Moin,
so war mal kurz im Park um die Ecke. Wanderung schaffe ich heute leider doch nicht mehr ☹️
Dort habe ich mal auf die Schnelle 3 Stk. Travelax Polyester Hängemattengurte (a 275cm lang-500kg Tragkraft) zusammen geschlauft und in ca. 2m Höhe im Abstand von ca. 4m zwischen 2 Bäume von Hand, also ohne Ratsche aber mit Umlenkung über einen Karabiner, gespannt.
Am Umlenk-Karabiner habe ich den Gurt mit einem Siberian Hitch Knoten (ich weiß garnicht wie der auf deutsch heißt 🤭) gesichert. Den Gurt habe ich in etwa so fest wie sonst meine Tarp Ridgeline gespannt.
In den dann zusammen gerechnet 825cm langen Gurt habe ich dann mit 2 Karabinern eine DD Camping Hm und ein HH Asym Rainfly eingehängt.
Als ich mich mit meinen ca. 75kg in die Hm gelegt habe, musste ich feststellen dass der Gurt ein kleines Stück zu hoch angebracht war. Ich hatte mit mehr Durchhang gerechnet.
Die Spannung des Gurtes ist beim liegen in der Hm nicht stärker als die der Hm Ridgeline. D.h. ich kann den Gurt immer noch ein wenig mit den Fingern „biegen“.
Die Kräfte werden durch mein Gewicht nach unten gezogen wie bei einem 2-Gurte System. Und zwar in dem Winkel wie die Hm aufgehängt ist.
Es ist also in dieser Variante nicht mehr Spannung auf den Bäumen als bei einer anderen Methode.
Mit einem Ratschen-Gurt darf man halt nicht zu stramm spannen. Muss man ja auch nicht. Ich möchte ja nicht über meine Aufhängung laufen.
Einen großen Vorteil gegenüber anderen Methoden erkenne ich auch nicht. Aber ich sehe, vom Gewicht der Gurte mal abgesehen, auch keinen großen Nachteil. Es ist einfach nur eine Methode Hängematten aufzuhängen. Das aufhängen geht sehr schnell und eine extra Tarp Ridgeline brauche ich nicht mehr 👍
Da mein Körpergewicht ja unterhalb der Gurte hängt (anders als z.B. bei Tentsile oder Aerial A1) haben die Bäume nicht mehr Belastung auszuhalten als bei einer 2-Gurtaufhängung. Probiert es aus.....
Bei den Tentsile Baumzelten o.ä. Produkte sind es überwiegend Fehler beim aufhängen die Bäume umstürzen lassen. Von den Unfällen von denen ich gehört habe, waren es meist Mehrpersonen Baumzelte die wohl überbelastet waren.
—zu schwache Bäume
—zu starkes spannen der Gurte
—zuviel Gewicht im Zelt
Das kann einem mit einer „normalen“ Hm aber auch passieren.
Die Hauptgefahr beim Ratschen-Gurt ist m.M.n. das zu starke Spannen der Gurte. Dies ist aber (außer bei Tentsile vielleicht, weiß ich nicht, hatte ich noch nicht) garnicht nötig.
Mit den Ratschen hat man halt nicht soviel Gefühl wie von Hand wieviel Kraft man anwendet den Gurt zu spannen.
Das Ganze könnte man auch mit einem einzigen langen 2,5cm Polyestergurt, 2 Karabinern, einem starken Prusik Knoten für die Gurtaufhängung und 2 starke Prusik Knoten für die Hm machen. Fehlen noch Driplines und die beiden Prusik Knoten um das Tarp in den Gurt einzuhängen.
Von der Belastung ist es in etwa das gleiche wie 2 Gurte und Hängematten Ridgeline die gespannt werden. Man hat nur anstatt 3 Aufhängeteile ( 2x Gurte,1x Hm Ridgeline) einen durchgehenden Gurt.
Theorie und Praxis sind halt nicht immer das Gleiche. Musste ich schon mehrfach in meinem Leben feststellen.
In diesem Sinne..... Gruß von der Ostsee