Beiträge von Waldläufer70

    Diesen Frühling habe ich versucht, eine Kurve zu whippen statt sie zu nähen. Tatsächlich geht das deutlich schneller und das Resultat kann bei Nichtgefallen auch viel leichter wieder verworfen respektive geändert werden.

    Leider habe ich während der Arbeit keine Fotos gemacht. Das Vorgehen läuft wie folgt ab:

    1. Gewünschte Kurve auf den Stoff aufzeichnen.
    2. Mit einer Nähnadel einen starken Faden ungefähr jeden Zentimeter abwechselnd von oben nach unten und wieder zurück durch den Stoff führen.
    3. Hängematte auf dem Faden zur Mitte hin zusammenschieben. Es entsteht eine Art Ziehharmonika.
    4. Faden abwechselnd oben und unten ein paarmal verknoten.
    5. Hinter dem Faden mit einer Kordel eine Wicklung anbringen.
    6. Hinter der Wicklung den Dogbone oder Continuous Loop ansetzen.

    Ich bin mir nicht mal sicher, ob es die Wicklung mit der Kordel überhaupt braucht. Ich habe sie gemacht, damit weniger Last auf den Faden und den Stoff kommt, sollte etwas verrutschen.

    Das Resultat sieht dann wie folgt aus:

    Die so gewhippte Hängematte hat mich dieses Jahr auf meiner Frühlings-Tour begleitet. Die Kurve selbst ist sicher noch verbesserungsfähig, das Vorgehen hingegen finde ich sehr brauchbar, weshalb ich es hier nun auch vorstellen wollte.

    Hier noch eine Anleitung zum Warbonnet-Whipping von Derek Hansen («The Ultimate Hang»):

    043-whipped-end-1.png?w=525&ssl=1© Quelle: The Ultimate Hang

    Wenn man die Kordel so nahe wie möglich am Rand verknotet, so ist das Whipping sehr gut reproduzierbar und ist mit meinem weiter oben vorgeschlagenen Vorgehen vom Liegekomfort und Platzbedarf her praktisch identisch.

    Macht man den Knoten mit der Kordel etwas weiter vom Rand entfernt, um die Mitte der Hängematte gegenüber dem Rand etwas zu verkürzen (ich hatte beim Video von Ron Mehringer den Eindruck, dass er das so macht), so ist das Resultat nur schwer reproduzierbar und droht auch immer, etwas zu rutschen. Das Liegegefühl geht dann aber tatsächlich in Richtung einer Kurve, wie ich sie immer wieder nutze.

    Das mit den erläuternden Worten habe ich mir auch überlegt. Das Problem dabei ist: Wenn man das freie Sprechen vor der Kamera nicht geübt ist, dann kann das Ewigkeiten dauern, bis das Ganze unverkrampft rüberkommt und dann auch noch inhaltlich dem eigenen Anspruch genügt. Mit anderen Worten: Es braucht mehrere Anläufe und am Schluss muss man das Video zusammenschneiden, allenfalls das Audio sogar separat drunter legen, usw. Auf soviel Aufwand hatte ich keine Lust, wüsste zurzeit auch noch nicht, wie das alles funktioniert. Zudem ist das Video so für alle verständlich, da es «ohne Worte» daherkommt.

    PS: Wenn ich dazu sprechen würde, dann ziemlich sicher nicht Schweizerdeutsch, da das für einen Grossteil der Deutschsprachigen nicht oder nur schwer verständlich ist.

    Meine ersten Hängematten-Beutel waren fix angenäht (ENO). Das fand ich okay, aber nicht allzu praktisch. Dann kamen meine ersten selbstgenähten Beutel: Die waren rechteckig und hatten oben eine grosse Öffnung mit Kordelverschluss. Die fand ich ganz brauchbar und habe sie mir bei Nichtgebrauch jeweils an die Ridgeline der Hängematte gehängt. Da konnte ich dann auch mal etwas drin versorgen, das dann aber nicht so gut zugänglich war. Mit den doppelseitigen Packbeuteln bin ich nun an einem Ort angekommen, mit dem ich restlos zufrieden bin. Das letzte kleine «Problem» habe ich nun mit dem «Bishop Bag Hack» gelöst.

    Ich finde doppelseitige Packbeutel für Hängematten sehr praktisch und nutze seit Herbst 2016 fast nur noch solche.

    Ich lasse gerne am Fussende die Aufhänge-Schlaufe der Hängematte herausschauen. So weiss ich immer, auf welcher Seite sich das Fussende befindet, und kann den Packbeutel dort jeweils dran lassen. Am Kopfende versorge ich die ganze Hängematte samt Aufhänge-Schlaufe im Packbeutel.

    Die Hängematte sieht dann verpackt so aus:

    Fussende der Hängematte links im Bild

    Exkurs: Auf- und Abbau der Hängematte mit doppelseitigem Packbeutel

    Für den Aufbau der Hängematte befestige ich zuerst den verschlossenen Packbeutel mit der herausschauenden Schlaufe an der Hängematten-Aufhängung, öffne dann den Packbeutel am gegenüberliegenden Ende und ziehe die Hängematte aus dem Beutel, während ich zum anderen Befestigungspunkt gehe. Für den Abbau hänge ich die Hängematte zuerst am Fussende aus und stopfe sie dann in den Packbeutel, während ich zum anderen Befestigungspunkt gehe.

    Bei einem «Hängematten-DIY-Projekt» im letzten Spätsommer haben ein paar der Teilnehmer die Kordel am Fussende (links im Bild) von innen festgezogen, so dass sie von aussen gar nicht mehr sichtbar war. Das hat mich überzeugt und seither mache ich das auch so.

    Aber egal, wo man die Kordel positioniert (aussen wie im Bild oben oder innen), trotz des Kordelstoppers weitet sich die Öffnung am Fussende bei jedem Gebrauch etwas mehr, so dass die Schlaufe der Hängematte immer leichter herausrutschen kann. Sicher ist das kein grosses Problem: Ich habe mir trotzdem eine Lösung dafür ausgedacht, die den Kordelstopper auf der betroffenen Seite des Packbeutels letztlich sogar überflüssig machen kann:

    Ich sichere den Kordelstopper auf der Innenseite des Packbeutels mit einem simplen auf Slip gelegten Überhandknoten, so dass er sich nicht mehr so leicht mit zunehmendem Gebrauch lösen kann. Die Öffnung des Packbeutels bleibt auch bei häufigem Gebrauch der Hängematte klein. Damit verwandle ich den doppelseitigen Packbeutel quasi in einen «Bishop Bag».

    Weil Bilder mehr sagen als tausend Worte, habe ich versucht, das Vorgehen in einem kurzen YouTube-Video aufzuzeigen:

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    MoPe, vielen Dank fürs Teilen deiner Eindrücke und Bilder. Das ist natürlich eine ganz andere Situation als die, die ich an Auffahrt hatte. Ich war zwar noch etwas weiter oben unterwegs (bis knapp 2'000m ü.M.), aber ich hatte wirklich sehr gutes Wetter und nirgends Absturzgefahr. Zudem hatte ich dank der sehr guten Karten samt GPS-Empfang immer genau im Blick, wo ich mich befand und an welchen Stellen weiter unten Absturzgefahr herrschen könnte. Die Wege selbst waren – abgesehen vom steilen Aufstieg zu Beginn – nicht wirklich steil. Die einzige Ungewissheit war der Schnee: Ich wusste nicht exakt, wo ich mit ihm rechnen musste, konnte nur grob abschätzen, dass es in nach Norden ausgerichteten Hängen und in Waldstücken auch in tieferen Lagen noch etwas mehr Schnee geben könnte, was dann auch der Fall war.

    Beispielsweise im hier gequerten weglosen Waldstück lag noch etwas Schnee (auf der Karte bläulich eingefärbt). Ich habe mich aber oberhalb der Gefahrenzone immer nordwestlich der Krete bewegt, um auch im schlimmsten Fall nicht in Gefahr geraten zu können. Auf der Wiese unterhalb vom Waldstück fand ich dann einen schneefreien Korridor vor, den ich nehmen konnte. Im Waldstück bin ich aber mal bis Mitte Oberschenkel eingesunken.

    © https://map.schweizmobil.ch (Planungstool bearbeitet)

    Insgesamt hatte ich nie den Eindruck, mich in eine gefährliche Situation zu begeben. Im Zweifelsfall wäre ich umgekehrt. Das Waldstück war der «gefährlichste» Abschnitt: einfach weil ich nicht sehen konnte, wie es weiter unten aussieht, und eine Umkehr ziemlich beschwerlich gewesen wäre.

    Ausserhalb des Waldes bin ich nie mehr als vielleicht 30-40cm im Schnee eingesunken, meistens konnte ich auf dem Schnee laufen. Die Spuren im Schnee waren meist schon gut ausgetreten.

    Bei mir waren es auch knapp 20km und insgesamt gut 1'150m hoch und wieder runter.

    Vielleicht ist es nicht dumm, gleich zu Beginn mal einen Blick auf den Aufbau eines Baumstamms zu werfen. Ich nutze dafür aus Gründen des Copyrights ein Bild von Wikipedia, das ich um ein paar Begriffe ergänzt habe:

    © Wikipedia (zum Vergrössern aufs Bild klicken)

    Dazu noch ein paar Hinweise:

    • Borke und Bast bilden zusammen die Rinde des Baumes.
    • Zwischen Borke und Bast befindet sich die äussere Wachstumsschicht, das so genannte Korkkambium.
    • Im Bast befindet sich der Siebteil (Phloem), ein Röhrensystem, durch das die vom Baum gebildeten Stoffe (z.B Zucker) während der Wachstumsphase nach unten geleitet werden. (Im Frühling, bis die Photosynthese in Gang ist, werden die Säfte in dieser Schicht nach oben geleitet.)
    • Das Kambium ist die eigentliche Wachstumsschicht des Baumes: Nach innen wird Holz gebildet (Aufbau des Stammes), nach aussen der Bast.
    • In den (äusseren) Holzschichten wird Wasser nach oben transportiert (Xylem).

    An die Biologen unter uns: Bitte korrigieren oder ergänzen!

    Wenn wir mit Hängematte oder Tarp Druck auf den Stamm ausüben, dann wirkt sich dieser primär auf die Bastschicht aus. Bei zu grosser Belastung des Bastes könnte unter Umständen der Fluss der Assimilate (Stoffwechselprodukte des Baums) beeinflusst werden. Allenfalls könnte auch das weiter innen liegende Kambium beeinträchtigt werden.

    Immer wieder war der «Baumschutz» hier im Forum ein Thema. Fast alle sind sich einig, dass die von uns genutzten Bäume geschützt werden sollen. Die grosse Mehrheit verwendet Baumgurte oder «Treehugger», die wenigstens 25mm (2,5cm) breit sind, um den Druck besser auf die Borke des Baumes zu verteilen und damit die Belastung der Rinde zu verkleinern. Einige nutzen sogar breitere Baumgurte, um die Borke der Bäume noch besser zu schützen.

    Vielleicht könnte man grob zusammenfassen:

    • Bei einer permanenten Hängematten-Installation sollte man am besten eine gut polsternde und doch feste Matte zwischen Baumgurt und Baumstamm anbringen, um den Druck auf eine möglichst grosse Fläche zu verteilen.
    • Bei Bäumen, die regelmässig genutzt werden (oder als besonders empfindlich gelten) sind extra-breite Baumgurte sicher eine gute Möglichkeit.
    • In allen anderen Fällen hat sich die Praxis bewährt, mindestens 25mm breite Baumgurte zu verwenden.
    • Von Seilen für die Hängematten-Aufhängung ist – wenn immer möglich – Abstand zu nehmen.

    Aber auch bei der Befestigung des Tarps haben sich hier schon einige Gedanken über den Baumschutz gemacht. Gerade wenn man die Firstleine des Tarps stark vorspannt und dann das Tarp einigermassen satt nach unten abspannt, bauen sich bald ziemlich grosse Zugkräfte auf. Nutzt man eine eher dünne Schnur als Firstleine, so wird die Rinde des Baums punktuell ebenfalls stark belastet. Baumschutz ist also sicher auch beim Aufbau des Tarps sehr zu begrüssen.

    Dafür ist dieser Faden da:

    • Es können Gedanken zum Thema «Baumschutz» ausgetauscht und diskutiert werden.
    • Es können (wissenschaftliche) Fakten zum Thema eingebracht und verlinkt werden.
    • Es können Regeln, die diesbezüglich irgendwo auf der Welt gelten, vorgestellt, verlinkt und diskutiert werden.

    Ziel wäre, dass wir hier das Thema möglichst sachlich diskutieren und darüber lernen können.

    PS: Natürlich dürfen auch die vier Punkte, die ich oben mal in den Raum gestellt habe, diskutiert werden. Die sind nicht in Stein gemeisselt (und schon gar nicht in Borke geschnitzt).

    Quasi als kleiner Bruder zum Faden zu den «Camping-Tricks» wäre es vielleicht nicht schlecht, auch einen Faden zum Thema «Wander-Tricks» zu haben. Klar, das Thema «Hängematte» hat sicher mehr mit dem Thema «Camping» zu tun, dennoch gibt es hier unter uns viele, die sich gerne zu Fuss durch die Natur bewegen.

    Analog zum Faden mit den Tipps und Tricks fürs Camp (die Übernachtung in der Natur) können hier alle Tipps und Tricks Platz finden, die ihr für unterwegs als nützlich erachtet und natürlich persönlich auch mit Erfolg getestet habt. Natürlich können auch Probleme angesprochen werden, die man unterwegs immer wieder hat.

    Schön wäre, wenn wir auch hier eine fortlaufende Nummerierung der Beiträge hätten (#1, #2, etc.).

    Hier mal noch ein konkreter Vergleich zwischen «Schweizer Landeskarte» und «OpenTopoMap»:

    Beide Karten zeigen viele Details, doch die auf OpenStreetMap basierende OpenTopoMap beinhaltet diverse Fehler, die ich als Nutzer meines Wissens nicht korrigieren kann:

    • Höhenlinien / Höhenkurven stimmen nicht mit der Realität überein (weder von der Höhe noch vom Verlauf her).
    • Bei zahlreichen markanten Punkten fehlt eine Höhenangabe.
    • Höhenlinien verschwinden in einem Gewässer und kommen wieder heraus (was ein logischer Widerspruch ist).

    Mir geht es hier nicht darum, die OSM-Karten schlecht zu machen. Ich nutze sie auch, da sie leicht verfügbar und erst noch kostenlos sind und man aus ihnen vieles herauslesen, sich mit ihnen im Gelände orientieren kann. Ich finde die OSM-Karten ein grossartiges Projekt, das weltweit für viele Gebiete, für die es sonst gar keine oder nur sehr schlechte Karten gäbe, erstaunlich detaillierte Karten verfügbar macht. Im Vergleich zu den Schweizer Landeskarten sind die OSM-Karten für mich aber viel weniger gut lesbar:

    • Geländeformen sind nur schwer erkennbar: Es fehlen viele Details.
    • In schwierigem Gelände vermitteln sie kein klares Bild vom Gelände: Eine präzise Navigation mit der Karte kommt viel schneller an ihre Grenzen.
    • Die Karten können nicht gleich leicht intuitiv gelesen werden: Es entsteht viel weniger ein plastisches Bild des Geländes vor dem inneren Auge.

    Das hat bestimmt auch viel mit der eigenen Gewohnheit zu tun. Für mich braucht das Lesen einer OSM-Karte einfach viel mehr intellektuelle Anstrengung, weil ich mir alles, was die Karte nicht zeigt, gedanklich erschliessen muss. Bei der Schweizer Landeskarte passiert das praktisch von alleine, sie liest sich viel intuitiver.

    Hier ein Beispiel vom Gelände um den im Bericht genannten Seebergsee in zwei Massstäben, beide sehr detailliert, um das oben Ausgeführte zu veranschaulichen. Das Koordinatennetz bei der gezeigten Auflösung der Schweizer Landeskarte – jeweils links abgebildet – markiert einen Kilometer:

      

    Noch näher herangezoomt:

       

    © Schweizer Landeskarten: https://map.geo.admin.ch/

    © OpenTopoMap: https://opentopomap.org/

    Eventuell kannst du dich mit einem asymmetrischen Tarp begnügen. Das schützt vor jedem Regen, solange dieser nicht mit heftigem Wind kombiniert ist. Wichtig ist einfach, dass du es entsprechend deiner bevorzugten Liegerichtung aufspannst. Wenn du dich nicht an den Kosten störst, wäre ein Tarp aus Dyneema Composite Fabric (DCF, ehemals Cuben Fiber) wahrscheinlich am kleinsten verpackbar, auf jeden Fall am leichtesten. Hier ein diesbezügliches Produkt.

    Das kann gut sein. Ich hatte mir früher mal das Lawson Ironwire gekauft (ich meine damals unter diesem Namen) und das scheint dem (aktuellen) Ironwire Fusion zu entsprechen. Ich glaube, wir hatten es kürzlich schon mal davon. Muss ich versuchen, mir zu merken, dass sich da etwas geändert hat.

    Vielleicht liege ich da ganz falsch, aber ich kann mir nicht so recht vorstellen, wie man eine solche Schnur spleissen können sollte. Der Kern ist aus Dyneema und dieser Kern ist mit Urethan ummantelt; da gibt es keinen Hohlraum im Inneren. Zum Spleissen bräuchtest du ein Hohlgeflecht.

    So wie ich das verstehe, sind all die «Wires» eine relativ steife Schnur, die gut ihre Form behält und sich deshalb vorzüglich knoten lässt. Die Ummantelung sorgt für eine gute Rutschfestigkeit. Ich würde an deiner Stelle die Schlaufen knoten (z.B. mit einem Palstek/Bowline). Wenn du eine verstellbare Schlaufe wünschst, dann gibt es auch diverse verstellbare Knoten, die sehr gut halten. Google in diesem Fall mal nach «adjustable knot», da findest du viele Möglichkeiten.

    Am Samstag setzte ich mich erneut von der Gruppe ab und wagte die Wanderung in Richtung Seebergsee. Dazu musste ich einige Höhenmeter auf einem ziemlich steilen Bergpfad hinter mich bringen.

    Nach etwa zwei Stunden hatte ich die Höhe erreicht, fand aber noch einigen Schnee vor. Wo er allerdings bereits weg war, waren die Wiesen von Krokussen und einzelnen Enzianen übersät.

    Als ich ein paar nette Fichten im richtigen Abstand erspähte, zückte ich natürlich die Hängematte und hängte sie auf:

    1'865m ü.M. zeigte mir das Smartphone an. Ich war ganz überrascht, so weit oben zu hängen. Da ich noch versuchen wollte, bis zum Seebergsee zu kommen, blieb ich nicht lange liegen.

    Tatsächlich habe ich es nach einigen Schritten durch den Schnee und mit etwas feuchten Socken geschafft.

    Für den Rückweg wählte ich den Weg über den Meniggrat.

    Nach einem weglosen Stück durch einen Streifen Wald gelangte ich bald ins Tal. Der letzte Teil der Wanderung entsprach dann meiner Anreise vom Donnerstag.

    Als ich um 21 Uhr wieder von meiner Wanderung zurück war, tauchte die untergehende Sonne gerade den Gsür (2'710m ü.M.) in ein wunderbares Licht.

    Über Auffahrt (Christi Himmelfahrt) fuhr ich zu einer Freizeit in den Bergen (Berner Oberland) mit ganz vielen Leuten. Um das etwas abzufedern, beschloss ich, einen Teil der Anreise zu Fuss zu machen. So reiste ich schon am Mittwochabend nach Spiez am Thunersee und machte mich auf den Weg in Richtung Simmental. Bei Oey bog ich nach Süden ins Diemtigtal ab und suchte mir einen für die Hängematte geeigneten Platz, was im eher engen Tal gar nicht so leicht war. Da es aber um 21 Uhr ohnehin am Eindunkeln war, hängte ich meine Hängematte nur wenige Meter vom Wanderweg entfernt auf und tarnte sie mit dem Tarp, denn es waren einige Niederschläge zu erwarten.

    Der Regen hatte freundlicherweise gewartet, bis ich meinen Platz gefunden hatte. Kaum lag ich im Trockenen, so begann es auch schon zu regnen. Das übliche Geräusch des Regens auf dem Tarp nahm ich nur leise wahr, denn nur ein paar Meter weiter rauschte der Chirel.

    Nicht gerade super gut, aber doch ganz ordentlich hatte ich geschlafen, als ich am Morgen einen ersten Blick aus der Hängematte wagte.

    Es hatte in der Nacht ziemlich viel geregnet und mein Tarp war nass. Weil ich das Tarp mit den Stöcken etwas zu flach abgespannt hatte, hatten sich sogar zwei kleine Pfützen auf dem Dach gebildet (rechts im Bild zu sehen), was aber nicht weiter schlimm war.

    Bald war alles zusammengepackt, zuvor hatte ich aber noch ein Foto meines Platzes vom Wanderweg aus gemacht. Doch, das Tarp stach einem zumindest nicht auf den ersten Blick ins Auge!

    Es ging weiter und bald wurde der Blick auf die ersten Berge und Schneeberge frei.

    Der Weg stieg recht steil in Serpentinen an und ich geriet ausser Atem. Grund genug, beim nächsten Bänklein eine Frühstückspause zu machen und mir einen Kaffee zu kochen...

    ... und die Sonne zu geniessen, die sich immer deutlicher den Weg durch den Wald bahnte.

    Wieder unterwegs begegnete mir dieses kleine Häuschen mit einer Kasse. Hier hätte ich mir auch einen Kaffee und etwas Käse aus dem Tal schmecken lassen können, aber ich war schon satt.

    Das Diemtigtal weitete sich und Schwenden, das Ziel meiner Reise, kam immer näher.

    Der Wanderweg dem Fildrich entlang war ein Traum und ich genoss die angenehmen Temperaturen und die frische Bergluft.

    Nach dem Mittagessen musste ich mein Tarp trocknen. Ich nutzte die Gelegenheit und hängte die Hängematte gleich mit auf. Natürlich legte ich mich auch gleich hinein und nickte nach kurzer Zeit ein.

    Die Befestigung des Tarps direkt an den Baumgurten hat bis jetzt gut funktioniert. Ob sie auch bei starkem Wind halten wird? Ich hoffe es.