Beiträge von Hammock Fairy

    Allerdings scheinen die Cam Locks für die Verwendung mit einem Drahtseil gedacht zu sein. Da ist die Frage, wie scharf die Zähnchen sind. Bei den Nama Claws verschleissen die Zähne die Schnur schon deutlich.

    Ich mache auch immer einen Rückspleiß. Ist nicht schwieriger als ein Feuerzeug zu benutzen und sieht sauberer aus. Das einzige Problem ist, dass es nicht rückgängig zu machen ist, wenn der Spleiß richtig gemacht wurde.

    Edit: Das geht natürlich nur bei Hohlgeflechten. Bei Schnüren mit Seele würde ich einen Knoten machen.

    Die Namaclaws kenne ich von den Schlingenfallen, welche hierzulande - da nicht erlaubt - eher unbekannt sind. In den USA heißen sie CAM-locks, sie kosten zu 100 Stück ca. 40 Dollar. Gibt es auch in der Bucht.

    Interessant, die kannte ich noch nicht. Wenn ich die Fotos richtig deute, haben die Cam Locks allerdings keinen Haken sondern nur eine Öse. Damit muss man sie von vorneherein fest einspleißen. Das stelle ich mir nicht so praktisch vor, aber vielleicht ergeben sich dadurch auch neue Anwendungen.

    Ich habe insgesamt 15 Jahre in Hamburg verbracht, und habe mehrfach an Nord- und Ostsee Urlaub gemacht. Es mag sein, dass gelegentlich kein Wind geht. Ich rede aber von 0 Luftbewegung. Ich habe im Jahrhundertsommer 2018 bei 30°C im Garten (in Bayern) gehängt, und musste mir nach zwei Stunden einen Underquilt holen, weil die Luft anfing zu zirkulieren. Und wir haben weniger Luftbewegung als an der See.

    Den Rückenschmerzen-Effekt kenne ich von meinen ersten HM-Nächten. Da kommen Faktoren zusammen: Baumwoll-Hängematten dehnen sich wie eine Jeans erst einmal aus, d.h. dass Du sie nach dem Einliegen noch mindestens einmal neu spannen musst.

    Das hat bei mir nichts mit einliegen zu tun, sondern mit gerade liegen. Wenn der Stoff partiell nachgibt, liegt man gebogener als wenn er sich nicht viel dehnt. Aus diesem Grund kann ich auch nicht in den ultra leichten Hängematten aus dünnem Nylon schlafen. Einlagig muss es 70D Nylon sein, sonst fühle ich mich wie in der Badewanne. Und mit spannen kann man das leider nicht ausgleichen.

    Da macht es sich ganz gut, sie zu Hause erst einmal stundenweise einzuliegen, damit Du sie unterwegs gut nutzen kannst.

    Unterwegs werde ich nie eine Hängematte aus natürlichen Fasern verwenden. Das macht keinen Sinn. Für Reisen gibt es Campinghängematten, die für diesen Einsatzzweck viel besser geeignet sind. Ich bin aber vor über 5 Jahren vom Bett auf die Hängematte umgestiegen, nutze Hängematten also meist zu Hause. Das Gewicht ist mir da egal.

    Zudem haben wir zivilisierten Menschen meist von falschen Haltungen am Schreibtisch usw. Verspannungen in Rücken und Schultern, da muss sich der Körper erst einmal an die entspannte Lage gewöhnen und entwickelt zunächst so etwas wie Schon-Haltungen, die zu Rückenschmerzen führen. Das geht normalerweise nach 1-2 Nächten vorbei und endet in voller Entspannung.

    Das mag bei einigen Menschen so sein, bei mir liegt es aber an der gebogenen Lage. Wenn du einmal in einer wenig dehnbaren Hängematte gelegen hast, wirst du verstehen wovon ich rede.

    Hast Du quer oder diagonal in der Bahia-Matte gelegen? Das ist wichtig, denn in Längslage (genau zwischen den Haltefäden) hat der Rücken keine Chance sich zu entspannen, da er durchgebogen bleibt. In Diagonallage liegt man gerade und entspannt.

    Ich bin keine Anfängerin mehr ;) Selbstverständlich liege ich diagonal. Aber in einer dehnbaren Hängematte kann man trotzdem deutlich weniger gerade liegen als in einer weniger dehnbaren Hängematte.

    Unsere Mexikaner stellen auch Hängematten im selben Knüpfsystem aus Nylon her. Die zeichnen sich aus durch Wetterfestigkeit, Steifheit, hohes Gewicht (bei gleicher Größe mehr als das doppelte als Baumwolle) und sind daher durch mein Raster gefallen.

    Schade; es klingt als ob die mein Problem evtl. lösen würden. Muss ich mal Ausschau danach halten.

    Das Treffen bei Kassel: Gerne, wann ist das denn genau?

    Vom 11.05. bis 14.05.

    Das Thema "Waldbäume" ist noch eher neu für mich, da die berufliche Zielgruppe eher ihre Obstbäume im Garten nutzte, wofür wir als Unterlage für Seile einen alten Schlauch, festes Tuch o.ä. empfehlen. Unser bevorzugte Seil ist ca. 1 cm breit und wird doppelt gelegt, so dass sich da das Gewicht auch besser auf den Stamm verteilt als mit einfacher Lage.

    Das ist aber nur im stationären Einsatz wirklich praktikabel. Ich möchte keinen Schlauch mitnehmen und jeweils mühsam unterlegen. Und wenn ich die Aufhängehöhe korrigieren muss, geht das Theater von vorne los. Gurte sind nicht nur einfacher zu nutzen, sondern auch deutlich leichter als Seile. Win-win.

    Wenn ich lese, dass Waldbäume von Hängematten beschädigt wurden, bin ich schon etwas betroffen und werde schleunigst auch meine Texte im Shop dahingehend anpassen, dass 1. nur große, starke Bäume genutzt werden,

    Warum kompliziert wenn es auch einfach geht? Gurt und gut. Die Aufmerksamkeitsspanne vieler Leute ist extrem kurz. Und wenn man sich eine Hängematte kauft, will man sie möglichst schnell aufhängen. "Hängematte am Baum nur mit 25mm Gurt aufhängen" ist schneller und verständlicher als "Hängematte bitte nur an großen Bäumen mit dicker Rinde und Unterlage für das Aufhängeseil aufhängen".

    Und, darf man das sagen, schwere Menschen müssen einfach am meisten acht geben!? Ich will denen ja nicht zu nahe treten...

    Ein weiterer Grund Gurte zu propagieren. Hast du dich mal damit beschäftigt, wie schnell die auf den Baum wirkende Kraft zunimmt? Es gibt einen Rechner der das anschaulich darstellt: Hammock Hang Calculator

    Im Übrigen kann ich dir auch das (englischsprachige aber reich bebilderte) Buch des gleichen Autors sehr empfehlen: The Ultimate Hang 2. Damit bekommst du schnell einen sehr guten Überblick über das Thema Campinghängematten. Im Forum musst du dir die Infos häppchenweise zusammensuchen.

    Mücken: Diese ganzen Mückenkerzen usw. kann man vergessen, weil sie nur im Umkreis von ein paar cm wirken. Einzige Lösung: flächendeckend einreiben. Ich mische mir aus einem Trägeröl und ätherischen Ölen ein recht wirksames Öl. In den Tropen o.ä. braucht man die Mittel, die es im Land selbst zu kaufen gibt. Die Natur weiß schon, wem sie was gegeben hat :)

    Nee, die meisten von uns verwenden auch keine Mückenmittel sondern ein Netz. Es hätte mich interessiert ob es ein Netz für traditionelle Hängematten gibt. Aber vermutlich ist das alleine schon auf Grund der Hängemattenlänge und dem großen Durchhang wenig praktikabel.

    Die genaue Gradzahl, bei der man sich einen Baumwollschlafsack oder eine Decke unterlegen muss, beginnt schätzungsweise bei ca. 18 - 20 Grad, je nach eigener Wohlfühltemperatur. Das war für die Nächte des letzten Sommers sogar an der Ostsee gut genug, es ging selten unter 20 Grad :)

    Die persönliche Wohlfühltemperatur klafft erfahrungsgemäß je nach Metabolismus *sehr* weit auseinander. Eine generelle Regel habe ich noch nicht feststellen können. Damit ich beispielsweise keine Isolierung von unten brauche wenn ich länger als 5 Minuten in der Hängematte liege, muss es mindestens 27°C im Schatten und absolute Windstille haben. An der Ostsee könnte ich also definitiv nie ohne Isolierung hängen.

    Auch von mir herzlich Willkommen im Forum!

    Traditionelle Hängematten interessieren mich, aber bisher habe ich noch nicht allzu viele ausprobiert. Eine brasilianische Hängematte von Bahia habe ich mir gleich zu Anfang meiner Hängerkarriere geholt, konnte sie aber viele Jahre nicht nutzen weil ich keine Isolierung gefunden habe, die damit harmonierte. Nachdem der Wooki Underquilt auf den Markt kam und ich festgestellt habe, dass er sich wunderbar unter alle möglichen anderen Hängematte hängen lässt, habe ich es auch mit der Bahia versucht. Das hat sehr gut funktioniert, und ich konnte zum ersten mal in einer brasilianischen Hängematte (ein)schlafen. Leider nur für ein paar Stunden, denn es stellte sich heraus, dass die Baumwolle zu dehnbar für mich war, und ich Rückenschmerzen bekommen habe :( Sind die mexikanischen Hängematten auch alle aus Baumwolle? Oder werden evtl. auch weniger dehnbare Materialien verwendet?

    Vielleicht hast du ja Lust, im Mai zu unserem Forenhängen bei Kassel zu kommen und ein paar Hängematten zum probeliegen mitzubringen? Allerdings dulden wir definitiv keine Seile um Bäume. Es gibt sicherlich Seile die dick genug sind, und Bäume deren Rinde das problemlos wegsteckt. Aber dazu muss man sich mit Bäumen auskennen, und vermutlich ein gewisses Verständnis von der Physik haben. Das dürfte bei den wenigsten Hängern der Fall sein. Die meisten denken nicht über so etwas nach, sondern sehen nur die Seilaufhängung und nehmen einfach was sie haben - häufig Paracord, was nicht nur aus LNT-Sicht katastrophal ist. Deshalb gibt es die ganz simple Regel: Hängematte nur mit mindestens 25mm breiten Baumgurten aufhängen. Breiter gerne aber schmäler nicht.

    Noch eine Frage zum campen: wenn du eine traditionelle Hängematte unterwegs verwendest, wie schützt du dich dann vor Regen und Mücken? Die Frage der Isolierung wurde ja bereits gestellt und beantwortet; für mich reicht ein Schlafsack definitiv nicht aus, und Isomatten waren immer sehr unbefriedigend. Ich hab mich ja schließlich aus Bequemlichkeitsgründen für die Hängematte und gegen das Zelt entschieden - da will ich den Komfort nicht teilweise mit einer Isomatte zunichte machen.

    OK, wenn keiner diesen Job übernehmen will, werde ich das machen. Und weil echinotrix nicht selbst zum Treffen kommen kann, werde ich auch die Anmelde-Organisation übernehmen. Dafür gebe ich die Gemeinschaftsessen-Orga ab. Mit dem ganz normalen "Kannst du mal schnell dies zeigen" und "Hast du das dabei"-Rummel ist mir das ohnehin schon zuviel. Ich werde auch keine Bargeld-Kasse vor Ort machen. Alle Ausgaben werden nur schriftlich vorher oder nachher beglichen.

    In dem Fall brauchen wir noch Freiwillige für

    • Platzaufgaben-Organisation (z.B. Verbrauchsmaterial und Reinigung)
      Dafür sorgen, dass Verbrauchsmaterial wie Müllbeutel, Klopapier, Seife, Reinigungsmittel, Spüli, Spülwannen am Platz sind; dafür sorgen dass der Platz inkl. Toiletten bei Abfahrt sauber ist. Wenn sich der Organisator nicht selbst um alle Aufgaben kümmern will, sollte er Helfer für die einzelnen Aufgabenbereiche finden und koordinieren.
    • Gemeinschaftsessen-Organisation
      Köche für Gemeinschaftsessen finden; Termine für Essen planen.
    • Brennholz-Organisation
      Brennholzanbieter in der Region ausfindig machen; Kosten vergleichen; Ausreichend Holz bestellen und entgegennehmen.

    Das sind keine furchtbar zeitaufwändigen Aufgaben, aber sie müssen gemacht werden. Wenn sich niemand findet, gibt es eben kein Feuer und keine Gemeinschaftsessen.

    Krass, wo hast du das gesehen?

    Ich möchte hier keinen Direktlink posten, aber wenn ich auf Google nach "Amazonas Traveller Thermo" suche, wird mir als erstes eine Leiste mit Angeboten angezeigt. Da wird die Hängematte gleich zwei mal für 55,41€ plus Versandkosten angeboten. Mir wären 55€ noch zuviel. Aber falls ihr euch die Matte dennoch holt, postet gerne mal nach einem halben Jahr einen Erfahrungsbericht. Ihr könnt vorab auch mal den Rad-Franz nach seinen Erfahrungen fragen; ich glaube er hat eine Amazonas Traveller Thermo.

    Das sind wir nicht, meine Frau hat die Standard 1,75 und ich bin bei 1,85. Der Knackpunkt ist meistens, dass wir dazu noch relativ schwer sind und mindestens eine Belastbarkeit von 150kg brauchen. Die Amazonas Thermo kann bis 200kg belastet werden, passt also mit reichlich Luft. Sie soll 2,95 lang sein und eine Liefefläche von 2,75 Länge haben. Das sollte doch reichen, oder nicht?

    Das sind jetzt zwei unterschiedliche Kriterien. Zum Thema Länge hat Waldläufer70 ein paar Anhaltspunkte zusammen geschrieben, die dir eine Vorstellung davon geben, welche Länge ihr ungefähr braucht. Das sind keine in Stein gemeißelten Regeln, und es gibt auch noch andere Faktoren die etwas Luft nach unten verschaffen. Aber grob kommt das ganz gut hin. Ich bin beispielsweise 165cm groß, und meine Bettersatzhängematte hat eine effektive Länge von ca. 320cm. Wenn ich längere Hängematten benutze, kann ich den Komfort noch ganz leicht steigern - aber der Unterschied ist so minimal, dass es für mich keine große Rolle mehr spielt. Der Durchhang, die Stoffdehnung und die Konstruktion der Hängematte machen einen viel größeren Unterschied.

    Allerdings ist meine Campinghängematte effektiv nur ca. 285cm lang, weil die anderen Faktoren sie ausreichend bequem für mich machen, und der Zugewinn an Komfort von einer längeren Hängematte vom höheren Gewicht zunichte gemacht werden würde. Ich muss die Hängematte ja 15km-30km schleppen.

    Für deine Körpergröße wäre eine 350cm lange Hängematte optimal, aber es sollte kein Problem sein, auf 320cm runter zu gehen - sofern die anderen Faktoren den Längenverlust ausgleichen.

    Was die Kapazität betrifft, so ist die vom verwendeten Stoff abhängig. Ich gehe davon aus, dass die Amazonas Traveller Thermo aus einem 70D Stoff genäht ist um diese Kapazität zu erreichen. Normalerweise besagt die "Kapazität" aber nicht, dass der Stoff nach dem Erreichen reisst. Die meisten Hängemattenhersteller rechnen einen Sicherheitsfaktor von mindestens 5 ein. Wenn als Kapazität also 100kg angegeben wird, sollte der Stoff einen "Bruchkraft" von mindestens 500kg haben. Allerdings werden Stoffe schon lange vor Erreichen der absoluten Grenze unbequem, weil sie sich einfach zu stark dehnen. Abgesehen davon, dass die Amazonas Hängematte extrem kurz ist, wird sie vermutlich bei 150kg zusätzlich unbequem werden.

    Wenn die Hängematte mit 150kg wirklich noch bequem sein soll, würde ich entweder zu einem sehr schweren einlagigen Stoff raten (z.B. 210D) - was allerdings nur sehr wenige Hersteller anbieten - oder zu einer doppellagigen Hängematte (am besten 2 x 70D). Der Hauptgrund für eine doppellagige Hängematte ist nämlich nicht die Möglichkeit eine Isomatte einzuschieben, sondern schlicht und einfach das Erreichen einer höheren Kapazität. Soweit mir bekannt ist, hat die Amazonas Traveller Thermo Hängematte keine zweite Lage, sondern lediglich ein nicht-tragendes Einschubfach.

    Noch eine Frage: ihr habt aber nicht vor, gemeinsam in einer Hängematte zu schlafen, oder? Davon kann ich nur abraten - es sei denn, ihr mögt es gerne dauerhaft kuschelig. Die leichtere Person wird immer (halb) auf der schwereren Person zu liegen kommen.

    Du sagst also, dass die Matte keine Auswirkungen auf die Form hat?

    Nein; ich schrieb ja weiter oben:

    Bei sehr (zu) kurzen Hängematten hilft eine prall aufgeblasene Isomatte den Druck auf die Schultern abzumildern.

    Ob das Einschubfach allerdings den gleichen Effekt wie eine doppellagige Hängematte erzeugt, weiss ich nicht. Ich fand den Amazonas-Einschub eher nervig.

    Du betreibst ja einen Shop und kennst dich da mit den Vergleichen aus. Hast du einen besseren Tipp für einen ersten Versuch, der nicht zu sehr ins Geld geht und den Anforderungen entspricht?

    Die Amazonas Traveller Thermo ist ab 55€ zu haben. Für so wenig Geld wirst du leider keine hochwertigen Hängematten mit integriertem Netz finden. Es sei denn du hast unglaubliches Glück und findest ein gebrauchtes Superschnäppchen.

    Für eine Hängematte mit integriertem Netz und einer Kapazität von mindestens 150kg kannst du ab 200€ aufwärts rechnen. Wenn dir das Gewicht egal ist, dann schau dir mal die Hennessy Safari Zip Hängematten an. Die bekommt man gelegentlich im Sonderangebot (ohne Tarp) für unter 200€. Allerdings beisst sich das Design mit den meisten Underquilts, und man muss auf die Tie-Outs verzichten wenn man keine Kältebrücken haben will.

    Die Warbonnet Eldorado Heavyweight Double Layer (zwei Lagen aus 70D Nylon für eine Kapazität von ca. 180kg) gibt es bei mir ab ca. 250€ (abhängig von der Aufhängung).

    Wenn ihr erstmal auf ein integriertes Netz verzichten könnt, oder euch vielleicht selbst einen Netzsocken nähen könnt, gibt es günstigere Optionen. Im Prinzip könntet ihr euch auch einfach 4m Hängemattenstoff von ExTex besorgen und provisorisch zum testen auf verschiedene Längen whippen.

    Falls ihr bereit seid, bei mir im Bayerischen Wald vorbei zu schauen, hänge ich euch auch gerne sämtliche Hängematten aus meiner Privatsammlung (inklusive Amazonas und Hennessy) zum Probeliegen auf. Ein Nachmittag Probeliegen erklärt mehr als 100.000 Worte. Alternativ wartet ihr bis Mai und kommt beim großen Hängemattentreffen Nähe Kassel vorbei.

    Ich würde gleich mal von der Amazonas Traveller Thermo abraten, es sei denn ihr seid beide sehr kurz (unter 160cm). Das einzige positive, was mir zu dieser Hängematte einfällt ist der Preis. Wenn ihr Hänger bleibt, und einmal in einer ausreichend langen Hängematte gelegen habt, werdet ihr aber auch upgraden wollen - und dann habt ihr doch nichts gespart.

    Stabilisiert die Isomatte die Liegefläche, bringt sie einen Komfortvorteil?

    Bei sehr (zu) kurzen Hängematten hilft eine prall aufgeblasene Isomatte den Druck auf die Schultern abzumildern. Ansonsten kann eine Isomatte auch ganz allgemein bei dem Problem der Calf Ridge (Falte unter den Knien und Unterschenkeln) helfen - aber ich bevorzuge da definitiv andere Lösungen. Stabilisieren tut eine Isomatte eine normale GE-Hängematte nicht. Das wäre bei einer 90° Hängematte der Fall.

    Generell: Faltmatte, Selbstaufblasend oder Yogamatte?

    Generell: Underquilt. Aber wenn es eine Isomatte sein muss, dann nur wegen der Isolierung. Und da würde ich immer eine selbstaufblasende (mit Schaumstoffisolierung - also nicht NeoAir & Co.) vorziehen. Als Zusatzisolierung allenfalls eine dünne Evazote. Eine Faltmatte faltet sich in der Hängematte gerne zusammen, und eine Yogamatte ist für unsere Zwecke gänzlich ungeeignet.

    Ich kenne zusammengerollte Matten nur so, dass sie irgendwann die Rolle als Form beibehalten. Ist das immernoch so?

    Bei Schaumstoffrollen ist das der Fall. Aber das ist eigentlich unerheblich, weil du ja drauf liegst.

    Überall wird die Z-lite für 45€ empfohlen. Allerdings gibt es 10 Millionen billigere Konkurrenten. Lohnt sich das Geld? Faltmatte gefällt mir ja vom Packmaß ganz gut...

    Ich kenne nur die Z-Lite, und die hat ihre Anwendungsmöglichkeiten. In der Hängematte würde ich wie gesagt keine Faltmatte verwenden wollen. Und was billige Alternativen betrifft: höhere Preise haben meist ihren Grund. Bisher habe ich mit Billigausrüstung meist schlechte Erfahrungen gemacht. Aber es kommt natürlich immer darauf an, was die Ausrüstung leisten soll.

    WENN ihr Isomatten besitzt: welche und warum?

    Ich habe einiges durchprobiert und habe momentan nur noch drei selbstaufblasende Therm-a-Rest Matten für die gelegentliche Nacht auf dem Boden oder für spezielle Hängematten, die nur oder besser mit Isomatte funktionieren, und eine 3mm Evazote die als Zusatzisolierung in kalten Nächten dient. Die Evazote kommt bei mir zwischen Hängematte und Wooki.

    ich hatte zuletzt mal in der DD Frontline von einem Bekannten gelegen...zwar keine ganze Nacht aber dennoch kam sie mir irgendwie nicht so richtig "passig" vor - kann das sein, weil Du oben von der Körperlänge sprachst, dass eine Std. DD Frontline für mich mit 1.85m zu kurz ist

    Die DD Frontline ist 270cm lang. Bei 185cm Körpergröße würde ich auf jeden Fall eine Hängematte empfehlen, die mindestens 320cm lang ist.

    und ich eher so etwas in der Größe eine Frontline XL benötige?

    Die DD Frontline XL ist 300cm lang. Mit 165cm Körpergröße könnte das für mich passen. Für dich wohl eher nicht. Abgesehen davon, dass die Hängematte für die Größe sehr schwer ist.

    Das mit der Einlage von Isomatten hat mir auch gut gefallen zB bei der Frontline..aber das ist tatsächlich "unbequem" ja? Hätte ich nicht gedacht...

    Isomatten sind für Bodenschläfer konzipiert. Damit eine Isomatte in der Hängematte funktioniert, müsste sie im Torsobereich viel breiter sein. Ich denke mit 100cm Breite könnte man leben. Aber abgesehen von der schlechten Passform sind Isomatten umständlich und schwitzig. Wenn du schon eine Isomatte hast, kannst du sie natürlich ausprobieren. Extra für die Hängematte anschaffen ist meiner Meinung nach eine Fehlinvestition. Je nach Schmerztoleranz geben 999 von 1000 Hängemattennutzern früher oder später auf, und schaffen sich einen Underquilt an. Oder sie kehren auf den Boden zurück.

    meint Ihr ich sollte es dann doch erstmal mit einer GE Variante + Netz probieren..die Lawson hätte hat nicht gleich über 200€ gekostet daher fand ich sie zusätzlich finanziell interessant...

    Die Frage ist halt, welche GE Hängematten du bisher ausprobiert hast, und warum die für dich unbequem waren. Meine Vermutung wäre, dass es evtl. zu kurze und falsch aufgehängte Hängematten waren. Aus diesem Grund würde ich auch die Standard-Ticket to the Moon Hängematten nicht empfehlen. Die sind nämlich unter 300cm lang. Abhängig davon, wie groß du bist, würde ich eine GE Hängematte von mindestens 320cm Stofflänge empfehlen.

    Zum Preis: Bei mir bekommst du GE Hängematten mit Netz für unter 200€ (abhängig von der Aufhängung). Wenn du unter 190cm bist, kann ich die Warbonnet Eldorado sehr empfehlen. Die Dutch Half-Zipped finde ich persönlich nicht so bequem, aber das ist eine durchaus beliebte Einsteiger-Hängematte.

    Oder du nimmst erstmal eine netzlose Hängematte zum üben. Die Traveler XL ist eine super Hängematte wenn man kein Netz braucht. Die Lesovik Spirit Hängematten sind etwas schmäler, dafür aber etwas länger.

    Nur wenn du eine doppellagige GE Hängematte (zwecks Isomattennutzung) mit Netz haben willst, musst du tiefer in die Tasche greifen. Ich würde aber immer gleich zum Underquilt raten. Langfristig bleibt keiner bei der Isomatte. Das ist einfach zu unbequem.

    Ich kenne die Lawson Blue Ridge Hängematte leider nur aus dem Internet. Mich würde es brennend interessieren, wie sie sich liegt - aber um ehrlich zu sein habe ich starke Zweifel an dem Konzept. Deshalb wollte ich kein Geld dafür ausgeben, nur damit sie dann in meiner Kiste mit ähnlich sensationellen Hängematten verstaubt...

    Grundsätzlich bin ich kein Fan von Brückenhängematten, habe aber bisher auch nur 3 Modelle ausprobiert (Eureka Chrysalis, Warbonnet Ridgerunner, Dendronaut Koma). Meine Hauptkritikpunkte waren/sind:

    • alle brauchen einen großen Baumabstand
    • durch die Spreizstäbe kann man das Tarp nicht so steil abspannen wie bei einer GE Hängematte (Wetterschutz!)
    • für einen vergleichbaren Wetterschutz braucht man auch ein deutlich längeres Tarp (z.B. 13' statt 11' für die WBRR)
    • das Liegegefühl ist vergleichsweise kippelig
    • ich konnte zwar in allen Brückenhängematten auf der Seite liegen, aber dabei kam ein Knie immer auf dem harten, straff gespannten Rand zu liegen, was sehr unangenehm war.

    Die LBRH hat mindestens die ersten 4 Nachteile. Zusätzlich ist es keine richtige Brückenhängematte, sondern eine Spreizstabhängematte. Solche kenne ich aus diversen Gärten, und so straff gespannt ist die Gefahr einer Eskimorolle extrem groß. Ich bezweifle auch stark, dass man in der LBRH so flach liegen kann wie in einer echten Brückenhängematte - oder einer guten Gathered End Hängematte.

    Wenn du tatsächlich eine LBRH kaufen solltest, und zu einem unserer Sommertreffen kommst, wäre ich sehr an einem Probeliegen interessiert. Im Gegenzug darfst du dich gerne durch meine Hängemattensammlung testen. Sofern du das an 4 Tagen schaffst :D

    Ich hab e schon einige Hängematte zur Probe liegen dürfen aber an diesen speziellen Liegestiel (quer) um annähernd gerade zu liegen konnte ich mich bis dato nicht so Recht gewöhnen

    Welche Hängematten waren das? Waren sie gut aufgehängt?

    die Ridge Runner von Warbonnet als würdige Alternative einer Bridgehammock war ja auch lange Zeit nicht lieferbar bei bekannten Bezugsquellen

    Die WBRR war und ist immer lieferbar. Ich kann nur vermuten, dass du die Koma von Dendronaut meinst. Deren Produktion wurde eingestellt, und man muss Glück haben eine gebrauchte zu finden.

    Was mir an der Lawson super gefällt ist die Tatsache, dass das Alugestell (2 Bögen) die das Mückennetz aufstellen dabei sind als auch die Angabe, dass man sie als Zelt auf dem Boden verwenden kann. Ich für meinen Teil bin gespannt auf Eure ( und nicht zuletzt meine eigenen) Praxiserfahrungen oder Gedanken dazu :)

    Leider gibt es keine eierlegenden Wollmilchsäue. Ein gutes Zelt ist ein gutes Zelt; eine gute Hängematte ist eine gute Hängematte. Aber ein hängendes Zelt ist weder ein gutes Zelt, noch eine gute Hängematte. Es kann von beidem nur ein bisschen etwas.

    Ich nehme entweder ein gutes Zelt oder eine gute Hängematte auf meine Reisen mit. Je nachdem was die Hängemöglichkeiten hergeben. Wenn ich nicht auf das Gewicht schauen muss, nehme ich im Zweifelsfall beides mit. Wobei zwischenzeitlich gute Zeltvermeidungsstrategien auf den Markt gekommen sind (siehe Tensa4 und Carbon Tree).

    Wenn du dich nicht von dem Gedanken lösen willst, auf dem Boden zu schlafen, dann schau dir 90° Hängematten wie die HammockTent, Cross Hammock oder Amok Draumr an.

    Wenn du etwas zeltähnlicheres suchst, wärst du u.U. auch mit Tentsile gut bedient. Das ist allerdings keine Hängematte mehr, sondern ein Baumzelt.

    Das Tarp ist sehr schmal, und Warbonnet Hängematten haben einen flachen Aufhängewinkel. Die Tarp-Ridgeline ist bei mir meist auf Scheitelhöhe, damit ich mich nicht zu sehr ducken muss. Nach dem Abspannen hängt es aber immer etwas tiefer. Das Foto ist aber auch kniend aufgenommen, sonst hätte man die Hängematte nicht mehr gesehen.