Was macht ihr bei Wildkontakt in der Nacht?

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    (Wusste nicht in welches Unterforum ich diesen Beitrag hätte packen sollte, das hier schien mir am passendsten zu sein)

    Mich würde mal interessieren, welche Erfahrungen ihr bisher mit Wildtieren im nächtlichen Wald gemacht habt und wie ihr euch bei Kontakt verhaltet? Macht euch das überhaupt etwas aus, wenn ein paar Meter neben euch der Waldboden lautstark durchwühlt wird? Schlaft ihr einfach weiter?

    Ich versuche mich ruhig zu verhalten und rede mir dann jedes mal ein, dass wir uns darüber freuen sollte unbemerkt diesen scheuen Tieren so nahe zu sein. Insgeheim aber bin ich doch ein bisschen nervös wenn die Grunzer so dicht an meinem Schlafplatz vorbeiziehen. Wie werden sie reagieren wenn sie mich bemerken, ich sie versehentlich erschrecke? Bisher sind sie jedenfalls immer krachend ins Unterholz abgedüst. Der ganze andere Rest, wie Rehschreie und Co. ist ja eher Psychokram, daran habe ich mich schon recht gut gewöhnt. Aber die Wildschweine und ich, wir brauchen noch ne Zeit.

    Eine ganz andere Begegnung war prägend und erinnert mich immer daran, wie wichtig es ist nach Wildwechsel Ausschau zu halten:
    Vor dem Zumattegehen - das war im Herbst so gegen 23.00 Uhr, also stockduster - hörte ich aus der Ferne rasch lauter werdendes Hufgetrappel auf meinen Lagerplatz zu kommen. Im Kegel der Kopflampe sah ich plötzlich 3 oder 4 ausgewachsene Hirschkühe direkt auch mich zu galoppieren - boah, mir ging echt der Stift! Was wohl passiert wenn 250kg ungebremstes Fleisch mit einem zusammenstoßen? :thumbup: Aber zum Glück wurde ich noch rechtzeitig bemerkt und die Damen drehten nur wenige Meter vor mir ab. Am nächsten Morgen konnte ich deutlich sehen, dass mein Esszimmer direkt auf einem Wildwechsel lag. Sehr, sehr unklug!

    Wie ist es denn bei euch?

    VG
    Christian

    "Six by nine. Forty two."
    "That's it. That's all there is."
    "I always thought something was fundamentally wrong with the universe"

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke, ernsthaft bedrohlich wird Tierkontakt nur in den allerseltensten Fällen (vor Hunger verzweifelter Wolf, ihre Frischlinge verteidigende Bache usw.) In den meisten Fällen nervt nur die Unterbrechung/Beendigung des Schlafes, seien es beißende Ameisen, das Summen einer Mücke, das Röhren eines Hirsches oder das Zwitschern der Vögel.
    Dagegen helfen Mückennetz, Oropax, das Meiden von Wildwechseln, das weiträumige "Markieren des Revieres", eventuell Beleuchtung und lautes Schnarchen :) und vor allem Üben, Üben, Üben.
    In der ersten Nacht erschrickt man "Hilfe, was ist das?!?!" und zittert vor Entsetzen, in der zweiten rätselt man lange "Ob mich das rätselhafte Wesen angreift oder wieder verschwindet wie neulich?" und in der zehnten denkt man nur kurz "Ach, schon wieder ein Reh", dreht sich um und schläft weiter. Alles nur eine Kopfsache. Das Geräusch quietschender Straßenbahnen oder klappender Autotüren ist uns vertraut und weckt keine Ängste. Aber das unbekannte Rascheln einer Maus oder Bellen eines Rehbockes assoziieren wir erst mal mit Gefahr.
    Das gefährlichste Tier in unseren Wäldern ist der Mensch. Danach kommt die Zecke und erst viel viel später Wildschwein & Co.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • lautes Schnarchen :)

    Absolut geeignet um Tiere zu verscheuchen... andererseits weiss ich auch nicht ob da nachts Tiere Geräusche von sich geben.. ich bin lauter als die.. und da ich von meinen nächtlichen Abwehrmaßnahmen selbst nicht aufwache, bekomme ich von alldem nichts mit. :p:D;)

    Wenn ich mal im dunkeln was schweres im Gebüsch höre klatsche ich in die Hände oder rufe irgendwas. ;) Nein, nicht "Hey Bear!" eher sowas wie " Mach dich vom Acker! ".. ist ja deutsches Wild. :D
    Ich hab nur einmal erlebt das Schweine auf Tuchfüllung gehen und sich 2m vor mir aufbauen aber erstens hatte ich die Rotte erschreckt, mit Absicht und zweitens waren das "Stadtschweine".
    Dank des massivem Zaunes habens sich beide Parteien mitten in der Nacht nur aufgebaut und angegrunzt, dann sind sie wieder weiter. War in Köln aufm Campingplatz..
    Hier rennen die Schweine immer weg sobald sie mich auch nur im entferntesten hören oder riechen. Da mach ich mir echt wenig sorgen.
    Sorgen mach ich mir jetzt eher um meine Schuhe nachts.. wer hat auf dem Treffen erzählt, der Fuchs hätte 20 Paar Schuhe geklaut?? :bored:

  • Richtig bedroht habe ich mich bisher auch nicht gefühlt. Aber aus dem Tiefschlaf durch lautes Gegrunze geweckt zu werden, versetzt mich zumindest in einen Modus erhöhter Aufmerksamkeit.

    Es ist schon so wie Du sagst, [USER="14"]Mittagsfrost[/USER]. Wir sind in unserer gewohnten Umgebung von Bedrohungen (vor allem im Straßenverkehr) umgeben ohne sie als solche noch wahrzunehmen, sie sind eben zum Alltag geworden. Ich habe mal mit 3 Toraja (aus Sulawesi, Indonesien) im Rahmen eines Projektes hier in Köln zusammengearbeitet. Die Jungs haben noch nie ihre gewohnte Umgebung verlassen, ihr Dorf auch nur zu Familienfesten. Ihr könnt euch vorstellen, wie interessant es war mit den dreien durch die Kölner Innenstadt zu laufen. Die haben mir ganz schön die Augen geöffnet!

    Essen, angefallener Abfall und Schuhe werden standardmäßig mindestens auf Kopfhöhe aufgehängt (fehlt mir noch, dass ich immer ein Ersatzpaar mitnehmen muss). Taschen vom Rucksack öffne ich lieber, bevor sich Nager durch den Stoff beißen. Essbares findet sich immer in den Taschen. Meiner Freundin haben sie schon den Rucksack durchnagt...

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  • Ich hatte mal eine Wildsau, die direkt neben meinem Kopf herum geschnüffelt hat.
    Damals schlief ich auf dem Boden.
    Mitten in der Nacht höre ich es schnüffeln und grunzen.
    Mir fiel nichts anderes ein, als herum zu murmeln. heee geh weg... hmmm... lass mich pennen.... Du Sau....
    Half. Sie ging in Ruhe weiter.
    Seit dem habe ich das mit der Hängematte weiter verfolgt.

    Letzt auch ein Knurren gehabt.
    War wohl ein Dachs der diese Laute von sich gibt.
    Klar, schlief ich in seinem Wohnzimmer. Da würde ich mich auch beschweren.
    Aber im KOPF ging das Kino los. Alle Filme in denen der Wolf der Böse ist hatte ich in HD vor Augen.
    Auch wieder menschliche Geräusche gemacht und er war weg.
    Also kein Schreien, Klatschen oder gar Schreckschusswaffe. Man liest in anderen Foren als so ein Quatsch.
    Pfefferspray... pffffffffff....

    Wir haben nichts zu befürchten. Selbst wenn der Wolf wieder heimisch wird, ist es ein Glücksfall wenn wir ihn sehen.
    Und mal ganz ehrlich, falls ICH einen Wolf sehe, werde ich davon sicher nicht groß berichten.
    Denn sonst lebt er nicht lange.

    Anders siehts in Nordamerika oder Skandinavien aus. Mal die typischen Urlaubsländer.
    Auch um Alpenbereich, Karpaten oder in den Ländern des ehemaligen Ostblocks gibt es Bären und Wölfe.
    Hier entsprechend informieren wie man sich verhält.

  • Ich habe bis jetzt keine wirklichen Begegnungen des Nächtens mit Tieren gehabt ... wo ich mich hätte Bedroht fühlen müssen.
    Jedenfalls hab ich nix mitbekommen davon. Denn ich habe geschlafen ...
    Dass es mal Raschelt, und auch mal Knackt O.K. aber das war es dann auch schon. Wobei - was so ein kleiner Igel des Nächtens für eine Geräuschkulisse abgibt ... da könnt man schon meinen, da ist eine riesen Bestie unterwegs die nur darauf aus ist mir ihre Reißzähne in den Leib zu rammen um mich aufzuschlitzen.

    Und schon sind wir bei dem Kapitel "Angst essen Seele auf"
    Völlig der Natur entrückt sind wir einfach nicht mehr gewohnt, die Geräusche um uns herum richtig zu deuten und/oder zu interpretieren ... wir können es einfach nicht mehr.
    Jedoch - ich habe über die Zeit gelernt und kann heute wesentlich entspannter im Wald, auch alleine, übernachten ohne bei dem kleinsten Geräusch in aufmerksame, hellwache Starre zu verfallen.
    Je öfter und je länger ich die Nächte draußen im Freien verbringe desto mehr kann ich lernen. So, dass die "Nightmare" letztendliche keine Chance mehr hat mich zu überfallen, denn ich weiß mittlerweile, dass mir im Wald eigentlich nix passieren kann wenn ich mich einigermaßen verhalte.
    Ich muss mein Tarp ja nicht direkt neben einem Dachsbau aufschlagen, oder meine Matte Quer über einen Wildwechsel aufhängen. Und wenn ich neben einer Schlammkuhle einschlafe, brauche ich mich auch nicht zu wundern wenn die Schwarzkittel mal vorbei schauen und schnüffeln kommen. Oder?!

  • Als ich das letzte Mal im Wald übernachtete - ist leider schon ein wenig her -, bin ich wegen der absoluten STILLE aufgewacht. Es war so still, dass es echt creepy war. Ich war richtig froh, als ich das erste Rascheln des Morgens hörte, oder den ersten Vogel.

    Das Baumkind

  • Oh ja, das kenne ich auch! Stille.
    Absolute Stille. Kein Geräusch - kein Nichts - kein Gar nichts.
    Unheimlich.
    Hatte ich auch schon und ich kenne das Gefühl der Erleichterung, wenn dann die ersten Vögel aktiv werden und ihren Gesang anstimmen.

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