auf der flachsten Route rund 73 km. Neuenburg ist aus meiner Sicht eine wunderschöne Stadt. Die Uferpromenade ist öffentlich zugänglich. Es stehen Duschen zur Verfügung. Baden ist erlaubt. Nur übernachten würde ich dort nicht unbedingt. Damit würde man dann den Goodwill der Region strapazieren.

    Mitten in der Stadt:

    Jeunes-Rives Strand, Neuchâtel | Neuenburg Tourismus (CH) | Wasseraktivität
    Der Strand in Neuenburg ist Teil einer weitläufigen, ruhigen und erholsamen Parklandschaft.
    www.j3l.ch

    https://www.neuchatelville.ch/sortir-et-decouvrir/nature/parc-des-jeunes-rives

    Und dann immer Richtung Süden, da sollen wohl auch ein paar Pässe der Tour de France dabei sein. Keine Ahnung, dafür habe ich mich nie interessiert ;)

    Du kannst auch grob dem Lauf der Rhône folgen und dann am Mittelmeer in die Côte d’Azur einbiegen. Will heissen: Pässe kann man befahren, muss man aber nicht.

    Was meinst du zu den Gedanken?

    Ich besitze wie gesagt keine Windsocke und kann dazu nichts sagen.

    Danke für den Tipp, die schaue ich mir mal an. Da ich ca. 110 km pro Tag mache, durchquere ich das Jura vermutlich an einem Tag. Das Bergproblem besteht also auch hier nicht so sehr. Nein, ich habe ein "normales" Gravelbike. Mountainbikerouten können daher mal sein, strebe ich aber definitiv nicht an. Die fressen zuviel Zeit :)

    Wenn du von Basel möglichst direkt nach Biel fährst und dann dem Jurasüdfuss (dem Fuss des Jura-Gebirges) folgst, dann befindest du dich im Mittelland und bewegst dich grob zwischen 400 und 500 m ü.M. und kannst dich an Baden-Württemberg (ohne Schwarzwald) orientieren. Das Mittelland ist relativ dicht besiedelt, aber in dieser Gegend mit den drei Seen Bielersee, Neuenburgersee und Murtensee sehr schön. Das gleiche gilt für den Genfersee.

    Von Basel nach Biel schaffst du es vermutlich in einem Tag.

    Sprachtipp am Rande: der Jura, das Jura-Gebirge

    Und noch etwas: In der Schweiz ist vieles von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Ich würde dir aber dringend empfehlen, dich bei Übernachtungen so gut wie möglich "unsichtbar" zu machen. Hier drei unterschiedliche Strategien:

    1. Wähle abgelegene Ecken, wo kaum jemand unterwegs ist.
    2. Wo das nicht möglich ist: Warte mit dem Aufbau bis zum Einbruch der Dunkelheit und baue am Morgen früh wieder ab.
    3. Wähle eine Stelle mit Infrastruktur (wie Bänke, Sitzbänke, Brunnen) und kombiniere mit Strategie 2.

    Meide aber auf jeden Fall touristische Hotspots, denn dort will man i.d.R. keine Wildcamper sehen. Und natürlich sind Naturschutzgebiete (inklusive Wildschutzgebiete und -ruhezonen sowie Jagdbanngebiete) tabu.

    Nun bin ich am Schwanken ob ich eventuell mit einer Komforttemperatur um die 9°

    Wenn du für die Nächte wirklich im Tal bleibst, könnte das funktionieren. Wenn du Pech hast, erlebst du eine Reihe kälterer Nächte um die 5 °C. Eine "Windsocke" würde ich jetzt nicht unbedingt nehmen. Die brauchst du im Sommer so gut wie nie und du raubst dir die Aussicht. (Ich habe z.B. gar keine Windsocke, passe meine Touren aber entsprechend an.)

    Das ist echt schwierig zu sagen, weil Wetter und Klima bekanntlich nicht dasselbe sind.

    Aktuell haben wir hier (Raum Aarau/Olten/Basel) Nachttemperaturen um die 16 °C. Da lässt es sich draussen wirklich gut übernachten. Auch 20 °C sind im Hochsommer mal möglich. Die Temperaturen können aber auch unter 10 °C fallen. Wenn du wirklich für jede Nacht in die Täler runterfährst, dann solltest du mit einer Ausrüstung, die dich bis - sagen wir 5 °C - schützt, gut durch die Schweiz kommen. Die Täler haben ja noch den weiteren Vorteil, dass du dort i.d.R. weniger Wind hast.

    Es gibt die schöne "Jura-Route" fürs Fahrrad oder fürs Mountain-Bike die "Jura Bike"-Route. Diese Routen sind sehr schön (denke ich, da ich die Gegend vom Wandern her gut kenne). Allerdings fährst du da nicht immer ins Tal runter. Da kannst du "Glück" haben und angenehme Nächte erleben. Du kannst aber auch Regen und Wind haben - und dann kann es echt ungemütlich werden.

    Was du nun nehmen kannst, muss ich dir überlassen. Mit ist es sehr wichtig, nachts nicht zu frösteln, andere sind da härter im Nehmen. Jedenfalls hatte ich im Jura schon angenehme Nächte auf rund 1'500 m ü.M. Da war es aber sommerlich warm (vielleicht 10 °C in der Nacht) und komplett windstill. Das lässt sich aber nicht planen.

    Insgesamt kann ich dir für die Planung diese Karte empfehlen: https://map.schweizmobil.ch

    Und für die Etappenplanung das dazugehörige Portal: https://www.schweizmobil.ch/de/sommer.html

    Besseres Kartenmaterial gibt es (für die Schweiz) nicht. Die App ist übrigens kostenlos, sofern du auf Offline-Karten verzichten kannst.

    Mir hat der aktuelle Podcast sehr gut gefallen. Ein interessantes Thema, mit einer sympathischen Gesprächspartnerin. Ich fand das Gespräch abwechslungsreich und die eingewobenen Anekdoten haben mir auch gut gefallen. Vielen Dank.

    Interessant fand ich den Aspekt, dass Ute vor allem die Breite der Hängematte betont hat, während wir hier im Forum meistens betonen, dass eine Hängematte ausreichend lang sein soll.

    Der Grund dürfte folgender sein: Die am weitesten verbreiteten Anbieter von Camping-Hängematten stellen Hängematten her, die kaum 3 Meter lang sind. Bei dermassen kurzen Hängematten nützt zusätzliche Breite so gut wie nichts. Hier muss man betonen, dass Hängematten - je nach Körpergrösse - 10' (305 cm) bis 12' (366 cm) lang sein sollten, um eine angenehme Nachtruhe zu ermöglichen.

    Die mexikanischen Hängematten, die Ute in ihrem Shop anbietet, sind allesamt rund 4 m lang. Diese Länge reicht für ein angenehmes Liegen bei weitem aus, ganz egal, wie gross jemand ist. Deshalb ist hier ausschlaggebend, dass die Hängematte in ihrer Breite zur Grösse der Person passt.

    15l UL-Rucksack (Sea to Summit UltraSil)

    semi-off-topic: In dem transportiere ich bisweilen die Regenklamotten. So finde ich die mit einem Griff, wenn ich mal vom Regen überrascht werde. Zudem habe ich immer einen Rucksack dabei, wenn ich mal Einkäufe machen muss, eine Stadt besichtigen oder nebenbei mit kleinem Gepäck einen Hügel oder Berg "erklimmen" möchte.

    Eine Hängematte hat keine Liegefläche (auch wenn das einige Hersteller gerne so bezeichnen). Entscheidend ist die Länge zwischen den beiden Punkten, an denen die Hängematte zusammengerafft ist. Zwischen diesen beiden Punkten kann sich die Hängematte entfalten und damit Raum für bequemes Liegen schaffen.

    Der Faktor 1,9 ist ein Anhaltspunkt. Für die meisten ist eine Hängematte mit dieser Länge tatsächlich sehr bequem. Das bedeutet aber nicht, dass eine kürzere Hängematte deswegen gleich total unbequem sein muss. Da hilft nur ausprobieren und vergleichen. Am Schluss geht es auch um ein Abwägen zwischen optimalem Komfort und optimalem Gewicht/Platzbedarf der Ausrüstung.

    Frage: Hast du an Isolation von unten gedacht? Ein Schlafsack wird in der Hängematte plattgedrückt und isoliert deshalb fast ausschliesslich gegen oben. Hast du keine Isolation gegen unten, so wird dir nachts bald recht kalt, ausser die Temperaturen fallen nie unter plus/minus 25 °C. (Vielleicht hast du es geschrieben und ich habe es einfach überlesen.) EDIT: Habe gerade in deinem anderen Post gelesen, dass du mit Schlafsack allein in Polen selbst im Herbst keine Probleme hattest...

    Das sieht nach einer ganz schönen Tour aus. Und deine Fotos sind auch sehenswert! :)

    Auch gut, dass du auf die Vor- und Nachteile der Strecke hingewiesen hast. Vielleicht muss ich auch mal eine mehrtägige Wanderung in Deutschland machen!

    Ich gehöre durchaus zu den Leuten, die für das "grosse Geschäft" gerne Toilettenpapier verwenden. Das ist wohl einfach eine Gewohnheit.

    Ich käme aber nicht auf die Idee, mir Tücher für die einmalige Verwendung mit auf Tour zu nehmen. Ich hatte das anderswo schon einmal geschrieben: Ein T-Shirt aus Baumwolle (rund 150 g) hält bei mir bei entsprechender Qualität bis zu zehn Jahre lang. Die Vorstellung, Baumwolle (oder ein anderes Produkt aus Zellulose) nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen, finde ich befremdlich. (Gerade Baumwolle ist in der Herstellung oft ziemlich unökologisch.) Nach wenigen Touren hätte ich jeweils ein weiteres "T-Shirt" irgendwo vergraben oder weggeworfen.

    Auch Seife/Duschmittel nutze ich nur, wenn ich in der Zivilisation unterwegs bin. In der Natur reicht mir ein ordentlicher nasser Lappen oder ein gut ausgespültes nasses T-Shirt, um mich zu waschen und wieder einigermassen frisch zu fühlen. Allerdings bin ich froh, wenn ich wenigstens jeden zweiten oder dritten Tag komplett ins Wasser steigen kann: In der Natur muss ich also an einem "bebadbaren" Gewässer (See, Bach, grosser Brunnen) vorbeikommen, oder sonst einen Campingplatz ansteuern oder mir ein Zimmer nehmen, sonst wird es für mich bald einmal ungemütlich.

    Ich nutze zu Hause wie auch unterwegs simples Natron (Natriumhydrogencarbonat, Natriumbicarbonat) aus dem Backbedarf, um übermässigem Gestank vorzubeugen: ein wenig Natron-Pulver mit etwas Wasser zwischen den Händen zerreiben und damit die heiklen Körperstellen einreiben. Das leicht basische Ambiente mögen die eiweissspaltenden Bakterien nicht, der Schweissgeruch bleibt bald weitgehend aus.

    Das einfach als kleiner Einblick in meine "Hygiene-Welt", wenn ich unterwegs bin. Mögen am Schluss aus unseren Beiträgen alle das für sich herauspicken, was ihnen am besten zusagt.

    PS: Thema "Müll". Interessant ist der Aspekt, dass wir uns über den immer erst beklagen, wenn er "anfällt". Davor tragen wir ihn völlig selbstverständlich mit: i.d.R. als Verpackungsmaterial. Erst wenn dieses leer ist, wird die Verpackung zum "Müll", den wir schnellstmöglich loswerden wollen. Geht mir definitiv auch so, ist aber im Grunde seltsam.

    Ich habe auf meinen Touren zwei Mikrofaser-Waschlappen dabei: einen dunklen und einen hellen. Mit denen wasche ich mich, wenn sich eine Gelegenheit bietet: an einem Brunnen, einem See, einem Bach. Ausgespült werden die Lappen dort, wo sie möglichst wenig Schaden anrichten: eher in einem See als in einem kleinen Bach, im Idealfall in einer öffentlichen Toilette.

    Gerade im Sommer könnte man sich den hellen Waschlappen aber auch sparen. Ich wasche mich oft gleich mit dem T-Shirt, spüle und wringe es aus und ziehe es gleich wieder an. Das hat zwei Vorteile: Es ist kein Waschlappen nötig und das T-Shirt kühlt einige Zeit lang.

    Aber bowrilla hat ja nach biologisch abbaubaren Feuchttüchern gefragt. Solche hatte ich noch nie dabei.

    danke für die Infos. Tatsächlich sind alle Setzlinge von mir Findlinge. Gefunden hab ich se bei mir leise vor sich hinwachsend in der Buchenheckengefunden.

    Vielleicht kannst du in der Natur mal vergleichbare Standorte wie die Schutthalde ausfindig machen und dort schauen, was da so wächst. Dann dort Samen sammeln.

    Jedenfalls ein schönes Projekt, sakura!

    Auf einer anderen Halde, leider nicht dauerhaft zugänglich, erspähte ich aber auch Nadelgewächse, ich meine Tannen.

    Die müßten dann also auch gut robust sein. Hab nur noch keine Idee, woher u. wann ich Samen (aus der Natur) optimal bekomme?

    Ich dachte gerade spontan an die Flaumeiche: Sie verträgt grosse Trockenheit, hat Blätter mit Flaum (daher der Name), an dem Luftfeuchtigkeit sich gut niederschlagen kann. Wenn ich mich richtig erinnere, kommt die Flaumeiche aus dem Mittelmeerraum. Sie wächst aber auch bei uns in der Schweiz am Jurasüdhang an steilen, trockenen, felsigen Abhängen.

    Nun bin ich noch auf diesen Artikel gestossen. Auch die Föhre / Waldföhre (Kiefer) wächst bei uns im Jura auf zahlreichen Felsvorsprüngen.

    Hier noch die Tabelle aus dem Artikel, die vielleicht zur Auswahl geeigneter Bäume beitragen kann:

    wsl_baumartenwahl_trockenheit_tabelle.png

    Ich verwende hauptsächlich Polyester Gurte von Extremtextil für meine Buckles Systeme...........die gibt es in "normal" stark (1mm-500kg) und in extra stark ( 1,4mm-750kg).

    Das normal starke Band hatte ich oben ja auch schon verlinkt. Das extrastarke Band ist wirklich sehr fest und entsprechend steif und lässt sich nicht mit jeder Nähmaschine gut vernähen. Auch werden die Gurte dann wirklich sehr schwer. Für längere Wanderungen eher nicht ideal, für kleine Touren mit Übernachtung aber natürlich wirklich eine sehr langlebige Qualität. Ich bin allerdings nicht sicher, ob das gut mit den Beetle Buckles funktioniert, da dort die Schlitze nicht allzu breit sind. Womöglich läuft dieses Band nicht oder nicht gut durch die Buckles. Ich hab's allerdings nie getestet, könnte das aber auf Wunsch tun. Ich glaube, ich habe noch einiges von diesem extrastarken Band zuhause.

    Das normale Band kann ich durchaus empfehlen. Nicht teuer und schnell vor Ort. Es lässt sich auch gut knoten.