Beiträge von Der olle Hansen

    Da die Komfortzone meines Hängematten-Schlafsack-Hybrids deutlich im Plusbereich der Außentemperaturen endet, habe ich bisher bei winterlichen Temperaturen freiwillig noch nicht hängend genächtigt. Unfreiwillig schon, denn im Frühjahr und im Herbst wird man ja auch mal von kalten Nächten überrascht.

    Vorteil vom Zelt im Winter ist eindeutig, dass man es leicht aufheizen kann: es reicht ein Teelicht für angenehme Wärme in wenigen Minuten, eine Gaslampe führt schnell zu T-Shirt-Temperaturen. Das dürfte selbst bei einem Tarp mit Türen unerreicht bleiben, oder?

    Wenn ich eine Firstleine spanne, kann ich auch eine Gaslampe aufhängen und bei geschlossenen Tarptüren kommt es unterm Dach auch zu einem Wärmestau. Durch die einwandige Konstruktion wird die Wärme aber schnell abgeleitet - ein doppelwandiges Zelt kann das besser. In den Nutzen der warmen Luft käme ich dann nur in der Hängematte liegend; stehe ich unterm Tarp, weht es mir kalt um die Beine, was beim An- und Ausziehen schon recht "frisch" sein kann.

    Frühstück im warmen Schlafsack bei geschlossenen Zelttüren fällt ja aus. Auch Abendessen nur in voller Montur im Freien, allenfalls noch unterm schützenden Tarp.

    Mein Tarp bekommt gerade Türen und für zusätzliche Wärme-Isolation meines Schlafsacks habe ich auch schon ein paar Ideen. Also theoretisch wäre ich in Kürze für kaltes Wetter gerüstet.

    Aber ob ich es wirklich mache? Zelt im Schrank lassen und nur mit Tarp und Hängematte in die kalte Natur? Die "Pimp-my-Hängematte"-Maßnahmen sind eigentlich bisher nur dafür gedacht, die o.g. kalten Überraschungsnächte komfortabler zu überstehen.

    Wie sind eure Winter-Erfahrungen, vor allem im Vergleich zum Zelt?

    Welche extremen Wetterbedingungen habt ihr schon erlebt?

    Wo hört der Spaß auf und es geht nur noch darum, das Wetter irgendwie ohne Schaden zu überstehen?

    Bin sehr gespannt, was ihr so berichten könnt.

    Einmal ist mir in der Nacht auch der eine Hering rausgeflogen, der die beiden Türen auf der windzugewandten Seite hielt.

    Der Wind drückt deutlich auf die Tür links im Bild (vergl. grüne Linie) und zieht an der anderen Tür in Pfeilrichtung, wie man im Kreis sieht.

    Beide Kräfte ziehen an dem einen Häring, ein zweiter wäre hilfreich gewesen; genügend Leine hattest du ja, wie man an den langen losen Enden sieht. ;)

    Aber auch eine Lastverteilung auf mehrere Häringe (wie weiter oben beschrieben) hätte die Situation deutlich entspannt. Es sieht ja nicht so aus, als wenn es dort Steine zum Beschweren gegeben hätte.

    Um die Leine nicht zu teilen, kannst du entlang der Linien (grün und blau) auf 2 Häringe (rot) spannen. Wenn du für jeden Häring eine Schlaufe einknotest oder einfach die Schnur einige Male um die Häringe wickelst, trägt der blaue Teil der Schnur keine Last.

    Insofern schien in dem Fall die windzugewandte Seite doch die mehr beanspruchte zu sein.

    Nein, die doppelte Last auf dem einen Häring war einfach zu viel.

    Ich habe ein Zelt, dessen Türen der Apsis sich auch so abspannen lassen, wie du es im Bild mit den Tarptüren gemacht hast. Das finde ich sehr praktisch: man kann durch den breiten Schlitz leicht rein und raus schlüpfen, ohne dass man erst den Reißverschluss öffnen muss. Kocht man in der Apsis , kann der Dampf gut abziehen. Ich habe jedoch schnell gemerkt, dass bei Wind die Beanspruchung des einen Härings sehr groß ist.

    Nur 1 Häring ... in meinem Fall reine Faulheit, denn die 2. Schlaufe zum Abspannen ist bereits fest angenäht ... ;)

    Cross Hammock : Du scheinst schräg zum Wind zu stehen, das ist auf jeden Fall besser, als wenn der Wind rechtwinklig auf die Breitseite trifft.

    Auf deinem ersten Bild (hier rechts) scheint es noch nicht zu wehen:

    gegenüber den roten Geraden zeigt das Tarp die typischen Kurvenlinien, die durch das Abspannen entstehen. Die Tarpfläche im grünen Kreis ist nach innen eingefallen.

    Auf dem linken BIld - mit Wind - sieht man deutlich, dass der Wind das Tarp auf der linken Bildseite eindrückt und rechts erkennt man deutlich die Beulen gegenüber der roten Geraden, die durch Sog entstehen. Auch im First "zieht" der Wind (grüne Pfeile). Der Stoff im grünen Kreis ist durch Windsog nach außen gewölbt; im Vergleich mit dem rechten Bild sieht man das deutlich.

    Den beiden Pyramidenzelten fehlen einfach ein paar Sturmleinen (rot eingezeichnet)

    Zum Thema "fliegende Bodenanker" (völlig ohne "e" oder "ä" :)) ging mir noch so einiges durch den Kopf:

    Ein solcher Bodenanker wird vermutlich ausreißen, wenn er plötzlich anders belastet wird, als beim Einschlagen vorgesehen.

    Eine andere Belastungssituation entsteht durch Wind, der quer auf das Tarp trifft. Da wird die Konstruktion sehr dynamisch. Das ist bei Hausdächern auch ein erhebliches Problem. Jedem ist klar: bläst starker Wind auf das Tarp, drückt es erheblich auf den Stoff und starke Kräfte ziehen an den Abspannleinen - aber genau in der Richtung, die wir vermutet hatten und daher werden die Bodenanker vermutlich auf der dem Wind zugewandten Seite halten.

    Aber was geschieht auf der gegenüberliegenden Seite, die dem Wind abgewandt ist? Viele mögen denken: nichts, denn dort weht ja kein Wind.

    Aber die Belastung des Tarps und seiner Abspannungen ist auf dieser Seite viel größer, denn dort entsteht ein erheblicher Sog, wie auf diesem Bild zu erkennen ist (die mittlere Grafik entspricht einem Tarp). Dabei wurde der dynamische Auftrieb (wie bei einer Flugzeugtragfläche) noch nicht einmal hinreichend berücksichtigt: Ist das Tarp so hoch gespannt, dass der Wind unten hindurch wehen kann, ist der Weg der Luft über dem Tarp viel länger als unter dem Tarp und die Konstruktion hebt ab:

    Ich denke, hier kann man das ganz gut erkennen, die rechte Seite hat deutlichen Auftrieb. (Es wehte so stark, dass der lichte Wald keinen ausreichenden Windschutz bieten konnte.

    Der Bodenanker (hier ist die Spannleine zum Glück an einem Baum befestigt) wird plötzlich recht steil nach oben belastet, so als wenn wir ihn beim Abbau aus der Erde ziehen - bei böigem Wind auch noch ruckartig.

    Sturmschäden an Hausdächern zeigen die größten Schäden auch auf der dem Wind abgewandten Seite. Auf diesem Bild sieht man sehr gut, wie der Wind an den Platten gezogen hat, denn sonst wären sie in das Haus hinein gedrückt worden und wären auf dem Bild nicht mehr sichtbar. Sicherung gegen Windsog (z.B. durch die im Bild sichtbaren kleinen Metallklammern) ist daher im Hochbau ein größeres Problem als Sicherung gegen Winddruck. Dort sind die verwendeten Materialien sehr druckstabil.

    Beim Tarp kann natürlich auch Winddruck - abhängig vom Gewebe - großen Schaden anrichten; dennoch sollte man immer an die großen Sogkräfte auf der Windschattenseite denken. Ein schwerer Stein auf dem Bodenanker hilft sehr, wenn man nichts stabiles zum Anbinden der Spannleinen findet:

    Auf dem Bild rechts (während einer Paddeltour auf der Elbe) blieben knapp 15 min vom Entdecken der Gewitterfront bis zu den ersten sehr starken Böen: Platz finden, runter vom Wasser und Tarp aufbauen - aber weit und breit kein Baum und kein Windschutz, nur diese Kiesbank. Auf dem Bild sieht man schon, wie der Wind am Wimpel unten rechts und am Tarp zerrt. Zum Glück gab es genügend viele große Steine, die tatsächlich gehalten haben. So sind wir dann in der Mitte unterm Tarp tatsächlich trocken geblieben und die Tarpstangen haben auch keine Blitze angezogen. Die Front war recht schnell durch und danach war wieder "Friede, Freude, Eierkuchen" und später ein schöner Sommerabend.

    morgens mit Blick in den Sonnenaufgang

    Das ist für mich auch ein großer Vorteil gegenüber dem Zelt (da ist man ja meist hinter doppelten Vorhang (Innen- und Außenzelt) "eingesperrt") : morgens von den Sonnenstrahlen geweckt werden! Ich liebe das sehr und habe es zufällig auch zu Hause so - zumindest im Sommerhalbjahr. Jetzt steht die Sonne zu tief und schafft es erst spät über die Bäume.

    Auch ich freue mich über die passenden Bäume

    Ja, das kann manchmal schon ziemlich vertrackt sein: der ganze Wald steht voller Bäume und es sind keine zwei dabei, die auch nur annähernd zum Aufhängen passen würde ... stimmt der Abstand, sind die Bäume viel zu dick oder viel zu dünn - stimmt der Stammdurchmesser, stehen sie in einem unbrauchbaren Abstand ...

    (Wenn man jetzt mit den Förstern spricht und um sinnvollere Pflanzungen bittet, zeigt das ja auch erst in einigen Jahrzehnten Wirkung :))

    Insofern freue ich mich auch sehr, wenn in etwa an der Stelle, die ich ausgewählt hatte, auch zwei passende Bäume stehen.

    Meine Kriterien:

    1. Wetterbedingungen
    2. schöne Aussicht beim Einschlafen (Sonnenuntergang, Landschaft)
    3. schöne Aussicht beim Aufwachen (Sonnenaufgang, Landschaft)

    Das führte natürlich schon zu nächtlichen Überraschungen, wenn ich das Wetter falsch eingeschätzt hatte und es plötzlich umschlug.

    Daher versuche ich, mir einen "Plan B" zurechtzulegen, was aber nicht immer gelingt.

    Dein begehrter Ziegel mit Reisverschluss kostet so $15 + $13.83 First Class USPS Mail nach Deutschland. Dann eventuell noch Zoll+MwSt.

    Das war nur ein Beispiel für die sehr günstigen Preise. Eine ähnliche Tasche habe ich mir selbst genäht und weiß daher, wie viele Arbeitsschritte notwendig sind. Nimmt man einen halbwegs realistischen Stundenlohn an, die korrekte Abfuhr von Steuern und eine sinnvolle unternehmerische Gewinnkalkulation, bleiben nur wenige Minuten für das Nähen, selbst wenn man den wenigen Stoff nicht berechnet, da es vielleicht Reste aus der Tarpherstellung sind.

    Kaufte ich nur die kleine Tasche, bliebe die zoll- und steuerfrei - der Grenzwert liegt bei 22€, wenn ich mich recht entsinne.

    Allerdings weiß ich nicht, ob das pro Stück gerechnet wird, oder pro Lieferung, wenn ich mehrere solcher Taschen ordern würde.

    Das ließe sich natürlich durch ein Telefonat leicht abklären; die Zollmöpse hier in Lübeck sind sehr nett am Telefon.

    Ich denke mal, dass auch nach DE geliefert werden kann. Fuer den Kauf einer kleinen Tasche wuerde es sich wahrscheinlich nicht lohnen...

    Da gröhlt dieser millionenschwere Wischmopp schlechtfrisierte Donald sein unsägliches "America first!" durch die Weltgeschichte und zwitschert, dass die Handelsbilanz mit Europa aus dem Lot geraten sei. Das war's dann auch schon ... denn Erleichterungen für den Einkauf in den USA gibt es nicht. Extreme Versandkosten und nervige Abholung vom Hauptzollamt nach Zahlung hoher Zölle.

    Alles nur "alternative Fakten"? Na ja, das ist ein anderes Thema.

    Aber schön wär's, wenn die Amerikaner sich bei Handel und Versand etwas von den Chinesen abgucken würden.

    Da braucht man nur Geduld. Der Rest ist simpel und preiswert.

    Mini Cottage vendor aus Ohio

    so isses:

    Zitat

    About TrailHeadz

    As a husband and wife team of outdoor adventurers, our goal is to provide backcountry travelers with quality, ultralight gear for their adventures. Each piece of gear we make is made right in our home from the best materials we can source.

    ein verhaeltnissmaessig neuer

    Zitat

    © 2019, TrailHeadz Hammocks

    Erstaunlich günstig ... machen die das als Hobby ohne Berechnung der Arbeitszeit?

    So eine Tasche z.B. kann ich mit Qualitätsmaterial nicht für 13,95 € nähen.

    Leider werden die Versandkosten erst nach dem Kauf berechnet - in D nicht rechtskonform.

    Man kann natürlich vorher per Mail fragen. (wird überhaut nach D geliefert?)

    (Et ceterum censeo "Heringe" non scribentur "Häringe" - oculi dolent)

    (Da die Rechtschreibreform sich mit der Begründung, Sprache lebe und entwickle sich, Dinge herausnimmt, die mir starkes Unbehagen verursachen (z.B. "Schifffahrt" <X), nehme ich mir die Freiheit heraus, so zu schreiben, wie ich es mal gelernt habe. :)

    Damals machte man noch einen Unterschied zwischen Lebewesen und Gegenständen - sowohl geschrieben, als auch in der Aussprache.)

    Nachtrag: Wenn's zu sehr stört, einfach die entsprechenden Stellen am Bildschirm mit nicht durchsichtigem Klebeband abkleben. ;)

    Eine weitere Möglichkeit, für die man allerdings mehr Heringe benötigt, wäre die folgende Idee:

    Gut erklärt im Video, aber ... die Belastung für Stoff und Öse bleibt gleich. Will man hier einen geringere Belastung, braucht man mehr Abspannpunkte.

    Die Belastung auf den Häring zu minimieren, schützt vor katapultierten Häringen, denn es minimiert auch die Last bei weichem Boden.

    Die Methode mit den 3 Häringen habe ich schon erfolgreich in weichem Sand angewendet. Den quer liegenden Häring kann man durch ein stabiles Stöckchen ersetzen.

    Hier wirkt noch ein weiteres Prinzip: Die Reibung zwischen Boden und Häring wird erhöht, weil die Kontaktfläche zwischen Boden und Häring durch den 2. Häring verdoppelt wird. Pro cm² Häringsoberfläche ist also weniger Reibung notwendig, um den Häring im Boden zu halten.

    Das ist der Grund für die unterschiedlichen Häringsformen:

    • Der Kreis hat eine optimale Geometrie; Zeltnägel mit rundem Querschnitt bieten daher die geringste Reibungsfläche (Durchmesser x 3,14 x Länge im Boden), aber bezogen auf den Durchmesser die optimale Oberfläche.
    • L-förmige Häringe bieten mehr Reibungsfläche, gefolgt von
    • Y-förmigen Häringen und
    • sternförmigen Häringen. (sehr selten am Markt)

    "Sandhäringe" sind einfach besonders lang und breit und bieten so eine große Reibungsfläche. Wenn man sie in den Boden schlagen kann (Wiese und eventuell Wald mag noch gehen, Stein ist wohl aussichtslos), eignen sie sich auch bei nicht sandigen Böden als "Sturm-Häring".

    In sehr weichem Sand kann es auch helfen, ein kleines Loch zu graben und so den weichen Sand abzutragen. Oft beginnt schon in wenigen Dezimetern Tiefe eine festere Bodenschicht, die deutlich mehr Halt bietet.

    Schnitzt man sich Häringe aus Zweigen, dann ist es besser, nur ein Ende anzuspitzen. Die natürliche Oberfläche ist uneben und rauh und hat damit eine große Reibungsfläche. Schnitzt man Häringe z.B. aus Feuerholzscheiten, wird die Oberfläche vergleichsweise glatt und bietet weniger Reibung, was sich durch Länge ausgleichen lässt - vorausgesetzt, man bekommt die Länge auch in den Boden.

    Häringe komplett einzuschlagen und nicht aus dem Boden schauen zu lassen, hilft nicht nur, Stolperfallen zu vermeiden, sondern erhöht auch die Reibungsfläche.

    Um die Häringe vor dem Ausreißen zu schützen, ist auch der Winkel zwischen Spannleine und Häring wichtig ( 90° wären optimal) und ein schwerer Stein hält den Häring im Boden.

    Liegt der Stein auf dem Häring, verhindert er, dass der Häring in seiner Längsachse aus dem Boden gezogen werden kann.

    Liegt der Stein vor dem Häring auf der Schnur, leitet er einen sehr geringen Teil der Kräfte schon vor dem Häring in den Boden und verhindert, dass der Häring z.B. durch in Windböen rüttelnde Leinen in seiner Querachse aus dem Boden gezogen werden kann - aber die Leine kann recht leicht am Stein durchscheuern.

    Geht man davon aus, dass eine Fliege auf dem Geländer eine Brücke durch die erhöhte Last durchbiegt, dann ist es auch wichtig, wie man einen nicht runden Häring dreht. Zeigen die V-förmigen Schenkel eines Y-Härings zum Tarp/Zelt, halten sie besser im Boden als wenn ein Steg zum Tarp/Zelt zeigt (bildet dann quasi ein"A" und gleitet wie ein Pflug durch den (weichen) Boden).

    Ist stürmisches Wetter zu erwarten, bin ich immer dankbar für jeden Ast, jede Baumwurzel, die ich zum Festbinden benutzen kann.

    Jede angebundene Leine setzt ja einen Häring frei, den ich an anderer Stelle zur Lastverteilung verwenden kann.

    "Winterarbeit": :)

    Ein "historisches" Zelt, das ich gerade aufarbeite, braucht neue Abspannleinen und meinem Tarp täten neue Leinen auch gut.

    Um beim Zelt den optischen Originalzustand zu erhalten, müssen die Leinen orange sein und ~ 2 mm stark. Beim Tarp ist es mir egal. Wenn ich eine große Rolle günstig kaufen kann, dann bekommt das Tarp eben auch orange Leinen. Ich will die Leinen nicht spleissen, sondern nur knoten.

    Nun habe ich eine Leine mit folgenden Eigenschaften entdeckt:

    • 100 m Dacron (PES) Drachenschnur 1,6mm Durchmesser
    • 16-fach geflochten, Hohlgeflecht
    • thermofixiert
    • vorgereckt = sehr dehnungsarm
    • beschichtet = extra glatt
    • 80 daN (kg) Höchstzugkraft

    Ist grad im Angebot für 9,50 €, das erscheint mir günstig. Aber der geringe Durchmesser und die Eigenschaft "beschichtet = extra glatt" verunsichern mich etwas.

    • geringer Durchmesser: unangenehme Handhabung, schneidet leicht ein? :/
    • "extra glatt": Knoten halten schlecht, rauscht durch Seilspanner durch? :/

    Ansonsten wäre im gleichen Laden noch eine Paracordschnur erhältlich (13,95 € /100 m), in 20m-Rollen, da kann das Tarp eine andere Leinenfarbe bekommen:

    • 2,5 mm Polyester (PES)
    • weich, geschmeidig und flexibel
    • hervorragender Knotensitz
    • Typ Hohlseil / Mantelgeflecht

    Weitere Daten werden nicht genannt. Trotzdem für meinen Zweck besser geeignet? :/

    Und: Welche Leinenlängen verwendet ihr beim Tarp?

    Nordisk blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, wie man hier nachlesen kann. In der Ära "CARAVAN" war dort ein junger Mann beschäftigt, der das innovative Zelt "Trip!" und dessen expeditionstaugliche Luxusvariante "Keb!" aus bisher unbekannten Materialien bastelte und damit "Outdoor-Legenden" schuf. Als CARAVAN sich mehr der Outdoormode widmete, machte der Zeltdesigner seine eigene Firma auf und ist damit bis heute erfolgreich.

    CARAVAN dagegen hatte aufs falsche Pferd gesetzt und ging im explodierenden Outdoormodemarkt sang- und klanglos unter.

    2005 kauften drei Leute den kläglichen Rest der Firma, benannten sie um und handeln nun mit eingekauften Produkten und Eigenproduktionen. Diese Eigenproduktionen haben teilweise erstaunliche Ähnlichkeit mit schon bestehenden Artikeln anderer Anbieter, sind aber meist preisgünstiger, weil aus nicht so extrem hochwertigen, und leichten, oft expeditionstauglichen Materialien - aber immer noch gut genug für den robusten Einsatz "normaler" Outdoor-Begeisterter.

    Das Konzept dahinter ist alt und hat sich schon bei Microsoft bewährt:

    Es reicht ein mittelmäßig gutes Produkt, wenn man ein sehr gutes Marketing hat. ;)

    Das Tarp besteht aus Polyamid Ripstock Nylon und macht einen stabilen Eindruck. (900g)
    Was denkt ihr darüber? Hat jemand sowas im Besitz oder Erfahrungen machen können.

    Ohne das Tarp zu kennen, würde ich sagen, es passt in das Konzept. Es gibt besseres, leichteres - aber teureres - Material. Es ist sicher ordentlich gemacht und für den "normalen Gebrauch" ausreichend gut.

    Aber bei dem Preis von knapp 200 € spielt es schon in der Hilleberg-Liga und da wird z.B. mit 4-7 mal wasserdichteren Stoffen gearbeitet: mind. 12.000 mm Wassersäule statt 3.000 mm. Das macht durchaus einen Unterschied, denn es kann sein, dass starker Regen als feinster Sprühnebel durch das Material durchschlägt. (zum Vergleich: bei Punktbelastungen, z.B. Knien auf einem Zeltboden, braucht man mind. 10.000 mm Wassersäule, damit die Nässe nicht durchschlägt und man gleich nasse Knie hat)

    Wenn du das Tarp auch mal als Unterlage für ein Picknick im nassen Gras nutzen möchtest, wirst du schnell einen nassen Hintern haben.

    Der Reißverschluss ist bauartbedingt nur wasserabweisend und wird bei starkem Regen Wasser durchlassen. Bei durchdachter Abspannung kein Problem, wenn das Wasser dann zum Rand hin abtropft. Auch Tarps ohne RV haben unzählige Aufbauvarianten, teilweise auch mit "Tür", die man wetterdicht schließen kann.

    2,60 m x 2,20 m wäre mir zu klein; ich finde ja mein Tarp mit 3 m x 3 m schon knapp bemessen.

    In dem Nordisk-Video wird das Tarp zwar als Hängematte benutzt (im Prospekt nur als Krankentrage), aber in der darauf folgenden Szene (0:49) sieht man deutlich den "Liegeabdruck" und das Tarp lässt sich nicht mehr glatt spannen. Das führt zu Beulen, die sich nicht mehr zurückbilden. Je nach Abspannsituation sammelt sich dann Regenwasser, das schnell eine enorme Gewichtslast aufbaut und das Material weiter dehnt.

    Mein (rein theoretisches) Urteil: Im Ansatz ganz gute Idee, aber noch nicht zu Ende gedacht. Der (zu) hohe Preis ist sicher den vielen Details und der Verarbeitung (z.B. umlaufendes Gurtband) geschuldet.

    Man kann also gggaaannzzz lllaaanngggsssaaamm nähen. Das ist schön wenn man selber nicht der Schnellste ist :)

    Ja, ich hatte bisher meine Maschine auch auf "1/2" gestellt.

    Nun habe ich zwischendurch, quasi "als Auflockerungsübung" :), mal eine neue Jogginghose in Angriff genommen und dabei mutig auf volles Tempo geschaltet. Bin sehr angenehm überrascht, denn durch das Tempo werden einige Stiche (z.B. zur Randversäuberung) schöner ausgeführt.

    Aber: Plötzlich hat man einen Bremsweg =O, wenn man aus voller Fahrt stoppt. Logisch - aber doch eine Überraschung. :)

    Also: Hier mein Tipp! :D

    ob es tatsächlich von Gütermann ist

    Daran habe ich keinen Zweifel. Und 800 m ist ja eine Konfektionierung, die Gütermann auch liefert. Da ist also nichts umgewickelt. (verursacht ja noch mehr Bearbeitungskosten ...)

    Bei vielen "Nebenbei-Verkäufern" ist es wohl reine "Liebhaberei" (wie es beim Finanzamt heißt) und rechnet sich nicht wirklich. Aber die Leute scheinen Spaß dran zu haben ... Wenn man sonst keine Hobbys hat ... :)

    So günstig, dass ich mich frage wo der Haken ist.

    An dieser Stelle kein Haken! :)

    Der Betreiber des Shops schrieb mir:

    Zitat

    [...] später habe ich dann einfach mal 6000 Spulen aus einer Schneidereiauflösung gekauft und ziemlich schnell gemerkt, das die Nachfrage nach Markengarn zu günstigen Preisen enorm ist. [...]

    An der veralteten Artikelnummer des Garns, das ich gekauft habe, sieht man ja auch, dass die Garne nicht "taufrisch" sind. Da Garne auch altern, könnte das natürlich eventuell ein Problem sein - ich glaube aber, für unsere "Privatspielereien" ist das zu vernachlässigen.

    Ich nähe gerade mit dem Garn und es läuft super durch die Maschine, die Unterfadenrollen werden sehr gut gewickelt, sodass die Unterfadenspannung konstant bleibt und die Stiche werden sauberer gesetzt, als vorher mit billigem Garn. (habe zum Üben alles Garn aufgebraucht, das im Nähkästchen lag: NoName und Ikea)

    Was mir allerdings auffällt: Die Farbe scheint sich verändert zu haben - da im Karton gelagert, kann es keine mangelnde Lichtbeständigkeit zu sein. Das als "anthrazit" gekauft Garn hat einen deutlichen Stich zu grün/braun. Aber ich habe keinen Vergleich, wie Gütermann bei nagelneuem Garn "anthrazit" definiert. Da ich gerade grüne Türen an mein dunkelgrünes Tarp nähe, gefällt mir die Farbverschiebung sogar ganz gut. :)

    Ich habe auch schwarz und gelb gekauft - da stimmt die Farbe.

    P.S.: Da der Shopbetreiber ein netter Mensch zu sein scheint, wird er auch sicher auf Nachfragen sagen können, woher das Garn ist, das man kaufen möchte.