Beiträge von Waldläufer70

    schöner Bericht ... aber du hast ganz schön blödes Wetter gehabt ....

    Meinst du das jetzt ironisch? Okay, ein Jahr vorher – auf dem «Great Glen Way» – hatte ich insgesamt das bessere Wetter (mehr Sonne), dafür einmal einen äusserst heftigen Regen. Das Wetter war aber nicht schlecht. Eigentlich hatte ich nur an einem Tag Regen und sonst blieb es weitgehend trocken. Heftigen Wind hatte ich auch nie.

    Ich beginne mal, bevor ich das Video schaue, und schreibe ein paar Punkte auf, wie ich mir meinen Platz aussuche:

    Natürlich habe ich zu diesem Thema schon das eine oder andere gelesen und mir auch Gedanken gemacht. Aber wenn ich ehrlich bin, denke ich darüber kaum nach, wenn ich einen Platz suche. Bei mir ist das fast ausschliesslich eine Bauchangelegenheit.

    Klar gibt es ein paar grundlegende Punkte, die ich beachte:

    • Passt der Baumabstand?
    • Gibt es spitze oder harte Gegenstände unter der Hängematte, die ich nicht beseitigen kann?
    • Ist der Platz etwas abseits des Weges respektive vor Blicken geschützt?
    • Falls es windet: Ist der Platz sehr exponiert oder eher windgeschützt? (Kreten meide ich, ausser der Wetterbericht verspricht nahezu Windstille. Von der Aussicht her sind Kreten oder Felsabbrüche nämlich oft sehr schöne Plätze.)
    • Gibt es tote Äste oder Totständer in der Nähe? (Das sollte ich eigentlich gleich am Anfang schauen, frage mich das aber oft ganz zuletzt und habe auch schon den Platz ändern müssen, nachdem ich alles bereits aufgebaut hatte.)

    Beim Zelt wären die analogen Fragen: Ist der Platz eben (da bin ich sehr heikel) und bringe ich die Heringe (möglichst von Hand) rein? Gibt es störende Gegenstände am Boden, die ich nicht entfernen kann? Ist der Platz geschützt vor Einblick (falls ich wild zelte) und vor Wind (falls Wind gemeldet ist)?

    All diese Fragen stelle ich mir aber erst, wenn mir ein Platz gefällt. Warum fühle ich mich aber am einen Ort wohl und könnte mir vorstellen, mich dort für die Nacht einzurichten, während das an einem anderen Ort spontan nicht in Frage kommt oder erst, wenn ich den Ort einige Zeit habe auf mich wirken lassen? Da fällt es mir schwer, eine Antwort zu finden. Vielleicht spüre ich intuitiv, dass der Ort eher (zu) feucht ist oder nicht windgeschützt. Oft ist das einfach ein Bauchgefühl, das ich nur sehr schwer in Worten ausdrücken kann.

    Eine wichtige Rolle spielt sicher, ob mir der Platz gefällt. Fühle ich mich dort wohl? Bietet er mir etwas, halte ich mich dort gerne auf? Gibt es beispielsweise Trinkwasser in der Nähe? Lädt er zum Verweilen ein? – An diesem Punkt versuche ich aber auch zu lernen: Man kann auch an einem schönen Platz kochen / essen und dann noch etwas weitergehen und einen guten Platz für die Nacht finden, der sich dann für einen gemütlichen Aufenthalt nicht zwangsläufig eignen muss. Und auch am Morgen ist es (gerade, wenn es eher kühl oder kalt ist) gar nicht mal schlecht, zuerst ein paar Kilometer zu gehen, bis der Körper warm ist und die Sonne die Luft wieder etwas aufgewärmt hat, bevor man eine Frühstückspause macht und sich einen Kaffee kocht. Mit anderen Worten: Ein Übernachtungsplatz muss nicht alles bieten. Man kann die Befriedigung der Bedürfnisse (Essen, Trinken, Toilette, Schlafen) auch örtlich staffeln.

    Die ganze Geschichte mit der Nähe zu Gewässern und der erhöhten Feuchtigkeit dort, über die man oft liest, ist aus meiner Erfahrung auch so eine Sache: Ich habe schon zwei Meter von einem See entfernt übernachtet und hatte keinen Tropfen Kondensfeuchtigkeit (im Zelt!). Und ich habe schon 300 Meter über einem See campiert und alles war extrem feucht (ohne dass es geregnet hätte). Viel entscheidender als die Distanz zu einem Gewässer ist meiner Erfahrung nach die Wetterlage (Luftfeuchtigkeit). Natürlich mag ich einen trockenen Platz lieber. echinotrix hat mal irgendwo geschrieben, dass Bäume eine gute Hilfe beim bestimmen der tendenziellen Luftfeuchtigkeit seien: Birken und Espen zeigen meisten eine erhöhte Luftfeuchtigkeit an, Buchen, Eichen und vor allem Nadelgehölz eher einen trockenen Wald. (Sorry, wenn ich das nicht mehr ganz korrekt in Erinnerung haben sollte. Korrigiere und ergänze gerne!)

    Und jetzt schaue ich mir mal das Video an...

    • Baumdistanz: für mich sind 3,5 bis 5 Meter ideal. Das sind bei mir 4 bis 6 Schritte. (Ich nutze da nach wie vor oft meinen kleinen Trick, bei dem ich die Schritte zwischen den Bäumen zähle: 5 Schritte => Ankerpunkte etwa auf Augenhöhe.) Bei meiner Brückenhängematte sieht es etwas anders aus: Da sind eher 4 bis 6 Meter ideal, da sie flacher aufgespannt wird. (6-7 Schritte => Ankerpunkte etwa auf Augenhöhe)
    • Windrichtung: Wenn man keine Türen am Tarp hat, die man schliessen kann, dann bietet man dem Wind zwar weniger Widerstand, wenn man in Windrichtung hängt (wie im Video empfohlen), man hängt aber voll im Durchzug und braucht entsprechend besseren Windschutz / Isolation. Da stellt sich die Frage, welches das kleinere Übel ist. Zudem haben es Winde so an sich, dass sie manchmal unvermittelt ihre Richtung ändern. Gerade bei Wetterwechseln ist das relativ häufig der Fall. (Ich habe schon öfters mein Zelt am Abend optimal mit dem Fussende in den Wind gestellt und nachts kam der Sturm dann plötzlich aus der exakt entgegengesetzten Richtung.)
    • Dass man die Hängematte nicht über einen Weg hängt, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Da ich eher nicht gesehen werden möchte, fällt diese Möglichkeit für mich ohnehin weg. Ich würde die Hängematte aber zudem auch nicht über einen Wildwechsel* hängen. Es besteht zwar weniger die Gefahr, dass man nachts überrannt wird, denn die Tiere nehmen einen auch im Dunkeln wahr (sie sehen und riechen uns auch im Dunkeln), die Tiere fühlen sich aber gestört und geben dann bisweilen Laut. Manche Tiere versuchen auch, einen zu vertreiben, indem sie einen aus sicherer Distanz «stören».

    * Wildwechsel sind eher kleine und manchmal ziemlich unscheinbare Trampelpfade, die vom Wild regelmässig (oft täglich oder sogar mehrmals täglich) genutzt werden; auch das Wild spart nämlich gerne Energie!

    Viele kennen den Unterschied zwischen Bruchlast und Nutz-/Arbeitslast nicht.

    Im Baumarkt ist meistens die Nutzlast angegeben. Da ist ein ausreichender Sicherheitsfaktor eingerechnet. Bis zu dieser Last darf ich belasten.

    Beim Klettersport wird die Bruchlast angegeben. Bei dieser Belastung bricht das Material gemäss Test. Manchmal wird hier noch unterschieden zwischen der durchschnittlichen und der minimalen Bruchlast gemäss Bruchtest.

    Bei der Bruchlast muss ich einen Sicherheitsfaktor einberechnen, sonst riskiere ich einen Absturz, schädige aber auf jeden Fall bleibend das Material (plastische Verformung des Materials).

    Beim Klettern verwendet man einen Sicherheitsfaktor von 10, beim Hängemattieren reicht einer von 5.

    Eine Bruchlast von 5kN (ca. 500kg) ergibt für uns eine Nutzlast von 1kN (ca. 100kg).

    1kN = 1000N = 100daN = 102kg

    Für diejenigen, die noch nicht so lange hier im Forum verweilen, möchte ich noch auf Christian, den dendronaut hinweisen, der die Koma Brückenhängematte hergestellt hat und vor mir lange der einzige deutsche Hängemattenhersteller war. Die Koma wurde geliefert mit dem Micro 3 Karabiner von Edelrid, der gleichfalls aus China kommt, früher mit 400 kg gerated wurde, heute aber mit <12 kn, also nicht klettertauglich, beworben wird. Soweit ich sehe, hat damals niemand an dieser Wahl Anstoß genommen. Im Vergleich dazu glaube ich mit dem oben gezeigten China-Karabiner ausreichende Sicherheitsreserven zu haben. Aber das glaube ich nicht nur, sondern teste es bei jeder von mir hergestellten Cross Hammock neu aus, bevor ich sie verkaufe.

    Es gab da schon mal eine ziemlich heftige Diskussion, weil die Micro 3 von Edelrid anscheinend doch bei einigen auch (mehrmals) gebrochen sind.

    Also 11 Fuss sind ja bekanntlich sogar 335cm (wenn die Angaben denn stimmen). Nur höre ich da schon Hammock Fairy aufschreien: «Das ganze ist viel zu elastisch! Da muss ich ja immer wieder aufstehen und die Aufhängung nachjustieren! Das geht gar nicht!» – Und wo sie recht hat, da hat sie recht...

    Und siehe da, sie ist mir schon zuvor gekommen! ;)

    Abgesehen vom Produktionsstandort USA und Thailand scheint das Familienunternehmen «Teufelberger» noch weitgehend in Europa zu produzieren. Erst vor kurzer Zeit wurde die Produktion von Kletterseilen von der Schweizer Firma «Mammut» übernommen.

    Am bekanntesten bei uns dürfte das dynaGLIDE sein. Diese Wurfleine, die einige Ultraleicht-Freaks auch für den Bau von Whoopie Slings verwenden, wird allerdings in den USA hergestellt.

    Schade. Die anderen Seile scheinen für unsere Zwecke eher überdimensioniert.

    Danke für die Rückmeldung. Das mit der Frontline hatte ich falsch in Erinnerung.

    Danke auch für die Fotos. So sieht man auch mal das Wabenmuster des Stoffes sehr schön. Allenfalls könntest du die genaue Bezeichnung des Stoffes (so wie auf der Website von ripstopbytheroll.com angegeben) als Tag setzen, damit man gleich sieht, was man mit dem Stoff anstellen kann.

    Deine Nähte sind echt toll geworden! Man sieht nicht, dass du Anfänger bist! Auch hast du die Nähte am Ende sehr schön vernäht. Tipptopp! :)

    Deine Hängematte ist echt schön geworden! Danke fürs Vorstellen!

    Gut, dass du die maximale Länge herausgeholt hast. Gerade mit festen Stoffen lohnt es sich aus meiner Sicht, die Länge grosszügig zu bemessen, da dann der Stoff die durch die grössere Länge gewonnene flachere Liegeposition nur wenig durch Dehnung wieder verspielt.

    Wie würdest du den Liegekomfort im Vergleich zur DD Frontline beschreiben? Was ist angenehmer geworden? Was fällt dir am meisten auf? Siehst du auch Nachteile?

    Ok, ich nehme eure Ratschläge an und integriere kein bug net.

    Wenn ich eins selbst nähen sollte käme für mich wohl der Fronkey-Style in betracht. Ich finde den Einstieg von unten sehr praktisch.

    Wenn du nach einigen Monaten die für dich optimalen Einstellungen gefunden hast und dir ein integriertes Netz nicht aus dem Kopf gehen sollte, dann könntest du immer noch nachträglich eines anbringen. Solange du den Reissverschluss nicht vollständig versenken willst, sollte das problemlos möglich sein. Aber wie gesagt, ein separates Netz mit Einstieg von unten hat auch Vorteile.

    Mich würde noch eine Detailansicht des Randsaums interessieren. Ich stelle mir vor, dass ein Nähfuss für einen Rollsaum einen sehr schmalen Saum produziert. Wie breit ist er denn schlussendlich geworden? Meine habe ich bisher immer mit einem Einschlag-Umschlag mit einer Breite von ca. 1cm gemacht und habe damit natürlich immer etwas nutzbare Breite verloren.

    Ich bin mir nicht sicher, ob du den Stoff noch für ein Zelt oder Tarp verwenden kannst, wenn du ihn mal als Hängematte getestet hast, da die Ausbeulungen, die es womöglich durchs Liegen gibt, vielleicht nicht mehr rausgehen.

    Wenn du nach diversen Versuchen, den Stoff auf verschiedene Arten zu whippen (Längenangaben weiter oben) zu keinem dich zufriedenstellenden Resultat kommen solltest, würde ich an deiner Stelle vermutlich eine Navy-Hängematte ins Auge fassen.

    Und lass uns bitte an deinen Fortschritten Anteil haben. Mich würde das auf jeden Fall freuen.

    Danke, droney, für deine Einschätzung zum Gewicht. Dass Pfadfinder primär auf die Robustheit achten, ist ein wichtiger Hinweis, der für viele hier nicht gleich stark im Zentrum steht. – Was meinst du mit «Netzaufhängung»? Meinst du damit eine Clew-Suspension (Aufhängung mit Seilfächer)? Wie gesagt, das würde auch ich mit diesem Stoff tendenziell empfehlen.

    Eine Raffung an den Stoffenden wird mit diesem festen Stoff womöglich etwas sehr dick. Wir haben das teilweise in einem Hängematten-Selbstbau-Projekt mit Jugendlichen gemacht. Das Resultat sah dann so aus – sicher nicht schlecht, aber halt schon ein ziemlich mächtiger Stoffknubbel:

    dicker Baumwollstoff im Ethno-Look

    Ich habe in meinem Vorstellungs-Post das Tag «Vorstellungen» eingefügt. Ich fände es schön, wenn das möglichst viele auch machen würden. Gerade bei den «alten Hasen» ist es oft schwierig, den Vorstellungs-Post zu finden. Mit anderen Worten: Für solche, die schon lange dabei sind, ist es einfach, die «Neuen» kennen zu lernen, für die, die neu dabei sind, aber sehr schwierig, die Vorstellungen der bereits aktiven Forenmitglieder zu finden.

    Hilda1307, könntest du vielleicht den Titel dieses Fadens noch anpassen? Zum Beispiel in: "Hängematten-Rechner im Buch «Mikroabenteuer» zitiert" oder sinngemäss. Sonst meint man, es gebe eine neue Auflage des Rechners. Zumindest ich dachte das, als ich den Titel erstmals las. Danke.

    Danke, dass du deinen Fund mit uns geteilt hast!