Ich bin dieses Wochenende das erste Mal mit Schirm unterwegs gewesen. Ich hab mir beim Globus für 10 Euro einen stinknormalen, nicht zusammenschiebbaren Schirm gekauft und das Griffteil halb abgesägt. Das Wetter bot viel Gelegenheit zum Testen, und ich kam sehr gut klar. Es gab einige wenige Momente, in denen ich mir eine Jacke gewünscht habe (Karte lesen, Tarpaufbau, starker Wind, im Dickicht), aber viel mehr, in denen ich froh war, den Schirm zu haben. Vor allem gibt's keine unnötige Schwitzerei, dafür bin ich sehr dankbar. Der Wechsel zwischen zwei Trekkingstöcken und einem Trekkingstock + Schirm ging wunderbar schnell, bei wechselhaftem Wetter ist das echt sehr praktisch. Nix mit Jacke an, Jacke aus - also auch kein Rucksack runter, Rucksack rauf. Der Schirm passte hervorragend in die Stockhalterung meines Osprey Kestrel, [USER="17"]dendronaut[/USER]. Auch wenn man in der Nacht mal pinkeln muss geht alles schneller und bequemer als mit Regenjacke. In der Nacht hab ich sogar Regenwasser damit aufgefangen. Und natürlich nicht zu vergessen: der Schirm hilft auch bei Somme! Welche Regenjacke kann das von sich behaupten?
Ich hab den Schirm die ganze Zeit getragen, und es hat mich überraschenderweise gar nicht gestört! Alle 10 Minuten mal die Hand wechseln gegen Einseitigkeit, und gut ist's. Das Globusding hatte 400 Gramm, da geht noch ein bisschen was, gewichtsmäßig.
Für mich hat sich's entschieden: über 0 Grad und kein starker Wind: Schirm + Skirt. Sonst: Regenjacke + Hose. Auch wenn man viel im Unterholz unterwegs ist, ist der Schirm eher nicht geeignet. Der Gewichtsvorteil ist für mich nicht der ausschlaggebende Faktor, für mich sind Flexibilität und Komfort wichtig. Für unerwartete, starke Winde und für den Tarpaufbau werd ich mir wohl ein sehr einfaches, ultraleichtes Silnylon-Regenshirt nähen, ich hoffe unter 50 Gramm.