Beiträge von Waldläufer70

    Noch eine Anmerkung dazu, wie es zum Fehler mit dem viel zu weit in Richtung Kopfende gerutschten tiefsten Punkt der Kettenlinie kommen konnte:

    Ich hatte mir das Vorgehen schon länger grob zurecht gelegt. In der Regel nehme ich mir dann bei der Umsetzung ausreichend Zeit fürs Aushecken des konkreten Vorgehens. Ich hatte mich dann im Herbst aber spontan dazu entschieden, mit meinem ganzen Material inklusive Nähmaschine an einem gemütlichen «gemeinsamen Nähen» ganz in der Nähe teilzunehmen. Dort entstanden an jenem Samstag zwei Wintermäntel, ein langärmliger Pullover und eine Skizze für einen Matratzenunterleger gefüllt mit Dinkelspreu. Insofern hat sich die Teilnahme auf jeden Fall gelohnt. Dumm nur, dass ich mir dann vor Ort nicht die Zeit gelassen habe, meine Gedanken aus dem Vorfeld in Ruhe zu sortieren; ich wollte unbedingt bis am Abend fertig werden. So kam es dazu, dass ich meinen Plan nicht korrekt umgesetzt habe. Dafür war die Hängematte um 17 Uhr (ohne Gepäckablagen und Dogbones für die Aufhängung) aber auch tatsächlich fertig.

    Mein ursprünglicher Plan:

    Ich hätte den Faden für die Kettenlinie am Fussende so weit höher befestigen wollen, bis der tiefste Punkt der Kettenlinie sich zum Kopfende hin unter den Körperschwerpunkt verschoben hätte (siehe Skizze oben).

    Dummerweise habe ich dann das Fussende so viel höher gehängt, bis die grösste Distanz der Kurve zur Geraden zwischen Kopf- und Fussende (grüne Linie) unter den Körperschwerpunkt zu liegen kam. Ich hatte mich noch gewundert, dass ich den Papierstreifen zum Aufzeichnen der Kurve dafür gut 45° zur Horizontalen neigen musste. Ich hatte mit nur einer leichten Neigung des Papierstreifens gerechnet (siehe Skizze). Eigentlich hätte ich da stutzig werden, unterbrechen und nochmals in Ruhe nachdenken müssen.

    Dafür hat mein Fehler dazu geführt, dass ich nun eine Hängematte mit Knie-Unterstützung habe. Auch nicht schlecht! :)

    Mich zieht es immer wieder dorthin. Eigentlich ist es dort zu jeder Jahreszeit sehr schön. Im Winter soll es auch toll sein: viel Schnee und bisweilen sehr kalt (La Brévine – etwas weiter im Westen – hält den Rekord für die kälteste je gemessene Temperatur in der Schweiz: –41,8°C am 12. Januar 1987), für mich wohl zu kalt.

    Der Herbst ist dort jedenfalls fantastisch!

    Komm gut zur Ruhe über die Festtage, wiedemeier!

    Bei Euch ist es ja noch richtig bunt im Wald! Wie schön.

    Bei uns ist schon alles kahl.

    Schön wäre es, wenn es noch immer so aussähe. Das war Ende Oktober (das Wochenende mit dem Wechsel von Sommer- auf Winterzeit). Ich bin bloss bisher nicht dazu gekommen, den Bericht zu erstellen. Auch bei uns ist schon seit Ende November, Anfang Dezember alles kahl. Die Blätter sind dieses Jahr aber tatsächlich länger oben geblieben als auch schon.

    Nach einem eher späten Mittagessen im Berg-Restaurant La Grand'Vy nahm ich den Abstieg in Richtung Neuenburgersee unter die Füsse. Leider hatte ich wohl beim Aufstieg zu viel Gas gegeben und das rächte sich nun mit stechenden Schmerzen im rechten Knie. So würde ich die rund 1'000 Höhenmeter hinunter zum Neuenburgersee wohl nicht mehr schaffen, zumal ich inzwischen auch eher spät dran war. Da blieben mir nur zwei Möglichkeiten: entweder per Anhalter ins Tal oder eine weitere Übernachtung anhängen. Da ich am Sonntag nichts vorhatte, entschied ich mich für die zweite Variante.

    Nachdem die Entscheidung gefallen war, ging es dem Knie augenblicklich besser. In der Combe du Laga fand ich neben einer Lichtung ein Stück Fichtenwald und baute dort beim Eindunkeln die Hängematte auf. Erneut verzichtete ich aufs abendliche Kochen.

    Angesichts der kürzer werdenden Tage verbrachte ich eine lange, aber erholsame Nacht in der Hängematte. Am Morgen liess ich mich von den ersten Sonnenstrahlen wecken...

    ... und stand dann bald auf.

    Dem Knie schien es inzwischen wieder besser zu gehen. Vorsichtig machte ich mich auf den Weg ins Tal, kochte unterwegs noch einen Kaffee und ein weiteres Reisgericht.

    Hier noch ein paar Impressionen vom Weg ins Tal, wo ich gegen 11:30 Uhr (nun wieder bei Winterzeit) den Bahnhof von Bevaix erreichte.

    Zuerst gab es am Samstagmorgen einen Kaffee. Was für ein wundervolles Licht!

    Da ich am Abend nichts mehr gekocht hatte, gab es zum Frühstück eine ganze Packung «Riz Casimir» (ein indisch angehauchtes Reisgericht). Drei Portionen sind in einer Packung enthalten, wobei die Portionen nach meinem Dafürhalten wirklich sehr knapp bemessen sind.

    Erst gegen halb elf Uhr (Sommerzeit) brach ich auf und nahm den zweiten Wandertag in Angriff. Hier ein paar Impressionen:

    Um was für einen Schädel könnte es sich hier handeln? (Ich denke, ich kenne die Antwort, bin aber mal gespannt, was ihr meint...)

    Nach dem Abstieg nach Noiraigue im Val de Travers, stellte sich mir die Frage: Was nun? Auf die Areuse-Schlucht hatte ich dieses Mal keine Lust. So wählte ich nach kurzer Bedenkzeit den Aufstieg auf den Creux du Van, den ich bereits im Frühjahr besucht hatte. Nach einigen Jahren wählte ich wieder mal den direktesten Aufstieg, der sich in zahlreichen Serpentinen durch den Wald nach oben windet («Sentier des Quatorze Contours» – «Pfad der vierzehn Spitzkehren»).

    Hinter den Klippen des Creux du Van waren wunderbar die Alpen zu sehen.

    Für das letzte Wochenende im Oktober war sehr schönes und relativ warmes Wetter angesagt. So habe ich mich am Freitag nach der Arbeit bald auf den Weg gemacht und den Col de la Tourne im Neuenburger Jura mit dem ÖV kurz nach 17 Uhr erreicht.

    Wie schon im Herbst 2017 und 2018 habe ich wieder die gewohnte Strecke der Krete hoch über dem Val de Travers entlang ausgewählt, da man dort ziemlich alleine unterwegs ist. Zudem gibt es dort unzählige schöne Übernachtungsplätze mit kleinen Feuerstellen und schöner Aussicht. Im Gegensatz zum Herbst 2017 hatte ich dieses Mal meine Brücken-Hängematte 2.0 dabei, die ich erneut testen wollte.

    2018 konnte ich am Morgen einen Sonnenaufgang über dem Nebelmeer erleben, was würde mich wohl dieses Mal erwarten?

    Impressionen kurz nach dem Col de la Tourne:

    Die Krete hatte ich noch vor Einsetzen der Dämmerung erreicht und konnte den Blick übers Mittelland auf den Neuenburgersee und in die Alpen geniessen:

    Die Abende im Jura-Gebirge geniesse ich jeweils sehr. Da kommen schöne Stimmungen auf:

    Dieses Mal erreichte ich meinen Schlafplatz noch vor dem Eindunkeln. Zur Abwechslung auch mal ganz schön. Da es aber nach dem Aufbau der Hängematte schon recht dunkel war, verzichtete ich aufs Kochen. Auch wurde es langsam frisch am doch recht exponierten Ort.

    Der nächste Morgen empfing mich erneut mit einem wunderbaren Nebelmeer über dem Mittelland:

    Anders als im letzten Jahr lag selbst im Val de Travers etwas Nebel:

    Bei einem Querlieger würde ich mir da nicht zu viele Gedanken machen: Einerseits ist der Stoff, um den es dir geht, ohnehin eher von der stabileren Sorte, zum anderen hat der Stoff selbst einen Hängewinkel von rund 60°, die Belastungen sind also – ausser beim Einsteigen – sehr gering. Allenfalls würde ich aber so vorgehen wie Cross Hammock bei seinem Modell: also Zähne aus dem Stoff mit Knoten und keine Nähte. Natürlich kommt es bei der Frage auch auf dein Körpergewicht an.

    Das aber nur meine Einschätzung als einer, der über keine Erfahrung mit Querliegern verfügt.

    Anders sieht es bei Brückenhängematten aus: Auch dort wird der Stoff in Schussrichtung stärker belastet als in Längsrichtung. Je nach Konstruktion kann der Stoff dort relativ flach zwischen den seitlichen Bändern hängen, was die Belastungen erhöht. Dafür führt hier das Einsteigen nicht so stark zu einer punktuellen Belastung, da das seitliche Band die Kräfte relativ gut verteilt und man ja auch ungefähr in der Mitte einsteigt.

    Also in der Schweiz ist das überhaupt kein Problem: Über der Baumgrenze ausserhalb von Alpweiden ist das wilde Übernachten völlig unproblematisch. Nur gibt es da keine Bäume... ;)

    In der Schweiz sind per Gesetz Wälder und Weiden und natürlich die Wildnis für alle zugänglich. Das kann aber kantonal und auf Gemeindeebene eingeschränkt sein: am besten die grünen Tafeln beachten, die bei Naturschutzgebieten aufgestellt sind. Weiden würde ich aber nur mit Bedacht wählen, da Kühe neugierig sein können, selten auch mal aggressiv. Wo Schafe in der Nähe sind, sind bisweilen auch Herdenschutzhunde unterwegs. Beiden «Gefahren» kann man aber gut ausweichen, so viele Kühe sind da auch wieder nicht unterwegs in der Schweiz. Schafe findet man eher in höheren Lagen (tendenziell über der Waldgrenze).

    Wälder ausserhalb von Naturschutzgebieten sind in der Regel unproblematisch. Ich warte mit dem Aufbau oft, bis es dunkel wird, oder lasse alles, was auf eine Übernachtung hindeuten könnte, vorerst weg (Tarp, Quilt, grosser Rucksack). Oder ich suche mir einen schönen Platz etwas von den nächsten Wegen entfernt. Im Jura und im alpinen Gebiet ist man da meist ungestört und kann der Natur beim Eindunkeln zuschauen. Wunderbar!

    Auch eine gute Idee ist die Nutzung von Rast- oder Grillplätzen. Dort würde ich den Wanderer mimen, der einfach noch etwas das Eindunkeln geniesst, allenfalls etwas Kleines kocht / isst und als letzter nach Hause geht (den grossen Rucksack eventuell etwas wegstellen, damit er nicht gleich auffällt). Sind die letzten Leute weg (sofern man nicht ohnehin die ganze Zeit bereits alleine war), warte ich noch einen Moment, baue die Hängematte auf und erledige meine Abendtoilette (Zähne putzen, etc.). Am Morgen stehe ich frühzeitig auf. Je näher die nächste Siedlung liegt, desto früher ist das der Fall, denn viele Leute gehen morgens vor der Arbeit mit dem Hund raus. Nach dem Aufstehen verfahre ich umgekehrt wie am Abend: In Siedlungsnähe zuerst die Hängematte wegpacken, dann gemütlich an den Bänken frühstücken. In diesem Fall mime ich den Wanderer, der als erster am Morgen unterwegs ist, von der Übernachtung erzähle ich allenfalls im Gespräch, wenn es passt, sonst braucht das ja niemand zu wissen.

    Gelegentlich habe ich aber schon festgestellt, dass auch andere Leute mal nachts durch den Wald streifen. Das habe ich bisher aber nur in der Nähe von Siedlungen erlebt. Eine Begegnung mit einem Gemeindemitarbeiter am Morgen, ich sass in der Hängematte und kochte mir einen Kaffee, verlief sehr freundlich und interessiert.

    Für einen groben Überblick empfehle ich die Karte mit den 571 Feuerstellen der «Schweizer Familie» (Familien-Zeitschrift). Gelegentlich gibt es bei solchen Feuerstellen auch Trinkwasser. Einige liegen etwas weiter von der nächsten Siedlung entfernt. Wenn ein Grillplatz sich als ungeeignet für die Übernachtung herausstellt, kann man dort auch kochen und essen und dann bis zum Eindunkeln weitergehen. Es gibt auch zahlreiche weitere Feuerstellen und Grillplätze, die im Link nicht aufgelistet sind. Fast jede Gemeinde hat ein paar davon, z.B. bei ihren Waldhütten.

    Beispiel eines Feuerstellen-Beschriebs der «Schweizer Familie»: https://www.schweizerfeuerstellen.ch/zimmereggwald-luzern-littau-luzern

    Die detaillierten Beschreibungen samt Video bilden einen guten ersten Anhaltspunkt.

    Am besten einfach mit offenen Augen unterwegs sein und ein Gespür dafür bekommen, was für einen gut geht und wo man sich eher unwohl fühlt. Das Unterwegssein mit dem Fahrrad schränkt einen vermutlich etwas ein, eröffnet aber bestimmt auch neue Möglichkeiten. Ich war in den letzten Jahren immer zu Fuss unterwegs und konnte deshalb nur berichten, wie ich das in der Regel handhabe.

    Schau dir mal meine Tourenberichte in der Schweiz an; das gibt bestimmt einen guten Eindruck.

    Campingplätze sind in der Schweiz und vor allem auch in Italien relativ teuer, einige davon aber sehr schön gelegen (siehe Karte unter POI).

    Nachtrag: Die folgenden Links finde ich als Karten-Liebhaber sehr hilfreich:

    Verstärkungen aus dem gleichen Stoff, das habe ich – ohne dabei an diesen Faden zu denken – im vergangenen Sommer ausprobiert. Das funktioniert wirklich sehr gut!

    53755-5a2212-jpg

    53754-2632ddce2d-jpg

    Da habe ich die runden Verstärkungen zuerst mit SilNet aufgeklebt, allfällige Luftblasen möglichst zum Rand hin rausgedrückt, das Silikon abbinden lassen, dann zur Sicherheit eine Naht gesetzt (ich weiss nicht, ob die notwendig wäre) und schliesslich noch mit SilNet über den Rand des aufgeklebten Stoffes gepinselt, damit der Rand versiegelt ist.

    In den Ecken habe ich zudem noch 10cm in beide Richtungen 8mm breites Einfassband eingenäht.

    Wirklich? Dass sich Gurtband und Tarpstoff unter Belastung unterschiedlich dehnen, finde ich schon mal nicht so ideal.

    Nein, das ist sicher nicht so ideal. Die in eine Spitze zusammenlaufenden Nähte sind aber eine gute Möglichkeit, die Belastung des Stoffes zu reduzieren.

    Nehmen wir an, das Band ist 1" breit und 4" lang, dann wird der Zug, der auf 1" Breite wirkt, auf eine Naht verteilt, die etwas über 8" lang ist. Das schont den Stoff.

    Hier muss der Stoff zwangsläufig diagonal zum Ripstop geschnitten werden und bereitet dann beim Einschlagen für den Saum Probleme.

    Ich hatte noch nie Probleme, hier eine saubere Naht hinzukriegen: mit Umbügeln des Einschlag-Umschlags hat das bei mir bisher immer wunderbar geklappt. Leider wurstelt sich die diagonal geführte Naht unter Spannung unschön zusammen. Irgendwo habe ich hier mal Bilder davon gepostet (ohne Spannung und mit Spannung drauf), finde die aber nicht mehr.

    Oder kann mir jemand den Nutzen dieses halb angenähten breiten Bandes erklären?

    Der Nutzen ist, dass die beiden in eine Spitze zusammenlaufenden Nähte den Stoff recht ideal belasten. Ich habe die Nähte auch bei meinem Tarp zusammenlaufen lassen, hatte aber das überstehende Material davor schräg abgeschnitten und mit dem Feuerzeug verschweisst. Ich fand das eine gute Idee, um Material zu sparen. Dummerweise begann das Band – ich habe Grosgrain Ribbon verwendet – bereits nach der ersten Nutzung des Tarps auszufransen. Also doch keine so gute Idee.

    So wie im Bild sah es nur die kurze Zeit vor der ersten Nutzung aus:

    Am besten schneidet man das Band nicht schräg ab.

    Die einfachste und sauberste Lösung ist vielleicht, wenn man schmales Band verwendet und dieses vollständig im Saum verschwinden lässt. Allerdings geht das am Übergang zu den Türen nicht. Da braucht es eine Stabilisierung von der «Türecke» in Richtung Abspannung am First.

    Deine Arbeit ist echt sehr schön geworden. Das Grau und Gelb ergibt einen schönen Kontrast! – Vor den von dir angedeuteten Berechnungen die Türen betreffend graut mir bereits jetzt, sollte ich mich auch mal an ein Tarp mit Türen wagen. Du scheinst eine gute Lösung zum Abspannen gefunden zu haben. Gratulation zur gelungenen Arbeit! :)