Beiträge von Hammock Fairy

    Man liegt also wieder mittig.

    Das ist eben bei einer gut aufgehängten Warbonnet Hängematte nicht (ganz) der Fall, und das sieht man auch, wenn man sich anschaut wo die Isolierung beim Wooki aufgenäht ist. Selbst bei großen Leuten sollte das Fußende deutlich weiter von den Füßen entfernt sein als das Kopfende vom Kopf. Auch der Schwerpunkt liegt oberhalb der Hängemattenmitte.

    Ansonsten hast du aber Recht :)

    Ich würde eine eher flachere, mit Schaumstoff gefüllte ("selbstaufblasende") Isomatte empfehlen, und keine Luftmatratze wie die NeoAir. Schaumstoff isoliert meiner Erfahrung nach besser, wenn unter der Matte die Luft zirkulieren kann. Außerdem ist die Isolierwirkung nicht davon abhängig, wie stark die Matte aufgeblasen ist. In der Brückenhängematte will man keine prall aufgeblasene Isomatte haben, weil sie dann unbequemer und auch kippeliger wird.

    Quilt vs. Schlafsack - das ist Geschmackssache. Mir wird schnell kalt, und Brückenhängematten sind kälter als Gathered End Hängematten - deshalb ziehe ich einen kapuzenlosen Semi-Rec "Deckenschlafsack" vor. Ist es warm, benutze ich ihn als Top Quilt. Wird es mir zu kalt oder zu zugig, habe ich die Option ihn zu schließen. Anderen reicht aber meist ein Top Quilt. Wenn du Sorge hast, dass die Abdeckung nicht reicht, nimm einen extra breiten.

    Die Position des Wookis hat mit der Beinlänge wenig zu tun. Viele Camping Hängematten - vor allem aber die Warbonnet Hängematten - müssen so aufgehängt werden, dass das Kopfende deutlich tiefer hängt als das Fußende. Ziel ist, dass der Körper näher zum Kopfende hin zum liegen kommt. Das erhöht den Liegekomfort - frag mich aber nicht warum. Dementsprechend muss der Wooki natürlich so positioniert werden, dass die Isolierung auch näher am Kopfende ist. Statt den Wooki weit zum Fußende zu verschieben, hänge also lieber dein Kopfende tiefer.

    Die Aufhängung hat sich geändert. Warbonnet verwendet seit einiger Zeit nur noch ein langes Gummiband, das mit einem Ankerstich am Wooki befestigt ist, und in das der Karabiner eingehängt wird. Bisher habe ich nichts gelesen, was diesen Wechsel erklärt. Da ich immer noch Gummikordel verwende, habe ich die alte Methode beibehalten. Grundsätzlich sollte man es aber vermeiden, sich in den Wooki zu setzen.

    Zunächst zum "leg shelf", mein Deckenschlafsack verjüngt sich ebenfalls zum Fußende hin. Die Kammern werden schmaler, allerdings gleichmäßig. Wäre natürlich toll wenn ich dadurch auch den "leg shelf"-Effekt erzielen könnte.

    Wie Waldläufer70 schon schrieb: die Kammern wechseln an einem Punkt die Breite. Ich glaube außerdem, dass diese Verjüngung nicht dadurch passiert, dass die Stege näher zusammen genäht werden, sondern durch Abnäher in der inneren Hülle. Und ich vermute weiterhin, dass diese Abnäher für den Knick verantwortlich sind. Um den Effekt bei deiner Decke zu erzielen, müsstest du die Abnäher auf der nach außen weisenden Seite (rechts) machen, denn die nach innen weisende Seite (links) erreichst du nicht ohne den Quilt zu öffnen. Wie gut der Effekt bei durchgenähten Kammern funktioniert, kann ich nicht einschätzen.

    Ich habe auch über eine Clew-suspension nachgedacht, möchte aber lieber die klassische Variante ausprobieren. Die Clew ist schwieriger in der Länge und Diagonalität zu verstellen und ich habe verschieden Lange und Breite Hängematten. Außerdem möchte ich ihn im Winter unter meinem Winter-Wooki nutzen.

    Das ist ja gerade der Clou an der Clew: die Clew funktioniert nur mit Quilts wirklich gut, die nicht sehr viel schmaler als die Hängematte sind, weil sich die Clew nicht diagonal drehen lässt. Wenn der Quilt breit genug ist, muss er sich nicht drehen! Genau das macht einen Quilt mit Clew-Aufhängung so bequem.

    In der Länge ist ein Clew-Underquilt genauso einfach zu verstellen wie ein normaler Underquilt oder ein Wooki. Wenn du die Clew an die kürzeste Hängematte anpasst, die du damit verwenden willst, brauchst du anschließend einfach nur eine Verlängerungskordel in das Ende der Clew einzuhängen. Das ist dasselbe Prinzip wie beim Wooki.

    Es sollte auch kein Problem sein, den Clew-Quilt unter dem Wooki zu nutzen. Ich habe zwei Wookis problemlos übereinander gehängt. Natürlich wird der innere Underquilt stärker komprimiert. Dafür füllt er aber jede noch so kleine Luftkammer aus.

    Nach der tatsächlich gemessenen Breite habe ich gefragt weil die Angabe auf der HG Website vielleicht ebenfalls platt gemessen ist.

    Was würde es dir bringen, wenn die Breite nicht platt gemessen wurde? Soweit ich weiß, werden die Maße immer von der ungefüllten Hülle abgenommen. Und so müsstest du es ja bei deiner Decke auch machen, bzw. sie platt gedrückt vermessen.

    Ich möchte außerdem noch eine kleine Theorie aufstellen. Durchgenähte Längskammern eines nicht-differential geschnittenen Deckenschlafsacks funktionieren ähnlich wie ein differential geschnittener H-Kammern Underquilt. Steile These, ich weiß.

    In der Tat eine steile These. Mit Luftmatratzen mag das funktionieren - aber da wird auch ein Innendruck erzeugt, der verhindert, dass die Kammern zusammen gedrückt werden. Mit deiner Daunenfüllung erreichst du so etwas mit Sicherheit nicht. Aber mach ein einfaches Experiment: leg dir die Decke über die Schultern, und zieh links und rechts an den Seiten, so dass sie ähnlich anliegt, wie es der fertige Quilt soll. Ich fürchte, da wird die Decke ziemlich platt zusammen gezogen.

    Um einen differentiellen Schnitt zu bekommen, könntest du wiederum Abnäher auf der Innenseite machen. Damit wird die innere Hülle schmaler als die äußere Hülle, und die äußere Hülle kann selbst bei gespannter innerer Hülle nicht mehr komplett an die innere Hülle gezogen werden.

    Das könnte man auch erreichen, indem man sich darauf beschränkt, die Stege im Beinbereich einfach weniger hoch zu machen.

    Das war, was ich erst vermutet hatte. Ich wurde aber eines besseren belehrt. Vermutlich ist es einfacher, die Breite zu ändern, weil man aus Gewichtsgründen den Underquilt ohnehin im Beinbereich schmaler macht. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Ob eine Änderung der Kammerhöhe den gleichen Effekt hat, weiß ich nicht.

    Incubator bildet aber zusätzlich noch eine »Delle« zwischen Po und Oberschenkel. Das wäre meiner Meinung nach nicht nötig, weil diese in Seitenlage leicht in den Oberschenkel drückt.

    Hast du da mal bei Hammock Gear nachgefragt? Vielleicht hast du längere oder kürzere Beine, die nicht gut mit dem Standardschnitt harmonieren. Ich meine mich zu erinnern, dass sie früher auf diese Problematik eingegangen sind.

    Verschiedene Menschen empfinden das sicher unterschiedlich. Bei mir liegt die Kordel über den Füssen und am Kopf liegt der Incubator sanft an.

    Die Kordel können nur dann sanft anliegen, wenn du entweder nicht sehr diagonal liegst, oder nicht die volle Wärmeleistung brauchst, und den Underquilt durchhängen lassen kannst. Ich habe mich 6 Jahre lang mit meinen Incubators herum geschlagen, und habe festgestellt, dass die Lufttaschen in der empfohlenen Standardeinstellung teilweise riesig sind. Wie gesagt: wenn man genug Eigenwärme produziert, fällt das nicht so stark auf. Aber die Leistung wird von solchen Lufttaschen auf jeden Fall heruntergesetzt. Würde der Quilt besser anliegen, bräuchte man entweder nicht so viel Isolierung - oder es wären noch ein paar Grad nach unten drin.

    Ich hatte immer den Eindruck, dass das Leg Shelf die Daune günstiger verteilt: weniger an den eher unempfindlichen Beinen; mehr im Torso-Bereich.

    Warum ich mehr Breite schätze: bei der Eckenaufhängung werden alle Gummikordel automatisch in die Mitte gezogen. Das sieht man sehr schön, wenn der Underquilt unter einer leeren Hängematte hängt. Es entsteht dann ein zusammen gedrückter Taco. Wenn man diagonal in der Hängematte liegt, und der Underquilt sich entsprechend ausrichten soll, muss man die Gummikordel auseinander drücken. Je besser der Quilt anliegen soll, desto stärker muss er gespannt werden, und desto mehr Kraft zieht ihn in die Mitte. Diese Kraft spürt man an den Kontaktpunkten: am Kopf und an den Füßen. Je schmaler der Quilt ist, desto ungünstiger sitzen die Kontaktpunkte. Bei einem breiteren Underquilt rutschen die Druckpunkte zum Teil knapp über Kopf und Füße - was ich deutlich angenehmer fand. Wer mit weniger Isolierung zufrieden ist, kann den Quilt auch lockerer aufhängen. Deshalb fand ich den Incubator im Sommer immer angenehmer als im Winter. Im Sommer waren die Lufttaschen nicht so stark spürbar. Im Winter musste ich die Gummikordel so stark anziehen, um nicht zu frieren, dass ich vermutlich einen Striemen auf der Stirn hatte.

    Der Incubator unterscheidet sich durch das "Leg Shelf" von anderen Underquilts. Das kannst du sehen, wenn du von der Seite drauf schaust:

    Diese Form erreichst du nur, wenn du die Breite der Kammern veränderst. Dann ist es aber einfacher, gleich von 0 anzufangen.

    Länge und Breite des Incubators findest du ansonsten auf der Hammock Gear Webseite: Long 83" / 44".

    Ich fand 111 cm immer zu schmal. Wenn ich einen Incubator Klon nähen wollen würde, würde ich ihn mindestens 120 cm breit machen - eher 130 cm.

    Da deine Decke vermutlich sehr breit ist, würde ich nicht herumschneiden und nähen, sondern einfach eine Clew anbringen. Damit erreichst du eine bessere Passform. Allerdings bleibt das Problem des nicht-differentiellen Schnitts. Egal welchen Underquilt du damit baust, du wirst immer Isolierfähigkeit verlieren weil die Kammern zusammen gedrückt werden.

    Meine Erfahrung mit dem Wooki unter verschiedenen Hängematten ist, dass ich am Kopfende nur minimal verlängern muss. Selbst bei sehr langen Hängematten reichen oft 5-10 cm. Der Löwenanteil der Verlängerung findet am Fußende statt. Sonst rutscht der isolierte Teil des Wookis zu stark Richtung Fußende, und ich liege entweder nicht mehr komplett auf der Isolierung, oder ich liege unbequem.

    In der Hängematte muss ich bei jeder Wendung mein Quilt wieder über die Schwarte lupfen, damit es nicht zieht.

    Niemand schreibt dir vor, dass du einen Top Quilt in der Hängematte verwenden musst. Ich nutze einen kapuzenlosen Deckenschlafsack, der erstens sehr breit ist, und sich zweitens schließen lässt. Vielleicht ist dein Top Quilt einfach zu schmal für dich?

    Wenn Gewicht und Tragkraft die einzigen Faktoren wären, würde ich dir zustimmen. Für mich sind allerdings Spleißbarkeit und Kompatibilität mit dem restlichen Aufhängesystem genauso wichtig. Aus Interesse werde ich mir mal ein paar Meter von dem ExTex-Seil mitbestellen. Vielleicht überrascht es mich ja positiv. Wenn 4 mm aber tatsächlich 4 mm sind, wäre es deutlich dicker als selbst das 3 mm AmSteel - und das harmoniert schon nicht besonders gut mit den Beetle Buckles.

    Bei der Auswahl des passenden Seils stellt sich auch die Frage nach dem Anwendungszweck. Whoopie Slings sind meiner Meinung nach die einzige Anwendung, wo ein überdimensioniertes Seil halbwegs Sinn macht, weil die Bruchkraft auf 70% reduziert wird. Bei Schlaufen oder Evo Loops verdoppelt sich die Bruchkraft aber mindestens.

    Rein aus Interesse: hast du mal mit AmSteel gespleißt? Wenn man die Daten mal außen vor lässt - wie vergleicht es sich mit dem ExTex-Seil?

    Ich denke schon. Er liegt am Po und Rücken so fest an, dass ich ihn nicht einfach locker von rechts nach links (unter mir) entlang ziehen kann. Kann ich sonst was falsch gemacht haben? Die HM hängt richtig (Ridgelinespannung).

    Das klingt richtig. Dann würde ich auf verrutschte Daune tippen. Das passiert mir immer wieder mal beim Bettersatz-Set-Up. Da ich es tagsüber nur weg hänge, aber nicht komplett auseinander nehme und einpacke, fasse ich den Wooki selten an. Dass er wieder aufgeschüttelt werden muss merke ich dann, wenn mir unerwartet bei Temperaturen kalt wird, bei denen mir in der Vergangenheit warm genug war. Ich habe auch schon bei 19°C mit dem 0°F Wooki unter mir gefröstelt, und konnte es kaum glauben, bis mir einfiel, dass ich den Quilt wohl mal wieder aufschütteln muss. Da ich kälter schlafe als du, sollte es nicht sein, dass dir schon bei 8°C zu kalt wird. Es sei denn es spielen noch andere Faktoren rein, wie Erschöpfung, Krankheit, sehr ungünstige Wetterbedingungen oder evtl. zu geringe Isolierung von oben oder am Kopf.