Beiträge von Riippumatto-Joerg

    Unter Zuhilfenahme des vorher erwähnten Kammervolumenrechners habe ich nun die Kammer-Gewichtsanteile für meinen angepassten Hufeisen-Kammer-Quilt nachgerechnet. Mit gemessenen Längen und bekannter Daunen-Menge (500g wie bestellt, abzüglich einer kleinen Menge für das Kissen, was ich noch prüfe und anpasse). Also einfach die Anteile errechnet und den Overfill dann dahingehend rechnerisch überschlagen. So siehts aus (wer den als Excel will, lass es mich wissen):

    Jörgs_Daunen_TopQuilt_Nachrechner.pdf

    Den Overfill wie auch die "umkomprimierten Daunenvolumen" und das Gesamt-Prüfgewicht dient mir als Richtlinie beim Befüllen, diese werde ich sicher "live" anpassen (mit Excel ja sehr schnell getan).

    Z.B. vermute ich, dass das tatsächliche Gesamt-Daunengewicht durch %RH-Abweichungen etwas höher-ist als spezifiziert(?), oder dass das Overfill ist in der Praxis zuviel wäre(?). All das bemerke ich ja dann hoffentlich beim Befüllen der ersten Kammern aus dem ersten der beiden Daunensäckchen. Am Ende notfalls übrigbleibende Daune kann man immer noch für was anderes verwenden, zB. für einen weichen Kragen an meinem KuFa-Winterschlafsack oder so. Aber das letztliche Overfill-Verhältnis würde ich schon gern für alle Kammern ungefähr gleich einhalten. Und da ich noch nicht hundertprozentig sicher bin, WIE GENAU ich nun befülle und was dabei alles an Planänderungen hinzu kommt...

    Unsicher war ich mir ausserdem, ob ich das "unkompromierte" Volumen der Daune zum Beispiel zum groben Abmessen mit einem grossen Litermass oder Eimer sinnvoll nutzen kann, bevor ich die Wage überhaupt einschalte, und ob ich das rechnerisch überhaupt richtig erfasst habe. Letzendliches Nachprüfen dann über das Gewicht.

    Aber auch das Wiegen ist je nach Waage manchmal schwieriger als erwartet (30s-Auto-OFF mitten im Behältnis-tarierten Befüllvorgang kann einem schon mal die Haare zu Berge stehen lassen.) Zwischendurch unter kaltem Schweissausbruch den offenen, halb befüllten Quilt ablegen hat sicher auch so seine Tücken... Aber das sehe ich ja dann alles und kann das Excel anpassen, um die verbleibenden Kammern optimal bis zum Ende aufzufüllen. Wenn alles gut geht, kann ich ja auch erst mal kleinere Behältnisse (Frostbeutel o.ä.) pro Kammern vorfüllen - diese unter starker Komprimierung. (???)

    ...habs bereits umgesetzt, getestet und für ausgezeichnet befunden:

    Je zwei weitere Ösen und je 80cm Gummikordel 2mm links und rechts, die Kordelstopper jeweils im Bereich der Hüfte, also leicht "under cover" bedienbar ohne zu drücken. Das Ergebnis ist, dass der sonst lockere Bereich zwischen Knien und Schultern schön rangezogen wird.

    Klare Empfehlung!

    Bisher sinds 315g, wird also insgesamt über 800g, es sei denn, ich verwende nicht die ganze Daune.

    Wie man vielleicht sehen kann, habe ich genug Befestigungsschläufchen für eine Brückenreling (wie bei Waldläufer70) oder zur Umverwendung als Underquilt vorgesehen.

    Die Seitenfälze (und natürlich der Einfüll-/Schulterbereich) sind noch nicht abschliessend vernäht, ich überlege, ob ich auch dort mittig noch je eine Öse und dann Längskordeln einziehen sollte, bevor ich die Seitenfälze schliesse. Dann könnte ich die Form noch leicht zum "Körbchen" zurren, hab mal bei TacBlades gesehen, dass das zum Rundum-Abschluss vorteilhaft sein kann(?). Und natürlich auch bei Nutzung als Underquilt (wie beim DD-Ublanket) kann icj die Form dann besser anpassen. Dann werdens natürlich noch paar Gramm mehr...

    (???)

    Die Ausbeute des heutigen Tages:

    Die Stege waren ursprünglich 8cm geplant, dann auf 7cm reduziert und tatsächlich sinds wohl eher 6cm geworden. Aber Hauptsache, es flufft.

    Schwierig war erstaunlicherweise nicht das Nähen sondern das Ankleben der Stege mit Malerkrepp. Drei widerspenstige, "wibbelige" Materialien mit nur zwei Händen (und zwei störenden Knien) millimetergenau aufeinander zu bringen, lehrt einem die Kraft der Geduld!

    Morgen geht's weiter!

    So sieht mein erster Grundriss aus. 6 umlaufende (hufeisenförmige) Kammern mit je 12 cm Breite:

    Nahtzugaben (inkl. Nähfalze für Schlaufen oder RVS etc.) habe ich momentan 4,5cm an den Seiten und 6cm oben und unten. Da der Stoff deutlich Übermass hatte (153cm x 205cm) sollte das gut reichen, so die Hoffnung.

    An den Kopfschlitz trau ich mich noch nicht ran. Das probiere ich vielleicht später einmal an einem einfacheren und weniger erfolgskritischen Objekt, zB. an meinem DD UQ...(?)

    Leider ist vor Weihnachten immer so viel los, ich werde mir lieber genug Zeit nehmen und auch brauchen. Vorr. fange ich mit dem Fusskissen an, aus den abgeschnittenen Restdreiecken.

    Bis später, Jörg.

    Warum sollte eine Mantelfunktion bei 8cm und/oder 500g fraglich sein?

    Eben wegen des befürchteten Verlustes der sonst guten Isolation an der Stelle, wie dicht wird das usw. Aber mit Kragen und Druckknöpfen offenbar kein Problem.

    Na dann werd ich mal schauen, zumindest seid ihr beide offensichtlich vollstens zufrieden damit. Etwas komplizierter wirkt das jetzt schon.

    Ich nehme an, die Kragen näht man am besten unbefüllt an... Druckknöpfe, Kordeln, RVS gehen notfalls auch befüllt noch anzubringen (genug Nahtzugabe bzw. breiter Falz vorrausgesetz).

    Oder?

    P.S.: Paket ist angekommen. Die gelieferte Daune hat offenbar sogar 730cuin...

    Ach so, hangloose , du hast in deinem Daunen-quilt auch so einen Schlitz (Mantelfunktion) wie Mittagsfrost in KuFa-Version? Meint das den Wind Hard oder auch in einem Steg-Quilt?

    Dass das Flexibilität bringt, leuchtet mir ein.

    Beim Wind Hard oder KuFa vertehe ich das vom Gesamt-Kompromiss her.

    Aber bei einem H-Kammer 8cm Quilt mit 500g Daune?

    (Ich habe nachgedacht, wenns bei Claudia dann wieder funkt, klar wäre das interessant...)

    Mittagsfrost

    Ok, gut, dass du mich bei der flexiblen Fussbox bestärkst. Ich hatte schon befürchtet, das ginge gar nicht usw.

    Ob ich den Guckschlitz reinarbeite, nun, sagen wir mal so: ich bin ja doch sehr tolerant und verständnisvoll. Also ich überlege. Noch "schöner" kann man das ja auch gar nicht mehr machen.

    (

    KuFa-Poncho verstände ich ja noch... aber aus Daune? Wirklich?!

    Gab es nun letztlich ein Foto, auf dem du deinen stolz trägst?

    )

    welche logische Erklärung für durchgesteppte Kammern, statt welche mit Steg gibt es denn ?

    Die logischen Erklärungen bezogen sich eher auf anderes.

    Aber aus Sicht des Herstellers und letztlich auch der sparsamen UL-Kunden, die das kaufen, ist die Strategie durchgesteppter Kammern durchaus interessant, da sie mit sehr wichtigen Punkten trumpft und damit einen Massenmarkt bedient:

    Die durchgesteppten Kammern sparen erheblich Komplexität also Kosten und damit am Preis, und ein klein wenig auch an Gewicht und Packvolumen. Immerhin hat man dann eine mit 440g sehr leichte Decke bis immerhin 10...5 Grad für unter 100 Euro. Aus glücklichem chinesischen Federvieh...

    Aber versteh mich nicht falsch,

    ich würde mir auch nicht die Mühe machen, einen Daunen-Quilt zu nähen und dann Kältebrücken quasi reinzubauen. Aber sind trotzdem paar innovative Leute dort im ULT-Forum.

    Habe noch etwas recherchiert, mir wurden Bandit Quilts zum Vergleich empfohlen. (Erfahrungen?).

    Jedenfalls wird dort in einem Video der Unterschied der verschiedenen Fussboxen und Kammern etwas näher erläutert - zumindest wieder was gelernt...

    Des weiteren gibts im bereits erwähnten Ultraleicht-Trekking-Forum Hinweise zu U-Kammern. (Stichwort Stromfahrer und Wind Hard.) Dort zwar bewusst durchgesteppt also ohne Stege, aber dennoch mit logischen Erklärungen, die man natürlich dann für H-Kammern um-interpretieren muss.)

    Offenbar sind Längskammern im Brustbereich auch deshalb sinnvoll, da sich der Quilt dann nicht so versteift und besser auf den Körper absenkt, und natürlich die Daune nicht so leicht seitlich herunterrutschen kann. (Im Falle einer durchgesteppten Längskammer "verbinden" sich zusätzlich durch die Bogenform innen die Bauchwände und verringern dadurch Kältebrücken entlang des Körpers ziemlich gut, anders als bei Querkammern. Was aber bei H-Kammern - also in meinem Falle - keine weitere Bedeutung hat.)

    Im Bein/Fussbereich sind aber offenbar Querkammern besser, weil dadurch die (schmaler liegende) Fussbox schön steif und rund bauscht, und die aufragenden Zehen die Daunen somit nicht so leicht in Richtung der Knie verdrängen können. Da der Radius im Fussbereich ja enger ist also im Brustbereich, wird die Daune dort trotz Querkammer offenbar leichter "oben" gehalten. Naja und lokal etwas mehr Overfill ist im unteren Fussbreich vielleicht sinnvoll. (?)

    Viele TopQuilts (auch der Taiga oder o.g. Bandit) nutzen also dieses Misch-Prinzip: Querkammer am Fussteil und Längskammern im Brustbereich. (Michael, du rietst mir davon zunächst ab, da es natürlich etwas komplizierter zu nähen und zu befüllen wird. Ohne Zweifel!)

    Die U-Form wie beim Wind Hard ist dann nach meinem Verständnis einfach eine Aufwands- (und somit auch Kosten-) optimierte Hybridform bzw Weiterentwicklung von getrennten Fuss/Brustrictungen. Dort sind deutlich weniger Kammern separat zu messen und zu befüllen, dennoch verbindet man die o.g. Vorteile (Längs im Brustbereich und Quer im Fussbereich) recht gut. Auch das Nähen an sich sollte nicht komplizierter sein als bei einfacher Ausrichtung, wenn man immer schön von innen nach aussen näht. Lediglich das Anzeichnen und Anheften der Steglängen erfordert etwas (wirklich minimales) Umdenken.

    Ein Nachteil eventuell ist, dass kein differenzielles Overfill in einzelnen Kammern vorgenommen werden kann, von der äussersten U-Kammer abgesehen. Naja, genau diese braucht etwas weniger, man könnte den linken und rechten Steg einfach etwas kürzer auslegen. Und man kann natürlich die Daune etwas zurechtschieben.

    Jedenfalls interessiert mich diese U-Form jetzt, eben das Reduzieren des Befüll- (Wiege - und Verrigel-) Aufwandes reizt mich, bei gleichzeitiger Nutzung der optimalen Kammerrichtungen.

    Seht ihr klare Nachteile, die ich übersehe?

    (Natürlich werde ich nach wie vor Stege verwenden.)

    Auch habe ich nochmal über variable vs. feste Fussbox nachgedacht, da eine feste Fussbox ja wärmer sein dürfte. Aber irgendwie reizt mich immer noch der Gedanke, den Quilt auch mal als Decke oder sogar Ersatz-Underquilt nutzen zu können... Und das Fussteil-"Loch" könnte man ja gut mit einem kleinen Stöpselkissen abdichten...

    Lasst mich wissen, was ihr denkt!

    (Das Paket ist mittlerweile unterwegs, schwimmt eventuell schon auf der Ostsee.

    Ich freu mich wie Frau Holle! Bildlich jetzt!)

    Die Verwendung einer Ridgeline hat keine Auswirkung darauf, wie straff der Underquilt gespannt ist. Die Ridgeline verändert die Hängemattenlänge nicht - nur den Durchhang.

    Jep, stimmt genau genommen.

    Bei unterschiedlichem Durchhang würde sich lediglich die Vorspannung und damit die Anfangs-Dehnung an den Gummis (aufgrund des Eigengewichts des UQ und der veränderten Winkel) leicht verändern - was eine straffe Ridgeline aber weitesgehend verhindert.

    Aber die Vorspannung ist am Ende natürlich nicht das entscheidende sondern die "Nutzspannung", welche sich auch bei verändertem Durchhang (bei gleicher HM-Länge) kaum ändern dürfte. Danke für die Berichtigung, das hatte ich übersehen!

    Ich habe ein Gummikordelband ich glaub 4mm doppelt zur Loop geknotet, ca. 10cm Durchmesser ungedehnt. Aber:

    Ein Flachgummi (wie bei Warbonnet) ist bei richtiger Auslegung vorr. sicherer:

    Die erforderliche Elastizität und Länge sollte man je nach Material und UQ-Gewicht (und Durchhangwinkel, Luftfeuchtigkeit und ggf. Temperatur/Frost) und natürlich je nach HM-LÄNGE am besten vor Ort ausprobieren/prüfen. Kordeln sind unterschiedlich. UV-Licht, Frost, kurze Überdehnungen und Alter beeinflussen die Elastizität bzw. Bruchverhalten. Luftfeuchtigkeit (UQ-Gewicht) und Aufhängewinkel verändern die Spannkraft auch etwas.

    Eine gute, fixe Ridgeline wie vermutlich bei Warbonnet HMn reduziert zumindest die Hängewinkel, die die Gummis abbekommen auf ein Minimum - man korrigiere mich falls nötig.

    Der Gummizug sollte ohne Nutzerlast unter dem Gewicht des UQ nur sehr wenig dehnen (so 5- 10% vielleicht, meine Schätzung), sonst ist er vorraussicht zu schwach. Bei wirklich schweren UQs evtl. auch einen Tick mehr.

    Wenn der UQ dann straff anliegt, mit Nutzergewicht also, sollte der Gummi so 30-50% dehnen (länger werden), je nach Material, damit noch etwas Spielraum für dynamische Belastung bleibt und der Gummi nicht zu schnell überdehnt.

    Wenn ein zugbegrenzender Mantel dabei ist (wie bei meiner füheren elastischen Kordel - was eher nachteilig ist), dann kann man den Gummizug auch mal etwas mehr dehnen, ohne, dass er selbst gleich Schaden nimmt. Aber immer Genug Spielraum zur Begrenzung (straff) sicherstellen, da sonst auch der UQ Schaden nehmen könnte. Um den gehts ja am Ende. Der Nachteil des Mantels: Er verschiebt die letztlich kritische Bruchlast nach oben und damit in Richtung der anderen Materialien. Deshalb ist ein Flachgummi hier sicher die bessere Wahl(?).

    Wobei die empfehlenswerte maximale Dehnung natürlich stark materialabhängig ist.

    Ggf. doppelt legen, um die Anfangsdehnung zu verringern, verringert aber die dehnbare Länge auch, dann also länger auslegen.

    In jedem Falle finde ich eine zusätzliche Längenverstellung (Whoopy) sinnvoll, s.o., da kann man den Arbeitsbereich der Gummis und die optimale Spannung immer leicht den Gegebenheiten anpassen.

    Bei einer fixen Konfiguration ist sicher eine Einstellung lange Zeit richtig und in Grenzen "sorglos", aber auch Materialalterung (nicht nur der Gummis) und Luftfeuchtigkeit=Gewichts- und Längenänderung beachten.

    Man kann das ganze natürlich auch professionell mit Kraft-/Gewichtsmessung (N oder kg) und allerlei rechnerischen Annahnen auslegen, wenn man gute, bekannte Materialien verwendet. Aber Versuch macht ja bekanntlich auch kluch.

    Ich bin jedenfalls der Meinung, dass die UQ-Naht-Bruchsicherung (aus Versehen reinsetzen = 50-200kg) nicht durch den Gummi allein vorgenommen werden sollte, da er dann zu schwach sein müsste - mein Gefühl. Es geht ja nicht nur um statische Kräfte sondern (v.a. beim reinsetzen) um dynamische. Und manche Materialien brechen/reissen langsam, leisten bei kurzen Belastungen aber recht beharrlich Widerstand. Inzwischen reisst es woanders.

    Wie das bei Gummis von Warbonnet genau ist, kann ich selber nicht sagen, ich gehe natürlich davon aus, dass die einen gewählten Kompromiss darstellen. Aber auch die altern und werden ggf. mal überdehnt. Das Gute: wenn sie vorzeitig reissen, ist das immer noch besser, als wenn sie bei Überbelastung zu widerstandsfähig wären, wie evtl. bei Mantelgummilösungen.

    Deshalb versuche ich jedenfalls, zusätzlich zur Längenverstellung und flexiblen Entlastung noch weitere Sollbruchstellen einzubauen, die normale Hängelast aushalten aber schwächer als die UQ-Nähte/Stoffe sind. (Leider: Hier kann ich nur schätzen, testen will ich die Nähte nicht wirklich... :)

    Bei klassischer UQ-Aufhängung mit laaaangen Kordeln ist das hier wohl alles von untergeordneter Bedeutung.

    LG Jörg

    ...Hab meine jetzt auch auf ungefähr 6mm Notrutsch-Burylänge angepasst. Passt auch mit meiner Maurerschnur recht gut.

    Einen Handschuhhaken hatte ich noch, der ging zusätzlich als schwaches Glied an ein Ende, und am anderen Ende hängt auch noch ein Gummizug mit drin, der mir die Spannung der gesamten Aufhängung anzeigt (wenn der UQ unter der etwas gewichtigeren Thermomatte hängt) und jedenfalls noch etwas Elastizität ins Spiel bringt.

    Zeit für ein helles Böhmisches... :)