Beiträge von Cross Hammock

    Da ich selber Merinowolle verarbeite, habe ich mich schon seit längerem mit dem Thema befasst. Meine eine Quelle - Extremtextil - sagt über ihre Produkte Folgendes:

    "Mulesing-freie, neuseelaendische und australische Merino-Farmen. Alle Erzeuger-Farmen sind RSPCA und "New Zealand Animal Welfare Act"-Konform. Die Herkunft laesst sich bis zum Erzeuger zurueckverfolgen."

    Nachdem ich mir die Doku angesehen habe, stellt sich für mich allerdings schon die Frage, ob man dieser Verlautbarung glauben kann - oder ob es nicht doch so wie mit der Bio-Baumwolle ist, von der - bis vor einigen Jahren - sechs mal mehr angeboten als angebaut wurde. Einen Trost kann man (vielleicht) als DIYler, der "nur" den Stoff kauft, haben: Die Käufer von Fertigprodukten müssten doppelt misstrauisch sein, denn durch die zusätzlichen Stationen bei der Fertigung multiplizieren sich auch die Möglichkeiten, Materialien ohne Erzeugernachweis ins Endprodukt einfließen zu lassen.

    Ich komme gerade von der Outdoor-Messe in München zurück und will kurz hier meine Eindrücke schildern. Zunächst: Hängematten sind auf dieser, erstmals in München gezeigten Messe absolut unterrepräsentiert. Ab besten gefiel mir der Stand von TTTM, mit denen ich sehr interessante Gespräche geführt habe und die auch die Cross Hammock (kurzzeitig) aufgehängt haben.

    Bei Amazonas, am Nachbarstand, saßen zwar zwei nette Jungs, aber die aufgebaute UL-Hängematte mit - ziemlich schwerem - UL-Underquilt konnte man nicht benutzen. An beiden Ständen war man überzeugt, dass 3-3,20 m Länge ausreichen.

    Interessant war der österreichische Hersteller Cocoon, der mit einer neuen UL-Hängematte aus 20D-Material präsent war, die 3,25 m Stofflänge haben soll und auch Probe gelegen werden konnte.

    Ansonsten gab es hauptsächlich Nischenprodukte zu begutachten, wie etwa das Baumzelt von Tentsile

    oder ein amerikanisches Hängematten-Campingbett, das mit Untergestell 20 kg auf die Waage bringt.

    Außerdem waren noch draußen in der Chillout Ärea ein paar Matten (La Siesta?) aufgehängt.

    Ich dachte, dass ich nun einfach einen Karabiner einhängen muß wie hier auf dem 2. Foto gezeigt:


    http://www.tensaoutdoor.com/

    Ich habe mir dieses Bild angesehen und muss sagen, dass ich von dieser Aufhängelösung ganz und gar nicht überzeugt bin. Warum? Nur jeweils ein Austrittsloch der soft-shackle-Befestigung wird pro Seite belastet, statt alle vier. Das ist zu wenig. Ich bin statt dessen dazu übergegangen, die Karabiner so einzuhängen wie hier abgebildet und empfehle das allen Käufern des Carbon Tree.

    Nur mit dieser Befestigung ist sichergestellt, dass beide Löcher der Durchgangsbohrung beider Stangen gleichmäßig tragen, anstatt nur eines, wie auf dem Foto des Tensa4.

    Mit 90 kg kann ich dir den Carbon Tree leider nicht empfehlen, gleich gar nicht beim Einsatz einer GE-Hängematte. Da biegen sich die Rohre bei 70 kg schon merklich, was allerdings normal sein dürfte. Bei Verwendung mit der Cross Hammock ist die Lastverteilung viel besser, aber da fehlen mir die Belastungsgrenzerfahrungen, weil alle bisherigen Besitzer leichter sind als ich mit meinen 75 kg.

    Hier ein paar Impressionen von einem Overnighter zum Himmelfahrtstag mit Omorotschka. Vorbei an einem früheren Hängplatz der Berliner Stammtischrunde haben wir einen Platz an der Müggelspree mit Sonnenuntergangsgarantie per Packraft angesteuert. noodles kam als Durchreisender spontan dazu.

    Die Platzsuche gestaltete sich zeitaufwändig, weil zwei der Teilnehmer an eine weitere Optimierbarkeit des Vorgefundenen glaubten.

    Nachdem ein Spaziergang herausgebracht hatte, dass alle anderen Plätze schon besetzt waren, konnten wir zum - glücklicherweise noch freien - Platz zurückkehren.

    Das Probeliegen brachte dann die verdiente Entspannung.

    Die Speisekarte fürs Abendessen wurde leider wieder nicht durch Fisch bereichert...

    ...statt dessen aber durch einen Sommersteinpilz von legendären Ausmaßen. (Auch diese Bereicherung verdiente ihren Namen nicht ganz, weil der Pilz im Titantopf doch ziemlich stark anbrannte.)

    Zum Glück fanden sich in mitgebrachten Beständen noch Kartoffeln, Bratwurst und Buletten.

    Am nächsten Morgen wurde ich von einem mit laufendem Motor parkenden Auto wach - ein Geschlechtsgenosse, der unseren Platz für die Himmelfahrtsfeier mit seinen Kumpels klarmachen wollte. No comment!

    Wir flüchteten beizeiten aufs Wasser und erlebten einen durch die Felder mäandernden Fluss, von dem man nicht glauben konnte, dass er nur 30 km weiter am Kanzleramt vorbeiführt.

    Da wir beide noch was anderes vorhatten, haben wir an einer passenden Stelle ausgesetzt...

    alles zusammengepackt und den Ausflug als Wanderung abgeschlossen.

    Danke für die Gesellschaft - es hat wieder viel Spaß mit euch gemacht!