Beiträge von Hammock Fairy

    Hammock Fairy welches Gestell würdest du für die XL empfehlen?

    Für draussen ist mir kein besseres Gestell als der Tensa4 bekannt. Im Haus kann die Verwendung aber eine Herausforderung sein. Evtl. funktioniert eine Variante davon besser. In meinen eigenen vier Wänden bevorzuge ich aber die "Ersatzbäume-an-die-Wände-schraub"-Lösung. Günstig, spart Platz, ist nicht im Weg, und bietet den gleichen Hängekomfort wie im Wald. Natürlich sind die Balken stationär. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch bei den Hängemattengestellen nicht :(

    Klar, das geht. Allerdings gibt es mehr Nachteile als Vorteile.

    • Ein separater Underquilt ist flexibler nutzbar, als ein angenähter Underquilt.
      Ich habe deutlich mehr Hängematten als Underquilts. Entweder müsste ich an jede Hängematte einen Underquilt nähen, oder ich müsste mich auf wenige Hängematten beschränken. Beides kommt für mich nicht in Frage.
    • Ein angenähter Underquilt schwächt die Hängematte.
      Das Nutzergewicht wird flächig auf den Hängemattenstoff verteilt. Der Underquilt zieht nur an den Nähten. Beides zusammen kann für den Stoff tödlich sein.
    • Wenn man seine Hängematte waschen will, muss man auch den integrierten Underquilt waschen.
      Bei synthetischer Isolierung ist das kein Problem - aber warum schwere Synthetik verwenden, wenn man mit einem integrierten Underquilt Gewicht sparen will?
      Und es macht keinen Spaß, Daune zu waschen.
    • Wenn man Daune verwenden will, muss der Hängemattenstoff daunendicht sein.
      Die Auswahl an daunendichten Stoffen ist kleiner als an Hängemattenstoffen. Daunendichte Stoffe sind teurer weil leichter (und damit dehnbarer) und behandelt. Eine Seite sieht meist aus wie ein Müllbeutel. Da musst du dich entscheiden, ob du direkt auf der Müllbeutel-Seite liegen willst, oder ob es nach außen so aussehen soll, als ob du in einem Müllbeutel hängst. Außerdem sind die meisten Quiltstoffe deutlich schmaler als 150cm.
    • Wenn die Hängematte kaputt geht, ist der Quilt auch kaputt.
      Wenn es teure Daune war, tut das noch mehr weh.
    • Wenn du nicht jeweils eine isolierte Hängematte für jeden Temperaturbereich haben willst, musst du Kompromisse machen.
      Entweder der Quilt ist immer warm genug - dann schwitzt du vermutlich in einigen Nächten, und schleppst häufig mehr Gewicht mit dir herum als notwendig.
      Oder der Quilt ist nur so warm, dass du auch bei höheren Temperaturen nicht ins schwitzen kommst - dann frierst du in kälteren Nächten, oder du musst einen weiteren Quilt darunter hängen. Dann ist nicht nur jede Gewichtsersparnis dahin, sondern du schleppst auch mehr Gewicht mit dir herum, als wenn du einen angemessen warmen Quilt hättest.

    Vermutlich habe ich noch Probleme vergessen.

    Die einzigen Vorteile sind:

    • Die Isolierung liegt wirklich 100%ig an.
    • Eine isolierte Hängematte ist geringfügig schneller aufgebaut als eine Hängematte mit Underquilt.

    Obwohl ich wirklich sehr kälteempfindlich bin, liegt das Wooki-Design gut genug für mich an. Vielleicht würde ich bei einer Winter-Expedition nach Sibirien über einen integrierten Underquilt nachdenken, um auch das letzte Luftloch zu eliminieren. Bei den hier üblichen Temperaturen hatte ich aber keine Probleme.

    Und viel mehr Zeit kostet der Aufbau von Hängematte und Underquilt nicht. Außerdem hänge ich, weil ich es gemütlich haben will. Ein paar Minuten mehr oder weniger sind mir nicht wichtig. Ich habe es beim Abhängen eigentlich nie eilig.

    Jetzt ist so ein Poncho aber relativ gut belüftet. Das könnte als UQP anders aussehen.

    Spannend wäre noch die Verwendung von Silnylon als UQP/Poncho aber ich denke das funktioniert aufgrund der fehlenden Atmungsaktivität gar nicht.

    Und deshalb wird auch fast immer atmungsaktiver Stoff - meist Quiltstoff - verwendet. Ein wasserdichter UQP ist nur für Spezialisten (Dampfsperre) empfehlenswert.

    Ich würde ein Unterforum für sinnvoll halten, wenn es für das Bikepacking spezielle Hängemattenausrüstung gäbe, wie z.B. Hängematten-Tarps mit Fahrradabteil oder Fahrrad-Hängemattengestelle. Soweit ich sehe, verwenden Bikepacker aber die gleiche Hängemattenausrüstung wie alle anderen. Ich fände es daher eher verwirrend, wenn Bikepacker die Vor- und Nachteile von Hängematte XY in ihrem eigenen Unterforum diskutieren. Warum sollte das nicht auch für einen Wanderer interessant sein? Der verfolgt das Bikepacking-Forum aber vielleicht nicht, weil er kein Bikepacking macht.

    Wie unterscheidet sich das Thema Bikepacking von den bereits vorhandenen Themen? Ich gehe davon aus, dass es nur um hängemattenspezifische Ausrüstung geht, und nicht um Packtaschen oder Fahrradteile? Die Hängematten-Ausrüstung dürfte doch die gleiche sein, die auch verwendet wird, wenn man zu Fuß, mit dem Kajak, dem Motorrad oder dem Auto unterwegs ist. Und für diese Bereiche haben wir doch auch keine Unterforen. Ich sehe die Gefahr, dass die Anzahl der Unterforen wieder steigt und das Forum unübersichtlich macht.

    Ein Überzug bzw. eine Windjacke für den Underquilt. Wenn du jemals eine Daunenjacke oder eine Daunenweste an hattest, und dann ein Windshirt darüber gezogen hast, kennst du den Effekt: Aufgewärmte Luft kann nicht mehr so einfach weg geweht werden. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass der Underquilt auch vor Regenspritzern und Dreck geschützt wird.

    Für einen UQP näht man einfach nur eine kurze Hängematte. Der Stoff sollte etwas länger sein als die Underquilt-Isolierung und ca. 150cm breit. Etwas breiter oder schmaler ist kein Problem.

    An den langen Seiten nähst du einen schmalen Tunnelzug, in den eine dünne Gummikordel eingezogen und an den Enden festgenäht wird. In der Mitte setzt du entweder die Tunnelzugnaht für 1-2 cm aus, oder nähst ein Knopfloch ein, durch die du die Mitte der Gummikordel raus ziehen kannst. Dann Kordelstopper drauf und Knoten ins Ende, damit der Kordelstopper nicht versehentlich raus rutschen kann.

    An den kurzen Seiten nähst du ebenfalls einen Tunnelzug, durch den die Aufhängung (ebenfalls eine dünne Gummikordel) gezogen wird. Die Kordelenden werden verknotet. Fertig.

    Vom Tunnelzug hattest du mir abgeraten Treegirl? Wie kritisch ist diese Warnung denn? Wirklich ein No-Go?

    Nein, es ist kein No-Go. Dutch gibt für seine Channel End Hängematten aus Hexon 1.7 ein Gewichtslimit von 250 lbs also 113 kg an. Also sollte der Tunnelzug bei dir halten. Whips belasten den Stoff halt gleichmäßiger.

    So ganz bin ich mit dem WBW auch noch nicht ganz warm geworden. Irgendwie habe ich immer noch das Gefühl es nicht gleichmäßig hinzubekommen. [...]

    Würde mich sonst mal an einem Tunnelzug mit Kurve versuchen. Genau Nähen geht ganz gut, das Whipping hab ich irgendwie nicht so drauf.

    Ich verstehe nicht, warum du den Warbonnet Whip nicht gerade hin bekommst. Ob der gerade wird hängt doch vom Tunnelzug ab. Wenn der sauber und nicht übermäßig breit genäht ist, kann man doch eigentlich kaum etwas verkehrt machen.

    Mein Warbonnet Whip an meiner Hexon 1.7 Hängematte sieht so aus:

    Der 3cm breite Tunnelzug ist gerade an der Ripstoplinie entlang genäht. Danach Kordel durch ziehen, Stoff sauber zusammenschieben, abbinden.

    Welche Ausrüstung verwendest du?

    • Warbonnet Blackbird 1.7 Single Layer Hängematte
    • Warbonnet Thunderfly Tarp
    • Warbonnet 0°F Wooki Underquilt
    • Z-Packs 20°F Schlafsack
    • Deuter ACT Lite 35+10 SL Rucksack (45 Liter)

    Die Isolierung passt in das Schlafsackfach. Der Rest plus Kocher, Lebensmittel, Klamotten ins Hauptfach.

    Ich sehe das so: wenn die Ausrüstung nicht in den Rucksack passt, kannst du dir entweder einen größeren Rucksack besorgen, oder zumindest Ausrüstung mit großem Packvolumen gegen Ausrüstung mit kleinerem Packvolumen austauschen.

    Deine Produkte sind nicht "falsch" - das DD Tarp 3x3 wird dich vor Regen schützen; in der DD Frontline Hängematte kannst du schlafen; die DD Underblanket wärmt dich von unten und der Carinthia Tropen Sleeping Bag M von oben. Aber in den Tasmanian Tiger Raid Pack MKIII passen eben nur 52 Liter, und die Ausrüstung, die du dir ausgesucht hast ist zwar günstig, aber dafür eben voluminös.

    Also ist die Hängematte nun 3,48m oder 2,88m lang? Mich interessiert die Länge des Rechtecks, das du erhalten würdest, wenn du die Hängematte glatt auf dem Boden auslegen könntest (was ja wegen Netz und Ridgeline nicht möglich ist). 2,88m wäre sehr kurz (9.5') - 3,48m wäre sehr lang (11.5'). Dazwischen liegen Welten...

    Bei mir führt eine so lange Firstleine bei meinen 11.5' bis 12.0' langen Hängematten meistens nach kurzer Zeit zu einem Fuss- oder sogar Wadenkrampf. Vielleicht liegt es daran, dass der Stoff bei einer so langen Firstleine für mich zu stark gespannt ist und dann zu sehr auf die Verse drückt. Ich weiss es nicht. Ich bin aber auch 184cm gross und habe im Verhältnis zur Körpergrösse recht lange Beine.

    Wenn ich mich richtig erinnere, sind deine GE Hängematten fast alle aus 40D Nylon, richtig? Mit Ausnahme von der 12' Hexon 1.7 70D Hängematte? Interessanterweise ziehe ich beim Hexon 1.7 eine deutlich kürzere Ridgeline vor. Ich habe keine Ahnung warum. Der Stoff ist aber ungewöhnlich wenig dehnbar - eine lange Ridgeline verstärkt das. Alle anderen 70D-Stoffe die ich verwende, haben gefühlt mehr Elastizität.

    Anbei hab ich über Deine Aussage zur sehr durchhängenden Hängematte Gedanken gemacht. Erzähl doch mal was dazu.


    Ist die Ridgeline eventuell doch zu kurz, mal so als Gedankenansatz?

    Das ist ein eigenes Thema, über das man sich stundenlang auslassen könnte. Nur soviel: bei den meisten Hängematten mit integrierten Netzen dient die Ridgeline nicht nur dazu, das Netz hoch zu halten, sondern auch dazu, eine Überlastung von Netz und Reißverschluss zu verhindern. Auf den Fotos sieht es so aus, als ob die Cocoon ein kreisförmiges Netz hat (was meiner Meinung nach wenig Sinn macht, weil es im besten Fall an einigen Stellen mehr Netz als nötig gibt, und im schlechtesten Fall an anderen Stellen zu wenig Netz gibt). Die Netzlänge in der Mitte dürfte der Ridgelinelänge entsprechen. Wenn du die Ridgeline verlängerst, reisst das Netz quer. Wenn du die Ridgeline verkürzt, kann dir das Netz u.U. längs reissen.

    Welchen Einfluss die Ridgelinelänge hat, kannst du am besten mit einer netzlosen Hängematte testen. Für mich liegt die perfekte Ridgelinelänge von 10.5' bis 11.5' langen Hängematten bei ca. 89% der Hängemattenlänge. Ich finde, dass man da flacher liegen kann. Das hängt aber auch von der Dehnbarkeit des Stoffes ab. Wird die Hängematte flacher gespannt, wird der Stoff stärker belastet (siehe auch Shugs berühmtes Death of the Green Bean-Video) . Ist der Stoff sehr dehnbar, dehnt er sich noch mehr. Man liegt dann gekrümmter statt flacher.

    Es ist nicht nötig, die Aufhängung abzunehmen oder die Hängematte auf den Boden zu legen. Ich nehme einfach ein Maßband (keinen Zollstock) und messe an der Kante entlang. Immer Stück für Stück. Selbst wenn ich mehrmals hintereinander messe, weichen die Ergebnisse maximal 1 Zentimeter voneinander ab.