Ich werde im Juli einen knappen Monat auf dem Hugenottenpfad durch die Cevennen und die frz. Voralpen unterwegs sein. Es ist meine erste längere Wandertour mit Übernachtungen draussen, bisher war ich maximal eine knappe Woche am Stück unterwegs. Mit dem Fahrrad habe ich mehr Erfahrung, allerdings trägt da das Rad ja die meiste Zeit das Gepäck.
Darum dachte ich, dass es gut wäre, mein Gepäck etwas genauer unter die Lupe zu nehmen:
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Mein Ziel wäre eigentlich, dass der komplette Rucksack samt 2l Wasser und einer Grundausstattung an Esswaren von, sagen wir mal ca.1.5kg, nicht mehr als 10 kg wiegt. Ich bin da nicht weit davon entfernt, allerdings bin ich schon ein paar Kompromisse eingegangen. Das Material auf der Liste besitze ich alles schon. Leichtere Dinge müsste ich nachkaufen.
Schlafen:
- Das Schlafsystem bestehend aus der ENO Sub6 und dem Sea to Summit Sil Poncho als Tarp ist sehr optimistisch. Weil die ENO so kurz ist, passt der Poncho von der Länge her als Tarp, die Breite des Regenschutzes ist jedoch sehr knapp. Ich habe bisher zwei Nächte in der ENO geschlafen, es geht, aber ob ich 30 Nächte am Stück darin schlafen will? Das muss ich auf jeden Fall noch etwas testen. Zudem hat sie kein Moskitonetz.
- Als Alternative hätte ich noch eine Amazonas Moskito-Traveller Extreme, die ähnlich gross ist, ein Moskitonetz hätte, aber 330g mehr wiegt.
- Oder meine geliebte Lesovik Draka, 475g schwerer als die ENO und so gross, dass der Poncho als Tarp nicht mehr funktioniert.
- Tarps habe ich drei zur Auswahl: Den Poncho, der mit Leinen 237g wiegt, ein Sea To Summit 3x3m Tarp, das 400g wiegt und leider neongelb ist, und ein Amazonas Adventure Tarp mit Türen, das auf 600g kommt. (Bei den beiden anderen Tarps müsste der Poncho jeweils auch noch mit, da er auch meine Regenjacke ist.)
- Der Lesovik Otul light als Underquilt passt. Der Cumulus Taiga 250 ist zu warm, doch der leichteste, den ich habe.
Kochen:
Hier bin ich mir sehr unsicher, was ich mitnehmen soll. Ich koche nicht gerne und verpflege mich lieber 1x am Tag in einem Restaurant oder einem Takeaway und esse sonst Brot, Nüsse, Riegel etc. Meine Erfahrung mit dem frz. Hinterland ist jedoch, dass es da nichts gibt. Noch schlimmer als Kochen finde ich, wenn man für Einkaufsmöglichkeiten Umwege in Kauf nehmen oder Restaurantbesuche zeitlich im Tagesablauf einplanen muss. Einen Etappenplan meiner Wanderung möchte ich auch nicht machen. Ich schau normalerweise ca. einen halben, bis maximal einen Tag im Voraus, wie die Route aussieht. Als Fussgänger könnte es so schwierig werden mit Restaurantbesuchen und auch Einkaufen möchte ich nur alle paar Tage müssen. Darum denke ich, dass ich nicht um einen Kocher rumkomme. Da Südfrankreich im Sommer eher trocken ist, denke ich, dass der Hobokocher eher ungeeignet ist und ich den Spirituseinsatz benötige. Da brauche ich dann natürlich auch Brennsprit. Und so wird meine Küche, die schon nicht aus besonders leichten Einzelteilen besteht, recht schwer. Ich sehe zwei Varianten:
- GSI Outdoor Topf mit Griff, da passt mein kleiner Hobokocher perfekt rein. Ich könnte also mit Holz oder mit Brennsprit kochen. Gewicht total mit Titanwindschutz: 392g
- Trangia mini, einfach mit dem Titanbrenner statt des original Trangia. Gewicht total: 281g
- natürlich gäbe es noch die Variante Gas, die wäre auch vorhanden
- oder die Variante: Leichter kaufen.
- Oder eben: Weglassen, da hätte ich dann auf einmal ca. 800g gespart
- Brauch ich eigentlich einen Wasserfilter? In 25 Jahren Outdoortouren bin ich bisher ohne ausgekommen.
Kleider:
- Hier ist der Regenponcho Neuland für mich. Ich rechne jedoch nicht mit viel Regen.
- Sandalen hätte ich grundsätzlich gerne dabei, ich weiss aber, dass es auch ohne geht (Ich war mal 4 Monate auf Tour und hatte als einzige Schuhe halbhohe Goretex-Trekkingschuhe dabei).
- Wasserdichte Schuhe brauche ich nicht, nur solche, die schnell wieder trocknen (auch hier habe ich Erfahrung, also v.a. mit wasserdichten Schuhen, die dann eben doch nass wurden und nur langsam trockneten).
Elektronik:
- Hier hoffe ich auf 350g Gewichtsersparnis durch ein leichteres Solarpanel. Ist bestellt, mal sehen.
- Gemäss meiner Erfahrung könnte ich das Ladegerät fürs Handy weglassen, da die Sonne reicht.
- Die Kamera ist ein Brummer, das ist klar. Doch die ist halt Hobby.
- Stirnlampen gäbe es auch leichtere
Hygiene:
- Ich bin recht gut im Auffinden von öffentlichen Toiletten, doch ein Schäufelchen wäre vielleicht doch noch was.
Transport:
- Ein leichterer Rucksack wäre eine Überlegung wert - nur welcher? So ca. 30-35l sollten wohl reichen.