Beiträge von Waldläufer70

    Noch eine Ergänzung für die Schweiz, angeregt durch den Beitrag von dawoidler:

    • Waldfläche: 1,28 Mio. Hektaren Wald, was rund 33% der Landesfläche entspricht.
    • Bei aktuell knapp 8,6 Mio Einwohnern ergibt das 6,7 Einwohner pro Hektar.
    • Auf jeden Einwohner kommen etwa 66 Bäume. (Das finde ich noch eine anschauliche Maßeinheit.)

    Die Waldfläche nimmt in der Schweiz insgesamt zu. Zum einen ist die Waldfläche bei uns geschützt, d.h. es darf nur ein Stück Wald gerodet werden, wenn diese Fläche andernorts dazukommt. Dabei gibt es auch recht strenge Auflagen. Zum anderen werden im Alpenraum immer mehr bewirtschaftete Flächen aufgegeben und in der Folge vom Wald überwachsen.

    Gerade im Mittelland, wo der Hauptanteil der Bevölkerung lebt und wo die Bevölkerung auch am schnellsten wächst, gilt das mit der Zunahme der Waldfläche nur bedingt. Hier bleibt die Waldfläche weitgehend konstant, weshalb der Druck auf die bestehenden Wälder in den letzten Jahren stark zugenommen hat.

    In erster Linie nimmt die Waldfläche im Gebirge zu, weil dort die Bewirtschaftung immer weniger rentiert und in der Folge immer mehr Alpen aufgegeben werden (gerade im Tessin). Verlassene Alpbetriebe verganden sehr schnell und fallen über kurz oder lang dem Wald anheim. Es gibt aber auch Projekte, diesem Prozess durch einen sanften Tourismus zu begegnen (z.B. hier).

    Im Gebirge und insbesondere auf der Alpensüdseite ist die Waldfläche in den letzten Jahren am schnellsten gewachsen. In der Zeit von 1985 bis 2013 hat die Waldfläche dort um bis zu 28% zugenommen.

    Quelle

    Off-topic: Die Website der «Forstfreunde.de» hatte kürzlich ein Projekt ausgeschrieben: Da wollten sie doch tatsächlich Leute dafür gewinnen, sich finanziell an einem Aufforstungsprojekt im Verzascatal (Tessin) zu beteiligen. Genau das passiert dort aktuell von alleine, weil viele in früheren Jahrhunderten gerodete Flächen (Zeit aus dem Roman «Die Schwarzen Brüder» von Lisa Tetzner / Kurt Held) heute wirtschaftlich nicht mehr rentieren, verlassen werden und in der Folge der Wald von alleine zurückkehrt. Das Projekt ist inzwischen von der Website verschwunden. ;)

    Ich vermute, dass es auch eher Zufall war, dass ich den Knoten als Kind richtig herum gelernt habe. – Leider gehen die Schnürsenkel gewisser Fabrikate dennoch recht häufig von alleine auf. Es kommt eben nicht nur auf den Knoten, sondern auch auf die Struktur der Schnürsenkel an.

    Die Idee klingt verlockend. Leider habe ich meine Zweifel, ob so etwas funktionieren wird. Eine solche Tradition muss historisch wachsen: Die Menschen müssen damit verantwortungsvoll umgehen und diese Verantwortung muss man von klein auf lernen. Nicht umsonst nimmt das Wort «Verantwortung» im schottischen »Outdoor Access Code« einen so prominenten Raum ein.

    Ich wohne ja in der Schweiz und hier nutze ich die Überreste unseres Jedermannsrechts seit einigen Jahren, um im Wald mit der Hängematte oder in den Bergen mit dem Zelt zu übernachten. Das funktioniert soweit gut und ich hatte – wenn überhaupt – bisher praktisch nur positive Begegnungen.

    Was mir aber in letzter Zeit aufgefallen ist: Ich treffe aktuell viel mehr Leute im Wald an als vor der Corona-Krise: Deutlich mehr Leute als sonst machen einen Waldspaziergang oder entführen ihr Mountain-Bike in den Wald. Viele Leute kennen die Regeln nicht. Mehr und mehr Single-Trails werden zurzeit durch bauliche Massnahmen für Mountain-Biker abgesperrt. Anscheinend haben die Beschädigungen durch unsachgemässes Bremsen und fahren neben den Wegen bereits so stark zugenommen, dass solche Massnahmen nötig waren. Der Umstand, dass auf den angebrachten Schildern immer wieder auf den «Trail Code» für Mountain-Biker verwiesen wird, dürfte zeigen, dass da zu grossen Teilen Leute unterwegs sind, die sich noch nie mit den Regeln der Kunst auseinander gesetzt haben.

    Kurz, ich glaube nicht, dass es funktionieren wird, jetzt in einer grossen Hauruck-Aktion in Deutschland oder in der Schweiz ein Jedermannsrecht nach skandinavischem Vorbild einzuführen. Das müsste – falls überhaupt praktikabel – in kleinen Schritten eingeführt werden und würde ohne Kontrolle («Ranger», die mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, aber auch sanktionieren können) wohl nicht funktionieren.

    Dazu kommt, dass die skandinavischen Länder eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte aufweisen (Schweden: 23 E./km², Norwegen: 14 E./km²). Deutschland hat aktuell etwa 233 Einwohner pro km², die Schweiz 207 Einwohner pro km². In den primär bewohnten Gebieten der Schweiz liegt sie deutlich höher, denn 60% der Landesfläche liegen in den Alpen und im etwa 30% der Landesfläche umfassenden Mittelland leben rund zwei Drittel der Bevölkerung. Im Mittelland (grün) liegt die Bevölkerungsdichte also bei rund 460 Einwohnern pro km².

    Mittelland_withstations.png © Quelle

    Gerade im Mittelland sind bei uns der Wald und die landwirtschaftlichen Flächen noch am meisten mit einem wirtschaftlichen Interesse verknüpft. Den Druck auf diese Gebiete nun noch durch eine Erweiterung eines Jedermannsrechts zu erhöhen, würde wohl zwangsläufig zu einer Zunahme von Spannungen und Problemen zwischen den Landbesitzern und denen führen, die das Land in ihrer Freizeit nutzen möchten. In den Gebirgsregionen spielt die Land- und Forstwirtschaft zwar national betrachtet eine deutlich geringere Rolle, die Leute, die dort von ihrem Land leben müssen, sind aber umso mehr darauf angewiesen, dass ihre ohnehin schon knappen Einkünfte nicht noch durch Schäden, die durch den Freizeit-Tourismus verursacht werden, verringert werden.

    Nochmals, ich finde die Idee verlockend, aber ich glaube nicht, dass sie so einfach praktikabel ist. Das müsste – wenn schon – sehr sorgfältig und in überschaubaren Schritten passieren. Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht so recht daran. Darüber nachzudenken, finde ich aber sehr sinnvoll und auch nötig, gerade in der aktuellen Situation.

    Eine Sache noch: Erstes Mal den Marlinspike hitch genutzt. Eine Seite hat gut gehalten, die andere hat mich zweimal fallengelassen. Wie stark müssen die Toggles sein? Ich weiß auf den Knoten legen nicht auf den Toggle aber ich glaube dass zweimal der kleine Zweig unter der Kompression aufgegeben hat. Anders kann ich mir meinen Absturz nicht erklären.

    Ich kann dir keine Zahl nennen, aber ein Zweig reicht da nicht. Auch wenn die Hauptlast auf dem Band ruht, so ist doch einiges an Last auch auf dem Toggle: Der «Knoten» will sich ja öffnen und der Toggle muss das verhindern. Ich habe mir vor Jahren welche aus einem (aus der Erinnerung geschätzt) 8mm bis 10mm dicken Rundholz (Buche) gemacht. Die haben gut gehalten.

    Wenn er sie kreuzt, würde ich den Tunnelzug aufmachen und erneut nähen.

    Ergänzung:

    • Wenn man durch den Tunnelzug aufhängen möchte, ist relevant, ob der Falz schön dem Ripstop-Muster entlang verläuft. (Der Stoff dürfte da auch schräg abgeschnitten und die Naht schief sein.)
    • Wenn man ein Warbonnet-Whipping nutzen möchte, dann ist die Naht selbst relevant.

    Im Idealfall arbeitet man so, dass beide Kriterien erfüllt sind. :)

    Ich werde bei meiner Hängematte aus Hexon 1.7 mal beobachten, ob die Nutzung des Tunnelzugs irgendwelche Nachteile mit sich bringen wird.

    Ich finde, dass sich ein Warbonnet-Whipping mit einem schmaleren Tunnelzug besser umsetzen lässt. Ich nutze den aber auch nur ganz selten.

    83,333% gehen auf den Bruch 5/6 zurück. Bei diesem Zahlenverhältnis hat man rund 10% der Hängemattenlast auf der Ridgeline, wenn man die Hängematte mit einem Hängewinkel von etwa 30° aufhängt. Ich denke, dass dieses Verhältnis den 83% zugrunde liegt. Man könnte auch ein Verhältnis von 6/7 propagieren (85.7%). Was am Ende bequemer ist, muss man für sich selber ausprobieren. Man braucht sich da an keinen Fixwert zu halten, aber 5/6 respektive 6/7 sind gute Einstiegswerte.

    Ich fand diesen Artikel auf Dutchs Webseite hilfreich

    Das ist eine gute Zusammenfassung. Was Dutch nicht berücksichtigt hat, ist die Reduktion der Bruchlast bei Whoopie Slings um rund 30%. Diese Angabe findet man hier gleich im ersten Satz. Von den 1600lbs bleibt bei Verwendung als Whoopie Sling unter Berücksichtigung des Sicherheitsfaktors von 5 also "nur" eine Nutzlast von 224lbs (gut 100kg) und nicht 320lbs (rund 145kg) wie Dutch angibt.

    Nur der auslösende Beitrag war während unserer internen Beratung nicht sichtbar.

    Alles klar. Ich hatte mich bloss gewundert, weil plötzlich zu war. Den Auslöser bekam ich dann ja auch gar nicht zu Gesicht und da habe ich mir dann überlegt, woran es gelegen haben könnte. Dann kann man die letzten Beiträge ja morgen löschen. Danke.

    Hab die Bilder wie immer eingefügt und bei mir sind sie alle sichtbar. Vielleicht kann DL1JPH

    nochmal drüber schauen.


    Gibt es noch jemanden der die eingefügten Bilder nicht sehen kann?

    Mist, da hätte es heissen sollen, dass ich die Bilder zu Versuchsaufbau 1 nicht sehen kann. Alle anderen waren perfekt sichtbar. Sorry, dass ich die «1» vergessen habe.

    Aktuell sind alle Bilder im Text nicht mehr sichtbar (nur Links, die ins Leere führen) und nur unter dem Text ein Haufen Bilder, die so separat nicht so viel aussagen.

    Da das Thema geschlossen wurde und kein Vermerk, ob es wieder offen ist, wollte ich es ausprobieren. Der letzte Hinweis ist ja, dass das Thema geschlossen wurde und nicht wieder geöffnet. Aber das mit der Antwortbox habe ich jetzt gemerkt.

    PS: Falls die Links zum «Ashley Book of Knots» das Problem waren, hätte man die auch löschen können. In der Schweiz ist es legal, vom Internet grundsätzliche legale Inhalte herunterzuladen, nicht aber zum Download zur Verfügung zu stellen. In Deutschland mag das anders sein. Da ich es heikel fand, das Buch selber hier einzustellen (Vorschlag von Ushi), habe ich es verlinkt, da man ja im Disclaimer jeweils sagt, dass man für die externen Inhalte nicht verantwortlich ist.

    Glückwunsch zur ersten selbstgenähten Hängematte!

    Für das Warbonnet-Whipping müsstest du die Nähte wohl nochmals öffnen und den Umschlag für den Tunnelzug auf 2.5cm bis 3cm reduzieren. Wenn diese Kanäle zu breit sind, ergibt das unsaubere Resultate.

    Die Hängematten von DutchWare (auch aus diesem Stoff) werden mittels Tunnelzug aufgehängt und sind mit drei Nähten gemacht.

    Hier, was ich grob nachgemessen habe (ich habe die Dogbones jetzt nicht extra rausgenommen):

    • Einschlag: ca. 1.5cm
    • Umschlag (Tunnelzug mit Nähten): ca. 7cm*
    • 3 Nähte im Abstand von ca. 6mm

    * Viele hier im Forum würden das als Materialverschwendung bezeichnen. Ich würde den Tunnelzug – gerade bei den breiten Stoffen – aber trotzdem nicht zu schmal machen. Aus meiner Sicht werden die Nähte unnötig stärker belastet, je näher am Ende sie sind. Die Stofffalten intensivieren sich zum Kopf- respektive Fussende hin bei Aufhängung mittels Tunnelzug immer mehr und diese immer engeren Radien muss das Nähgarn ja mitmachen respektive die Nähte behindern diese Kräuselung des Stoffes, wenn die Tunnelzüge allzu schmal sind. Wenigstens 6cm breit würde ich die Tunnelzüge bei dieser Stoffqualität und -breite schon machen.

    Ich weiss nicht, welches Nähgarn DutchWare verwendet. Ich selber habe bisher alle meine Näharbeiten mit Gütermann Allesnäher oder sogar dem Allesnäher aus dem lokalen Supermarkt (made in Europe) genäht, mache damit aber in der Regel vier Nähte (Stichlänge 2.5mm), wenn ich mittels Tunnelzug aufhängen möchte. Meine ersten Hängematten habe ich mit drei Nähten gemacht und selbst das hat bisher problemlos gehalten.

    Ich persönlich würde mir vorerst nicht zu viele Gedanken um den Unterquilt machen, sondern einfach die bequemste Einstellung suchen: Länge der Firstleine / Hängewinkel, Liegerichtung, Höhe von Kopf- und Fussende. Die Anpassung des Unterquilts, möglichst an diese Position, folgt dann später.

    Den Unterquilt kannst du noch etwas mehr in Diagonalrichtung bringen, wenn du die sekundäre Aufhängung auf der kopfabgewandten Seite etwas stärker spannst respektive auf der kopfzugewandten Seite etwas löst. Falls die Kordel der primären Aufhängung am Fussende fixiert ist und sich nicht verschieben kann, müsstest du das dort analog auch für die Füsse machen. Die Hauptspannung des Unterquilts verläuft dann über die Diagonale, die du brauchst, was dem Unterquilt seine Richtung gibt und die Spannung an Kopf und Beinen etwas reduziert. Zu einem Wooki wird er deswegen aber nicht.

    Das ist echt schwierig zu sagen. Wenn du zuhause genug Platz hast, würde ich dir bei diesem Stoff raten, durchaus bis zweimal deine Körpergrösse zu gehen. Das wären in deinem Fall 364cm (also quasi 12 Fuss = 366cm). Ich habe mir eine 12'-Hängematte aus diesem Stoff bei DutchWare bestellt und finde die sehr angenehm.

    Rein von der Breite von rund 180cm (je nach dem, wie viel du durch den Einschlag-Umschlag verlierst), könntest du sogar noch weiter gehen. Du könntest die Hängematte auch 400cm lang machen. Die Frage ist nur, ob das noch praktisch ist. Irgendwann kommt auch der Punkt, wo durch die zusätzliche Länge so viel Elastizität entsteht, dass es eventuell wieder unbequemer werden könnte. Diese Grenze habe ich bisher noch nicht ausgelotet.

    Wenn du genug Stoff hast: Nähe den Tunnelzug für das Warbonnet-Whipping doch mal auf einer Seite und whippe den Stoff auf der anderen Seite möglichst schön dem Ripstop-Muster entlang auf verschiedene Längen. Das sollte dir ungefähr zeigen, ab welchem Punkt der Komfortgewinn bei dir aufhört respektive verschwindend klein wird. Auf diese Länge nähst du dir dann den zweiten Tunnelzug fürs Whipping. Ich halte mich da gerne an die Devise: Kürzen kann man immer, verlängern nicht.

    Wenn du die Hängematte nicht mit auf Tour nehmen möchtest, spricht aus meiner Sicht jedenfalls nichts gegen zweimal die Körpergrösse (oder sogar etwas mehr?). Ich habe meine 12'-Hängematte sogar schon mit auf eine Tour genommen. Mein 12'-Tarp wäre zwar etwas knapp, aber wenn der Regen nicht allzu ungünstig von der Seite kommt, würde das sogar noch funktionieren.

    Wenn ich einen Warbonnetwhip vorhabe, brauche ich keine 3 bis 4 Nähte und nur einen schmalen Tunnelzug richtig? Wie breit sollte der in etwa sein?

    Richtig, da reicht eine Naht und die kannst du mit der gleichen Stichlänge nähen wie die Ränder, also letztlich mit der Stichlänge, die dir optisch gefällt.

    Endlich gefunden: Für die Breite des Saums für das Warbonnet-Whipping schaust du hier.

    Wobei es ja heißt: je dünner das Seil, desto kürzer die benötigte Tunnellänge. Da reichen statt der 21 auch schon (ich glaube, bei Lash-It waren es 17) weniger Fids. Dann noch die gegenüber der Aufhängung niedrigeren Lasten in der Ridgeline - da könnte man die Tunnellänge weiter reduzieren, bevor etwas ins Rutschen kommt.

    Gemäss Samson Rope sind es für den Spleiss der verstellbaren Schlaufe 21 (full fid length) mal 3,5 mal den Seildurchmesser. Hast du schon etwas herausgefunden? Das "Problem" ist, dass Lash-It gemäss Samson Rope gar nicht spleissbar ist.