Also, nachdem ich nun in einem anderen Thread erklärt bekommen habe, ob Daune auch als Winter-Isolationsmaterial in Frage kommt und wenn ja, unter welchen Bedingungen dieses am Idealsten ist, treibt mich nun die nächsten Frage um:
Overfill, ja oder nein?
Zur Erklärung erst einmal für Unbedarfte:
wenn man sich einen Quilt oder Schlafsack aus Daune macht, berechnet man anhand des Volumens des Quilts und der Bauschfähigkeit der Daunen die benötigte Menge. Ein bisschen Mathematik, nix Schweres. Dann gehen viele hin und planen, diese Menge zu Überschreiten - also mehr Daunen als eigentlich benötigt, einzuplanen. Zpacks nimmt hierfür bspw. 30% Overfill (http://www.zpacks.com/quilts/solo-quilt.shtml)
Als Grund dafür wird genannt, dass die Loftfähigkeit der Daune irgendwann durch die Kompression nachlässt und man aber will, dass die Kammer, in der die Daune eingefüllt wurde, trotzdem zu 100% ausgefüllt wird. Wird sie das, so stimmen weiterhin die vom Hersteller angegebenen Temperaturwerte, denn das Volumen der "gefangenen Luft" bleibt dann gleich.
Ein anderer Grund, der manchmal genannt wird, ist, dass die Daunen sich durch den erhöhten Druck weniger bewegen und so an dem Ort bleiben, wo man sie hingeschüttelt hat. Also kein Shiften.
Geht man davon aus, das ZPacks recht hat mit ihren Angaben, so benötigt man für einen Sack mit Limit Wert von -7 genau 2.25" (5.7 cm) Loft. Für tiefere Temperaturen mehr.
Ich würde gerne einen Underfill* machen!
Was denke ich mir dabei?! Ich möchte mir die Daunen dann, wenn der Bereich nach unten hin unterschritten wird, es also kälter wird, als die Temperatur, die er eigentlich kann, zum Rumpfbereich hin zusammenschubsen. Oder in Zahlen, die 25% der unteren Hälfte will ich nach oben schütteln. Damit sollte die Isolierung zunehmen und man sollte wieder einen warmen Quilt haben, so meine Überlegung. Damit das geht, muss die Kammer sich noch ausdehnen können. Bleiben wir also bei dem Beispiel von ZPacks so müsste der Steg (Baffle) bspw. 8cm sein. Nun kann man zwar nicht mehr gerade liegen, denn die Füße würde sofort unterkühlen, zieht man die Füße aber an, wird es warm. Ist das bequem? Nein. Aber eine kurze unbequeme warme Nacht erscheint mir erholsamer, als eine kurze kalte Nacht.
Bleibt noch das Problem des Shiftens der Daunen. Ich plane ja für meinen kommenden Quilt eine quadratische Kammer, die an den Enden offen ist (Hier nochmal der Link). Mache ich diese Kammern nun kleiner, so mein Plan, bewegen sich die Daunen noch, aber nur so, dass ich sie wirklich auch in die Richtung schubsen muss.
Optische Folge allens: ein Quilt, dessen Kammer flach sind und nicht nach oben gewölbt.
Was meint ihr? Liege ich mit meinen Überlegungen richtig? Kann man auf diese Art und Weise einen normallangen 0 Grad Komfort Sack einen dreiviertel-langen -7 Grad Komfort Sack machen? Was übersehe ich?
*Anekdote aus der Zeit, wo mein Sohn noch sehr sehr klein war: Auf die Frage, welche Rolle er denn sein will, wenn wir zusammen spielen, antwortete er: Der Liebewicht! Ich stutzte. Bis er mir in seiner kindlichen Art erklärte, dass, wenn es einen Bösewicht gäbe, es ja auch einen Liebewicht geben müsse. Von daher: Underfill. 