Beiträge von Cross Hammock

    Hallo und herzlich willkommen! Damit wären wir ja zu viert - und wenn Nobody96 noch zu uns stößt, könnte man schon fast eine Mini-Konferenz abhalten. Nach Rücksprache mit meinem 90°-Freund schlage ich jetzt einfach mal vor, dass wir uns am kommenden Donnerstag (26.10.) im Café an neuen See im Tiergarten treffen. Vorschlag wäre gegen 17:00, damit man eventuell noch die eine oder andere Hängematte ausprobieren kann, bevor man sich beim Bier unterhält und beschnuppert. Der Termin ist natürlich verhandelbar - nur damit mal ein Anfang gemacht ist. Meldet euch!

    Danke für den ausführlichen Bericht und die Bebilderung. Das sieht nach einer sehr schönen Arbeit aus, an der du lange Freude haben wirst. Mich würde noch interessieren was die gesamte Matte inclusive Stäben wiegt. Den 2.4er Stoff habe ich mir übrigens jetzt auch bestellt, weil auch der Prototyp meiner neuen 1.6er Matte sich als zu schwach erwiesen hat. Nur die allererste gekürzte Matte aus 1.6er hält immer noch.

    Ja, gute Planung ist alles. - Deutsche Täler südlich der Alpen sind wohl eher Mangelware, sofern man nicht an die erste Strophe des Deutschlandliedes erinnern will, was mir sehr fern liegt. Aber es freut mich, in den outdoormäßig privilegierten südlicheren Breiten bekannt machen zu können, dass es auch im Norden spektakuläre Felsentäler gibt, in denen man mit ein wenig Glück sogar wild lebende Mufflons beobachten kann.

    Inspiriert vom mitteldeutschen goldenen Oktober bin ich letztes Wochenende von Thale bis Drei Annen Hohne im Ostharz wandern gewesen und möchte davon hier ein paar Eindrücke loswerden. Los ging es in Thale mit der Gondel hinauf zur Roßtrappe. Von dort hat man nicht nur eine ziemlich spektakuläre Aussicht in das steilste Felsental Deutschlands nördlich der Alpen, sondern überblickt auch fast das erste Viertel der Wegstrecke bis Treseburg.

    Kurz vor dem oberen Bildrand habe ich dann die erste Nacht verbracht - am Steilhang direkt an der Bode. Anders als in der Hängematte wäre es kaum gegangen, wenn man nicht unmittelbar auf dem Weg gezeltet hätte. Ich bin einmal mehr froh gewesen, dass ich mit meiner 90°-Matte einen relativ kurzen Baumabstand nutzen kann. Mit einer normalen Gathered End Hängematte wäre das schwierig geworden. Die Nacht war so lau, dass ich beschloss, kein Tarp aufzuspannen. Es gab zum Glück sogut wie keinen Tau, sodass mir der lästige Nässefilm auf dem Daunenschlafsack erspart blieb, mit dem ich diesen Sommer so manches Mal zu kämpfen hatte.

    Am nächsten Tag führte der Weg dann über die Rappbodetalsperre und damit vorbei an der Titan RT, die von Mai bis Juli diesen Jahres die längste Fußgängerhängebrücke der Welt war. Drüber zu gehen habe ich mir verkniffen, denn dafür hätte man 2 Stunden anstehen müssen - Zeit, die ich brauchte, um den Weg von insgesamt knapp 50 km bis zur Harzquerbahn zu schaffen.

    Die folgende Nacht habe ich an der Überleitungssperre Königshütte campiert, natürlich wieder in der Hängematte. Das Foto vom Schlafplatz ist zwar etwas HDR-mäßig angekitscht, aber die Aussicht auf den langsam im Morgenlicht aufleuchtenden Mischwald am Ufer gegenüber kriegt man nur so aufs Bild. Was ich damit sagen will: Leute geht raus in die Natur, so schön wie jetzt gerade wird es dieses Jahr nie wieder!

    Noch mal paar Worte zur Ausrüstung: Ich habe bis auf die Isomatte fast nur selbst genähte Sachen mitgehabt (Rucksack, Schlafsack, Tarp, Hängematte, Jacke, Hose, Hemd aus Etaproof, lange Unterwäsche aus Merinowolle). Das Basisgewicht der ersten fünf Basis-Ausrüstungsgegenstände plus Kartuschenkocher mit Titantopf betrug zwar nur 3 kg, aber mit Lebensmitteln, Klamotten, Kameraausrüstung, Wasserflasche, Bushbox, Handy, DIY-Hocker und Stirnlampe ist man dann doch schnell bei knapp unter 10 Kilo. Rückblickend betrachtet, hätte ich mir Tarp und Jacke sparen können. Das wäre ein Kilo weniger gewesen - und vom Wetterbericht aus betrachtet hätte ich das riskieren können. Wie macht ihr das, wie entscheidet ihr was mitkommt und was daheimbleibt?

    Ich stelle mir vor, die komplette Länge der Suspension aus Gurtband zu bauen.
    Gurtband um den Baum umlenken, mit dem Clip in der Hand an die richtige stelle gehen, hinten einhängen, vorne einhängen - fertig. Feinjustierung dann nur noch über den vorderen Hook......also den, der zur HM zeigt.

    Das mache ich häufig so und kann es nur empfehlen, weil die Justage denkbar einfach ist. Auch dafür sind die eingenähten Dutch Clips die bessere Lösung.

    Ich nutze (sehr gerne) die von mir selber eingenähten sew-on-dutch clips und habe mich auch gefragt, wer davon die verstellbare Variante brauchen könnte. Der Anwendungsfall, den TreeGirl beschreibt, ist auch meiner Meinung nach die einzige Situation, in der die Dinger einen Sinn haben können. Dann aber nur mit den schwarz-weißen Dyneema/Polypro-Bändern oder normalen Polyester-Bändern, weil das blaue Band mit Sicherheit durchrutscht.

    Ich habe mir zwei verschieden große Rucksäcke aus X-Pac selber genäht. https://www.extremtextil.de/x-pac-vx03-ruc…at-140g-qm.html Der Stoff ist wasserdicht und sehr leicht. Der Übersicht halber verpacke ich den Rucksackinhalt auch noch mal in Nylonbeuteln, aber der Nässeschutz durch das Rucksackmaterial reicht völlig aus. Ursprünglich wollte ich die Nähte noch mit Silnet abdichten. Das war mir aber zu aufwendig und die Rucksäcke lassen im strömenden Regen auch so kein Wasser durch. Ponchos und Rucksackhüllen empfinde ich als nicht sehr praktisch.

    Bei meinen Recherchen zum Kauf landete ich schnell bei den üblichen Verdächtigen: eine W6 für etwa 300 € und eine etwas günstigere Carina, die ich mir auch über Amazon bestellt und probeweise angesehen habe. Beide Maschinen gingen schnell wieder zurück, zu wenig Power für dickere Stoffe, kein schönes Stichbild (Carina) oder zu klapprige Ausführung, etwa beim Deckel des Garnrollenkastens (W6). Weitersuchen bedeutete, sich an neue Preise zu gewöhnen. Infrage kamen Pfaff oder Bernina. Die eine kommt aus China, die andere aus Thailand. Das war schon mal eine Ernüchterung. Was bleibt übrig, als sich mit den konkreten Unterschieden zu befassen? Und da kam sehr schnell heraus, dass mir ein Feature der Pfaff sehr gefiel: der breite Abstand zwischen Nadel und Gehäuse. Üblicherweise sind das 20 cm. Bei W6 und Carina Standard, aber leider eben auch bei den noch bezahlbaren Berninas. Da sind die 25 cm der Pfaff sehr willkommen. Wer schon mal ein Zelt aus schwerem dickem Baumwollstoff genäht hat, weiß was ich meine.

    Der nächste Punkt ist der integrierte Dualtransport, auch Obertransport genannt. Hier hat die Pfaff mit dem IDT-System eine ebenso simple wie effektive Lösung anzubieten, die mir sehr gut gefällt. Was wurde - auch hier im Forum - nicht schon gefachsimpelt, wie man am besten verhindert, dass sich Ober- und Unterstoff beim Nähen gegenseitig verschieben. Vorkleben mit Silnet, Seidenpapier unterlegen etc. Es geht auch einfacher. Um die 2,25-Meter-First-Naht von meinem Tarp zu nähen, habe ich das leichteste 20den Ripstop-Nylon mit wonder clips (nicht etwa mit Stecknadeln, die machen nur überflüssige Löcher in den Stoff) geheftet, danach den IDT-Hebel runtergeklappt und dann einfach genäht: und bin am Ende ohne Verschiebung auf den Millimeter genau zum Abschluss gekommen.
    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Geradstichplatte.

    Normalerweise haben alle Zickzackmaschinen einen bis zu 9 mm breiten Schlitz, der den Wechselstich beim Zickzacknähen ermöglicht. Für uns Geradstichnäher oft überflüssig und - siehe oben - eine latente Unfallstelle. Bei meiner Pfaff gehört eine Geradstichplatte zum Lieferumfang. Und die lässt sich per Klick auch völlig simpel wechseln, ohne eine Schraube zu drehen.
    Die für mich schwerste Frage war einige Zeit lang trotzdem die nach einer gebrauchten Pfaff der 12er Reihe. Diese Maschinen haben IDT und sind vielen Berichten nach sehr zuverlässig. Aber der Markt dafür ist abgegrast, viele Anbieter sind Händler und man weiß nicht, ob man eine wenig gelaufene Maschine aus einem Privathaushalt oder eine ausgenudelte Gewerbemaschine erwischt. Und früher oder später fallen dann doch die genannten Reparaturen des Nähregisters und der Zahnräder an. Die Frage, die ich mir stellte, war letztendlich: will ich - in der einen Hand die Ölkanne, in der anderen den Schraubenzieher - autodidaktisch noch mal eine Lehre als Nähmaschinentechniker auf dem Stand von 1980 nachholen, oder leiste ich mir eine neue Maschine, die dann erst mal 5 Jahre Garantie hat (neue Berninas haben 4 Jahre) und verbringe die gewonnene Zeit draußen in der Natur beim Ausprobieren meines Equipments. Am Ende fiel mir die Entscheidung doch leicht. Und nachdem meine Pfaff seit Juni abbezahlt ist, kann ich nur noch Grinsen über die Meinung, alle Neukäufer von Pfaff würden sich verarschen lassen. Denkt einfach mal drüber nach, ob es wirklich sein kann, dass von den aktuellen Nähmaschinen nur die thailändischen Berninas über jeden Zweifel erhaben sind und alle anderen chinesischen Maschinen nichts taugen, auch wenn sie 10 mal soviel kosten wie eine W6.
    Aber noch mal zurück zum Anfang: wer neu mit der Nähmaschine umgehen lernt, ist mit einer Pfaff 30/31 immer noch gut beraten, da habt ihr auch keine Probleme mit den Zahnrädern, denn davon gibt es darin kein einziges. Und sie näht und näht und näht...

    Es wurden schon eine Menge Tipps zum Nähmaschinenanfang genannt. Trotzdem möchte ich noch meine eigene Nähmaschinen-Geschichte beisteuern, nicht zuletzt, weil ich einige hier vorgetragene Thesen so nicht unterstreichen kann. Dazu später.
    Ich nähe - autodidaktisch inspiriert - seit mehr als dreißig Jahren. Der Anlass war schlicht und ergreifend, dass es viele Sachen, die ich damals gerne haben wollte, nicht zu kaufen gab - vom Daunenschlafsack bis zur Leinenhose. Ihr könnt euch denken, wo das war. Die nötigen Materialen konnte man zwischen Décin - damals noch ČSSR - (Inlettstoff) und Elsterwerda (Gänsedaunen direkt von der Farm) mit etwas Glück und Mobilitätsbereitschaft schon erwerben. Verarbeitet habe ich diese Materialen mit einer Pfaff 31 aus dem Jahr 1929. Das Baujahr habe ich anhand der Seriennummer erst kürzlich recherchiert.
    http://ismacs.net/pfaff/pfaff_manufacture_dates.html
    Im Jahr der Weltwirtschaftskrise hatte man in Kaiserslautern zwar vergessen, den vorderen Schriftzug golden auszumalen, aber ansonsten nähte diese Maschine fehlerlos, solange man das einzige Verschleißteil regelmäßig erneuerte, den Lederriemen, der zwischen Fußwippe und Handrad die Drehbewegung übertrug.

    1990 habe ich diese Maschine mit einem Bausatz aus den Rest-Beständen der untergegangenen DDR elektrifiziert. Und damit tut sie ihren Dienst - bis heute.

    Der einzig mögliche Stich, den diese Maschine näht, ist der Geradstich, aber mit dem näht sie so ziemlich alles, gerne auch mit dickem Mara 30-Garn, das ihr hier oben seht. Mit genau einer solchen Maschine einfachster Bauart lernt man meiner Meinung nach am besten nähen. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie der Nähvorgang vonstatten geht, weil alles offen zutage liegt. Auch für dünne Hängematten-Stoffe eignet sich eine solche Maschine sehr gut, weil der breite Schlitz in der Stichplatte fehlt, der bei zickzack-fähigen Maschinen jüngeren Datums gerne mal dazu führt, dass das Nähgut in den Unterspulenbereich gezogen wird. Mein jüngster 3-Jahreszeiten-Daunenschlafsack, der mit 300 g Füllung knapp unter 500 g Gesamtgewicht auf die Waage bringt (und damit leichter ist als alle vergleichbaren Schlafsäcke, die man heute kaufen kann), ist mit genau dieser Maschine entstanden. Kein Reißverschluss, keine Kapuze, kein Schnickschnack, dafür aber kammergenäht für maximale Isolation. Aber es sollte nachts unter 15° sein, sonst droht ein Hitzestau. Ideal also für meine letzte Tour in den Alpen.

    Zurück zur Maschine. Letztes Jahr war der Gummi der Rolle fürs Aufspulen des Unterfadens so porös geworden, dass er schließlich zerbröselte - und es ließ sich kein Ersatz finden. Nachdem ich das Aufspulen mit dem Akkuschrauber satt hatte, begann ich über die Anschaffung einer neuen Maschine nachzudenken. Und geworden ist es dann eine Pfaff Performance 5.0 - also eine, von der hier zu lesen war, dass sie zu den "schlechten Neuen" gehört, in der angeblich genau dasselbe drin steckt wie in einer W6. Zu diesen Thesen möchte ich jetzt auch noch mal was sagen.

    Die alte Hammocktent, die ich genau ausgemessen habe, misst 2,20 m. In der Ankündigung vom Sommer hieß es, soweit ich mich erinnere, die neue Matte sollte auf 2,30 m verlängert werden. Ich hatte daraufhin meine Shark 2,30 lang gemacht - zu lang, wie ich schnell merkte. Deshalb (und weil ich irrtümlich 2 Zacken zuviel eingebaut habe), habe ich sie um 20 cm gekürzt. Mit 2,10 m ist sie für eine 2 m - Isomatte, wie ich sie benutze, ein klein wenig kurz, aber immer noch voll einsatzfähig. Siehe meinen Bericht. Das neue Maß von 2,22 scheint mir für diese Isomatten genau richtig zu sein.
    Ich werde demnächst meine vierte 90° Hängematte nähen, natürlich wieder in Zackenform und 2,20 lang. Was mir auf dem Bild 1 in der Slideshow spontan nicht gefällt, ist, wie sehr man in der Hammocktent 2.0 durchhängt. Meine Matte, die sich auch vorzüglich ohne Isomatte liegt, ist da viel gerader.

    Doch es geht um "Weave failure on smooth tree bark" - was auch immer die Rinde mit dem Webfehler zu tun haben mag. Das Gewebe ist übrigens keineswegs "luftig" gewebt, sondern extrem eng. Meine Nähmaschine hatte mit neuer spitzer Nadel ganz schön zu tun, da durchzukommen.
    Mich würde trotzdem interessieren, über welchen Link du bestellst, die von dir genannten Preise stimmen ja nicht mit dem ebay-Shop überein.

    Ich glaube nicht, dass es an meiner Verarbeitung lag, denn ich habe die Nähte ziemlich ähnlich gesetzt wie bei der Hammocktent. Ein Fingernageltest, den ich auch fotografiert hatte, hat mir außerdem gezeigt, dass der Stoff nichts taugt - auch im direkten Vergleich zum leichteren Hexon 1.6. Diese Runde geht meiner Ansicht nach eindeutig an China.