Welche Art von Nadel für Baumgurte?

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    • Offizieller Beitrag

    Auf der Suche nach einem Splicing Tutorial bin ich kürzlich auf ein Video von Tac Blades zum Thema "wie nähe ich Baumgurte" gestossen. Mich hat überrascht, dass er davon abrät Microtex-Nadeln zu verwenden (siehe Video ab 12:45), weil deren scharfe Spitze das Material beschädigen würde. Stattdessen rät er Nadeln mit Kugelspitze zu verwenden. Bisher habe ich noch nicht oft Baumgurte genäht, aber ich habe noch ein paar Meter Gurt herum liegen, die ich demnächst verarbeiten wollte. Ein paar Baumgurte die ich vor über einem Jahr mit Microtex-Nadeln genäht habe, zeigen bisher keine Anzeichen des Versagens. Außerdem wurden Microtex-Nadeln auf Hammockforums für Hängemattenstoffe empfohlen. Müsste da dann nicht auch das Material beschädigt werden?

    Welche Nadeln verwendet ihr für Baumgurte? Insbesondere die Meinung von [USER="57"]Bernd Odenwald[/USER] und [USER="17"]dendronaut[/USER] würde mich interessieren, da ihr bestimmt schon viel mit Gurten gearbeitet habt.

  • Ich nehme Jeans-Nadeln. Auch nach hunderten Malen Benutzung der Gurte habe ich noch keinerlei Beschädigung festgestellt.

    Beschädigt wird sicher auch mit runden Nadelspitzen. Wenn ich überlege mit welcher Wucht eine Nadel da ins Material eintaucht, glaube ich, dass eben auch dir runden Köpfe verletzen anstatt zu verdrängen. Aber interssant wäre es zu wissen, wieviele Fasern hat denn ein Gurt im Querschnitt, wie viele Fasernschichten hat der Gurt überhaupt, wieviele Fasern könnten demnach auf einem Teilstück (teil-)verletzt werden, wie of taucht die Nadel wo ein und wie ist anschließend das Verhältnis zu den unbeschädigten Fasern? Vermutlich brächte ein Prüflabor mehr Aufschluß.

    Die Überlegung von TacBlades ist sicherlich richtig, Ich aber glaube nicht, dass es für unseren Zweck wirklich relevant ist. [USER="57"]Bernd Odenwald[/USER], weisst du mit wlechen Nadeln bei den Herstellern gearbeitet wird?

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  • Jaja ich muss gerade eine Messe vorbereiten.
    Daher fasse ich mich kurz.

    Rundkopfnadeln.
    Das siehste aber nicht und pieksen kann die auch.
    Die Nadel muss das Gurtband, welches oft dicht gewebt ist, beiseite schieben und darf es nicht beschädigen.
    Bei Stoffen werden normale Spitzkopfnadeln verwendet.
    Welche genau richtet sich ja immer nach dem Garn das verwendet wird und dem Material welches vernäht werden soll.

    Ich verwende speziell beschichtete Groz&Beckert Gebedur 135 X 17
    Also für System 135. Das ist eine 130/21 Nadel für 20er Garn.
    Nix verstehn in Athen?

    Für System 130 am besten eine Schmetz JEANS Nadel. Das ist eine Kugelspitz Nadel.
    Gibts im Sortiment für unterschiedliche Garne. 70-110er
    130/705 H J
    H ist die Kugelspitze, J steht für Jeans.
    Nadel ABC von Schmetz: http://www.schmetz.com/cache/dl-SCHME…a42274b61dd.pdf

    Im Bereich von Technischen Textilien, das sind z.B. Auffang und Klettergurte, Sicherheitsgurte im Auto und Flugzeug, wird mit Riegelautomaten genäht um gleichbleibende Qualitäten zu gewährleisten.
    Da Zeit Geld ist, rattern die Dinger in einer affenartigen Geschwindigkeit durchs Material. Oft wird mit Druckluft die Nadel gekühlt.
    Also da braucht man unbedingt die richtige Nadel sonst wird das Gurtband beschädigt.
    Bei Baumgurten, wo jemand 50cm überm Boden drin hängt, mit 100kg Gewicht...
    Also mal ehrlich, da nähst Du mit der Nadel die für dieses Band passt. Wird eh eine Jeansnadel sein.
    Dann noch das passende Garn und eine schicke Couvert Naht drauf tackern.
    Das hält für Hängematten.
    Da muss keiner mit Sturzfaktor 2 rein fallen oder in seinem Autositz gehalten werden.

    • Offizieller Beitrag

    Beim Gurtband nähen sollte die Garn-Stärke in einem vernünftigem Verhältnis zur Gurt-Dicke stehen. Dicker Gurt und dünnes Garn ist ein NoGo.
    Für ca. 1mm dicke Gurte nehme ich eine 120er Spitzkopf-Nadel von Schmetz und Amann Serafil No. 20 Garn.
    Das Spitzkopf-Nadeln das Gewebe beschädigen ist Quatsch!
    Ja, ich hatte mal einen Fall wo das Gewebe beschädigt wurde, aber da war die Nadelspitze durch eine vorausgegangene "Misshandlung" vorne nicht mehr richtig spitz sondern war "geplettet"
    Dieses "Micro-Plateau" hat beim Nähen Fasern aus dem Gurtband-Verbund regelrecht herausgerissen. Das hörte man aber auch schon bei jedem einzelnen Stich.
    Also Nadel raus und mit einem Fein-Schleifstein wieder ganz spitz gemacht und alles war wieder OK. Problem erkannt und behoben.
    Also wenn man auf Nummer sicher gehen will dann vor dem Nähen kontrollieren ob die Nadelspitze in Ordnung ist.


  • Das Spitzkopf-Nadeln das Gewebe beschädigen ist Quatsch!

    Auch das ist Quatsch.

    Auch wenn man das mit blosem Auge nicht sieht, eine Spitzkopfnadel beschädigt das Gurtband.
    Das ist ein Fakt und in der Industrie bei den Profis bekannt.
    Aus diesem Grund werden "Verdrängernadeln" wie Rundkopfnadeln mit gutem Grund verwendet.
    Wenn man haftet für das Produkt, bei technischen Textilien wo ein Menschenleben dran hängt, lässt man sich nicht auf Zufälle ein.
    Kann ja sein, dass eine spitze Nadel 95% der Einstiche macht ohne eine Faser zu durchtrennen.
    Das reicht leider nicht.
    Wer gewerblich mit einem gewissen Quali Standard herstellt und wie bereits erwähnt, sich mit Produkthaftung auseinander gesetzt hat,
    wird mit Rundkopfnadeln nähen.

    Das richtige Garn zu verwenden ist eine Selbstverständlichkeit und sollte Teil der Proffessionalität sein.

    Hier, Baumgurte, semiprofessioneller DIY Näher = Jeansnadel

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