Anreise mit Vier Leuten im Kombi plus Dachbox über Puttgarden - Rødby - Helsingør - Helsingborg. Durch die Fährverbindungen alle 2 - 3h wird die Autofahrt schön aufgelockert und in Schweden sind es dann noch 1 1/2h zum Bolmen. Eine angenehme Fahrt und eine ganz andere Nummer als hoch ins Dalsland.
Angekommen bei Bolmens Camping begrüßte uns freundlich der Platzinhaber John. Da er deutsch/schwede ist und in Deutschland gewohnt hat lief die Verständigung unkompliziert auf deutsch. Es gab die gebuchten Kanus, Westen, und Tonnen. Alles andere hatten wir selber an board. Da es noch früh am Tag war haben wir die Kanus beladen und sind sofort aufgebrochen. Der Regen, welcher uns seit Deutschland begleitet hatte verzog sich und 1h später schien die Sonne aus allen Knopflöchern. Aus dem Sichtfeld des Ortes heraus fanden wir recht schnell eine Insel auf der wir uns mit zwei großen Zelten aufbauen konnten.
Für den nächsten Tag war dann tatsächlich stürmischer Wind vorhergesagt und wir beschlossen im südlichen, weit verwinkelten Teil des Sees zu bleiben. Ein Ufer immer im Windschatten konnte man gut die Gegend erkunden. Hier, in Tagesfahrtnähe zum Bootsverleih war jedoch deutlich mehr los mit Kanufahrern und viele Stellen belegt oder unattraktiv. Nach 12km Fahrt sind wir wieder da gelandet wo wir vorher eingepackt haben
Never change a runnig System.
Am nächsten Tag hatte sich der Wind gelegt, die Sonne gab ihr bestes und es ging auf Richtung Norden, quer über den Teich. Die Dimensionen kann man sich nur schwer vorstellen. Wir haben immer gesagt der See ist so groß wie Niedersachsen, zumindest jedoch nahe dran.
Wenn das Ziel in weiter Ferne ist und kein Ufer rechts und links was an einem vorbei zieht, wird die Überfahrt schnell monoton. Einzig die GPS Uhr zeigt den Fortschritt an. Die Distanzen sind so groß, eine Fahrt quer über den See empfehle ich tatsächlich nur bei wenig bis kein Wind. Sollte ich das Wetter schlagartig ändern und man braucht 1h bis zum Ufer kann es schnell ungemütlich/lebensgefährlich werden.
Unterwegs wurde Fisch gefangen, frisch zubereitet und am Abend ein offizieller Kanurastplatz des Lagaledens angesteuert. Fünf Euro in den Briefkasten, dafür gab es einen Mülleimer und Komposttoilette und mega Sonnenuntergang.
So vergingen eigentlich die meisten Tage. Rudern bei besten Wetter, windstill bis leichte Briese, welche bei 26° recht angenehm war, baden, angeln, essen schlafen.
Auf Grund des Windes am zweiten Tag war unsere Rundreise um den See zeitlich eigentlich schon nicht mehr drin. Aber ein Ziel wollten wir sehen, das Naturreservat Tira Öar. Herrliche Sandstände und kleine Inseln soll es geben. Nach gut 2h Fahrt erreichen wir das Gebiet, leider ist Wochenende und die Einheimischen mit ihren Booten und Yachten fahren im Minutentakt in die Bucht ein. An einem Platz mit Badesteg machen wir Rast. Leider erwies sich genau dieser Steg als Magnet für die großen Boote und eins nach dem anderen Landete an. Nach langen hin und her beschließen wir wieder die Sachen zu packen und uns auf den Weg zu machen.
Von John gab es eine Karte mit Markierungen für potenzielle Lagerplätze. Leider scheinen die Kreuze aus Jahren mit weniger Wasserstand zu stammen und alles was wir ansteuern ist denkbar ungeeignet. Es gibt zwar weniger Konkurrenz durch andere Kanus, dafür aber auch weniger Plätze. Am Ende sind wir bis 21 Uhr unterwegs um einen Platz zu finden. Wir haben weitere 13km auf der Uhr und sind fix und fertig. Schnell was Essen, alles aufbauen und ab in die Koje.
Durch den Lagerplatzmangel sind wir nun bereits viel weiter Richtung Süden gekommen als geplant. Am nächsten Tag wollen wir es ruhig angehen lassen, nur kurz rudern und dann den Tag genießen. Am offiziellen KANUrastplatz angekommen steht dieser voll mit Bussen und Wohnmobilen. Man kann es sich nicht vorstellen
von weitem scherzen wir, das können nur deutsche sein....und so war es. Ein Platz für Kanureisende, mit Schildern gekennzeichnet, vollgestellt mit scheiß Campingvans, die erstens an dem Platz und zweites mit dem Jedermannsrecht nichts gemein haben. Angelockt durch Social Media und "Park4night" haben die Leute nicht mal ein schlechtes gewissen anderen die Plätze wegzunehmen. Könnte jetzt noch ....#üop1kf+ij1edj^poekdêd

Aber was soll man sich im Urlaub streiten. Wenn die Leute es mit Mitte 30 nicht von alleine merken wird es eine Belehrung auch nicht ändern. Also weiter....
Nach einem weiteren Nachmittag Fahrt finden wir am Abend einen Platz wo wir es uns für zwei Tage gemütlich machen wollen/müssen. Morgen ist Regentag angesagt, der einzige der ganzen Woche.
Nach Installation von zwei Tarps, bereitstellen von Feuerholz und Regenorganisation pladdert es los. 4h lang.
Als es aufhört musste ich leider feststellen, das mein geliebtes Zelt in Rente gehen muss. Die PU Beschichtung hat nach 13 Jahren und einigen Abendteuern das zeitliche gesegnet. Auf ganzer Fläche hängen die Tropfen im Zelt, einzig das Innenzelt hält die Schlafsäcke trocken.
(Wenn jemand einen Vorschlag hat, wie man PU Beschichtung erneuern kann, bitte melden)
Die Wetterapp passt jedoch sehr zuverlässig und das meiste ist geschafft. Wir verbringen den Abend mit quatschen, Kochen und am Feuer sitzen. Morgen früh packen wir die Sachen und es geht zurück zum Wagen. So schnell zieht eine Woche ins Land 
Fazit: Der Bolmen ist ein unvorstellbar großer See, welcher mit den verwinkelten Buchten im Dalsland nicht zu vergleichen ist. Die Ufer sind teils Urwaldähnlich und nicht begehbar. Für weite Querungen ist auf jeden Fall optimales Wetter abzuwarten und eine komplette Umrundung der Insel Bolmsö würde ich mehr als eine Woche einplanen. Dadurch das er weniger frequentiert ist gibt es auch weniger Rastplätze, was wiederum in den Sommermonaten zu weiteren Tagesetappen führen kann, wenn man alleine sein möchte.
Die Anreise hingegen ist sehr angenehm und gute 4-5h kürzer als ins Dalsland. Alles in allem war es eine erlebnisreiche Woche, die Gruppe hat gut harmoniert und die Erinnerungen werden bleiben.
















