Ich finde auch, dass deine Nähte sehr sauber aussehen! Die sind gerader als die meisten, die ich so produziere. Es hat sich – wie angekündigt – gezeigt, dass der Arbeitsprozess nicht die eigentliche Schwierigkeit ist.
Es gibt allerdings unterschiedliche Zugangsweisen und da ist die Frage, was für einen selber am bequemsten ist.
Was mir aufgefallen ist:
- Auch mir scheinen deine Endkappen etwas eigenartig. Die eigentliche Liegefläche scheint (unnötig) verkürzt. Hast du mit deinem ganzen Körper Platz zwischen den beiden tiefsten Punkten am Kopf- und am Fussende? (dort, wo die mittlere Naht hinläuft)
- Bei diesem Design finde ich auch etwas seltsam, dass der tiefste Punkt ungefähr in der Mitte der Hängematte zu liegen scheint. Kannst du dich auch zum Rand der Hängematte drehen und immer noch bequem liegen? Oder werden Kopf und Füsse dann »bananig« nach oben gehoben?
Bestimmt ist das von dir verwendete Design brauchbar; zumindest habe ich ein solches oder ähnliches Schnittmuster schon öfters gesehen. Ich habe es aber noch nie praktisch ausprobiert, weil sich mir nie ganz erschlossen hat, wie es genau zusammengenäht werden muss und ich auch den Eindruck hatte, dass ich damit den Stoff unnötig schwächen könnte, wenn ich ein solches Triangel mittig aus dem Stoff herausschneide. – Ich habe mich dann dafür entschieden, keine eigentlichen Endkappen anzubringen, sondern die Hängematte am Kopf- und am Fussende je um eine Gepäckablage zu verlängern: Die Hängematte wird dadurch zwar vom Platzbedarf her etwas länger und benötigt ein längeres Tarp, dafür kann ich die ganze breite der Hängematte nutzen und liege in der Nähe des Randes sogar fast noch flacher als in der Mitte. Das wäre natürlich auch mit einer kleineren Gepäckablage machbar. Wichtig ist dafür bloss, dass der Stoff auf der gesamten Breite frei unter dem Spreizstab durchhängen kann, der tiefste Punkt unter dem Stab nicht vom Design vorgegeben ist.
Wenn du in Richtung Treem weitergehen möchtest, würde ich mir gut überlegen, ob du immer noch mit selbst geschnitzten Stäben arbeiten möchtest. Je flacher die Hängematte abgespannt wird (und genau das scheint mir das besondere Merkmal bei der Treem zu sein), desto höher wird der Druck auf die Stäbe. Bei der Treem wird ja durch das doppelte Abspanndreieck enorm viel Spannung aufgebaut. Wenn dabei ein Stab das zeitliche segnen sollte, dann hast du ihn unter Umständen mit der vollen Wucht am Kopf. Bei der Treem sind stabile Stangen das A und O. Das zumindest meine Einschätzung dazu.
Ich kann auf keine Erfahrungen mit einer professionellen Brücken-Hängematte zurückgreifen. Ich kann dir aber sagen, dass ich in meiner auf dem Rücken, der Seite und auch auf dem Bauch schlafen kann, ohne dass ich sie allzu stark spannen muss. Ich habe sie mir mit einer Firstleine aus Dyneema so eingerichtet, dass ich sie relativ satt zwischen zwei Bäumen aufhängen kann, das Gurtband aus Polyester dann aber ungefähr so stark nachgibt, dass etwa ein 25°-Winkel dabei herauskommt. Der Stoff ist dann gut gespannt, gibt aber immer noch angenehm nach. Je flacher eine Brücken-Hängematte aufgehängt wird, desto härter fühlt sich der Stoff an. Die Firstleine dient mir dazu, immer etwa den gleichen Aufbau zu erreichen und sollte mich davor bewahren, dass ich ungewollt durch einen zu flachen Aufhängewinkel zu grosse Kräfte auf die Stangen aufbauen kann. Aus diesen Gründen arbeite ich auch bei einer Brücken-Hängematte gerne mit einer Firstleine.
Ach ja, gerade wenn die Brücken-Hängematte noch neu ist, ist es ganz normal, dass die Materialien noch etwas nachgeben: Der Stoff dehnt sich etwas und auch die Gurtbänder werden sich zu Beginn noch etwas dehnen. Danach ist dann einfach noch die natürliche Elastizität der Materialien vorhanden.
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