Beiträge von Waldläufer70

    Das mit der Dehnung ist sehr individuell. Die einen mögen eine feste «Matratze», andere bevorzugen eine Unterlage, die mehr nachgibt.

    Deine Beobachtung deckt sich mit der Theorie: Je mehr die Hängematte durchhängt (kleinere Zahl beim Verhältnis von Ridgeline- und Hängemattenlänge), desto weniger wird der Stoff belastet: Er ist dann weniger gespannt und dadurch spürst du die Stoffrippen weniger. Das ist wie beim Hängewinkel der Hängematte: Je flacher du den wählst, desto höher wird die Belastung der Aufhängung.

    Von der eigentlichen Lage des Körpers her bist du aber mit 77% in einem Bereich, wo die Biegung des Körpers für eine so kurze Hängematte bereits sehr stark ist, was du an Wade und eventuell auch Knie unangenehm spürst. Von der Liegeposition her wäre eine grössere Verhältniszahl besser. Für eine kleine Zahl bräuchtest du tendenziell eine Hängematte, die im Verhältnis zu deiner Körpergrösse deutlich länger ist (über zweimal deine Körpergrösse); das ist bei vielen brasilianischen Hängematten der Fall.

    Wenn dich die Stoffrippen stören, bist du vielleicht auch eher der, der dehnbare Stoffe lieber mag. Das müsstest du ausprobieren.

    Ich meine die folgende Grundtendenz zu erkennen: Hängematten aus eher dehnbarem Stoff sollten im Verhältnis zur eigenen Körpergrösse nicht zu lang sein (vielleicht so Faktor 1,8), bei einer «durchschnittlichen» Dehnbarkeit ist der Faktor 1,9 für viele Nutzer sehr angenehm. Über dem Faktor 1,9 braucht man tendenziell einen Stoff mit geringer Dehnung, sonst kann das auch unangenehm werden.

    Hast du mal einen weniger dehnbaren Stoff ausprobiert? Bei 70D-Stoffen brauche ich keine Extras mehr - die sind von Natur aus bequem.

    Das hast du mir schon mal vorgeschlagen und ich habe schon mal das gleiche gesagt: Mit dem Hammock Nylon von Extex habe ich eine 360cm lange Hängematte mit Kurve gemacht: sehr bequem. Die 380cm lange ohne Kurve ist auch sehr angenehm, aber schon fast zu lang, weil die Dehnbarkeit des Stoffes auf diese lange Strecke schon fast wieder zu gross wird.

    Es ging mir hier aber nicht darum, ob es auch ohne Kurve geht, sondern dass die Kurve eine flachere Liegeposition ermöglicht und damit die Knie weniger überstreckt werden. Das ist ein Fakt.

    Eine gewisse Dehnung und damit Biegung bleibt aber, und ist auch wünschenswert.

    Insbesondere Frauen, die auf der Seite liegen, wissen diese Biegung sehr zu schätzen, da sie zur natürlichen Form des Beckens passt:

    Bei Männern braucht es etwas mehr Support unter dem Becken.

    In Rückenlage spielt das natürlich keine Rolle.

    Du triffst da sicher ein paar wichtige Punkte. Das mit dem häufigen Drehen und Wenden ist auch bei mir bisweilen ein Problem. Nach wie vor denke ich aber, dass es auch etwas mit Gewohnheit zu tun hat. Ich habe ja noch nie mehr als zwei Nächte am Stück in einer Hängematte geschlafen*. Beim Zelt waren es auch schon neun Nächte, als Kind auch schon drei Wochen am Stück und das mehrere Sommer lang.

    * EDIT: Mir kommt gerade in den Sinn, dass ich auch mit der ENO schon zwei Nächte am Stück am Doubs (Grenzfluss Schweiz-Frankreich) und im Tessin sogar mal drei Nächte am Stück geschlafen habe. Beides war im Hochsommer, wo es im Zelt grenzwertig gewesen wäre. Beide Erfahrungen habe ich sehr positiv in Erinnerung und kann mich an keine Knieprobleme erinnern.

    Ich würde wohl – jetzt, wo du die schon mal hast – mit der Chrysalis ein paar Erfahrungen machen. Wäre übrigens spannend, wenn du deine Erfahrungen auch wieder hier teilst.

    Kürzlich in Berlin habe ich mit einem gesprochen, der wegen seiner Knieprobleme bei der Cross Hammock von Cross Hammock gelandet ist. Er hat ein mehrfach operiertes Knie und sagt, dass er in dieser Hängematte sehr gut schlafe, weil sein Knie nicht überdehnt werde. Das System hat die weiteren Vorteile, dass es sehr leicht ist und man dank der Isomatte (197cm / 65cm) bei Bedarf auch auf den Boden ausweichen kann. Vielleicht hast du mal die Möglichkeit, eine von diesen Hängematten Probe zu liegen.

    Bei den gewöhnlichen Hängematten ist sicher auch noch Luft nach oben. Allerdings brauchen auch längere Hängematten wieder etwas Zeit, bis man sich an sie gewöhnt hat. Zumindest ist und war das bei mir so. Ausreichend Breite – auch wenn nicht unbedingt notwendig – hilft dabei, jeweils schneller eine gute neue Position zu finden, ohne dass gleich Kopf oder Füsse auf der Seite ins Leere rollen.

    Ich kenne das von meinen relativ kurzen ENO-Hängematten, die nur etwa 280cm lang sind. Da hatte ich bisweilen Knieschmerzen, weil das Knie beim Liegen auf der Seite entgegen der natürlichen Biegerichtung leicht belastet wurde.

    Seit ich auf ausreichend lange Hängematten umgestiegen bin und das Fussende höher hänge, so dass ich zum Kopfende hin verrutscht liege, nehme ich kaum noch einen Wadenhügel wahr und beim Liegen auf der Seite hatte ich nie mehr das Problem, dass ein Knie entgegen der natürlichen Biegerichtung belastet wurde.

    Auf dem Rücken liegend lege ich oft einen Fuss unter ein Knie und spare mir so das besagte Kissen. Aber auch hier gilt: Mit ausreichend langer Hängematte spüre ich kaum noch eine Überdehnung des Knies, auch wenn ich das nicht tue.

    Eventuell spielt bei meiner Erfahrung auch noch eine Rolle, dass alle meine neueren Hängematten über einen Kurvenschnitt verfügen, was einer Überdehnung der Knie weiter entgegenwirkt. Ein Geheimnis ist aber auf alle Fälle ausreichende Länge der Hängematte.

    Aha, ich hätte nicht gedacht, dass man einen Prusik an einem Gurtband festmachen kann und der dann auch hält....

    Ja, das hält.

    Das Problem ist: Ich weiss nicht, wie es sich bei Sturm verhält. Sturmbedingungen lassen sich nicht geplant testen, denn es wäre verantwortungslos, bei Sturm in den Wald zu gehen. Vom Sturm wird man überrascht und das passiert zum Glück nur selten.

    ERGÄNZUNG: Wenn ich es mir richtig überlege, haben die Prusiks bereits einen Sturm erlebt und zwar hier: Das was da durchgerutscht ist, waren nicht die Prusiks, sondern das DynaGlide durch die Linelocs 3. Seither weiss ich, dass die bei Sturm nicht halten. Die Good News wären also: Die Prusiks aus AmSteel halten schon mal besser am Gurtband als eine dicke Dyneema-Leine in besagten Leinenspannern.

    Hast du davon eine Nahaufnahme?

    Ist vielleicht etwas off-topic hier. Mir ging es primär um die Möglichkeit, Spannung von der Tarp-Ridgeline wegzunehmen.

    Aussehen würde die Befestigung des Tarps direkt an der Hängematten-Aufhängung so:

    Ein weiterer Vorteil davon ist, dass der Prusik den Dutch Clip, die Schlaufe, den Karabiner oder was auch immer schön am Baum in Position hält und der Baumgurt somit viel weniger am Stamm nach unten rutscht.

    Man braucht dafür nicht unbedingt einen Evo-Loop, sondern kann auch einen ganz gewöhnlichen Continuous Loop verwenden, wenn man die Tarpleine mit einem Mini-Karabiner dort einhängt.

    PS: Wenn man keinen Dutch Clip oder Karabiner verwenden möchte, kann man auch einen Evo-Loop nutzen und sowohl Hängematten-Aufhängung als auch Tarp daran einhängen, wie hier gezeigt.

    Kurz: Wenn die Prusiks nicht rutschen und das Tarp nicht flattert funktioniert Dein Setup auch bei Sturm

    Ich hatte schon DynaGlide in den LineLocs3. Das hält im Normalfall ausreichend, nicht aber bei Sturm. Da sind mir die eher rutschigen, aber recht dicken Dyneema-Leinen am First schon durchgerutscht. Die Dyneema-Prusiks auf meinem eher groben Polyesterband haben bisher gut gehalten; einfach der Test bei Sturm fehlt mir noch.

    Bei meiner Methode ist die Last auf dem First deutlich geringer, als wenn man diesen zuerst straff spannt und dann erst das Tarp nach unten abspannt.

    Zumindest wenn man nicht gerade mit starkem Wind rechnen muss, ist es aus meiner Sicht nicht nötig, den First des Tarps voll auf Spannung zu bringen. Er wird auch ganz ordentlich gespannt, wenn man ihn lose lässt und einfach das Tarp nach unten abspannt. Dadurch reduziert sich die Belastung des Firsts und damit auch die Belastung in der Hardware (wie z.B. in den Nama-Claws).

    Aktuell experimentiere ich genau damit herum:

    • Das Tarp befestige ich mittels Prusikschlaufe (Continuous Loop oder Evo-Loop) direkt an den Baumgurten der Hängematte.
    • Ich spanne das Tarp nur so stark vor, dass es auf die Höhe zu liegen kommt, die ich wünsche.
    • Durch die Abspannung nach unten kommt dann automatisch eine gewisse Spannung auf die Ridgeline des Tarps.
    • Das Hex-Tarp nimmt dabei eine Linie an, die schön der Hängematte und ihrer Aufhängung folgt.

    Wie gesagt, bei Sturm mag diese Methode nicht ausreichen, denn der First kann ein wenig nach links oder rechts ausscheren. Wenn man aber die elastischen Elemente in die Aufhängung des Tarps integriert statt primär in die Abspannung desselben, so hält sich diese Beweglichkeit in Grenzen.

    Bisher bin ich mit diesem System recht zufrieden, allerdings fehlt mir – wie erwähnt – noch die Praxiserfahrung bei Sturm. Hat das schon jemand ausprobiert?

    Hier noch zwei Bilder der Tarpbefestigung direkt an den Baumgurten wie oben beschrieben. Der First wurde nur ganz locker vorgespannt und erhielt seine Endspannung durchs Abspannen nach unten:

     

    Frank1311, mir reichen in der Regel 1,5m bis 2,5m für die Abspannung des Tarps. Das mag in Einzelfällen zu kurz sein (v.a. wenn man wie du zu benachbarten Bäumen abspannen möchte), in 90% der Fälle reichen 2,5m aber problemlos aus. Allenfalls ist es eine Möglichkeit, zwei zusätzliche Leinen mitzunehmen, mit denen man bei Bedarf die Abspannung etwas verlängern kann: Einfach mit einem Ankerstich verlängern. Das ist leichter und einfacher zu handhaben, als alle vier Abspannpunkte mit langen Leinen zu bestücken, deren volle Länge man nur ganz selten benötigt.

    Ich habe mal das ganz oben im Video verlinkte Produkt angeschaut: 10 Reinigungstücher à 3,5g wiegen 35g pro Packung. Das bedeutet, dass ich jedes Mal, wenn ich vier bis fünf Packungen durchgelassen habe, quasi ein Baumwoll-T-Shirt «verbraucht» habe. Diese Vorstellung finde ich nicht gerade ökologisch, insbesondere bei einmaligem Gebrauch der Tücher. Wenn ich mir dann noch vor Augen führe, dass diese Baumwolle womöglich nicht ökologisch produziert worden ist (Stichwort Aralsee), dann kann ich für mich nur Nein zu einem solchen Produkt sagen. Bei den Packungsgrössen von RIAS verbrauche ich mit jeder Packung rund zwei Baumwoll-T-Shirts. Allerdings weiss ich nicht, wie der dafür verwendete Zellstoff gewonnen wird.

    PS: Ein Baumwoll-T-Shirt ist bei mir bis zu zehn Jahre in regelmässigem Gebrauch.

    Ich habe auch immer ein paar Mikrofasertücher dabei: eines im Kochset, eines für die Trocken- und Reinigungsarbeit am Zelt (wenn mit dem Zelt unterwegs), eines für die persönliche Hygiene. Die sind bei mir viele Jahre im Einsatz.

    Feuer mache ich nur selten (nicht selten aus Gründen des «Leave no Trace»), und so müsste ich ein Wegwerftuch entweder mit dem Abfall mittragen oder vergraben (was mir eher widerstrebt).

    Ich habe aber mal so ein Tuch geschenkt bekommen, allerdings für den mehrfachen Gebrauch und aus Baumwolle. Erstaunlich, wie klein das zu Beginn komprimiert war.

    Dieses Wochenende war ich im Elsass, habe am Samstagabend ein Konzert besucht und heute Morgen den Grand Ballon.

    Auf der Fahrt ins Tal habe ich eine kleine Siesta in der Hängematte gemacht. Dank dem Unterquilt war es so richtig gemütlich. Nach einiger Zeit kam eine britische Familie auf den Parkplatz. Nach kurzer Zeit hatten die Kinder mich entdeckt – und schon standen sie zu dritt in sicherer Distanz von der Hängematte entfernt da und beobachteten die Hängematte. Ich habe sie dann freundlich gegrüsst und gefragt, wie es ihnen gehe, worauf sie zu ihren Eltern sprangen und aufgeregt erzählten, dass da ja einer drin liege. ;)

    Fazit: Kinder scheinen Hängematten zu lieben!

    Ungefähr so muss die Situation für die Kinder ausgesehen haben:

    So sah es bei mir in der Hängematte aus (aber wie das so aussieht, wisst ihr ja eigentlich alle):


    Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich heute erstmals von zwei Eichen gehangen:

    Details im entsprechenden Faden.

    Kannst du bitte mal den entsprechenden Faden verlinken? Ich weiss nicht, auf welchen du anspielst.

    Eine Studie ist auch mir nicht bekannt. Bäume sterben so langsam (kann Jahrzehnte dauern), dass es auch sehr schwierig wäre, im Rückblick die Ursache ausfindig zu machen.

    Ich bin auf jeden Fall für den Baumschutz, sehe den aber als Vorsichtsmassnahme und gute Gewohnheit im Umgang mit Bäumen.

    Ich vermute, dass der Anbindeknoten halt sehr gut funktioniert, wenn da genügend Reibung und gewisse Seildurchmesser sind. Vielleicht hat dieses glatte Gurtband nicht genug davon?

    Und deshalb schlage ich noch einmal den Ewenkenknoten / Sibirischen Knoten vor. Der hat eine halbe Windung mehr, bevor du die Bucht durchsteckst, dürfte also etwas mehr Reibung haben. Aber wie bereits gesagt: Es ist nie verkehrt, einen Sicherungsknoten zu machen.

    Und wie auch im anderen Faden schon geschrieben: Schiebe den Knoten so etwas auf die Seite des Baumes, dass der lasttragende Gurt eher gerade durch den Knoten läuft. Von der Belastung her hast du da Spielraum von fast keiner Last auf dem Knoten bis zur nahezu doppelten Last.