Ei häd e driem
Ich ging durch eine Glastür, dahinter einige der schönsten Wanderarbeiterinnen von Fern her, die mir Tarp- und Hängemattenstoffe entgegen reichten, aber betonten: nur gucken, nicht anfassen.
Im Innenraum dann Hängematten, Hängematten, Hängematten, Wahnsinn. Kurze bunte, längere erdfarbene, alles abgesperrt durch rotweißes Flatterband. Und überall die Damen, die mir viel Aufmerksamkeit schenkten. Ich dachte schon: hier bist du noch wer, nicht nur ‘ne Nummer wie bei den PayPal Bezahlungen.
Ich wurde freundlich, aber doch eingehend von den jungen Frauen ermuntert weiter zu gehen, im Treppenhaus traf ich auf Leute die mir entgegen kamen mit glückseligem Gesichtsausdruck, die mich überhaupt nicht wahrnahmen. Ich eilte weiter voran. Im ersten Stock dann Glasvitrinen, so wie in den Dönerbuden nur mit Kleinzeugs anstatt Fressalien dahinter: cord pulls, pole tips, buggels, bugs und hooks, aber auch biners, dann eine Abteilung mit huggers, straps und was weiß ich was noch alles.
Ich dann hoch in den zweiten Stock, hier gab es dann die Tarps, die Stoffe dazu, auch für die Hängematten: rollenweise, dahinter noch mehr schöne Wanderarbeiterinnen an Nähmaschinen die einen zuwinkten wenn man sie beobachtete und ich habe die eingehend beobachtet.
Neben der Nähabteilung dann ein richtiges Gewummer, beim näher kommen entpuppte sich dort eine Art Kabine, außen beschriftet mit: Ruheraum. Ich natürlich gleich rein, ein riesiges Schlagzeug set mit irgend so einem Tier von Perkussionisten am Werkeln , mit einem Dauerbassloop unterstützt der permanent so eine tiefgreifende leicht einprägsame Melodie raus haute, das man quasi gezwungen war die Bewegungen der anwesenden langhaarigen jungen Frauen nach zu ahmen. Ich dachte noch: eh, das ist ja wie damals im Gewölbekeller des Frankfurter Aquarius, aber der hat doch schon vor ca. 40 Jahren zu gemacht.
Ich bin dann irgendwann, nassgeschwitzt, wieder raus, ist ja nicht so dass ich nicht gerne tanze, aber durch die Altersträgheit kommt man natürlich schnell an seine Grenzen, kein Übung mehr. Das Ende naht. Wäre uns früher nicht passiert und haben über die hergezogen die schon vorzeitig die Tanzfläche verließen.
Irgendwann war ich wieder draußen, aus dem Ruheraum, dem Stockwerken, dem ganzen Gebäude und ich wachte tränenüberströmt in meiner Hängematte auf und mir wurde bewusst das ich wohl einen Traum hatte, ging ins Bad um mir das Gesicht zu waschen, schaute aus dem Fenster, sah grau in grau, schloss den Vorhang sofort wieder und ging zu meinem Tenseher.., eh..Trendender. hm.. Tensahedron, legte mich wieder in meine Dream und warte bis alles vorbei ist und ich am Mittwoch wieder arbeiten gehen kann.
Und das alles nur weil [USER="46"]TreeGirl[/USER] nicht mit ihrem shop in die Gänge kommt.