Ich habe letztes Wochenende mal etwas mit Isolationsmöglichkeiten von unten gespielt und dies heute - nach einer ausführlichen Abhängung im Garten - aufgeschrieben.Testkandidaten: 3 verschiedene Isomatten von TAR, davon eine selbstaufblasende (Prolite 4) und 2 Neoair (eine X-Therm in L und eine All Season mit speedvalve in Größe RW, d.h. 1,83 lang und durchgehend 64 cm breit)
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Meine Erfahrungen mit kompletten Übernachtungen in der Hängematte beschränken sich auf tiefen Schlaf, Blick in die Sterne und süße Träume in der Brückenhängematte, ansonsten habe ich nur mal ein gepflegtes Nachmittagsschläfchen in eher günstigen gathered-ends HM gemacht. Nun hat mir TreeGirl eine zweilagige BB geliehen, damit ich auch mal einen Eindruck von einer vernünftigen gathered-ends bekomme.
Für den Test der Isomatten habe ich die Isomatten abwechselnd in der BB und in meiner Koma getestet. Um den Vergleich komplett zu machen, habe ich beide Hängematten auch mit dem jeweils passenden Underquilt - für die BB den wooki (ebenfalls von Treegirl geliehen!), für die Koma den Lynx, beide als Winterversion - probiert. Ich kann mir kaum Versuchsaufbauten vorstellen, die mehr Spaß machen.
1. Kandidat: die Neo Air All Season
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In der BB kann man damit zumindest auf dem Rücken recht bequem liegen. Interessanterweise verschiebt sich die Isomatte kaum, auch wenn ich sie nicht zwischen die beiden Stofflagen, sondern direkt auf die Liegefläche lege. Nach meinem Eindruck ist also der Nutzen der Zweilagigkeit zumindest bei dieser Matte gar nicht sooo groß. Auf der Seite liegen konnte ich - eingeschränkt - auch, mit angezogenen Beinen ging es eine Weile. Aber wirklich bequem war es nicht.
In der Koma habe ich diese Matte bereits ausgiebig getestet, ich hatte sie u.a. bei meiner Tour im Juni auf den Trekkingplätzen im Pfälzerwald dabei (zu der Zeit habe ich noch in einem Lynx-losen Universum gelebt). Dort und auch in weiteren Nächten hier im Garten habe ich etliche Nächte warm und bequem damit verbracht; nur musste ich immer darauf achten, dass die Matte in ihrem Fach auch blieb, wo ich sie haben wollte, das - wenn auch vergleichsweise geringe - Verrutschen war manchmal minimal störend. Andererseits hatte ich den Eindruck, dass die Isomatte in der Koma die Liegefläche in der Breite verstärkt, sodass die Seiten der Hängematten etwas besser auf Abstand blieben und mich so weniger "bedrängt" haben.
2. Kandidat:
TAR Prolite 4, Größe L (ähnlich wie Prolite Plus, nur etwas schwerer und ein etwas geringerer R-Wert; meine Matte für den schnellen Aufbau zuhause, auch als Liegenauflage, nicht für Touren)
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Nach meinem Eindruck in der BB nur bequem auf dem Rücken! Seitenlage praktisch kaum möglich.
Matte direkt auf der Liegefläche:
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Übrigens war auch hier für mich kein sehr großer Unterschied zu merken, ob ich die Isomatte zwischen die beiden Lagen der BB gelegt hatte oder direkt auf die Liegefläche. Solange man beim Einstieg in die Hängematte aufpasst und auf dem Rücken liegen bleibt, verrutscht die Isomatte wenig.
In der Koma ist das Liegegefühl ok, die Isomatte verrutscht in ihrem Mattenfach beim Einstieg und beim Umdrehen allerdings besonders leicht, was wohl vor allem an ihrer Oberfläche und auch daran liegt, dass sie zum Fußende schmal zuläuft. Dass die Seiten im Gegensatz zur Nutzung mit einem Underquilt nicht mitgewärmt werden, habe ich dagegen als nicht so sehr störend empfunden, denn 1. kann man dorthin auch den Schlafsack bzw. Topquilt stopfen und 2. waren meine bisherigen Nächte draußen wohl nicht so kalt, dass es eine sehr große Rolle gespielt hätte.
3. Kandidat:
TAR Neoair Xtherm (Größe L)
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Wie man auf dem 1. Foto mit allen 3 Testkandidaten sehen kann, ist bei dieser Isomatte der mumienförmige Schnitt am deutlichsten, d.h. die Differenz der Breite an Kopf- und Fußende am größten. Das dürfte auch der Grund sein, warum diese Matte in der Koma ebenfalls leicht rutscht, obwohl ich sie vor ihrer Nutzung im Zelt an der Unterseite mit dicken Anti-Rutsch-Silnet-Tupfen versehen hatte.
Das Liegegefühl in der BB war für mich ähnlich wie mit der Prolite 4, also in Rückenlage ok, Seitenlage dagegen nicht. Aber diese Matte ist - muss man zu ihrer Ehrenrettung auch mal sagen - mit einem R-Wert von 5,7 vielleicht sogar geeignet, um sich damit auf Eis zu legen (ich gehöre zu denen, denen zu viel Isolierung von unten nichts ausmacht und keine Schweißausbrüche verursacht) und sie ist für ihre Wärmeleistung wirklich leicht.
In beiden Hängemattenarten ist von den Isomatten mein eindeutiger Favorit die Neoair All Season mit ihrer durchgehend gleichen, "üppigen" Breite von 64cm; außerdem lässt sich diese Isomatte mit ihrem Speed-valve tatsächlich deutlich schneller aufpusten als andere NeoAirs, wenn auch die Werbeaussagen übertrieben sind. Die Verwendung der Hängematte mit Isomatte hat zudem den Vorteil, dass man notfalls auch auf dem Boden schlafen könnte :what:.
Übrigens habe ich nicht feststellen können, dass die unterschiedlichen Stärken der Isomatten - beide NeoAirs 6,3cm, die Prolite 4 hat 3,8cm - eine größere Rolle gespielt hätten.
Der Vergleich zur Nutzung mit Underquilts hat damit für meinen Geschmack ergeben, dass die BB als gathered ends Hängematte viel deutlicher von einem Underquilt profitiert als die Brückenhängematte. Es war geradezu eine Wohltat, den wooki unter die BB zu hängen und das ganz andere Liegegefühl zu genießen. Damit war es plötzlich auch gut möglich, auf der Seite zu liegen - zumindest in der Normal-(nicht lefty-)Version auf der linken Seite. Das Liegen fühlt sich flacher an, und die Hängematte schmiegt sich an (DAS allerdings muss man mögen, und hier habe ich vielleicht noch ein kleines Gewohnheitsproblem), ohne dass eine Isomatte dabei rutscht, zusammenknickt oder überhaupt stört.
Bei der Koma kann ein weiterer - subjektiv empfundener - Vorteil sein, dass sie mit einer Isomatte in der Breite quasi besser aufgespannt wird. Aber - und wichtiger: Der Underquilt ist einfach und viel schneller eingehängt und ebenso schnell wieder abgebaut, er ist leichter als die All Season, er wärmt auch die Seiten noch mit, und es gibt kein Verrutsch-Problem.