Beiträge von remorque

    Der letzte Tag begann verheissungsvoll, ich hatte ja einen gemütlichen Tag hinter mir.

    Wegen meiner Wehwehchen (Wolf, Füsse und Schmerzen im linken Bein) wählte ich jedoch die direkteste Route und die war manchmal sehr öd. z.B. 10km Route de Chancy.

    Aber schliesslich schaffte ich es nach Genf und an den Bahnhof.

    Die ganze Route

    und hier der Link dazu

    Ich habe schon viele kürzere und auch längere Reisen mit dem Fahrrad gemacht, die z.T. konditionell deutlich anspruchsvoller waren als diese Wanderung, doch habe ich das Gefühl, dass diese Wanderung das Härteste war, das ich mir je zugemutet habe. Die Schwierigkeiten lagen v.a. darin, dass ich immer wieder Probleme mit den Füssen hatte. Dazu kam, dass ich sehr alleine war. Und das nicht wegen der Sprache, denn ich spreche fliessend Französisch. Von 23 Abenden verbrachte ich einen einzigen in Gesellschaft, von über 700km bin ich vielleicht 3km zusammen mit jemandem gelaufen. Häufig waren meine einzigen Worte zu anderen Menschen eine Handvoll Bonjours. So hatte ich immer wieder Motivationsschwierigkeiten. Zudem empfand ich es so, dass man als Fussgänger noch viel verletzlicher ist als als Radfahrer. Wenn mal etwas nicht genau so ist, wie geplant - und da ich nicht sehr genau geplant hatte, kam das öfters vor - fühlte ich jeden zusätzlichen Meter. Wenn ich mit dem Velo einen Umweg von 4km fahren muss, ist das nichts, zu Fuss sind 4km einfach eine Stunde Weg. Wenn die Quelle dann trocken ist, oder der anvisierte Übernachtungsplatz nicht funktioniert, kann das den Unterschied zwischen einem gemütlichen Abend und einem Gehetze, dass man noch vor Sonnenuntergang ankommt, bedeuten.

    Die Landschaft war toll, mir war nie langweilig, doch das Wandern an sich hat mich nicht so wirklich überzeugt. Es gibt wahrscheinlich Leute, die einfach gerne wandern und schon nur daran Freude haben, bei mir ist es beim Fahrradfahren so. Beim Wandern leider nicht, da brauche ich Unterhaltung durch die Landschaft.

    Trotz allem: Es war eine spannende Tour und eine sehr intensive Selbsterfahrung.

    Les Hauts Plateaux du Vercors :love:

    Morgenstimmung

    Patou. Das Tier ist riesig, wollte gestreichelt werden und spielen, dabei sollte es eigentlich auf die Schafe aufpassen.

    Da hinauf ging es.

    Ich gewann an Höhe.

    Und oben. Die Aussicht war toll, das Licht am Mittag leider überhaupt nicht fotogen. Da kam ich her.

    Am Abend wurde es nochmals spannend. Wo kann ich in dieser Landschaft meine Hängematte aufhängen? Schliesslich fand ich diesen Unterstand.

    Die Sache hatte allerdings einen Haken: Er stand in einer Senke und kaum war die Sonne weg, bildete sich ein Kaltluftsee und zwar so richtig. Am Morgen hatte es Bodenfrost und Reif. Ich hatte mir das Tarp unter den Underquilt gehängt und alles Isolierende in die Hängematte reingelegt, so liess es sich aushalten.

    Es folgten noch ein weiterer Tag im Vercors.

    Und dann am Tag darauf

    er Abstieg nach Grenoble.

    Hier war guter Rat wieder teuer. Bis Genf fehlten noch ca. 7 Tage. Es musste also nochmals eine spannende Route her. Darum bin ich am Tag darauf als in die Chartreuse hinaufgestiegen.

    Hier war wieder eine feuchte Nacht und v.a. anschliessend ein nasser Tag angekündigt.

    Darum blieb ich an dem Tag möglichst in den Tälern

    und konnte so die Chartreuse schliesslich hinter mir lassen.

    Ich folgte nun einer Jurakette gen Norden. An dem Tag war es so schwül, dass ich den ganzen Weg in meinem eigenen Saft garte und einfach nicht trocknen konnte. So lief ich mir einen Wolf. Gegen Abend wurde es freundlicher: Aussicht auf die Rhone.

    In Yenne schien endlich die Sonne wieder, sodass ich nach drei feuchten Nächten mein Zeugs mal trocknen konnte.

    An dem Tag lief ich schliesslich 40km, weil verschiedene Dinge zusammenfielen. Das war gut und schlecht. Für meinen Körper war es zu viel, dafür war ich nur noch zwei Tage von Genf entfernt. Und am ersten der beiden konnte ich es sogar gemütlich angehen lassen. Die Landschaft war hier zwar hübsch, bot aber nicht mehr so viel wie bisher.

    Schliesslich folgte noch der letzte Tag, an dem ich nur noch ankommen wollte.

    Der weitere Weg durch die Cévennen bot dann leider sehr viel eintöniges Waldgelatsche bis ich schliesslich bei der Serre de Barre ankam und damit am Ende der Cévennen.

    Ich kam runter nach Le Vans und ging weiter in den Bois de Païsolive.

    Hier hat der Chassesac eine beeindruckende Schlucht gegraben.

    Nach mehr als einer Woche ohne Dusche fand ich es eine gute Idee, mich auf einem Zeltplatz einzuquartieren. Das war allerdings etwas komplizierter als gedacht. Doch dank vielen freundlichen Menschen (flexible Platzwahl, Spannsets) konnte ich schliesslich meine Hängematte spannen - an zwei Bäumen, die den Möwen als Schlafplatz dienten.

    Die eigentlich berühmte Schlucht in der Gegend ist die der Ardèche, durch die man komplett durchwandern kann.

    Allerdings habe ich das etwas als Tortur erlebt. Es war sehr heiss, so heiss, dass man die Metallgriffe, die es immer wieder hatte, kaum greifen konnte.

    Der Weg war häufig total eingewachsen, ich hatte zu wenig Wasser und die ganze Sache sowieso völlig unterschätzt. Schliesslich musste man sogar noch kriechen.

    Ich war so erschöpft, dass ich mich im Anschluss direkt neben dem Weg hinhängte (in der Schlucht ist auch biwakieren verboten).

    Es folgte der Tiefpunkt der Tour: Ein Hitzetag sondergleichen, geschwollene Füsse, eine Gewitternacht und am Tag darauf eine Sinnkrise: Die zwei Höhepunkte der Tour, Mont Lozère und die Ardècheschlucht, waren vorbei und ich hatte noch nicht mal die Hälfte der Strecke geschafft. Meine Füsse wollten nicht mehr und der Kopf wollte nach Hause.

    Irgendwie schaffte ich es jedoch mit einer hervorragenden Nacht und einem gemütlichen Tag wieder in den Tritt zu kommen.

    Ich überquerte die Rhone und definierte mir einen neuen Höhepunkt: Der Grand Veymont im Vercors, der ursprünglich nicht an meiner Route lag.

    Ich wanderte Richtung Alpen und mit den ersten Hügeln kam auch die Motivation wieder.

    v.a. da es meinen Füssen auch wieder besser ging.

    Ich fand wieder mal einen tollen Hängeplatz mir Morgensonne,

    und Morgenspektakel.

    und schliesslich ging es hinter Die endlich so richtig in die Berge. Da hinauf geht es, in den Sattel rechts neben der Felsnadel.

    Es wurde zwar noch ein harter Abend, weil der Anstieg brutal war, mir das Wasser ausging und die erhoffte Quelle trocken und die nächste eine weitere Stunde entfernt war. Aber schön war es auch.

    Und am Tag darauf erst!

    Ich bin bis vorgestern von Nîmes nach Genf gewandert und dabei hauptsächlich dem Weitwanderweg "Sur le pas des Huguenots" gefolgt. Immer wieder wich ich aber auch davon ab, wo es mich dünkte, dass es landschaftlich schöner sein könnte. Von 23 Nächten habe ich 21 in der Hängematte verbracht, 2 davon auf Campingplätzen, den Rest ausserhalb offizieller Strukturen. Es scheint in Frankreich zwischen Camping und Biwakieren unterschieden zu werden. Während Wildcampen häufig verboten ist, wird biwakieren meist toleriert, sofern es von Unmotorisierten praktiziert wird, nicht mehr als 50m neben den offiziellen GR-Routen ohne Zelt oder in einem Zelt in dem man nicht stehen kann und maximal während einer Nacht von 19 Uhr bis 9 Uhr stattfindet. Für den Nationalpark in den Cévennen habe ich z.B. dieses Dokument gefunden. Für den Naturpark im Vercors gilt ein ähnliches Reglement und am Wegrand habe ich Schilder gesehen, die z.T. das Campieren verbieten und z.T. das Campieren und Biwakieren.
    Einen geeigneten Hängeplatz in diesem Rayon zu finden, war meistens kein Problem, allerdings waren die Plätze recht häufig in dichtem Wald oder Busch und dementsprechend ohne Aussicht dafür mückenverseucht. Auch wenn ich natürlich lieber mit etwas Luft, Licht und Aussicht um mich rum abhing, störten mich meine Buschplätze, wenn ich mal hing, kaum. Denn nach einem langen Tag auf den Füssen, verliess ich die Hängematte eh nur noch zum pinkeln, also einmal um ca. 22 Uhr und dann wieder um 7 Uhr, unmittelbar bevor ich aufbrach. Irgendein Problem mit Menschen hatte ich in all den Nächten nie, es hat mich wahrscheinlich eh nie jemand bemerkt. In einer Nacht auf einem Campingplatz gab es aufsässige Wildschweine, die ich beim ersten Mal wohl nicht mit genügend Nachdruck vertrieben hatte, es dann aber beim zweiten Mal begriffen, dass das jetzt mein Platz ist. In einer anderen Nacht ist ein Reh fast mit mir kollidiert: Ich hörte es knacken im Busch und das Knacken kam näher. Weil mich Wunder nahm, was da kommt, verhielt ich mich still und machte meine Kamera bereit. Als das Reh dann mit Vollgas auf mich zukam und gerade noch einen Haken schlagen konnte, bevor es mit mir zusammenstiess, löste der Blitz leider nicht aus - oder vielleicht auch zum Glück für das Reh. In einer dritten Nacht war ebenfalls viel Betrieb im Wald. Da schlich mehrfach etwas Geschmeidiges um meine Hängematte, das offensichtlich durch die Anwesenheit eines Menschen nicht irritiert war. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was das sein könnte, bis ich dann am anderen Morgen wenige 100m später an einem Haus vorbei kam, vor dem sich die Katzen in der Sonne räkelten.

    Für die Ausrüstung habe ich hier im Forum viele Tipps erhalten. Besten Dank dafür! Besonders gelohnt hat sich in meinen Augen der Tipp mit dem Cold Soaking. Ich hatte das vorher überhaupt nicht auf dem Schirm, habe es dann auf eure Hinweise hin 1x ausprobiert und dann einfach durchgezogen, obwohl ich es mir nicht so recht vorstellen konnte. Zu meinem Favoriten entwickelte sich Couscous mit getrocknetem Gemüse, Linsen und Quinoa (gibt's in Frankreich so zu kaufen) gemischt mit einer Gemüsecrèmesuppe. Besonders überzeugt hat mich, dass ich das ganze Cold Soaking direkt in der Hängematte vollziehen konnte; ich musste also nicht mit einem Kocher hantieren und dafür evtl. die Hängematte verlassen (oder mir einen ebenen Hängeplatz suchen, wo ich den Kocher sicher neben die Hängematte hätte stellen können), sondern konnte bequem liegen bleiben. Je nach Gebiet waren Kocher sowieso wegen Waldbrandgefahr verboten.
    Eigentlich hatte ich ja vor, öfters mal im Restaurant zu essen, das war aber am Anfang in den Cévennen mangels Restaurants fast nicht möglich und dann hatte ich keine Lust, alleine einzukehren. So habe ich in den 24 Tagen tatsächlich nur 3x warm gegessen.

    Ebenfalls gelohnt hat sich in meinen Augen, dass ich am Schluss dann doch eine 11' Hängematte mitgenommen hatte und nicht wie ursprünglich angedacht eine kleine und dafür ultraleichte. Ich verbrachte pro Tag häufig um die 12 Stunden in der Hängematte, weil das schlicht der bequemste und mückenfreiste Ort war und ich nach der ganzen Latscherei sowieso nur noch liegen wollte. Auch für die Siesta war sie mir immer wieder ein willkommener Aufenthaltsort. Als Bodenbrüter wäre ich wohl nicht darum herumgekommen, auch noch einen Stuhl mitzunehmen, weil mein Rücken das Rumliegen auf Isomatten und Herumkauern am Boden nicht mehr so gut mitmacht.

    Aber gut, wie wärs mit ein paar Bildern? Hier meine komplette Ausrüstung (den Fuselteppich habe ich zu Hause gelassen):

    Der Rucksack war ohne Kamera, Essen und Wasser 4.9kg schwer. Die Kamera ist natürlich ein Brummer, hat mich aber gut unterhalten. Im Endeffekt habe ich alles benützt ausser den Kopfhörern. Ich überlegte im Vorfeld lange, ob ich die Sandalen mitnehmen soll, schliesslich war ich froh um sie. Ich hatte zwischendurch ziemliche Probleme mit den Füssen und so konnte ich etwas zwischen den Schuhen und den Sandalen abwechseln. Allerdings waren die Wege häufig so fordernd, dass sie mit den Sandalen nicht funktionierten. 2x habe ich die Sandalen auch im Regen angezogen und so Schuhe und Socken trocken halten können. Als Campsandalen hätte ich sie jedoch nicht mitnehmen müssen, da ich mich im Camp schlicht nicht mehr bewegte. Wenn ich sie nicht benutzte, versteiften sie den Rücken meines Rucksackes.

    Start war wie gesagt in Nîmes, von da bin ich durch Steineichen-Steppe und abwechslungsreiches Landwirtschaftsland nach Norden gewandert. Es gab viele Schmetterlinge

    und ein schönes Camp am Abend.

    Am Tag darauf hatte ich schon massive Probleme mit den Füssen ;( trotzdem kam ich gut voran, zweifelte aber bereits an meinem Vorhaben. Dennoch schaffte ich es über Anduze hinaus.

    Unterwegs versuchte ich mich als Wildlife-Photographer

    Weil der Mistral so stark blies, musste ich nachts die Hängematte verlassen und mir einen Windschutz basteln.

    Ich war nun in den Cévennen. Die boten eine Mischung aus ewigen Forstrassen und sehr schönen Höhen, wie auf der Corniche des Cévennes.

    und den wohl schönsten Hängeplatz der ganzen Tour.

    Als dann für eine Nacht Gewitter angesagt waren, konnte ich mein Bushmen-Tarp testen.

    Das Tarp ist recht leicht, günstig, aber leider qualitativ nicht überzeugend. In vier Regennächten konnte ich es so aufspannen, dann ist mir die Lasche an der Ridgeline ausgerissen. In der 5. und zum Glück letzten Regennacht konnte ich es dann nur noch diagonal verwenden, womit es natürlich viel weniger Schutz bot. Ich habe verschiedene Tarps, doch dieses ist von der Verarbeitung her leider wirklich schludrig. Vom Handling her hat es mir seht gut gepasst.

    Es ging weiter durch die Cévennen.

    Nach Le Pont de Montvert.

    Von hier wollte ich den Mont Lozère besteigen und weil das Licht am Morgen am besten ist, übernachtete ich weit oben. Allerdings hatte ich etwas Bedenken, dass es von der Temperatur her reichen könnte.

    Darum bastelte ich mir aus dem Poncho einen Underquiltprotector (den Rucksack habe ich natürlich entfernt und den Poncho nachher hochgezogen). Das hat gut funktioniert und ich habe warm geschlafen.

    Die Wanderung über den Mont Lozère und zum Pic Cassini war dann grossartig.

    Letzthin auf einer Geschäftsreise das gebuchte Hotelzimmer leer zurückgelassen und in der Nähe einen geeigneten Hängeplatz gesucht. Es war schon dunkel und noch mild, die Frösche quakten und die Mücken stachen und es wetterleuchtete gefühlt über Stunden.

    Am Morgen dann 🤩

    etwas genauer hingeschaut 🧐

    aufgeräumt und zum Hotel zurückspaziert.

    da geduscht und ab ans Frühstücksbuffet 🤤

    .Am Dynamo ist Masse extra gekennzeichnet, am USB-Lader auch. Verstehe ich auch nicht, ist aber so.

    Meist funktioniert der Fahrradrahmen als Masse. Je nachdem wie gut der Dynamo isoliert ist, mehr oder weniger. Wenn man die die Kabel vertauscht, kann es also sein, dass man permanent einen Kurzschluss hat.

    Hier gibts eine Testübersicht für Interessierte. Ich habe den Kemo M172N, der da ganz schlecht abschneidet, ausser dass er günstig ist und man nicht löten muss.

    Allerdings ist mein Shutter Precision Nabendynamo eh total verrostet und dreht sich nicht mehr. Ich bräuchte also zuerst ein neues Nabendynamorad. Für meine Bedürfnisse reichen die Solarzellen.

    Ich habe vor einigen Jahren auch mit Laden über Nabendynamo rumprobiert. Grundsätzlich hat es funktioniert, mein Problem war jedoch meistens, dass ich die benötigte Geschwindigkeit zu selten erreichte. Ich hatte einen günstigen Laderegler von Conrad und der lieferte erst ab ca. 15km/h genügend Strom. Wenn ich mich richtig erinnere, hat das damals ein 2000mAh Akku bei ca. 20km/h in etwa 8 Stunden geladen. Da meine Touren aber meistens daraus bestehen, stundenlang mit 8km/h den Berg hochzuschleichen, um die Höhenmeter dann in kurzer Zeit wieder zu vernichten, oder, wenn ich in Begleitung bin, nicht 8 Stunden pro Tag dauern, hat sich die ganze Sache nicht bewährt, um wirklich autark zu sein.

    Mit Solarpanels habe ich da bessere Erfahrungen gemacht. Vor allem auf Touren, wo der Pausenanteil gross ist 😁 und das Panel schön ausgerichtet werden kann. Wenn viel gefahren wird, wird es mit dem Panel wieder schwieriger und irgendwann wäre dann der Dynamo wieder besser (es gibt natürlich auch effizientere Ladegeräte als das, mit dem ich rumprobiert habe).

    Ich mache mir momentan dieselben Überlegungen, da ich in einem Monat zu einer längeren Tour aufbrechen. Meine aktuellste Liste ist hier.

    Es kommt halt ein bisschen darauf an, wo deine Schwerpunkte sind. Wenn dir das Lagerleben wichtig ist, schleppst du am Tag mehr durch die Gegend und wenn dir das Wandern wichtig ist, machst du am Abend Abstriche.

    11-12' Hängematten, aus stretchfreiem Stoff, wie sie hier im Forum zurecht als Goldstandard gelten, sind einfach schwer, da kann man nix machen. 1100g ist dann aber schon sehr schwer. Meine Lesovik Draka (mit Moskitonetz) kommt mit Aufhängung auf 750g, das ist schon weniger schlimm und andere schaffen es vielleicht noch 100g leichter, doch dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Dann muss man entweder auf kleinere Matten zurückgreifen oder mehr Stretch in Kauf nehmen.

    Ich bin nicht sehr gross (172cm) und habe darum die kurze Matte gewählt. Meine ENO Sub6 wiegt mit Ridgeline, Organizer und Aufhängung aber ohne Moskitonetz 288g und funktioniert für mich mit etwas Übung so gut, dass ich für die Gewichtseinsparung den Minderkonfort in Kauf nehme.

    Dein Underquilt und Schlafsack sind wohl für Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter gedacht. Mit meinen Daunenspielsachen, die etwa so schwer sind, schaffe ich Temperaturen bis gegen - 5°C. Im Sommer reichen da Quilt und Underquilt, die in der Summe 600-800g leichter sind als deine.

    Dein Tarp ist wohl ein Palast. Auch da gibt es solche, die easy 300-400g leichter sind.

    Kurz: Hier könntest du, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, ca. 2kg sparen, würdest aber auch weniger komfortabel hängen. Ohne Komforteinbusse, dh bei den Quilts und beim Tarp, sind es aber auch schon deutlich über 1kg.

    Wenn du allgemein leichter wirst, wäre auch ein leichterer Rucksack eine Option, doch auch das ist wohl eine Gratwanderung zwischen Komfort und Gewichtseinsparung.

    Damit du etwas klarer siehst, wäre es sicher noch gut, mal deine Kleidung zu wiegen, v.a. die, die du nicht am Körper trägst, also alles ausser Schuhe, Socken, evtl. 🤪 Unterhose, Hose und T-Shirt,denn da summieren sich schnell auch nochmal 1-2kg, vielleicht sogar mehr.

    Grundsätzlich denke ich jedoch, dass deine jetzt zusammengestellte Ausrüstung wohl funktionieren dürfte und du bestimmt schöne Tage erleben wirst.

    Wahnsinn, dass das hält. (Muss ich mal bei Startpage suchen.) Wenn es so einfache Befestigungsmöglichkeiten gibt frage ich mich, warum ich überall Dübel in meiner Wohnung angebracht habe...

    Auch wenn das Ding Klebehaken genannt wird, steckt es in einem ca. 1x7cm grossen Loch, in dem es mit Mörtel fixiert (=geklebt) ist. Wenn du das zu Hause installieren willst, brauchst du also massive Steinwände und einen Bohrhammer.

    Ja, barfuß , das ist tatsächlich nicht ganz offensichtlich, wie das geht. Ich wäre stolz darauf gewesen, wenn ich irgendwie einen Stock oder Stein in einen Spalt geklemmt hätte, doch es ist ein trivialer Verbund- oder Klebehaken, an dem die Hängematte hängt 🤷

    Keine Ahnung wer die (es hat da total 4 Stück) montiert hat und wozu. Die Abstände sind selbst mit meiner Kinderhängematte zu kurz und/oder der Abstand zum Boden zu knapp.

    remorque

    Der Felsüberhang kommt mir bekannt vor. Ist das in den pfälzer Wäldern?

    nein, das ist im Kanton Zürich in der Schweiz

    Wow, coole Sache. Wenn ich mit dem Rad ins Büro fahre, ist es nicht annähernd so spektakulär.

    bei mir auf direktem Weg auch nicht

    Geile Location. :thumbup:

    Aber den entliehenen Balken hasste am Morgen schon wieder am Geländer angebracht?! ;)

    schau dir das Geländer an, findest du irgendwo einen fehlenden Balken? (ganz hinten links ist etwas kaputt, aber das war nicht ich.)

    remorque Ein Super-Plätzchen, inbesondere mit dem kleinen Wasserfall ... Der Plan gelegentlich mit so 'nem E-Bike-Hobel auf Overnightertour zu gehen reift in mir. Gefällt mir, dass Du sowohl mit Bio- als auch mit E-Bike unterwegs bist. :thumbup: PS. Beruhigend und bodenständig, dass kein "S-Works" das Unterrohr ziert. 8o

    das E-Bike war dem späten Arbeitsende geschuldet. Um halb neun noch mit Gepäck und ohne Motor zu 600hm aufbrechen kann man machen, muss man aber nicht. Und ich dachte, ich hätte das Top-Modell, so teuer wie das war - doch ich habe jetzt kurz nachgeschaut: es gibt auch ein S-Works zum doppelten Preis 8|

    Mai-Overnighter
    Nach der Arbeit los und ab in die Hügel, über ein kleines Pässchen rein in die Nebelwälder.

    am anderen Morgen dann die Aussicht beim Erwachen in den triefenden Wald

    und ein Panorama des Felsüberhangs. Es brauchte am Abend vorher etwas Problemlösekompetenz, um die Hängematte aufgehängt zu kriegen.

    Einheizen fürs Frühstück

    und ab ins Büro

    Vor einiger Zeit habe ich mich in den Weitläufer Agilist verguckt - nach einem dezenten Hinweis von hangloose.

    Dann habe ich ihn bestellt.

    Gestern ist er angekommen:

    Allerdings haben mich die Dimensionen des Paketes etwas irritiert :

    Aber ausgepackt und ausgestopft sieht der Agilist tatsächlich wie ein Rucksack aus :thumbup:

    Heute auf dem Hundespaziergang dann der erste Test mit 7kg (als Bamlast u.a. eine Hängematte und ein Tarp) über 16km. Hat sehr gut funktioniert 👍

    Gestern um fünf bin ich doch noch los, obwohl ich nach einer anstrengenden Tour am Samstag etwas beinfaul war. Aber ich brauchte noch ein Aprilbiwak und ich wollte der ENO Sub6 noch eine dritte Chance geben, nachdem ich etwas mit der Ridgelinelänge rumgespielt hatte.

    Ich hatte recht leicht gepackt: Vorne Kleiderschrank und Schlafzimmer - hinten Küche und Vorratskammer. Mehr braucht man ja nicht.

    So erreichte ich nach gemütlicher Fahrt die Alpe d'Hueb 😉

    Der angepeilte Hängeplatz passte perfekt: Kein Wind, ein Bänkli und etwas Aussicht.

    Die Nacht war dann allerdings etwas Zäh. Die Hängematte passte jetzt so weit, doch hätte ich besser 150g Daunen mehr mitgenommen. Am Morgen bei 5°C war es mit dem Sommerunderquilt doch etwas kühl.

    Ich wechselte auf die andere Hügelseite an die Sonne fürs Frühstück und überlegte mir, was man mit dem angefangen Tag noch tun könnte.

    Radfahren ist immer eine gute Idee.

    Gelegentlich muss ich mich jetzt dann noch fragen, ob ich noch eine zweite Nacht anhängen will.

    @remorque

    Was ist denn in deiner 200g Apotheke drin?

    Versch. Gazeverbände, Pflaster, Rettungsdecke, Desinfektionsmittel, Minischere, Pinzette und das alles in einem 50g Beutel 8|
    Gazen hat es eher viel und ob es die Rettungsdecke wirklich braucht? Meiner Meinung nach fehlt eine elastische Binde (dafür könnte im Notfall jedoch auch ein T-Shirt herhalten, aber das wäre halt in einem nicht so nötigen Notfall zu schade, doch da kommt man dann wohl auch zur nächsten Apotheke) - und Schmerzmittel.


    Ich habe diese Listen bis jetzt immer belächelt, aber man sieht tatsächlich schön, wo sich die Gewichte verstecken.

    Ich habe mal ausgemistet und ein paar mögliche Neuanschaffungen aufgeschrieben: https://lighterpack.com/r/8iwlu1

    In den Weitläufer Agilist habe ich mich rein optisch sofort verliebt :love:

    Ausserdem war ich im Wald und habe die Hängematte mit dem Ponchotarp aufgebaut - das scheint für südfranzösisches Sommerwetter zu genügen, ausser ich erwische wirklich gerade eine Schlechtwetterperiode:



    Wenn alles läuft, wie geplant, gibt es am Wochenende eine Probetour mit 1-2 Nächten.