Moin,
habe meinen Cumulus Selva600 mittlerweile etwas tiefergehend getestet, und werde davon in einem anderen Faden bald berichten.
Aber erst mal Antworten auf deine alten Fragen:
- Wer nutzt Ausrüstung von Cumulus?
(Hiermit schon beantwortet.)
- Um was für Ausrüstung handelt es sich?
Cumulus Selva600 Underquilt.
- Wie lange, oft und unter welchen Bedingungen wurde die Ausrüstung genutzt?
Freizeit-Geniesser mit Winter-Anspruch, bisher mehrere Nächte im Wald und vorm Haus bei bis zu -3Grad und Morgentau, teilweise starker Wind. Stärkeren Frost habe ich noch nicht testen können, das mache ich nächsten Winter. Die kritischste Komponenta dazu ist aber sicher nicht der Selva600 sondern mein momentaner Schlafsack.
- Gab es Probleme? Wie sahen die konkret aus?
Nur 1x Anfängerprobleme: Durch geringe Erfahrung zu lose Abspannung und dadurch leichte Wärmeverluste nach Körperdrehung in der Nacht - die Gummikordel-stopper am Fuss-/ und Kopfende hatten sich leicht geöffnet. Das könnte Cumulus verbessern. (Sicher ich heutzutage mit einfachen Knoten - Problem auch so einfach gelöst, also halb so tragisch.)
Die Kragen sind letztlich auch bei perfekter Schnürung (und trotz sehr weich) nicht immer 100% in der Lage, starken Wind vorm Eindringen am Kopf- oder Fussende zu stoppen, auch weil dort die Matte selber ja normalerweise zweifingerbreite Spalten offen lässt.
Für einen Quilt dieser Bauart und Preisklasse (also einer, der nicht wirkich nahe der HM-Aufhängung zusammengeführt wird) eigentlich nicht anders zu erwarten. Naja und dass "Falten" der Hängemattenschnürung Wind reinlassen, müsste man eigentlich der Hängematte ankreiden statt dem Underquilt, andererseits kennen wir auch UQs in einem anderen Preisniveau, die dieses Problem mit länger-geführter Aufhängung in den Griff kriegen.
Was ich aber mittlerweile mit dem Cumulus zu vermeiden weis: "Viertelsocke" bei stärkerem Wind, oder (wie von Morgenfrost vorgeschlagen) eine Regen- oder Windjacke vorm Fussende über der Firstline verknotet tut's auch. Dieses "Prinzipproblem" bei starkem Wind ist damit also auch gelöst.
Da für Winter (-14C Comfort) gedacht, also etwas höheres Daunen-Füllgewicht (600g) und auch dichteres Aussenmaterial, ist der UQ natürlich etwas schwerer (870g) und voluminöser als ein Daunen-3-Jahreszeiten-UQ, was aber eigentlich kein Problem sondern halt "meine Wahl" ist. (Hinweis auf einen älteren Kommentar: Dass so leichte und bauschige Daune je nach Ortswetter auch Wasser aus der Luft aufnimmt und damit schwerer sein kann, halte ich für möglich, ich hab das nicht nachgewogen. Ich vertraue hier mal den polnischen Ingenieuren, die sicher kein Gramm teure Daune zuviel rein tun wollen dürfen.)
- Gibt es positives zu berichten?
KEINE NEGATIVEN ÜBERRASCHUNGEN. Der UQ hält was er verspricht, ist mollig warm, top Oberflächenmaterial (was ich so kenne und vergleichen kann), gute Verarbeitung, durchdachtes Kammer- und Gesamtdesign (für einen symmetrischen in der Preisklasse finde ich das durchaus!) und eigentlich überraschend gute Winddichtigkeit, wenn Kopf- bzw. Fussende anderweitig gesichert sind. (Ich hatte einmal bei Windstärke 7 mit Viertelsocke getestet und keine Wärmeverluste feststellen können!)
Viele Befestigungslaschen an den richtigen Plätzen zum asymmetrischen Abspannen an unterschiedlichen (zumindest <3m-Einsteiger-) Hängemattentypen (werde später im separaten Thema davon berichten, viele Bilder gemacht), reichlich Gummikordel zum individuellen Konfigurieren beigefügt, einfache, praktikable Längs-Spanner.
- Würdet ihr nochmal etwas von Cumulus kaufen?
Denke jetzt über ein Topquilt nach. Mit meinem bisherigen Setup nutze ich die Winter-Möglichkeiten des Selva600 glaube ich noch nicht aus.
Allgemein finde ich, es gibt in Europa nur wenige Hersteller von hochwertigen Daunenquilts und Hängematten (gibts überhaupt noch andere?). Sehr viel (unbestritten auch gutes) kommt ja offenbar aus US mit langen Lieferwegen, amerikanischen "AGBs" und wirtschaftlichem Nutzen eben v.a. dort. Einiges verschiebt sich sicher mit der Zeit nach Fernost.
Hier hingegen bekomme ich eine Lieferung in wenigen Tagen (mit DHL), Zahlungs-, Geschäfts- und Rückgabebedingungen, die in EU geregelt sind, und vom Nachbarn dessen wachsender Wohlstand auch mir längerfristige Vorteile bringt.
Wenn dann noch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt und die Firma offen (und fähig) für Verbesserungsvorschläge* ist, und offenbar auch kulant mit den Kunden umgeht, dann kann man das doch nur unterstützen, oder?
* Ich hoffe natürlich auch, dass Cumulus bis zum Kauf meiner nächsten (längeren) Hängematte noch weiterentwickelte zB. asymmetrische UQs im Angebot hat. 
Gruss Jörg