Abschnitt 2: von Biesenthal nach Tiefensee
Schwer wog die Schmach von Biesenthal, aber es heißt aus Fehlern lernen.
Nach 5 Monaten intensivsten Training und akribischer Vorbereitung war ich bereit.
Im Sommerurlaub war ich sogar 3x joggen .....die neu erstandenen Hoka Speedgoat waren eingelaufen, an allen Ecken wurde Gewicht eingespart und am Schultergurt Shockcord mit nem Haken für die Stöcke (Werd ich aber wie von @reverselay vorgeschlagen gegen nen Kordelstopper tauschen, mit Haken ist zu frickelig).
Diesmal nur eine Übernachtung geplant, dementsprechend kleinere Powerbank, weniger Essen und den Sommerquillt, da die Temperaturen nicht unter 10⁰ C fallen sollten.
So war noch Platz für 3 Feuerzeuge....sicher ist sicher. Wie las ich in nem UL-Forum: "dont pack your fears", meine scheinen verhungern und erfrieren zu sein.
Ich war bis zuletzt unsicher, für den gesamten ersten Tag war durchgehend Regen angesagt und im Süden Berlins wesentlich besseres Wetter vorausgesagt.
Naja.....die Welt gehört den Mutigen also Rucksack mit 7,2 kg + 1,2 kg Essen und 3 Litern Wasser geschultert (immerhin 1,5 kg weniger als beim letzten mal) und auf nach Biesenthal.
Ein leichter Nieselregen, welcher alsbald aufhörte und ab in einen schönen Laubwald. So ging es nach Melchow.....am alten Bahnhof an einer geführten Pilzwanderung vorbei ging es auf märchenhaften Wegen weiter.
Ich bin eigentlich Kulturbanause, freue mich aber immer wenn es links und rechts was spannendes zu entdecken gibt.
Hinter Melchow ging's dann erstmal in eher langweiligen Kiefernwald welcher dann hinter Schönholz in Mischwald überging.
Am Übergang vom Nonnenfließ bog ich dann von der eigentlichen Route ab um zum Lisenkrüz zu laufen und dort Mittag zu halten...
Ich kann diesen Schlenker nur empfehlen und wenn man von der Hütte ostwärts geht kommt man auch mit nur kleinem Umweg wieder auf die Hauptroute.
Entgegen meinen Befürchtungen blieb ich bisher trocken......doch nun fing es leicht an zu regnen, steigerte sich, und prasselte dann richtig herunter. Es sah nicht so aus als würde es sich demnächst beruhigen. also Regensachen an und weiter.
Nächstes Highlight war dann der Obelisk von Trampe.....im Stil einer russischen Kasernenumzäunung (bzw. Ummauerung) angemalte Blechplatten....warum. auch immer...
Weiter ging es Richtung Tiefensee....also der See, nicht der Ort. Das ist der erste See heute, diesmal nach 20 km. Es regnet noch immer....
Hier könnte man jetzt nach Falkenberg abbiegen zum nächsten Bahnhof, ich wende mich südwärts in den Gamengrund.
Diesen hab ich, wenn auch nicht oft so weit nördlich, häufig mit Mountainbike befahren.
Es regnet noch immer
Nach ca 30 km bin ich so erschöpft (nein, es geht erstaunlich gut) das ich eine längere Pause einlegen.
Um es bequem zu haben hol ich meine Hängematte aus dem Rucksack.....Huch was finde ich denn da was ich gar nicht gesucht hab....
Ich Log ja inzwischen nicht mehr, mir reicht das Finden.
Da es inzwischen dunkel geworden ist (es regnet immer noch) warte ich den Morgen in der kleinen Hütte ab....
Die nassen Füße haben mich nicht gestört...allerdings fehlen mir jetzt Campschuhe um meine Schlafsocken trocken zu halten.....naja Innensohlen entfernt, und beim Prasseln des Regens driften ich ins Land der Träume.