Moin,
Ich habe mit Kunstfaser und Fleece Produkte bei feuchter/nasser Kälte durchaus gute Erfahrungen gemacht.
Selbst wenn z.B. meine Polarguard HV Jacke oder diverse Fleece Wäsche sehr feucht bis nass war hat sie mich unter einer winddichten Schicht darüber immer noch einigermaßen warm gehalten.
Der "Trick" dabei ist die nicht zirkulierende Luft in den Hohlfasern oder zwischen den Fasern des Materials die zusätzlich vor Wind geschützt wird. Ohne einen guten Windschutz kühlt man allerdings schnell aus.
Ich trage bei schwerer körperlicher Anstrengung auch bei tiefen Temperaturen nur wenig Kleidung am Körper. Achte aber auf eine dünne möglichst winddichte und atmungsaktive äußerste Schicht.
Wenn ich so los gehe ist es die ersten Minuten zwar ziemlich frisch aber der Körper produziert schon nach kurzer Zeit genug Wärme daß es angenehm wird. Dafür schwitze ich dann weniger als wenn ich gleich zu Anfang dicke Sachen trage. Die hebe ich mir für Pausen und für abends im Nachtlager auf wenn ich mich nicht mehr so viel bewege.
Sollte die tagsüber getragene Wäsche abends sehr feucht sein, ziehe ich sie aus und versuche sie so gut es geht über Nacht zu trocknen.
Im Lager ziehe ich dann trockene warme Kleidung an. Vor allem bei den Socken finde ich es sehr wichtig, bei tiefen Temperaturen abends und über Nacht möglichst trockene und warme Socken zu tragen sonst hat man im Schlafsack oft sehr lange kalte Füße.
Bei Temperaturen so ab ca unter -15°C hat man mit Feuchtigkeit von außen keine Probleme mehr. Dann schneit es auch nicht mehr und auch die Luft ist überwiegend sehr trocken ( da gibt es nur wenige Ausnahmen wie z.B. auf hoher See oder in der Nähe von heißen Quellen o.ä.). Die Feuchtigkeit kommt dann fast immer von innen vom Körperschweiß.
Insgesamt finde ich Wolle (vor allem als 1. Schicht) unter feuchtkalten Bedingungen sehr gut. Sie wärmt immer noch gut auch wenn sie feucht ist und bietet ein angenehmes Körperklima. Auch muffelt sie nicht besonders stark wenn man sie mal mehrere Tage hintereinander trägt ohne sie zu waschen.
Außer sehr dichter Wollfilz/Loden ist Wolle aber nicht winddicht und man braucht bei Wind noch einen zusätzlichen Windschutz um warm zu bleiben.
Nach meiner Erfahrung ist es unter kalten Bedingungen am wichtigsten so trocken wie möglich zu bleiben.
Mit der richtigen, trockenen Isolierschicht friert man dann auch bei Pausen und abends und in der Nacht im Lager selten.
Für die Füße und im Schlafsack kann ein Vapour Barrier Liner sehr hilfreich sein um Socken und Schlafsack von innen trocken zu halten. Iss für mich persönlich aber eher unangenehm und nicht so mein Ding.
Gruß von der Ostsee