Beiträge von kilosierra

    1. Tag

    Am nächsten Morgen habe ich dann das Boot fertig gemacht, mein Gepäck drin und drauf verteilt und bin endlich losgefahren. Zuerst bewege ich mich auf dem Teil des Sees, der von der Durance gebildet wird. Ich fahre immer der Nase nach, nach Nordost, ohne festes Ziel oder Zeitplan. Gegen 17 Uhr wird es dann Zeit einen Schlafplatz zu finden, es wird früh dunkel. Der Schlafplatz war ziemlich nah an der Stadt und gut besucht von Spaziergängern und Joggern mit und ohne Hund. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde es aber ruhig, bis auf das Rauschen der Strasse am gegenüberliegenden Ufer und ab und an einen Zug, der höchstens 50m hinter mir fuhr.

    Ich hatte das Tarp weggelassen, weil ich es liebe rausgucken zu können. Am Morgen war natürlich alles klatschnass. Also habe ich mir Zeit gelassen und auf die Sonne gewartet um die Schlafsäcke nicht völlig nass einzupacken.






    Nach 6 Stunden Autofahrt durch die Berge im Ardèche, eine Überquerung des Rhone, weiter durch den Vercor und die Drôme, kurz nach Gap komme ich an den See. Um meine Tour zu starten wurden mir zwei Buchten empfohlen. Ich habe beide angesehen, aber es war mir schon zu spät um noch am gleichen Abend loszufahren. Das Boot aufblasen, das Gepäck verteilen dauert doch einige Zeit und es wurde schon bald dunkel. So bin ich auf den noch offenen Campingplatz gegangen. Lange musste ich suchen, um zum hängen geeignete Bäume zu finden. Die meisten stehen dort viel zu weit auseinander. Zwei Baumpaare gibt es aber doch und ich konnte mein Setup mit HM und Tarp aufhängen. Die Nacht war mit ca 4°C (mein Thermometer ist nicht sehr genau) recht kühl. Als richtige Frostbeule habe ich es aber mit Daunenunterquilt Marke alter Schlafsack, Topquilt (etwas zu enger Schlafsack mit abgeschnittener Kapuze) und noch einem Schlafsack (auch offen benutzt) beide Daune nicht kalt gehabt. Hab ich gesagt Frostbeule ? Nicht lachen jetzt ! Ich trage zum schlafen draussen eine Weste aus Alpaka als Unterhemd, die ist auch mein Standard-Ski- und Schlafunterhemd, einen dünnen Wollpullover und eine dünne Daunenjacke, Wollmütze, Wollsocken und polarfleece Unterhose. Alle Wollteile selbst gesponnen und gestrickt aus reinen Naturfasern, Alpaka, Wolle, Seide.



    Endlich mal wieder richtig lange raus !

    5 Tage paddeln und biwaken, ca 80 km gepaddelt und fast 10 mal so viel mit dem Auto gefahren.

    Ich war auf dem See Serre Ponçon in den südlichen Alpen.

    Klares türkisblaues Wasser und Berge ringsherum. Aber auch eine sehr vielbefahrene Strasse am Ufer und eine wenig befahrene Eisenbahnstrecke.

    Jetzt, Mitte Oktober, ist dort auf dem Wasser fast nichts los, ich habe im Mittel vielleicht 5 Boote am Tag getroffen. Im Sommer ist dort wohl die Hölle los, schnelle Motorboote, Jetskis, Wasserski, alles was Krach macht und stinkt. Natürlich gibt es auch Windsurfer, Kitesurfer und Foiler aber denen fühle ich mich innerlich verbunden, die stören mich nicht.

    Es war eine sehr schöne Tour, bei allen Biwaks war ich allein und ungestört. Lagerfeuer sind verboten, ich habe aber am Strand meinen Holzkocher benutzt. Trockenes Brennmaterial findet man abends mühelos, am Morgen ist alles nass.



    Ich habe es den ganzen Sommer nicht geschafft, auf Tour zu gehen (Wasserwandern) und im September immer noch nicht.
    Jetzt hoffe ich, dass mir nächste Woche mal nichts dazwischen kommt und ich ein paar Tage auf einem grossen See verbringen kann. Aber inzwischen sind nicht nur die Tage kurz und die Nächte lang, sondern es wird auch schon bannig kalt.
    Da musste ich mal ein wenig testen und auch mal wieder Hängemattenluft schnuppern. Also habe ich die Matte im Garten zwischen einer Haselnuss und einem Schneeball ins Gesträuch geklemmt. Schaukeln kann sie da nicht und mein Kopf stösst gegen die Büsche.

    Zwei Nächte lang habe ich getestet, was bei Temperaturen knapp unter null für mich passt. Wenn ich schlafen will, werde ich zur Frostbeule. Erst schwimme ich vor Hitze und ein zwei Stunden später fühle ich mich wie im Gefrierfach.

    Ergebnis:
    Oben ist ok mit zwei Daunenschlafsäcken, beide offen als Topquilt benutzt. Erst zu warm aber gegen Ende der Nacht schön mollig.
    erste Nacht mit Underquilt von snugpak, synthetik und meinem selbstgebauten Anorakunderquilt, der sehr, sehr dünn ist; es war eisig von unten.
    zweite Nacht mit meinem eigenbau Underquilt aus einem sehr dicken Daunenschlafsack; erst hing er etwas zu lose und es gab eisige Stellen, dann hatte ich ihn höher gehängt und habe gut geschlafen.
    In der Pinkelpause und am Morgen war das Gras gefroren, die Bohnen und Zucchini sind erfroren. Es war um die -2 denke ich.

    Ich denke mein frozen butt Test war erfolgreich. Jetz macht mir nur noch die Länge der Nacht etwas Sorge, aber das habe ich im vergangenen Jahr auch geschafft. Da war ich Anfang November das letzte Mal unterwegs.

    Im Gebüsch

    Der Schlafsackunderquilt

    Es war schön, mal wieder draussen zu schlafen, auch wenn es nur im eigenen Garten war.

    Ja so einen Regenbogen habe ich vorher auch noch nicht gesehen………

    Der war auch sehr klar……. sieht man auf den Bildern nicht so gut.

    Vielleicht war der so flach weil die Sonne schon recht tief am Himmel stand?!🤔

    Eigentlich genau das Gegenteil. Der Regenbogen steht umso höher je tiefer die Sonne steht. Es sollte also eher der frühe Nachmittag gewesen sein.

    Blöder ist, dass als der Bootsschaden passiert ist, etwas Wasser ins Boot kam und mein Fotoapparat, obwohl ich ihn danach gleich gründlich abgetrocknet habe, seitdem nicht mehr funktioniert. Der hatte ein Zoomobjektiv mit einem 600-er Tele. Dem kleinen Leitz-Fernglas, das ich auch immer dabei habe, hat es glücklicherweise nicht geschadet!

    Das ist aber sehr schade.

    Hast du versucht, den Apparat in eine Dose voller Reis zu legen? Das hilft eventuelle Feuchtigkeit rauszuziehen.

    Die Gepäckhängematte halte ich nicht für unverzichtbar. Du kannst deinen Kram auch im Rucksack in einen Baum hängen.
    Ich habe bisher meine Sachen sogar in den Taschen am Boden gelassen.
    Eine kleine Tasche, egal ob Ridgeline Oranizer oder eine Banane, die du in der HM haben kannst, mit Handy, Taschenlampe, Wasserflasche, E-Book oder was man sonst so nachts schnell mal haben will, ist sehr nützlich.
    Viele benutzen auch ein kleines Kopfkissen in der HM.

    Ach Mist und ein Underquilt fehlt mir ja noch!! =O

    Da würde etwas dünnes sommerliches und auch nur ein partieller / kürzerer reichen, da er für meine 5 jährige Tochter ist. Hat jemand etwas zu leihen / verkaufen / als Kauftipp?

    Warum nicht eine dünne Erwachsenen-Daunenjacke drunter binden?
    Jacke aufmachen, Ärmel nach innen ziehen und mit Büroklammern (diese Zangenartigen) kann man Befestigungsgummis anknipsen, ohne was an der Jacke zu beschädigen.
    Ich habe meinen Sommer UQ aus zwei schlechten und alten Aldi-Daunenjacken gebaut (genäht) und bis 10° damit gut geschlafen.

    Als wir 1984 zu sechst mit 3 Faltbooten mit der Bahn ins Donaudelta gefahren sind, waren für unser Abteil sehr viele Platzkarten in den verschiedenen Länder ausgegeben worden. Wir haben ab Berlin unsere Plätze aber nicht hergegeben. Irgendwann hatten wir dann auch eine Hängematte diagonal durchs Abteil gespannt, ich glaube das war sogar an der tschechisch-ungarischen Grenze. War lustig.

    So schöne Bilder und freundliche Gesichter.

    Da wäre ich gerne mit meinem Schlauchboot dabei gewesen. Aber 1400km sind schon eine gewaltige Entfernung. Und ich habe gerade nicht so viel Zeit, dass sich die lange Anreise gelohnt hätte. Vielleicht beim nächsten Mal.