Beiträge von Cross Hammock

    Ich komme gerade aus dem Winterurlaub zurück und habe dort zwei neue Ausrüstungsgegenstände ausprobiert, die ich hier vorstellen will: eine schon lange geplante daunenisolierte Cross Hammock und ein eher zufällig entstandenes Tarp, das mich aber schwer begeistert, weil es nur 118 g wiegt und als Wetterschutz trotzdem vollkommen ausreicht.

    Aber der Reihe nach: Obwohl man für den Nachtschlaf in der Cross Hammock eigentlich eine Iosmatte braucht, weil nur die das Zusammenklappen verhindert, habe ich schon letztes Jahr eine CH mit Climashield-Apex-Füllung 133g/m2 hergestellt, die ich indoor sehr genieße (siehe Weihnachtsbild). Aber damit macht man bei Minusgraden natürlich keine gute Figur. Also beschloss ich, eine ähnliche Matte mit Daunenfüllung zu fertigen, die wintertauglich ist. Verwendet habe ich dafür diesen Hängemattenstoff, der mir von seiner Haptik her sehr gefällt. Damit er die Punktbelastung unterm Hintern gut aushält, habe ich ihn in der Mitte über einen Bereich von vier Zacken doppelt genommen.

    Auf einer Breite von 80cm habe ich dann einen Underquilt aus sechs Röhren (kammergenäht) drunter genäht und mit 300 g Daunen gefüllt. Das hört sich für einen Underquilt vielleicht nicht üppig an, aber man muss bedenken, dass der Liegebereich in der CH sehr genau definiert ist und man sich auf die Isolation des Bereichs direkt unter dem Nutzer beschränken kann. Von den 112 cm Breite beispielsweise beim Wooki kann man für die Cross Hammock ein Drittel einsparen. Letztlich habe ich mich an meiner Exped Downmat 9 orientiert, die mit 300 g 700er Daune gefüllt ist. Ich habe allerdings 950er Daune genommen. Der Loft macht auf dem Tisch schon mal was her:

    Und in der Praxis sieht das dann so aus:

    Die Wärmeleistung ist fulminant. Ich hätte keine Bedenken, die Cross Hammock Isolation, die mit allem Drum und Dran 800 g wiegt, bei einstelligen Minusgraden einzusetzen - wenn nur das Einklapp-Problem gelöst wäre. Eine kleine Veränderung werde ich außerdem noch vornehmen: Wie man auf dem Bild erkennt, drücken die Füße unisoliert gegen das Ende der Hängematte. Das geht natürlich nicht, aber ich musste schnell fertig werden, deshalb habe ich vorerst auf diese Isolation verzichtet.

    Und nun zum Tarp: Ich liebäugele schon länger mit dem DCF-Material, konnte mich aber des exorbitanten Preises wegen bisher nicht dazu entschließen. Bei meinem letzten Besuch bei Extremtextil habe ich aber nicht nur als erster den (im Online-Shop immer noch nicht erhältlichen) neuen Leichthängemattenstoff angeboten bekommen, sondern auch DCM zu einem Vorzugspreis, der mittlerweile auch online verfügbar ist. Der springende Punkt bei meiner Konstruktion: ich nutze nur die volle Breite von 1,36 cm dieses Materials und komme, abgesehen vom Saum, ohne jede Naht aus. Bei einer Länge von 3,30 reicht dieses Tarp für die CH völlig aus. Davon habe ich mich bei sehr nassen und windigen Verhältnissen überzeugen können.

    Bei meinen Übernachtungen habe ich immer über der Ridgeline abgespannt und wurde nie nass. Ich habe aber auch mit einer Abspannung unterhalb der Ridgeline experimentiert - und auch das scheint möglich zu sein. Leider fehlte mir die Zeit, das auch tatsächlich nachts auszuprobieren.

    Was haltet ihr von diesen Konstruktionen?

    Wir können das gerne gelegentlich mal ausprobieren, Furbrain. Was mich bei meiner 3,70er GE-Hängematte so irritiert hat: der Carbon Tree musste extrem ausgespreizt werden, d.h. die Bodenberührungspunkte der Stangenpaare links und rechts lagen nur 1 m auseinander und zugleich war der Winkel Ridgeline/Stangen extrem spitz. Da traten enorme Kräfte auf, deshalb hat es auch die Bohrlöcher meines Prototypen etwas ausgeleiert (inzwischen mit Epoxy repariert). Dieses geometrische Verhältnis ist zum Teil der langen Ridgeline geschuldet, aber auch bei einer 30 cm kürzeren Ridgeline müssten die Stangenpaare immer noch sehr eng stehen, was eine ungünstige Kraftverteilung bedeutet.

    barfuß : in der Tat verwende ich in den Endstücken der Rohre in Bohrlochgegend bislang Korken. Das reicht an Stabilität für die Cross Hammock. Wenn man statt dessen einen 2cm Pfropfen Epoxydharz ans Ende setzen würde, durch den dann gebohrt würde, müsste das die Belastbarkeit erheblich steigern. Mal sehen, ob ich das ausprobiere. Momentan denke ich den Carbon Tree aber noch vorrangig im Kontext meines Cross Hammock-Systems, weil ich mich da sicherer fühle.

    Du müsstest versuchen, den Ständer nicht nur an einem Punkt der linken Dachreling gegenzulagern, sondern an zwei Punkten, sodass ein Dreieck entsteht. Aber anscheinend verschwindet die Reling vorn und hinten so windschnittig im Dach, dass es schwer sein dürfte, das Dutch-Band so zu befestigen, dass es nicht nach innen rutschen kann.

    Ich habe beide Matten mit einem einfachen Tunnel genäht und dann den Warbonnet-Whip mit entseeltem Paracord geknotet plus Dogbones, das ist meine Standardaufhängung.

    Ich nutzte ja inzwischen auch ab und an eine GE-Hängematte mit Warbonnet-Whip. Und ich musste schon paar mal den Knoten erneuern, bzw. habe das gemacht, weil ich den Eindruck hatte, der Raffknoten könnte sich gelockert haben. Jetzt meine Frage: hat es einen Grund, dass du den Paracord entseelt hast? Hält das dann besser?

    MacStorch: Furbrain ist 1,78 hoch, also etwas kürzer als wir (ich bin 1,86).

    Danke, Schaumkuppel für deine Antwort. Ich dachte mir, dass du nichts gegen den Carbon Tree haben wirst und sehe es genauso wie du - wir verfolgen ergänzende parallele Ansätze und lernen letztlich alle voneinander. Ich habe von dir jedenfalls eine ganze Menge gelernt, auch wenn ich den Tensahedron nur auf Fotos gesehen und darüber gelesen habe.

    Was meine Bezugnahme zum Tensa4 betrifft: ich kann den Hinweis gerne löschen, wenn du das willst. Eine genaue Beschreibung wie der Tensa4 funktioniert, gebe ich aber natürlich nicht. Ich hatte die Diskussion auf Hammockforums (gelesen bis Seite 102) so verstanden, dass die meisten Nutzer und auch die Beschreibung in euerm Video, die Abspannung auf einer Seite favorisieren. Und das geht bei mir definitiv nicht. Deshalb dachte ich, man könnte das als Unterscheidungskriterium angeben. Dass man den Tensa4 darüber hinaus auch doppelt abspannen kann, bleibt unbenommen.

    Ja, die Sachen sehen wirklich schick aus. Ich hätte an den Daunensachen zwar die Hardware wie Klettverschlüsse, Schnallen und großen Tankas weggelassen, aber das sind eben auch individuelle Geschmacksfragen, die man als DIYler so oder so beantworten kann.

    Der neue 1.0 Monofill reizt mich ja sehr! Denkt Ihr der ist auch für ne Winter-Hängematte geeignet?

    Prinzipiell kannst du das Monofil-Material sicherlich auch für eine Winterhängematte verwenden, wenn du mit der Haptik und dem Stretch klarkommst, eine Isolation muss ja in jedem Fall drunter oder rein. Wenn du willst, kannst du meine 3,70er Matte in Charlottenburg gerne probeliegen. Ich bin diese Woche noch hier, nächste im Winterurlaub.

    Danke! Dann ist der Tensa4 ja ziemlich genau so groß wie der Carbon Tree. Ich habe innen Kork drin, aber eine Metallbuchse wäre tatsächlich noch besser. Die Stelle ist jetzt mit 2-Komponenten-Kleber repariert, das sollte für die normale Belastung durch die Cross Hammock reichen. Zu neuen Tests komme ich aber wahrscheinlich erst in drei Wochen.

    Nachdem ich das Wochenende über die Monofil-Hängematte ausgiebig benutzt habe, möchte ich noch etwas dazu loswerden. Wenn man zu einem anderen Stoff zurückwechselt, in meinem Fall Hexon 2.4, fällt einem der Plastikcharakter dieses Materials doch recht unangenehm auf. Kyle schieb dazu ja, Monofil fühle sich „irgendwie anders“ an; das ist meiner Ansicht nach eine zu euphemistische Formulierung. Der Stoff verarbeitet sich wirklich sehr gut, weil er recht steif ist, aber für das Liegegefühl bedeutet das nicht unbedingt einen Vorteil. Was mich allerdings sehr überzeugt sind die tatsächlichen Festigkeitswerte des Materials, d.h. nicht die auf dem Papier. Kann mir übrigens jemand den Unterschied zwischen tear strength und tensile strength erklären?

    Wenn ich den Abstand der Bodenpunkte nach meiner Körpergröße wählen soll, ist der Carbon Tree für GE-Hängematten ungeeignet. Ich musste bei meinem Versuch heute auf ca. einen Meter heruntergehen, damit der Ständer überhaupt genügend Länge (für meine freilich sehr lange Hängematte) hergibt. Das erklärt auch die enormen Kräfte, die dazu führten, dass sich die Soft Shackles in die Bohrlöcher eingeschnitten haben. Wie lang sind denn die einzelnen ausgezogenen Stangen beim Tensahedron?