Aus meiner Erfahrung mit meinen beiden Brücken-Hängematten sollte man für die Hängematte die passende Spannung haben. Wird sie flacher, also mit mehr Zug in Längsrichtung, aufgehängt, so passiert folgendes:
- Die Mitte der Hängematte kommt etwas höher zu liegen.
- Der Stoff hängt in der Mitte (engste Stelle) etwas weniger tief durch.
- Der Stoff geht von den Bändern (Rand) zur Mitte (Hängemattenlast) weniger steil runter.
- Der Stoff wird deshalb in Querrichtung stärker belastet (quasi flacherer Hängewinkel des Stoffes zwischen den Bändern).
- Gerade ein eher dehnbarer Stoff beult dann stärker (unter Umständen bleibend) aus oder könnte womöglich sogar einreissen.
Die Belastung des Stoffes in Längsrichtung wird weitgehend durch die eingearbeiteten Bänder aufgefangen. Die müssten der grösseren Spannung einfach standhalten. Das gleiche gilt für die Spreizstäbe, die auch stärker belastet werden. In Bezug auf den Stoff ist die Längsrichtung selbst weniger das Problem, sondern eher die erhöhte Spannung des Stoffs in Querrichtung, die sich daraus ergibt.
Ich kann mir aber vorstellen, dass man auch mit der zusätzlichen Abspannung nach unten so vorgehen könnte, dass man die Hängematte etwa gleich wenig oder stark spannt, wie wenn man sie wie gewohnt aufhängt. Das scheint mir auch wichtig: Denn je kürzer der Baumabstand, desto "flacher" (wenn man sich das Dreieck um 90° am Baum hängend vorstellt) wird die Abspannung. Dadurch wird dann ab einem bestimmten Punkt die Belastung der Dreiecke sehr hoch, sollte man die Hängematte tatsächlich stärker als üblich auf Zug bringen. Wie gesagt: Solange die Bänder das aushalten, wird der Hängemattenstoff in Längsrichtung nicht übermässig belastet, aber die Belastung an der schmalsten Stelle in Querrichtung könnte dann – wie oben erläutert – bei einem eher leichten Stoff kritisch werden, zumal die meisten Stoffe ja in Querrichtung (Schussfäden) deutlich schwächer sind als in Längsrichtung (Kettfäden).
Ich weiss nicht, ob ich mich einigermassen verständlich ausdrücken konnte.
Die Treem ist jedenfalls für die hier erläuterten Kräfte bei sehr hoher Spannung optimal ausgerüstet, eine Ridgerunner nur dann, wenn die effektiv in Längsrichtung wirkende Kraft auf die Hängematte nicht wesentlich erhöht wird. Der "Hängewinkel" der Hängematte selbst, sollte also in etwa gleich bleiben. Das sollte auch machbar sein. Leider lässt er sich bei der Aufhängung der Treem nicht so leicht überprüfen, da die Möglichkeit, dafür eine Firstleine zu nutzen, wegfällt.