Ich hatte auch schon mit 30° Aufhängewinkel eine straff gespannte Ridgeline wenn ich in der Hängematte (!) lag. Zumindest so, dass es einen Ton erzeugt und ich nicht mit dem Daumen groß drücken konnte.
Ja, der Aufhängewinkel hängt natürlich auch vom Verhältnis Ridgelinelänge/Hängemattenlänge ab. Aber normalerweise liegt die Ridgelinelänge ja in einem Bereich von 80-90%. Das sollte bei einer halbwegs "normalen" Ridgelinespannung Aufhängewinkel von 25° bis 30° zur Folge haben. Einen Ton gibt meine Ridgeline aber immer ab, wenn sie die für mich perfekte Spannung hat.
Bei dem Beispiel einer 3m(!) langen Dyneema Ridgeline mit <1% Stretch dehnt sich diese <3cm. "wobei 2-3cm sich nicht extrem bemerkbar machen." Ist das nun deutlich oder nicht extrem bemerkbar? 
Wie mit allem ist das eine Frage der Vorlieben und auch der Grenzwerte. Blind kann ich z.B. keinen Unterschied zwischen einer 335cm langen und einer 365cm langen Hängematte fühlen. Eine 305cm Hängematte kann ich aber sehr klar von einer 335cm langen Hängematte unterscheiden. Da spielt meine Körpergröße die entscheidende Rolle. Bei der Ridgelinelänge ist es ähnlich. Ich habe wochenlang verschiedene Ridgelinelängen an derselben Hängematte getestet - immer über Nacht. Manchmal hat sich eine Längenveränderung von 3cm bemerkbar gemacht - und manchmal nicht. Es gibt also vermutlich ein Spektrum mit "Wohlfühlbereich". Liegen Veränderungen in diesem Bereich, spürt man sie nicht. Werden Grenzen überschritten, machen sich auch kleinere Veränderungen bemerkbar.
Deutlicher ausgedrückt: Du bist in deiner Hängematte - liegst da nun mit für dich perfekt gespannter Ridgeline und ich nehme Maß. Dann wird der Abstand exakt der Unterseite eines Dachbalkens übertragen welcher sogar die von dir bevorzugte Neigung von Kopf- zu Fußende exakt aufweist. Die Hängematte wird nun aufgehängt und du legst dich rein - deiner Auffassung nach müsste das ja nun einen Unterschied zur nicht Gitarrensaiten straffen Ridgeline darstellen, korrekt?
Nein, denn die Ridgeline ist flexibel. Den Effekt merkt man deutlich bei unterschiedlichen Baumabständen. Bei einem Baumabstand von 3,30m verhält sich die Hängematte ganz anders als bei einem Abstand von 5m oder gar 9m. Ich kann es dir nicht gut beschreiben oder erklären. Das ist meiner Meinung nach hochkomplexe Physik, weil so viele Faktoren zusammen spielen (Aufhängung, Ridgeline, Hängemattenstoff, Nutzergewicht, ...). Probier es einfach mal aus, dann solltest du es eigentlich auch spüren.
Mit generell straffer Ridgeline ließe sich daran ein Tarp deutlich besser installieren ohne, dass dieses einsackt beim verlassen der Hängematte. Dinge an der Ridgeline würden nicht bei jedem ein und aussteigen so sehr herumhüpfen. Ein Mosquitonetz würde trotz schwer beladenen Ridgeline Organizer schön straff sein statt ein wenig durchzuhängen.
Mein Tarp hängt separat, deshalb habe ich damit kein Problem. Derek behauptet aber das Gegenteil: bei einer straff aufgehängten Hängematte sackt das Tarp stärker ab als bei einer weniger straff aufgehängten Hängematte. Ich habe es nicht ausprobiert. Waldläufer70 hat aber einige Vorschläge zu einer kombinierten Tarp/Hängemattenaufhängung gemacht, die dieses Problem umgehen.
Was den RLO betrifft: da halte ich es mit der Hängeregel "hänge nie höher als du zu fallen bereit bist" / "hänge nie über Gegenständen auf die du nicht zu fallen bereit bist". In diesem Fall habe ich nicht mehr Gewicht im RLO, als ich im Fall des Falles an den Kopf kriegen möchte. Wenn du so viel Gewicht im RLO hast, dass die Ridgeline bei beladener Hängematte durch hängt, ist die Ridgeline meiner Meinung nach entweder nicht ausreichend gespannt - oder der RLO ist zu schwer beladen.