Moin.
ich habe wegen der Diskussion um verschiedene Burylängen und Tapering mal etwas bei verschiedenen Seilherstellern nachgesehen. Fand ich überraschend interessant, weil dabei ziemlich schnell klar wird... die eine richtige D Zahl gibt es so offenbar nicht.
Samson verwendet bei der AmSteel Blue Whoopie für das feste Locked Brummel Auge 2,25 Fid. Ein Fid entspricht dort 21D, also kommt man auf 47,25D. Der Tail wird anschließend getapert und eingezogen.
Teufelberger geht bei seiner Whoopie Anleitung anders vor. Dort wird der Tail über 1,5 Fid eingebettet und anschließend ein Teil davon ausdrücklich getapert. Das zeigt schon ganz gut, dass selbst bei einer Whoopie die konkrete Spleißmethode eine große Rolle spielt.
Auch Marlow weist ziemlich deutlich darauf hin, dass der Taper nicht nur Kosmetik ist. Nach deren Angaben versagen schlecht ausgeführte Spleiße häufig im Taperbereich. Sie nennen außerdem merkliche Unterschiede bei der Festigkeitsreduzierung zwischen gut und schlecht ausgeführtem Taper. Gleichzeitig warnen sie bei 12 Strang Seilen davor, sich allein auf einen Brummel Lock zu verlassen.
LIROS bietet ebenfalls eigene Spleißanleitungen für Dyneema Hohlgeflechte und passende Fid Schablonen an. Eine einfache allgemeine Regel wie immer 40D oder immer 50D findet man dort aber ebenfalls nicht.
Interessant finde ich auch Gleistein. Bei DynaOne veröffentlichen sie getrennte Werte für lineare und gespleißte Bruchlast. Zum Beispiel liegen bei 3 mm 10 kN linear und 9 kN im Spleiß an. Man sieht also auch dort sehr schön, dass die Endverbindung als eigenes konstruktives Element betrachtet wird.
Mein vorläufiger Schluss daraus...
40D, 50D oder eine andere Zahl sind keine Naturkonstanten.
Man muss immer schauen, welches Seil, welche Konstruktion und welcher Spleiß gemeint ist.
Eine Faustregel wie xxD kann in der Hängemattenpraxis trotzdem sehr sinnvoll sein. Leicht zu merken, etwas konservativ und gut ist es.
Und beim Taper würde ich nach der Recherche noch deutlicher sagen... der gehört sauber ausgeführt, braucht aber nicht automatisch einen zusätzlichen eigenen Längenposten. Er wird normalerweise aus dem vorhandenen Tail bzw. Burybereich hergestellt.
Ich finde gerade den Vergleich zwischen Herstellerangaben und den üblichen Faustregeln aus der Outdoor und Hängemattenwelt ziemlich spannend. Oft steckt hinter diesen einfachen Regeln offenbar mehr praktische Erfahrung, als man zunächst denkt.
Was meint ihr dazu und welche Längen/Fausregeln verwendet ihr, an welche Anleitungen sind eure Spließe angelehnt und wie ernst nehmt ihr das ganze im ängematten und Outdoorbereich?
Quellen:
Samson, Class II Whoopie Sling für AmSteel / AmSteel Blue Samson Spleißanleitung
Teufelberger, Whoopie Sling Teufelberger Spleißanleitung
Marlow, Hinweise zu Spleißen und Taper Marlow Rope Care / Splice Care
LIROS, Spleißanleitungen LIROS Downloads
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