Beiträge von Mittagsfrost

    In Forst waren zwar laut Karte einige Gaststätten entlang des Radweges, aber der Radweg war gesperrt und auf der Umleitungsstrecke fand ich keine, die geöffnet hatte. Ich habe mich auch nicht lange hier aufgehalten und auf das Anschauen der Rosen verzichtet, weil ich noch ein paar Kilometer hinter mich bringen musste, um den Einbruch der Dunkelheit nicht gerade am Tagebau Jänschwalde zu erleben.

    Also fix weiter. In Sacro konnte ich dann einem Biergarten doch nicht widerstehen und aß erst einmal Abendbrot und füllte meine Wasserflaschen wieder auf. Wasserverbrauch heute 4,5 Liter. Nun wurde es schnell dunkel. Ich konnte im letzten Licht gerade noch in ein Wäldchen abbiegen und mein Net Tent aufbauen und wurde dabei von blutrünstigen Mücken gepiesackt. Rein ins Zelt, Reißverschluß zu und ausgestreckt. Tagesleistung 151 km. Nicht schlecht für so einen alten Knacker wie mich. :)

    Hier stimmt die Zeit, da der 15. Längengrad, auf den die Mitteleuropäische Zeit MEZ bezogen ist, hier verläuft. In Görlitz war ich schon oft, deshalb spare ich mir den Abstecher in die sehr sehenswerte Altstadt. Nur noch schnell ein Foto.

    Fahrradfahren macht Spaß. Vorbei geht es an der "Geheimen Welt von Tursede" einer Art Disneyland auf der Kulturinsel Einsiedel. Wunderschön!

    Hinter Rothenburg bekomme ich Hunger und vor allem Durst. Neben Matjesfilet und einem großen Bier gönne ich mir noch ein Eis.

    Das nächste Highlight ist Bad Muskau mit dem Fürst-Pückler-Park. Ja genau, der mit dem Eis. Der Fürst, nicht der Park.

    Ich fahre durch den Park und finde ein Baumpaar im passenden Abstand. Fahrradfahren macht zwar Spaß, aber im Schatten liegen noch viel größeren. Behauptet jedenfalls mein Rücken. Ach, wird das herrlich!

    Wo sind bloß die Baumgurte? Ich hab sie doch mit in den Packsack ...

    Moment. Hab ich nicht. Sie hängen noch bei Hirschfelde, nun rund 100 km entfernt. Die Mücken und weil das Packen so schnell gehen sollte ...

    Ich habe nie verstanden, wie man die Baumgurte vergessen kann. Man schaut sich doch noch mal um, wenn man seine Sachen zusammmengepackt hat. Zum Glück kann mir so etwas nicht passieren. Und nun das. Wo bekomme ich jetzt Baumgurte her? Baumarkt? Eventuell Autozubehör? Es ist Sonnabend, kurz nach 15 Uhr. Also ist Eile geboten, bevor die Läden schließen. Google fragen: Wo ist der nächste Baumarkt? Was? In diesem <Schimpfwörter entfernt> gibt es keinen Baumarkt? Der nächste ist 30 km entfernt vom Radweg?

    Nachdem die Tränen versiegt waren setzte sich die bittere Erkenntnis durch: Strafe muss sein. Unwürdiger Baumgurtvergesser, du wirst büßen! Im Staube wirst du dich winden! Der harte Boden wird dein Nachtlager sein. Weinend wirst du deiner Hängematte versprechen, daß du nie wieder, niemals und überhaupt nicht mehr, nie mehr die Baumgurte hängen läßt. Bußfrist bis Montag, wenn du in einer Stadt mit Baumarkt, wahrscheinlich Frankfurt/Oder, vorbeikommst.

    So, genug gejammert. Noch zwei Fotos vom Park und weiter wird geradelt.

    Tag 2 - Der Tag der schrecklichen Erkenntnis

    Raus aus der Hängematte und - nein, nicht frühstücken. Schnell zusammenpacken, sonst zerstechen mich die Biester noch. Schneller, schneller, okay noch ein Foto.

    So, geschafft, bin wieder auf dem Radweg. Heute geht es richtig los. Rechts der Fluß, die Grenzmarkierungen und der Wildschweinschutzzaun werden meine Begleiter sein. Der Zaun soll übrigens verhindern, daß polnische Wildschweine deutsche Wildschweine mit afrikanischer Schweinepest anstecken. Also Grenzen dicht! Na ja, wenn's hilft.

    Vorbei geht's am Kloster Marienthal. Hübsch hier. Total ruhig. Schlafen die noch? Oh, es ist ja erst kurz vor 6 am Morgen. Aber vielleicht halten die Nonnen auch schon Morgenandacht.

    Nun gibt es auch einen schönen Blick auf die Neiße. Fahrradfahren macht Spaß.


    Und da ist auch schön Görlitz bzw. der polnische Teil der Stadt, also Zgorzelec zu sehen.

    Tag 1 - Anfahrt mit der Bahn

    Nach der Arbeit gab ich meinem Gepäck noch den letzten Schliff.

    Hängematte oder Zelt? An der Neiße gibt es Bäume, an der Oder wird es schwierig werden, welche zu finden. Auf Nummer sicher gehen und die ganze Zeit im Zelt schlafen? Nein, nur wenn ich muss. Das Gatewood Cape mit Serenity Net Tent nehmen doch nicht so viel Platz weg. Die NeoAir Isomatte auch nicht. Also beides mitnehmen? Ja. Dann bleibt eben das Kissen zu Hause.

    Moskitonetz für die Hängematte? Ach was, hab ich schon ewig nicht mehr gebraucht. Vielleicht das Half-Bug-Net? Gut, am Fluß gibt es vielleicht doch ein paar Mücken. Oh, ein Tarp brauche ich noch, falls es regnet. Das kleine leichte oder das 3x3 Tarntarp? Lieber das große, da kann ich das Fahrrad besser verstecken. Mann, sind die Taschen voll! Jetzt müssen noch 3 Liter Wasser mit rein. Und was mache ich mit den Tomaten und den beiden Gurken? Die werden doch schlecht zu Hause. Mitnehmen. Die beiden Äpfel auch. Okay, fliegt eben der Pullover auch noch raus, dann passen sie noch mit rein. Ist das schwer! Jetzt aber schnell zum Zug!

    Im Zug nach Dresden bin ich das einzige Fahrrad. Umsteigen geht einfach. Abfahrt rund 10 Minuten später am Nachbarbahnsteig. Aber was ist das? Ich will doch nach Zittau und an der Anzeige steht Görlitz / Liberec. Hm, Abfahrtszeit und Bahnsteig stimmen. Egal, schnell rein, hier kommen noch fünf Fahrräder. Schnell die drei Packtaschen abmachen, damit die anderen Räder auch reinpassen. Jetzt kommt die Schaffnerin und schimpft, daß zu viele Räder im Zug wären. Egal, er fährt schon. Bei der Fahrscheinkontrolle frage ich sie, ob der Zug nach Zittau fährt. Ja schon, aber mein Waggon wird abgekoppelt und fährt nach Görlitz. Das vordere Fahrradabteil wäre aber eh schon voll. Ich müsse dann sehen, ob mich der nächste Zug mitnimmt. Die Chancen stünden aber eher schlecht. Urlaubszeit.

    Vier der anderen Radfahrer wollen auch nach Zittau. Und mein Rad steht ganz hinten. :(

    Beim nächsten Halt versuchen wir unser Glück und zwängen uns ins andere Fahrradabteil. Mit dem Fahrrad in der einen und drei Packtaschen in der anderen Hand nicht einfach. Aber wir helfen uns gegenseitig. Zum Glück ist die Schaffnerin anderweitig beschäftigt und sieht den total verperrten Durchgang erst, als der Zug wieder fährt. Sie schreit eine Weile rum, aber als die fahrradlosen Mitreisenden ihr Solidarität mit uns ausdrücken beruhigt sie sich etwas. Wir hatten alle einen anstrengenden Tag.

    Zittau. Endlich raus aus dem Zug! Es wird schon langsam dunkel. Schnell nach Hirschfelde radeln und dort am Neißehang ein Plätzchen für die Nacht suchen.

    Hier biegt ein Waldweg vom Radweg ab. Den nehme ich, auch wenn er sehr zerfurcht ist. Murks, hier ist er mit Absicht versperrt worden. Durch das Astwerk komme ich mit dem Rad nicht durch.

    Also Fahrrad zurücklassen und gut tarnen.

    Ja, hier sieht es besser aus. Ich hänge mich quer über den Weg. Aua, was war den das? Ich bin von Mücken umringt. Schnell in die Hängematte, Topquilt über die Beine und Netz über den Kopf. Ist das warm! Doch was hilft's? Lieber schwitzen als gestochen werden.

    Herzlich willkommen im Forum!

    über tipps würde ich mich riesig freuen und bin auch schon richtig gespannt auf meine ersten hängematten-camping-trip.

    Einen Tip hätte ich. Wenn Du Dich bei uns ausnahmsweise mal an die Rechtschreibregeln hältst (Stichwort: Großschreibung), läßt sich Dein Text wesentlich besser lesen und Du bekommst vielleicht mehr Antworten auf Deine Fragen.

    Im Baumarkt gibt es Gurtmaterial. 3 m pro Seite sollten ausreichen. In ein Ende eine Schlaufe knoten zum Durchfädeln des anderen Endes. Dann knotest Du an der benötigten Stelle einen Marlspiekerschlag um ein mindestens daumenstarkes stabiles Stöckchen (liegt unter Bäumen meist rum) und hängst die Endschlaufe der Hängematte über den Knoten. Vorsicht, nicht über das Stöckchen, sondern über den Knoten hängen! „On the knot, not the toggle!“ Anderenfalls könnte das Stöckchen brechen und Du wirst zum Bodenschläfer.

    Nachtrag: Hier eine passende Videoanleitung.

    Übrigens ist jetzt das perfekte Wetter, um Daunenquilts, -jacken, -westen und -mützen zu waschen. Bei Temperaturen über 30°C benutzt Ihr die Sachen sowieso nicht und der Trocknungsprozess verläuft extrem schnell. Einfach in den Schatten* hängen und ab und zu mal durchschütteln.

    *Direktes Draufballern der Sonnenstrahlen tut den zarten Hüllstoffen vielleicht nicht so gut.