Beiträge von Cross Hammock

    Wie machst du das? Hängst du testweise 500kg dran?

    Nein, der Test sieht so aus, dass ich mich in die fertige Matte reinlege, dann lasse ich beide Schnapper gleichzeitig öffnen. Damit halbiert sich die Haltekraft der Karabiner, grob gesprochen. Und es war bisher jedesmal so, dass sich die Schnapper leicht öffnen ließen, d.h. die Karabiner wurden nicht von meiner Last so unter Spannung gesetzt, dass sie sich aufzubiegen begannen. Ein simpler Test, man braucht nur drei Leute dafür.

    Ich komme noch einmal auf die Karabiner zurück, weil meiner Ansicht nach in dieser Diskussion einige Aspekte durcheinander gebracht werden.

    Ich bleibe bei Kletterkarabinern von Herstellern die ihre Produkte testen und dafür garantieren.

    Nahezu alle Hängemattennutzer, hier im Forum, aber auch anderswo, gehen davon aus, dass sie "Kletterkarabiner" benutzen oder benutzen sollten. Die dann fast ausnahmslos gezeigten und benutzten Schnappkarabiner sind aber keine Kletterkarabiner. Schnapper werden in Situationen verwendet, in denen die Geschwindigkeit des Ein- und Ausklippens wichtiger ist als die zusätzliche Sicherheit, die eine Verschlusssicherung bietet; also wenn man an einer Wand hochsteigt und sich in kürzester Zeit am nächsten Fixpunkt einhakt und dafür eine Expressschlinge (Exe) verwendet. In allen anderen Situationen, beim Einbinden ins Seil, beim Abseilen oder beim Gehen in einer Seilschaft benutzt ein Kletterer keine Schnapper, niemals, das tun nur Lebensmüde. Statt dessen benutzt man einen Karabiner mit Verschlusssicherung. Lasst euch das von @Bernd Odenwald erklären.

    Ein solcher Karabiner mit Verschlusssicherung sieht so aus wie die Exemplare links und in der Mitte. Diese Karabiner gehen garantiert nicht unbeabsichtigt auf, aber man kann sie auch nicht so schnell bedienen.

    Für Hängemattennutzer ist dieser Geschwindigkeitsaspekt allerdings völlig irrelevant. Hier hat man in jedem Fall die Zeit, um sein Setup sicher aufzubauen. Wem es also um

    eine gefühlt höhere Sicherheit

    geht, der sollte tunlichst von Schnappern die Finger lassen und sich einen Karabiner mit Verschlusssicherung gönnen.

    Doch nun die gute Nachricht: sehr viele Schnappkarabiner bieten ausreichende Sicherheitsreserven, um sie als Hängemattennutzer verwenden zu können. Die Frage ist nur, wieviel Sicherheit braucht man. Und hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Selbst

    baugleiche Karabiner von Warbonnet und DIYGearSupply

    werden einmal mit 13 KN (die Beschreibung behauptet 1100 lb - also rund die Hälfte) oder 500 kg (laut Beschreibung sollen das auch 1100 lb sein) gerated. Die Ungereimtheiten der Beschreibung springen ins Auge.

    Und damit komme ich zum oben genannten

    Camp Nano Karabiner

    , der aller Wahrscheinlichkeit nach auch

    in China gefertigt

    ist und von allen Shopbetreibern unisono als "Kletterkarabiner" beworben wird, d.h. 21 kn (=2100 kg) Last aushalten soll. Er sieht genauso aus, wie der Karabiner oben rechts im Bild, auf dem auf der anderen Seite "not for climbing" steht.

    Er wiegt genauso viel, nur soll er angeblich statt 12 kn auch die 21 kn abhalten, die für die Kletternorm UIAA nötig sind. Wenn man einmal die beiden echten Kletterkarabiner mit diesem Hänfling vergleicht, kommen einem Zweifel, dass es sich dabei um vergleichbare Produkte handeln soll - mir jedenfalls. Nicht zuletzt weil das mit 12 kn viel zurückhaltender beworbene Produkt mir vertrauenswürdiger scheint, habe ich vom Camp Nano Abstand genommen.

    Letztendlich muss man dem chinesischen Händler / Hersteller voll vertrauen.

    Nein, das muss und sollte man nicht, in keinem Fall. Ich plädiere statt dessen dafür, den eigenen Kopf zu verwenden, selber Tests anzustellen und so Erfahrung zu sammeln.

    Für diejenigen, die noch nicht so lange hier im Forum verweilen, möchte ich noch auf Christian, den dendronaut hinweisen, der die Koma Brückenhängematte hergestellt hat und vor mir lange der einzige deutsche Hängemattenhersteller war. Die Koma wurde geliefert mit dem

    von Edelrid, der gleichfalls aus China kommt, früher mit 400 kg gerated wurde, heute aber mit <12 kn, also nicht klettertauglich, beworben wird. Soweit ich sehe, hat damals niemand an dieser Wahl Anstoß genommen. Im Vergleich dazu glaube ich mit dem oben gezeigten China-Karabiner ausreichende Sicherheitsreserven zu haben. Aber das glaube ich nicht nur, sondern teste es bei jeder von mir hergestellten Cross Hammock neu aus, bevor ich sie verkaufe.

    Ich glaube auch, dass es eine ganze Reihe Billigprodukte aus China gibt, die ihrem Namen keine Ehre machen. Aber man muss auch sehen, dass es nur noch ganz wenige in Deutschland ansässige Firmen gibt, die Hängematten und das Zubehör dafür herstellen (sagt jemand, der hier produziert und am liebsten viel mehr hiesige Produkte verarbeiten würde).

    Außer Kanirope, Gütermann und Austri Alpin fallen mir gerade gar keine Materialhersteller ein, von denen ich sicher weiß, dass sie in Deutschland oder Europa produzieren. Bei Gütermann kommt die absurde Pointe hinzu, dass es das Garn, auf dem "Made in Germany" steht, nur in den USA zu kaufen gibt.

    Wahrscheinlich sind die allermeisten unserer Hängemattenstoffe aus China - auch wenn wir das nicht wissen. Und was meinen Karabiner betrifft, ist das mittlerweile ein sehr verbreiteter Hängemattenkarabiner, auch die Bilder, die droney heute gepostet hat, scheinen mir genau diesen Karabiner zu zeigen.

    der Hängemattenstoff ist auch deshalb so schwer, weil er doppelt belastet wird: mit dem Gewicht des Nutzers in der Matte, und mit dem Gewicht der Isolierung von unten. Und ich denke, auch die Schweissnähte schwächen den Stoff.

    Denkst du wirklich, das muss man extra berücksichtigen? Und waren die Nähte an der Arbora geschweißt? Ich gehe eigentlich davon aus, dass die angenähte Isolation keine großen Auswirkungen auf den Hängemattenstoff hat. Die angenähte Daunenkammer muss natürlich so dimensioniert sein, dass sich bei belasteter Hängematte die Daunen in der Kammer frei aufplustern können. Bei der Climashield Isolation hätte ich den untergenähten Hexon 1.0 Stoff, der die Isolation am Hängemattenstoff fixiert (die übrigens nur am Rand mitgefasst, aber nicht durch weitere Stütznähte gehalten wird), etwas großzügiger dimensionieren sollen, d.h. 10 cm Zugabe in Breite und Länge, anstatt nur 5 cm.

    Und du hast recht: gewichtsmäßig komme ich mit Daunen-Isolation etwas höher, aber nur ca. 100g.

    Die 133er Climashield Isolation wiegt für eine Cross Hammock 221 Gramm (die Kiste wurde rausgerechnet).

    Dem stehen rund 300 Gramm Gewicht für die Daunen-Isolation gegenüber. Aber damit sollten dann auch Minusgrade auszuhalten sein.

    Eine Konstruktion wie die von Arbora funktioniert nur deshalb, weil die Isolierung synthetisch (mehr Gewicht als jeder Trägerstoff!) ist, benötigt

    Ja das stimmt, die Arbora war richtig schwer, aber das lag am schweren Material, doppellagig wurde da, soweit ich mich richtig erinnere, nichts verarbeitet. Wenn ich noch mal eine isolierte Cross Hammock mit Daune fertige, nehme ich Dobby, der Stoff sieht zwar kurios aus und fühlt sich außen recht glatt an; die Liegeeigenschaften gefallen mir aber recht gut.

    0° 20D Wooki XL 850FP - 25 oz / 709g

    0° Standard Incubator 850FP - 25.72 oz / 730g

    0° Habanero 70" 900FP (!) - 25.3 oz / 718g

    Da wiegt die Cross Hammock Isolation mit 133er Apex-Fütterung zum Glück weniger - wohlgemerkt einschließlich Hängematte, Karabinern und Spider Daisy Chain-Baumgurten. Aber leider ist es mir noch nicht gelungen, darin eine Nacht durchzuschlafen, weil das Fußende einklappt. Aber damit experimentiere ich noch.

    Nein, ich will mich lieber nicht als Kenner vieler verschiedener GE-Modelle ausgeben. Was mir bei Arbora besonders gut gefiel, war die eingenähte Isolation, die keinerlei Kältestellen zuließ. Deshalb bin ich auch ein großer Fan der in der Galerie gezeigten Weihnachts-Cross Hammock mit eingenähter 133g Apex-Isolation. Da gibt es (im generellen Rahmen der Isolationsleistung) auch keine Cold-Spot-Probleme.

    Ich weiß, dass viele hier die Wooki-Variante bevorzugen, und was die Isolationsverteilung gegenüber einem normalen Underquilt angeht, leuchtet mir dessen Konstruktion auch ein. Nur damit, dass ich in jedem Fall 5-6 m2 Stoff mehr mitschleppen muss, werde ich mich wohl nie abfinden können. Aber das hängt damit zusammen, dass ich immer möglichst mobil und leicht unterwegs sein will. Wer mit dem Auto zum Hängplatz oder in dessen Nähe vorfährt, hat damit natürlich kein Problem.

    Ich verwende Soft Shackle zum Verbinden der Carbonstangen an meinem Hängemattenständer. Dafür eignen sie sich ganz gut, weil diese Verbindung nur selten geöffnet werden muss. Aus 7/64 Amsteel gefertigt, macht der Soft Shackle deutlich mehr Freude als aus Liros-Dyneema, weil dort die einzelnen Stränge leicht aufdröseln, bzw. man beim Spleißen leicht die einzelnen Stränge verletzt. Beim Amsteel Shackle braucht man auch kein Aufziehband, beim Liros Shackle ist das dagegen sehr sinnvoll.

    Die rechtliche Seite der Hängemattennutzung ist ein Thema, das eng mit der Wald- und Naturschutzgesetzgebung verbandelt ist - und die ist in Deutschland so eng reglementiert, das einem manchmal ganz schlecht werden kann - mir jedenfalls. Sacki hat sich über diese Regelwut kürzlich in einem Video Luft gemacht, und mir damit aus der Seele gesprochen. Ich habe ihm daraufhin ein Foto geschickt, das im Community-Bereich seines Kanals seit zwei Wochen für rege Diskussion sorgt.

    Ich gebe zu, dass ich mir bei meinen Outdoor-Unternehmungen Freiheiten herausnehme, die die rechtlichen Grenzen regelmäßig überschreiten. Aber ich tue das mit Verantwortungsbewusstsein, Augenmaß und viel Erfahrung. Und deshalb ärgere ich mich immer über Videos, in denen die halbe Zeit gesägt und Shelter gebaut wird. Solchen Leuten muss man Grenzen setzen. Für mich und die Berliner Hängercommunity gilt bei unseren Treffen die Leave No Trace-Regel. Natürlich haben wir auch Holz verbrannt, aber das lag im Wald herum und wurde in einem Ofen verbrannt, der keine Brandflecken auf dem Waldboden hinterlässt.

    Danke an noodles , dass er aus Rechtskennerperspektive ein paar Anhaltspunkte beigesteuert hat, die das Hängemattenübernachten im Wald

    nicht prinzipiell illegal erscheinen lassen.