Beiträge von Hammock Fairy

    Bonus-Frage: passt/hält er am wooki?

    Wie soll ein anderer Quilt am Wooki passen bzw. halten? Grundsätzlich kannst du jeden Underquilt kombinieren, indem du die Quilts untereinander hängst. Du verlierst da natürlich Loft und damit Isolierleistung. Wenn Gewicht und Packvolumen keine Rolle spielen, verwende ich selbst gerne einen synthetischen Underquilt zwischen Hängematte und Wooki, um noch die kleinsten Löcher zu stopfen. Unter dem Wooki ist auch machbar, aber da komprimierst du die Daune, was ungünstiger ist als synthetische Füllung zu komprimieren. Und du hast dann wieder Kordeldruck am Kopf und den Füßen.

    Hammock Fairy

    Ist da der angenähte bzw. angeklipste UQ auch an einem oder beiden Enden separat elastisch vorgespannt? Oder "hart" mit der Aufhängung verbunden?

    Ich habe noch keine isolierte Hängematte von Superior Gear oder Sheltowee in der Hand gehabt. Bei Sheltowee scheint die Underquiltlänge veränderbar zu sein. Bei Superior Gear habe ich mir noch nicht allzu viele Videos angesehen. Auch wenn ich Interesse daran hätte, mir die Hängematten mal genauer anzusehen, habe ich nicht vor, mir eine zu kaufen. Selbst wenn ich mit Sicherheit wüsste, dass die Hängematte für mich bequem ist, schreckt mich der Aufwand beim Waschen ab.

    Daunendichter Stoff dürfte viel weniger dehnbar sein, als der Hängemattenstoff. Da ich auf dem Rücken und beiden Seiten schlafe, habe ich auch unterschiedliche Liegepositionen mit unterschiedlichen Belastungs-/Dehnungsschwerpunkten. Wie kriege ich das hin, ohne beim Bewegen wahlweise Nähte aufzureißen oder Luftlöcher unter mir zu haben?

    Das dürfte einer der Gründe sein, warum kommerzielle Hersteller (z.B. Superior Hammock) von isolierten Hängematten meines Wissens nach alle die Isolierung nicht direkt auf die Hängematte nähen, sondern einen Wooki-artigen Underquilt mir der Hängematte vernähen.

    Mal als Anhaltspunkt: das Cloud 1.4 ist ein 30D Nylonstoff. Dementsprechend dehnt es sich natürlich deutlich mehr als ein 70D Stoff und etwas mehr als ein 40D Stoff.

    ... ich habe eine Dutch Chameleon double layer Hexon 1.6 wide und diverse selbstgenähte mit dem relativ schweren 70D Stoff von extemetexil. Alle meine Hängematten haben eine geringe Flexibilität und sind daher eher hart. [...]

    Was das Cloud 1.4 Material angeht, denke ich, es gibt nicht besonders viel nach und es liegt sich ebenfalls eher hart.

    Wenn du alle 3 Stoffe (70D, 40D und 30D) als wenig dehnbar empfindest, bist du was die Dehnung betrifft definitiv nicht empfindlich. Ich würde nur in einer Hängematte aus dem ExTex-Stoff keine Rückenschmerzen bekommen.

    Was mich ich bei allen (typischerweise 1.5 m breiten) Stoffen nicht so toll finde, und das auch bei dem Cloud 1.4 Material, ist, dass der Stoff schon etwas breiter sein könnte.

    Dann wäre die Ripstop by the Roll-Version für dich die bessere Wahl: 1.5 oz MONOLITE™ Ripstop Nylon Mesh

    Der Stoff ist 63" bzw. 160 cm breit.

    Gut zu wissen, ich dachte der Name wäre etwas mehr Programm. Bleiben zumindest die Hilfe beim akkuraten Zuschneiden, etwas mehr Dehnungsresistenz und Vorbeugen gegen Fadenverschiebungen?

    Ich denke nicht, dass "Ripstop" für die Anwendung als Hängematte entworfen wurde, sondern für Kleidung und Isolierung. In beiden Fällen ist keine große Last auf dem Material, und da wird das Weiterreißen schon behindert.

    Gegen Fadenverschiebungen hilft Ripstop gar nicht. Das wird nur durch eine dichtere Webung (= mehr Gewicht bei gleicher Fadenstärke!) eingeschränkt bzw. verhindert.

    Das Ripstopmuster beeinflusst aber natürlich das Dehnungsverhalten. Ob sich ein Ripstopstoff weniger dehnt als ein Tafettastoff hängt aber vor allem von der Fadenstärke und der Webdichte ab.

    Das er passen muß ist klar, aber an was für einem Volumen orientiere ich mich?

    Ich würde sagen, an dem Volumen das du brauchst. Das ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Es gibt Leute, die mit 20l auskommen, und Leute die 80l brauchen. Mein Rucksack fasst angeblich 35l plus 10l wenn ich die Erweiterung ausfahre, und für 2-8 Tage 3-Jahreszeitencamping ist der auch immer voll.

    Von Hängematten ohne Ripstop rate ich ab. Alle, in denen ich gelegen habe, dehnen sich für meinen Geschmack zu stark und ich hätte auch Sorgen, dass ich sie im Gelände mal kaputt mache (kleine Beschädigung und dann Weiterreißen).

    Die Ripstop-Fäden werden dich nicht retten, wenn du deine Hängematte beschädigst. Unter Last werden sie den Riss allenfalls verzögern aber nicht stoppen. Das Ripstopmuster ist lediglich eine Verdichtung von Fäden (bei normalen Ripstopstoffen).

    Der Vergleich zwischen den einzelnen Herstellerangaben ist eher Verwunderung. Das weckt dann meine Neugierde und ich frage mich, warum augenscheinlich ähnliche oder schwerere Materialien letztlich zu niedrigeren Angaben führen.

    Du hast ja bereits festgestellt, dass es keinen Standard gibt. Jeder Hersteller gibt eine Empfehlung für die er vermutlich bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen. Auch wenn zwei Hersteller eine Hängematte aus dem gleichen Stoff anbieten, kann ein unterschiedliches Design zu unterschiedlichen Empfehlungen führen. DD Hängematten werden beispielsweise straffer aufgespannt, was zu einer höheren Belastung führt. Außerdem schreibt DD "comfortable for people up to 6ft 5in and 125kg" - "comfortable" entspricht nicht "Tragkraft". Der Stoff reißt nicht gleich, wenn das Gewicht des Nutzers über der empfohlenen Kapazität liegt - aber mit zunehmendem Gewicht dehnt er sich natürlich immer stärker. Das kann (muss aber nicht) als unbequem empfunden werden. Deshalb schreibt Warbonnet zum Beispiel:

    Note: The weight ratings listed below are based on comfort, not absolute tensile strength. So for instance the single layer is rated for a max of 250 lbs because users above that weight will experience more stretch than is ideal and so would be more comfortable in something with more support (like the Heavyweight double). The comfort ratings can be pushed somewhat but you will be trading in comfort in doing so.

    Reichen 11ft Hex auch bei richtig schlechtem Wetter aus, um unterm Tarp trocken zu bleiben?

    Wenn dein Hängeplatz ungünstig gewählt ist und der Wind aus der falschen Richtung kommt: nein. Natürlich bietet ein Hex nicht den gleichen Wetterschutz wie ein Tarp mit Türen. Wenn es dir in erster Linie um den Regenschutz ankommt, und das Gewicht eine Rolle spielt, sind die Mini-Türen-Tarps von Warbonnet unschlagbar.

    Theoretisch müsste man ein Hexagon ja auch so abspannen können, dass man die Ecken der Stirnseiten zusammenzieht und damit zumindest den Schutz erhöhen könnte.

    Du meinst wie ein Tarp mit Türen? Dazu bräuchtest du 4 weitere Abspannpunkte, und das Tarp müsste sehr steil abgespannt werden damit die Türen halbwegs schließen. Da dürfte deine Hängematte leichter in Kontakt mit dem Tarp kommen.

    Wie sind denn Hexon 1.6 und 1.2 von Dutchware einzuschätzen?

    Das schreibt Dutch doch:

    • Hexon 1.6 – 350 Pounds / 158 kg
    • Hexon 1.2 – 275 Pounds / 124 kg
    • Hexon 1.0 – 200 Pounds / 90 kg

    Ich habe nach kurzer Recherche gefunden, dass sie D40 (Hexon 1.6) bzw. D30 (Hexon 1.2) sind, aber augenscheinlich ja mit einem anderen (stärkeren?) Webmuster.

    Das macht bei bestimmten Anwendungen (z.B. Brückenhängematten) einen Unterschied, wurde aber sicherlich bei der Berechnung der empfohlenen maximalen Kapazität berücksichtigt.

    Die reguläre Kammok Mantis ist aus D40 und die OG Blackbird als SL entweder 40D oder 70D.

    Die Blackbird gibt es nicht mehr in 70D. Der 40D Stoff ist dem 1.6 oz Hexon sehr ähnlich.

    Nun frage ich mich natürlich, wie DD mit der schweren DL Hängematte (auch für DL schwer) ein weight limit von 125kg angibt, während die 3 anderen als Single Layer teilweise 50% höher liegen (im falle der Kammok Mantis sogar fast beim Doppelten).

    Das wird dir hier niemand beantworten können. Da fragst du am besten den Hersteller. Wobei ich mich frage, warum das für dich so wichtig ist. Mit deinem Gewicht bist du doch überall darunter. Du konzentrierst dich meiner Meinung nach auf den unwichtigsten Punkt. Viel wichtiger ist doch die Dehnung des Stoffes sowie Länge, Breite und Design der Hängematte.

    Wie sind die Erfahrungen mit diesen Quilts?

    Ich habe sowohl einen Incubator, einen Burrow als auch einen Convector (allerdings mit Synthetik-Isolierung) benutzt. Ob sie bis zu der angegebenen Temperatur funktionieren hängt davon ab, ob du warm oder kalt schläfst. Es klingt als ob du eher zu den wärmeren Schläfern gehörst - dann sollten die Temperaturangaben passen. Allerdings handelt es sich bei fast allen Herstellereinstufungen um die untere Grenze des Komfortbereichs für einen "normal" warmen Schläfer. Und es wird dabei angenommen, dass deine sonstige Isolierung (z.B. Mütze und Bekleidung) sowie Windschutz adäquat sind. Aus dem Grund rechnen die meisten Nutzer ein paar Grad dazu. Wenn du also normal warm schläfst, und auch bei -6°C auf keinen Fall frösteln willst, nimm den nächstwärmeren Quilt.

    Auch zu beachten ist, dass Hängematten von unten deutlich mehr Isolierung benötigen als von oben. Deshalb verwenden viele Leute unten wärmere Isolierung als oben.

    Gibt's weitere Empfehlungen?

    Für Gathered End Hängematten verwende ich nur noch hängemattenähnliche Underquilts wie den Warbonnet Wooki oder den Simply Light Designs Trailwinder. Underquilts mit Eckaufhängung passen sich einfach nur schlecht an eine GE Hängematte an.

    Bei Hängematten ist es schwierig, die Bruchkraft und damit auch die Tragfähigkeit zu ermitteln. Bei einem Seil ist es einfach: Seil in ein Messgerät einspannen und ziehen bis es reißt. Für die Anwendung im Hängemattenbereich teilst du dann den ermittelten Wert durch 5 (Sicherheitsfaktor), dann hast du die empfohlene maximale Last. Dabei ist aber zu beachten, dass du diesen Wert nicht mit dem Gewicht in der Hängematte gleichsetzen kannst, weil noch die Variable des Aufhängewinkels dazu kommt. Bei einem Aufhängewinkel von 30°, muss jede Seite 100% des Gewichts tragen - nicht 50%. Bei flacheren Aufhängewinkeln wird die Belastung immer höher. So kann man jede Hängematte kaputt machen, und gelegentlich sogar Bäume zum Umfallen bringen.

    Bei einer Hängematte kommt dazu, dass sich das Gewicht in der Hängematte auf eine Fläche verteilt. Wenn das Gewicht plötzlich auf einen Punkt konzentriert wird weil du dich z.B. auf einen Ellenbogen aufstützt, kann eine Hängematte u.U. auch bei einem überraschend geringen Gewicht reißen. Es ist also für Hersteller sehr schwierig, eine Tragkraft anzugeben wenn sie nicht wissen, wie der Nutzer die Hängematte verwendet.

    Bei 100 kg Körpergewicht würde ich entweder eine Single Layer Hängematte aus 40D oder 70D Ripstop Nylon, oder eine Double Layer Hängematte in beliebiger Kombination verwenden. Wenn du die Grenzen nicht ausreizen möchtest (z.B. Single Layer aus 20D), solltest du bei normaler Anwendung (nicht zu flacher Aufhängewinkel, fallen lassen in die Hängematte, ...) keine Probleme haben.

    Viel wichtiger ist die Frage, welche Dehnbarkeit für dich am bequemsten ist. Und das musst du leider selbst herausfinden.

    Für 3-Jahreszeiten-Camping würde ich auf jeden Fall einen Underquilt nehmen, der eine Komforttemperatur von mindestens bis 0°C hat. In wie weit sich das mit den Herstellerangaben deckt, musst du leider selbst ausprobieren. Da ich nicht mehr schlafen kann, wenn mir kalt ist, und für mich ausreichend guter Schlaf absolute Priorität hat, verwende ich nur Isolierung mit einem (für mich) ausreichend großen Puffer. Beim Khibu Magma wären das (für mich!) vermutlich -15°C :D