Oh Freunde der Freiheit!
Die wuchernden Grasmeere in den Überschwemmungsgebieten des Flüsschens am Rande des Dorfes, in dem Gast zu sein ich gerade für ein paar Tage die Freude habe, wurden gestern gemäht.
So trieb es mich hinaus und drängte mich sehr, könnten doch spannendes Treibgut, unverhoffte Schätze oder unentdeckte Höhlen ihrer Entdeckung harren.
(Nö. Da war nix.)
Am Ufer jedoch stehen teils gewaltige Weiden, tief hängen die Zweige und der Mähtraktor liess den dichten Brennesselrand direkt an der Uferkante stehen.
"Hier sollte noch nie ein Mensch je gehangen haben", dachte ich mir.
Es wurde Zeit, die Sense aus des Schwagers Schuppen zu holen.
Mit kühnem Schwung und weitem Schnitt schuf ich denn Platz, meine Matte zu spannen.
So packte zum Einbruch der Dämmerung ich meine Ausrüstung und machte erneut mich auf den Marsch. Getragen von Abenteuerlust und beschwingt, hier der Erste zu sein, trieben flott austretend die Füsse mich voran.
200m weiter war ich am Platze.
Plätschernd das Wasser, leicht rauschend die Weiden, von Reihern und Enten beäugt und erste Fledermäuschen gar ausmachend, schlug frohgemut ich mein Lager zur Nacht denn auf.
Von Menschenblicken geschont und nur durch der Kirchglocken zarten Klang ihrer Nähe bewusst, wollte hier ich meine Nacht verbringen.
Nun vermag ich nicht zu sagen, ob der säuselnde Singsang des Wassers, das noch zuvor genommene grosse Radler oder das Alter gar mich mehrmals die Nacht aus dem Schlaf mich trieben.
Jedoch, hier auszutreten war je ein Genuss, mit stolzem Strahle dem Fluss zu geben, was des Flusses ist, liess stets zufrieden wieder in den Schlaf mich sinken.
Und könnt' ich ob des Ausflugs nicht glücklicher schon sein, so adelte doch das Schrecken des Rehbocks mich nun erstmals zum echten Wildhänger.
Nie zuvor hat weniger zartes Rufen in tiefer Nacht den Weg an mein Ohr gefunden. Eines verschnupften Dackel gleich einzelnes Bellen steht diesem Ruf der Wildnis wohl treffend zum Vergleiche. Wie gross doch die Kluft zwischen dem eleganten Antlitz des Bockes in grazilem Sprung zu diesem öden Geblöke mich dünkt.
Nein, ein lieblich Geräusch ist der Rehe Schrecken wohl nicht.
Und doch, des ersten Hörens stolz erfüllt, wähne ich mich glücklich, dies nun erstmals in freier Natur vernommen zu haben.
Und dämmerte denn erneut ich zum Schlafe hin, so tanzten doch Fledermäuse klein und flink in gewandtem Fluge so dicht über mein schützend Tarp, dass sie aus dem Fluge mit der Hand sie zu greifen mir durchaus möglich schien.
Doch tat ich dies micht.
Oh Nacht, oh Seligkeit, wie warst Glück Du mir.
Und wie schön, am nächsten Morgen erstmal gemütlich auf Klo gehen und mir eine Kaffee im Haus von Schwester und Schwsger kochen zu können.
Das ganze Campgerödel kann ich auch nachher noch abbauen...
Moin erstmal.