Beiträge von Waldläufer70

    Heute habe ich mal ein paar Fotos von verschiedenen Liegepositionen gemacht.

    Eckdaten:

    • Die Hängematte ist an der schmalsten Stelle rund 85cm breit.
    • Wenn ich auf dem Rücken liege und die Oberschenkel senkrecht nach oben anwinkle, sind die Knie gut 65cm über Boden.

    Liegen auf dem Rücken

    Auf dem Rücken liegen, ist dank der Knieunterstützung sehr angenehm und zwar sowohl mit gestreckten Beinen als auch mit einem leicht angewinkelten Knie:

      

    Liegen auf der Seite

    Fürs Liegen auf der Seite kommen zwei Möglichkeiten in Frage:

    1. Rutschen mit dem Körper an den Rand und Beine anwinkeln
    2. mit gestrecktem Körper an den Rand der Hängematte drehen

    Variante 1

      

    Da die «Rinne» längs verläuft, spüre ich bei Variante 1 am Knie etwas Druck vom Stoff, nicht aber vom eingearbeiteten Gurtband.

    Variante 2

    Variante 2 ermöglicht ein recht flaches ausgestrecktes Liegen auf der Seite.

    Hallo Jörg

    Vielen Dank für dein Kompliment! :)

    Gerne werde ich versuchen, dir deine Fragen zu beantworten. Die Fragen zu meiner Brücken-Hängematte auf jeden Fall hier, die Fragen zu den Vor- und Nachteilen von Brücken-Hängematten im Vergleich zu Gathered-End-Hängematten allenfalls auch hier (wenn es einfach bei meiner kleinen Einschätzung bleiben sollte), sonst dann vielleicht besser in einem neuen Faden im Hängematten-Talk.

    Ich bin gerade von einer Runde auf dem Mountain-Bike zurückgekehrt und habe vorhin noch ein paar Fotos zu meiner Brücken-Hängematte gemacht. Die werde ich dann vielleicht noch hier einfügen, bevor ich konkret auf deine Fragen eingehe. Der heutige Abend ist ja auch schon fortgeschritten. Gib mir also bitte noch etwas Zeit... ;)

    Vielleicht schon mal so viel vorneweg: Ich fand das Nähen der Brücken-Hängematten nicht schwieriger als das Nähen einer Gathered-End-Hängematte. Aber das hängt wohl damit zusammen, dass ich mich mit diversen Projekten mit der Nähmaschine vertraut gemacht habe, bevor ich mich an die Brücken-Hängematte gewagt habe: Da waren mal mindestens vier Gathered-End-Hängematten entstanden, diverse Firstsleinen-Täschchen mit etwas komplexerem Aufbau, ein Tarp und anderer Kleinkram. Ich wusste also schon recht gut, wie meine Nähmaschine so tut und worauf ich achten muss.

    Ich würde dir also tendenziell schon einmal dazu raten, mit einer klassischen Hängematte anzufangen. Aber vielleicht bist du auch mutig und ärgerst dich weniger als ich über handwerkliche Unzulänglichkeiten, dann kannst du natürlich auch mit einer Brücken-Hängematte starten.

    Für beide Projekte dürfte das Hammock-Nylon von Extremtextil (70D) eine gute Wahl sein. Ich habe den Stoff zwar noch nicht für eine Brücken-Hängematte genutzt, sehe aber höchstens beim seitlichen Gurtband ein Problem (Querbelastung), nicht aber von der grundsätzlichen Stabilität her...

    So, jetzt wird aber erst Mal geduscht und gekocht... ;)

    Gruss, Michael

    Haut-Jura

    Vielen Dank fürs Raussuchen. Ich hatte es nicht gefunden. Zu Deutsch:

    Das Biwak ist zugelassen:

    • ohne Obdach* (außer im Falle absoluter Notwendigkeit: Wetterbedingungen und Sicherheit der Person im Besonderen)
    • von 19:00 Uhr abends bis 9:00 Uhr morgens.
    • für eine und nur eine Nacht
    • in einem maximalen Abstand von zwanzig Metern von den genehmigten markierten Wegen
    • ausserhalb der von Vieh besetzten Bergweiden

    Das Biwak wird daher in der Nähe der Schutzhütten und Chalets empfohlen, die den Wanderern offen stehen, d.h.: la Loge, le Gralet, la Poutouille, le chalet du Sac, le chalet Bizot

    *Die Frage ist, wie das »sans abri« zu verstehen ist. Ich übersetze das als «ohne Zelt, Tarp oder Regenschutz». Man soll zudem die Nähe der vorhandenen Unterkünfte aufsuchen, vermutlich um die Störung der Natur so gering wie möglich zu halten.

    Ich bin jedenfalls sehr dankbar für deine Information, Womble. Ich hätte sonst meinen Plan, dort mal den ganzen Weg über die Krete von St-Cergue bis Bellegarde-sur-Valserine zu Fuss zurückzulegen, ohne in den Hütten übernachten zu müssen, schon fast aufgegeben.

    Ich hatte das letzten Sommer versuchen wollen, hatte dann aber unsicheres Wetter und wegen diverser technischer Probleme Karten nur als PDF-Dokumente auf dem Smartphone und zu allem Überfluss noch ein ausgeschaltetes Roaming, das ich von unterwegs nicht mehr einschalten konnte, weil der Mobilfunkanbieter ohne jegliche Mitteilung an die Kunden die Bedienung über Codes abgeschaltet hatte. Aber das ist eine andere Geschichte. Ohne Mobilfunknetz und mit unsicherer Akkulaufzeit wollte ich dann keine Risiken eingehen und bin nach Géx runter. Man hat dort oben eine wunderbare Aussicht, ist aber auch sehr exponiert.

    Auf meine Aussage, dass das Biwakieren nicht erlaubt sei, bin ich übrigens aufgrund der folgenden Plakate gekommen (nur der entsprechende Ausschnitt), die mich diesbezüglich entmutigt hatten:

    Es gibt Unterkünfte für die Wanderer, die man nutzen soll, um die Störung von Fauna und die Umweltverschmutzung zu begrenzen.

    Man soll die Wege nicht verlassen.

    Ich habe nirgends ein Schild gesehen, das auf das Biwakieren hingewiesen hätte.

    Pyrenäen

    In den Pyrenäen war das Biwakieren auf grossen Informationstafeln an den Zugängen zum Park geregelt:

    Biwak ist dort zwischen 19 und 9 Uhr erlaubt, wenn man über eine Stunde von der Grenze des Naturparks und der nächsten Zubringerstrasse entfernt ist.

    Das habe ich anders in Erinnerung : Biwak ist dort erlaubt, von 19h bis 9h für eine einzige Nacht und nur bis max. 20m Abstand vom Weg und ausserhalb von Weiden mit Tieren.

    Ich war letzten Sommer oben und habe das aus meiner Erinnerung. Ich kläre das noch ab...

    In der Schweiz ist das Übernachten im Wald aus meiner Sicht kein Problem. Man kann dabei zwei unterschiedliche Strategien verfolgen:

    1. Man macht sich so unsichtbar wie möglich. Das scheint auch in Deutschland eine gute Strategie zu sein.
    2. Man nutzt die vorhandene Infrastruktur und tarnt seine Absicht.

    Strategie 2 habe ich auch gelegentlich genutzt. Ich suche mir dazu eine Infrastruktur, die eine gewisse Distanz zur nächsten Siedlung aufweist und nutze sie bis zum Eindunkeln als Wanderer. Am Morgen habe ich mich bereits wieder in einen Wanderer zurückverwandelt, bevor die ersten Leute vorbeikommen könnten.

    Bei uns gibt es diverse offizielle Grillplätze. Meines Wissens gibt es dort keine zeitliche Beschränkung. Wichtig ist einfach, keinen Lärm zu machen und seine Abfälle und andere Hinterlassenschaften korrekt zu entsorgen. Oft sind solche Plätze sogar mit Abfalleimern ausgestattet. Der Umstand, dass es sich um einen Grillplatz handelt, bedeutet im Übrigen ja nicht, dass man dort unbedingt Feuer machen muss. Mir ist das meistens zu aufwändig und ich ziehe unnötig die Aufmerksamkeit auf mich.

    Die Zeitschrift «Schweizer Familie» hat gegen 600 Grillplätze in der ganzen Deutschschweiz eingerichtet. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere solcher Plätze, die von Gemeinden zur Verfügung gestellt werden, auch in den anderen Landesteilen. Wenn die sich nicht in einem Naturschutzgebiet oder in unmittelbarer Nähe von Siedlungen befinden, kann man die theoretisch auch mal für eine Übernachtung nutzen. Ruhiges, unaufdringliches Verhalten, Ordentlichkeit und Rücksichtnahme sind natürlich das A und O. Ich würde darauf achten, dass das Übernachten selbst nicht gesehen wird. Offiziell nutzt man bloss die Tische und Bänke für eine Rast, sei es am Abend oder am Morgen.

    in staatlich betriebenen Nationalparks

    ... der Schweiz ist selbst das Verlassen der Wege strengstens verboten. (Wir haben nur einen Nationalpark, aber diverse Schutzgebiete.)

    Ansonsten ist das Übernachten in den Schweizer Alpen über der Waldgrenze meistens unproblematisch. Man sollte einfach die Schutzgebiete und die Gebiete mit Alpbewirtschaftung meiden.

    In Frankreich wird das Biwakieren in der Kernzone oft akzeptiert, wenn man zu Fuss weiter als eine Stunde von der Grenze entfernt ist (z.B. Pyrenäen). Es gibt aber in einigen Gebieten auch strengere Regeln mit vollständigem Übernachtungsverbot im Freien (z.B. regionaler Naturpark Haut-Jura, EDIT: Regeln sind strenger, aber es ist eingeschränkt möglich, siehe unten).

    Ich muss mal schauen, ob es in der Schweiz auch etwas Vergleichbares gibt. ;)

    EDIT: Es scheint da tatsächlich ein paar Stellen zu geben (Fluss und See), wo man das darf. Zu dumm nur, dass ich gar nicht angle... :/

    Vielleicht noch eine kurze Frage zu den amerikanischen HM allgemein. Die sehen immer so asymmetrisch aus und werden zusätzlich noch rechts und links an den Seiten mit Schnüren abgespannt? Ist das um das Netz aufzuhalten? Oder zur Stabilisierung?

    Und kann man in den HM durch die gefühlte Asymmetrie nur in eine bestimmte Richtung legen?

    Ja, wenn das Netz asymmetrisch geschnitten ist, dann muss man auch in die entsprechende Richtung liegen. Kopf respektive Füsse kommen dann bei den teifsten Punkten des Netztes zu liegen. Bei einigen Modellen wie der Blackbird XLC und der Chameleon kann man das Netz aber auch umwenden, so dass man die Liegerichtung anpassen kann. Zur Chameleon gibt es auch symmetrische Netze, die einen fliegenden Wechsel der Liegerichtung erlauben, allerdings um den Preis, dass da dann auch immer eine gewisse Spannung auf dem Netz ist.

    Ich persönlich ziehe es vor, wenn die Liegerichtung nicht vorgegeben ist. Dann bin ich bei der Wahl des Lagerplatzes einiges freier. Ich kann aber meine Liegerichtung auch den Gegebenheiten anpassen. Für viele fühlt sich nur eine Liegerichtung "richtig" an. Falls du immer in die gleiche Richtung liegst (müsstest du mal beobachten), dann kann eine asymmetrisch geschnittene Hängematte (eigentlich ist nur das Netz asymmetrisch geschnitten) durchaus Vorteile haben.

    Und da brauchbare Klimadaten sich auf eine Zeitdauer von 30 Jahren beziehen, wird klar, dass Modelle manchmal etwas zu träge reagieren, gerade wenn die Veränderungen der Durchschnittstemperaturen eher schnell vor sich gehen.

    Ich erlebe es aber auch heute noch oft, dass das Zeitfenster genau passt. Im Juni 2017 im Verzascatal (TI, Schweiz): Zwischen 15.00 und 15.15 werden auf der App von MeteoSchweiz heftige Regenfälle angesagt. Das Wetter ist schön. Kurz vor 15 Uhr braut sich etwas zusammen. Aus fast heiterem Himmel beginnt es heftig zu regnen. Um 15.15 ist der Regen vorbei und es klart wieder auf. Insgesamt passen die Vorhersagen bei uns nach wie vor sehr genau. Es gibt aber gelegentlich mal einen Totalausfall, den ich mir damit erkläre, dass Modelle, die in stark gebirgigen Landschaften exakt passen, sehr schwierig zu erstellen sind. Je nach Topografie kann eine um wenige Grad falsch eingeschätzte Windrichtung zu einer fast gegenteiligen Wetterlage führen.

    Ich kann auch in beide Richtungen liegen und steige dort ein, wo es gerade praktischer erscheint. Deshalb hätte ich auch nicht so recht Lust, mich von einer Hängematte in eine bestimmte Liegerichtung oder zu einer bestimmten Einsteigeseite drängen zu lassen und damit die Wahl des Hängeplatzes zusätzlich einzuschränken.

    Das wäre eine schöne Matte

    Die hat aber doch kein Moskitonetz. Wenn ich es richtig verstanden habe, wäre das eine Bedingung. EDIT: Sie hat ein Netz! :)

    Da ich mir alle längeren Hängematten selber genäht habe, kann ich schlecht eine Empfehlung aussprechen. Deshalb nur ein paar Punkte:

    • Das superleichte Moskitonetz von DD Hammocks passt wunderbar über die ENO DoubleNest. (siehe deinen Vorstellungspost)

    Dann drei sehr bekannte Marken, die man auf jeden Fall alle mit gutem Gewissen empfehlen kann:

    • Warbonnet: Die Blackbird und auch die längere und modularere Blackbird XLC haben beide ein Mückennetz. (EDIT: Die Eldorado auch, einfach kein »Shelf«)
    • DutchWare: Da gibt es schlichtere Hängematten mit Netz (11 Fuss = 335cm) oder aber die luxuriösere und sehr modular aufgebaute Chameleon. (siehe Video mit dem Spreizstab für zwei Personen)
    • Dream Hammock: Die machen ganz tolle Hängematten. Allerdings kann man dort so viele Wünsche in die persönliche Traum-Hängematte einfliessen lassen, dass es hilfreich ist, wenn man schon recht genau weiss, was man haben möchte.

    Zu den Hängematten von Lesovik können sicher auch noch ein paar etwas sagen.

    Das sind einfach mal ein paar Namen, unter denen du sicher etwas sehr Gutes für dich / euch finden kannst. Sicher können dich andere, die Hängematten dieser Hersteller besitzen und nutzen, dir da noch Tipps geben. Vielleicht wäre noch vor dem Sommer mal eine Reise in den Bayrischen Wald möglich? Da könntest du viele der genannten Hängematten probeliegen. (Stichwort: TreeGirl / Hammock Fairy)

    Wenn ich dich noch kurz zu deinem Eno -Urlaub was fragen dürfte: Hattest du an deiner Hängematte auch ein Moskitonetz? Ich fand die gegenüber der Amazonas tatsächlich schon sehr geräumig und bequem. Da fehlte mir nur ein Netz gegen die abendlichen Stechflieger.

    Ich hatte mir tatsächlich gleich das originale Mückennetz mitbestellt, aber – wenn ich mich richtig erinnere – nur einmal benutzt. Mir was das Netz zu schwer. Das liegt seither unbenutzt im Schrank...

    Damals im Tessin hatte ich kein Netz dabei. ich glaube, den Stechmücken war es da auch zu heiss und zu trocken. Ich kann mich an keine erinnern.

    Es wird nun dann gleich die Ermahnung kommen, doch für solche und alle weiteren Fragen bitte einen neuen Faden aufzumachen. Ich finde es aber ganz gut, wenn sich für dich zuerst herauskristallisiert, was du überhaupt alles fragen möchtest.

    Später habe ich dann das Moskitonetz von DD Hammocks dafür verwendet. Das hat wunderbar dazu gepasst.

    Ich weiss gar noch nicht sicher, ob ich all die alten Sachen je wieder mal nutzen werde...

    EDIT: Ich frage mich gerade, ob nicht das Netz von DD Hammocks sogar am Kopfende der Hängematte installiert ist (rechts im Bild). Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich es je geschlossen hatte. Dafür wäre es auch viel zu heiss gewesen.