Beiträge von Cross Hammock

    Leider habe ich das nur beim ersten Schlafsack genau dokumentiert, das Prinzip ist aber identisch. Zuerst werden Außen- und Innenschlafsack separat fertiggenäht, inclusive. Fußteil. Dann werden die Baffles als geschlossene Bänder innen an den Außenschlafsack genäht (Innenschlafsack ginge auch). Dann werden beide Teile auf links gedreht miteinander vernäht, beginnend am Fußteil. Das sieht dann so aus:

    Bevor die erste Kammer am Fußteil ganz angenäht ist, wird die Daune eingefüllt, manuell, ohne irgendwelche Staubsaugerrohre. Ich gehe auch nicht mit dem Staubsauger auf Jagd nach fliegenden Daunen wie der TULF-Kollege, denn die liegen nach 10 min alle auf dem Fußboden des Badezimmers, in dem ich die Daunen einfülle. Sie können aufgehoben und weiter verwendet werden.

    Jetzt schiebt man die beiden Röhren ineinander und näht Kammer für Kammer zu. 10 cm vor Ende jeder Naht werden die abgewogenen Daunen eingefüllt.

    Der Schlafsack "wächst" also vom Fußende bis zur letzten Naht an der Oberkante.

    Auf diese Weise bekommt man eine Isolation ohne jede Kältebrücke zustande. Der Mehraufwand bei der Vernähung eines Reißverschlusses und die beiden angenähten daunengefüllten Wülste schaffen keine vergleichbar effektive Isolation. Im ungünstigen Fall liegt der Ellenbogen auf dem blanken Reißverschluss. Zur Anzahl der Kammern: Billiganbieter wie Cumulus sparen hier und verwenden nur 12 Kammern. Hochwertige Schlafsäcke, so wie meiner, haben mindestens 15 Kammern. Genau aufpassen muss man, dass sich z.B. am Knie die Mitte einer Kammer befindet. Was ich auch weggelassen habe, ist der Wärmekragen, dessen Notwendigkeit mir völlig unerfindlich ist. Wenn ich es warm haben will, ziehe ich oben bis auf ein kleines Loch zu, aus dem nur die Nase rausguckt. Der Brustbereich muss m. E. nicht extra gegen Auskühlung geschützt werden.

    Das hört sich für mich sehr vernünftig an - und gefällt mir um Klassen besser als das VBL-System. Aber auch der Typ schläft in isolierten Klamotten. Ich genieße es, die Sachen nachts auszuziehen und nur in langer Merinounterwäsche in meinen Schlafsack zu rutschen (über dem ich den dünnen Kunstfaserschlafsack auch nur sehr umständlich schließen könnte). Aber das zeigt einmal mehr, es gibt viele unterschiedliche Lösungen. Man muss nur die für einen selbst am besten passende finden.

    Konrad, vielen Dank, dass Du Dich mit Deiner Erfahrung einbringst!!

    Auch wenn ich beim Lesen Deiner Zeilen wohl ähnlich innerlich zusammensacke wie nasse Daune.

    Lass dich mal nicht irritieren. Immerhin nutzt ja auch Konrad eine Daunenschlafsack und wird wissen, warum er das tut. Daune ist das Isolationsmaterial der ersten Wahl, wenn man ein konkurrenzlos leichtes Gewicht bei maximaler Isolationsleistung haben will. Ich habe auch schon Hochtouren in den Alpen (einmal sogar bis auf den Kilimanjaro) unternommen. Dort benutzt kein Mensch einen Cairinthia Defence 4, sondern alle nehmen Daune. Manche mit VLB, viele andere auch nicht. Wieviel man schwitzt und wieviel davon in den Daunen hängen bleibt, ist eine sehr knifflige Frage, die von vielen Faktoren abhängt. Ist man in nass-feuchter Luft im Rheinland unterwegs oder in trockener kontinentaler Kälte - das macht schon mal einen Riesenunterschied.

    Ganz entscheidend ist auch, wie du deinen Daunenschlafsack oder Quilt gestaltest. Manche Hersteller werben damit, dass man sich in ihrem eiförmig geschnittenen Schlafsack gut bewegen kann. Was sie nicht schreiben, ist, dass man damit Isolationsleistung verschenkt. Ich habe meine bisher vier selbst geschneiderten Schlafsäcke kontinuierlich enger gestaltet. Der erste, vor 30 Jahren genähte, hatte noch einen langen Reißverschluss, auf den ich damals besonders stolz war. Den habe ich bei allen Nachfolgemodellen weggelassen, weil er de facto nicht anderes ist als ein drückendes Teil an der Seite, auf der ich (siehe Forenname) nachts immer wieder zu liegen komme. Außerdem ist er eine 1-A Kältebrücke - und er stört beim Nähen.

    Den von dir verlinkten Quilt aus dem UL-Forum habe ich mir angesehen. Da hat sich jemand viel Mühe gemacht, auch mit der Beschreibung. Hut ab! Aber ich würde etliche Dinge anders machen. 1. sind die Fußbox und das Hauptteil ohne Isolation verbunden (entgegen der Behauptung in der Beschreibung). 2. sind 12 g Daune für die Fußbox viel zu wenig. Den Fußbereich habe ich mir angewöhnt, systematisch zu überstopfen, bei meinem jüngsten Modell beispielsweise mit 35 g. Damit friere ich an den Füßen hoffentlich nie wieder. 3. Finde ich es nicht sinnvoll, ein kompliziertes, aber offenes Kammergeflecht zu bilden und die Daune dann einfach einzuschütten und durch Klopfen zu verteilen.

    Die Frage,

    ob sich das überhaupt „lohnt“ es selber zu machen

    kann ich auf jeden Fall mit "ja" beantworten. Ich habe beim Preis der Materialien für alle drei zuletzt genähten Schlafsäcke/Quilts ca. 500 Euro ausgegeben. Dafür hätte ich mir nicht mal den einen Winterschlafsack kaufen können, ganz zu schweigen davon, dass der dann nicht so gewesen wäre, wie ich ihn haben will. Und es macht einfach Spaß, seine Ausrüstung selber zu bauen. Die Lernkurve, wenn man einmal damit angefangen hat, ist ganz erheblich!

    Hi Konrad! Schön, hier wieder von dir zu hören! Ich habe, ehrlich gesagt, nie so genau gemessen und meine längste Wintertour bei Minusgraden im letzten Winter war auch nur 3 Tage lang. Da habe ich den Schlafsack immer im Hot Tent getrocknet. Auch einen VBL habe ich nie verwendet. Kann sein, dass der nützlich ist, aber die Vorstellung, im eigenen Saft zu kochen, klingt für mich nicht so erstrebenswert. Was nicht heißen soll, dass es für die hartgesottenen Wintercamper nicht doch die bessere Lösung sein kann.

    Ich bin auch ein großer Fan von Daunenschlafsäcken/Quilts und habe mir für alle Eventualitäten drei verschiedene Modelle genäht.

    Das erste Modell (2015) wurde aus Materialien von Extremtextil hergestellt und mit 300 g der 850er Daune, auch von Extremtextil, gefüllt. Er wiegt 500 g und ist seither im Frühjahr und Herbst mein ständiger Begleiter. Im ersten Jahr habe ich damit auch mal bei 0° übernachtet.

    Als nächstes habe ich mir Anfang 2017 einen Quilt genäht, speziell für die Nutzung mit der Hängematte; der besteht aus Argon 67 und enthält nur 200 g Daune von Extremtextil. Den nutze ich im Sommer.

    Und der jüngste aus dem Herbst 2017 besteht aus Argon 67 und Argon 90 (außen) und enthält 750 g Daune aus China. Er wiegt 900g. Damit habe ich schon bei -15° draußen geschlafen.

    Da ich nur die höchste Qualität Daune verarbeitet habe, kann ich zum Vergleich mit der 700er Daune nichts sagen. Ich hatte aber mal einen 700er Entendaunenschlafsack von Mountain Equipment, der wog 1600 g und war längst nicht so warm wie mein jüngstes Modell. Meine Schlafsäcke sind aber auch sehr wärmeeffektiv, weil sie keinen Reißverschluss haben.

    Die Beobachtung von Mittagsfrost, dass man die Daune auseinanderzupfen muss, kann ich so nicht bestätigen. Aufschütteln reicht bei meinen Modellen. Prinzipiell muss man bei Daune, da gebe ich Mittagsfrost aber recht, schon etwas aufpassen mit der Feuchtigkeit. Bei Touren von einer halben Woche ist das aber noch ein vernachlässigenswertes Problem. Ich hatte, bei großer Kälte, übrigens nur das Problem, dass meine Atemluft außen am Schlafsack anfror. Da ich im Winter seit einiger Zeit ein Hot Tent nutze, das man mühelos auf 30-40° aufwärmen kann, habe ich mit dem Trocknen der Daunensachen mittlerweile keine Probleme mehr.

    Daune selbst zu imprägnieren würde ich mir nicht zutrauen, aber ich glaube auch nicht, dass man das muss.

    den "Landebereich" könnte man ja vielleicht verstärken

    Daran habe ich auch schon mal gedacht, aber da bei meinen Hängematten seit mehr als einem Jahr nichts mehr kaputt gegangen ist, habe ich bisher in die Richtung nichts unternommen.

    So sieht übrigens ein Ripstop-Quadrat des Extex-Stoffes aus. Das sind 30 x 22 Fäden (kann mich auch verzählt haben). Dem entspräche ungefähr das Belastungsverhältnis von 630 : 410 N.

    Wie meinst du das genau? Ich glaube, alle gewebten Stoff sind in Kettrichtung belastbarer, ein großer Vorteil für die GE-Hängematte. Konradsky hat dem zwar mal widersprochen, aber von der Fertigung her scheint mir das evident.

    Zum letzten Halbsatz: Genau auf den Einstieg kommt es bei der Querhängematte aber an, denn ohne diese punktuelle Mehrbelastung kommt man nicht in den Genuss, "gewebeschonend" querliegen zu können. Außerdem ist der bei der GE längere Stoff in Richtung der Haltepunkte ein weiterer Vorteil der GE. Dadurch gibt es einen - unterschiedlich ausgeprägten - Bugee-Effekt, der die Punkt-Belastung abfedert.

    Der ist sicherlich nicht so weich wie das Hexon, aber als glitschig würde ich ihn nicht beschreiben. Wenn er breiter wäre, wäre das einer meiner Lieblingshängemattenstoffe - einfach wegen der guten Liegeeigenschaften.

    Bei meiner Nutzung in Querrichtung kommt natürlich noch hinzu, dass der Stoff in Richtung Schuss um ⅓ weniger belastbar ist als in Richtung Kette. Aber vielleicht gebe ich dem Stoff auch noch mal eine Chance, denn bei meinem ersten Versuch damit habe ich noch nicht mit Heißschneider geschnitten und mich über die vielen feinen Fädchen geärgert.

    Bei den Cross Hammocks mit Netz liegt das Mindestmaß auch bei 2,20. Beim Modell Standard reicht aber auch 1,60 - oder auch noch weniger -, weil man die Ridgeline verkürzen kann. Das könnte auch eine Lösung für Baumkind sein. Vorteilhaft ist dabei auch, dass die Belastungsgrenze der Matte steigt; man liegt nur etwas eingeengter.

    ich würde erwarten, dass der Karabiner das letzte Glied in der Kette ist, das nachgibt. Lange nach der Hängematte und den Gurten.

    Das ist auch meine Überzeugung.

    Wenn ich mir für 2€ ein Paar No-Name Karabiner aus China bestelle spare ich 12€ gegenüber einem Paar Marken-Karabiner

    Genau das ist auch meine Überlegung. Und da ich eine möglichst günstige Hängematte anbieten will, ist mir dieser Karabiner lieber - zumal wenn der "Marken-Karabiner" höchstwahrscheinlich aus der gleichen Fabrik kommt.

    Ich muss sagen, dass ich das latente und pauschale China-Bashing nicht ganz nachvollziehen kann. Auch der von dir verlinkte Spiegel-Artikel trifft gar nicht den Punkt. Eine sicherheitswidrig aus vielen Einzelteilen hergestellte Kettensäge kann man nicht mit einem Karabiner vergleichen. Als gelernter Metaller (allerdings schon lange her) weiß ich, dass es für die Herstellung eines Karabiners nicht viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Metallschmelze wird heiß in Form gepresst und erhält dann ein Finish. Manche schreiben noch DutchWareGear oder Camp Nano 22 drauf, aber wenn das Produkt ansonsten gleich aussieht, kann man darauf auch verzichten.

    Man sollte den eigenen Kopf und die eigenen Sinne gebrauchen und in jedem Fall

    kritisch bleiben

    Wie machst du das? Hängst du testweise 500kg dran?

    Nein, der Test sieht so aus, dass ich mich in die fertige Matte reinlege, dann lasse ich beide Schnapper gleichzeitig öffnen. Damit halbiert sich die Haltekraft der Karabiner, grob gesprochen. Und es war bisher jedesmal so, dass sich die Schnapper leicht öffnen ließen, d.h. die Karabiner wurden nicht von meiner Last so unter Spannung gesetzt, dass sie sich aufzubiegen begannen. Ein simpler Test, man braucht nur drei Leute dafür.

    Ich komme noch einmal auf die Karabiner zurück, weil meiner Ansicht nach in dieser Diskussion einige Aspekte durcheinander gebracht werden.

    Ich bleibe bei Kletterkarabinern von Herstellern die ihre Produkte testen und dafür garantieren.

    Nahezu alle Hängemattennutzer, hier im Forum, aber auch anderswo, gehen davon aus, dass sie "Kletterkarabiner" benutzen oder benutzen sollten. Die dann fast ausnahmslos gezeigten und benutzten Schnappkarabiner sind aber keine Kletterkarabiner. Schnapper werden in Situationen verwendet, in denen die Geschwindigkeit des Ein- und Ausklippens wichtiger ist als die zusätzliche Sicherheit, die eine Verschlusssicherung bietet; also wenn man an einer Wand hochsteigt und sich in kürzester Zeit am nächsten Fixpunkt einhakt und dafür eine Expressschlinge (Exe) verwendet. In allen anderen Situationen, beim Einbinden ins Seil, beim Abseilen oder beim Gehen in einer Seilschaft benutzt ein Kletterer keine Schnapper, niemals, das tun nur Lebensmüde. Statt dessen benutzt man einen Karabiner mit Verschlusssicherung. Lasst euch das von @Bernd Odenwald erklären.

    Ein solcher Karabiner mit Verschlusssicherung sieht so aus wie die Exemplare links und in der Mitte. Diese Karabiner gehen garantiert nicht unbeabsichtigt auf, aber man kann sie auch nicht so schnell bedienen.

    Für Hängemattennutzer ist dieser Geschwindigkeitsaspekt allerdings völlig irrelevant. Hier hat man in jedem Fall die Zeit, um sein Setup sicher aufzubauen. Wem es also um

    eine gefühlt höhere Sicherheit

    geht, der sollte tunlichst von Schnappern die Finger lassen und sich einen Karabiner mit Verschlusssicherung gönnen.

    Doch nun die gute Nachricht: sehr viele Schnappkarabiner bieten ausreichende Sicherheitsreserven, um sie als Hängemattennutzer verwenden zu können. Die Frage ist nur, wieviel Sicherheit braucht man. Und hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Selbst

    baugleiche Karabiner von Warbonnet und DIYGearSupply

    werden einmal mit 13 KN (die Beschreibung behauptet 1100 lb - also rund die Hälfte) oder 500 kg (laut Beschreibung sollen das auch 1100 lb sein) gerated. Die Ungereimtheiten der Beschreibung springen ins Auge.

    Und damit komme ich zum oben genannten

    Camp Nano Karabiner

    , der aller Wahrscheinlichkeit nach auch

    in China gefertigt

    ist und von allen Shopbetreibern unisono als "Kletterkarabiner" beworben wird, d.h. 21 kn (=2100 kg) Last aushalten soll. Er sieht genauso aus, wie der Karabiner oben rechts im Bild, auf dem auf der anderen Seite "not for climbing" steht.

    Er wiegt genauso viel, nur soll er angeblich statt 12 kn auch die 21 kn abhalten, die für die Kletternorm UIAA nötig sind. Wenn man einmal die beiden echten Kletterkarabiner mit diesem Hänfling vergleicht, kommen einem Zweifel, dass es sich dabei um vergleichbare Produkte handeln soll - mir jedenfalls. Nicht zuletzt weil das mit 12 kn viel zurückhaltender beworbene Produkt mir vertrauenswürdiger scheint, habe ich vom Camp Nano Abstand genommen.

    Letztendlich muss man dem chinesischen Händler / Hersteller voll vertrauen.

    Nein, das muss und sollte man nicht, in keinem Fall. Ich plädiere statt dessen dafür, den eigenen Kopf zu verwenden, selber Tests anzustellen und so Erfahrung zu sammeln.

    Für diejenigen, die noch nicht so lange hier im Forum verweilen, möchte ich noch auf Christian, den dendronaut hinweisen, der die Koma Brückenhängematte hergestellt hat und vor mir lange der einzige deutsche Hängemattenhersteller war. Die Koma wurde geliefert mit dem

    von Edelrid, der gleichfalls aus China kommt, früher mit 400 kg gerated wurde, heute aber mit <12 kn, also nicht klettertauglich, beworben wird. Soweit ich sehe, hat damals niemand an dieser Wahl Anstoß genommen. Im Vergleich dazu glaube ich mit dem oben gezeigten China-Karabiner ausreichende Sicherheitsreserven zu haben. Aber das glaube ich nicht nur, sondern teste es bei jeder von mir hergestellten Cross Hammock neu aus, bevor ich sie verkaufe.