Beiträge von Mittagsfrost

    Eine doppellagige Hängematte ist weniger dehnbar (tragfähiger) als eine einlagige, weil beide Lagen (zumindest in der Theorie) die Last zu gleichen Teilen aufnehmen.

    Wenn jedoch die beiden Lagen aus unterschiedlich dehnbaren Stoffen bestehen, dann kann es passieren, daß nur eine Lage die Last trägt, während die andere kaum einen Beitrag zur Lastverteilung leistet.

    Die Idee, den Wooki als eine Lage einer doppellagigen Hängematte zu nutzen, ist zwar interessant, muss aber aus vorgenannten Gründen mit Vorsicht umgesetzt werden.

    Soweit ich weiß ist der Name Bridge Hammock tatsächlich von einer Hängebrückenkonstruktion einer Brücke über den Hudson River abgeleitet.

    Die erste kommerziell hergestellte Brückenhängematte war die nach der 1924 fertiggestellten Bear-Mountain-Hängebrücke über den Hudson River benannte "Bear Mountain Bridge Hammock" des nordamerikanischen Herstellers Jacks ‘R’ Better. Sie wurde im Herbst 2007 vorgestellt.

    Ich war ein bisschen an der frischen Luft (Lesen, Kaffe trinken, faul sein). Als sich der Himmel zuzog, habe ich schnell mein Tarp quer über den Weg gespannt und den Hängesitz montiert.

    Das Rauschen des nahegelegenen Flusses, das sanfte Schaukeln ...

    Ich war kurz davor einzunicken, als ich durch nahendes Gelächter wieder hellwach wurde. Eine Gruppe Wanderer kam mir entgegen und war etwas unschlüssig, wie sie mit der Wegsperrung umgehen soll. Links Dornenhecke, rechts Dornenhecke.

    Blitzschnell hakte ich den Hängesitz aus und hob das Tarp etwas an. Auf die Aufforderung „Jetzt zeigt mal, wie gelenkig ihr noch seid! Kopf runter, Hintern hoch und durch!“ folgten jede Menge lustiger Kommentare wie „Für Limbo viel zu hoch“, „Eigentlich wollte ich ja drüberspringen“ oder „Auf dem Rückweg ist das aber mein Sessel!“ - dann war die Truppe schon wieder verschwunden.

    Also Vorsicht beim Querhängen! ;)

    Ich denke, ich werde als nächstes mit kürzeren Stöcken (zumindest für das Fussende) experimentieren. (Was meint ihr, das düfte doch noch mal was bringen?)

    Aber klar doch, unbedingt ausprobieren! Erstens verringert es wesentlich die Knickbelastung und verbessert damit die Sicherheit und zweitens besteht die Möglichkeit, daß die Hängematte noch bequemer wird. Außerdem lernst Du eine Menge über Brückenhängematten.

    Mit freundlicher Genehmigung von dendronaut habe ich seinen Blogartikel vom 25. Dezember 2015 aus dem Webarchiv hierher ins Forum geholt. Hier gehört er schließlich hin und nicht ins staubige Archiv.

    Vorstellung vom Lynx Underquilt von Warbonnet

    Heute habe ich mal meine neue Errungenschaft abgelichtet, den Lynx Underquilt von Warbonnet. Es handelt sich um die Winter Version mit einem Temperaturbereich bis 0°F, was etwa -17°C enstpricht.

    Zum Glück konnte ich den Lynx an meiner Matte auf dem letzten Treffen vom Hängemattenforum ausprobieren. Was ich bei dieser Gelegenheit hier noch mal unbedingt bewerben möchte. Durch seine Existenz ist schon sehr viel ins Rollen gekommen, auch mehrere Treffen auf denen man umfangreich Ausrüstung anschauen und ausprobieren konnte und können wird.

    Das Ausprobieren von Equipment ist bei den hohen Anschaffungskosten so manchen Teils ein echter Gewinn. Wie eben beim Lynx mit seinen 285 Dollar plus Versand. Denn der Lnyx ist schließlich für die Ridgerunner konzipiert und diese ist kürzer und etwas anders ausgeformt als meine Bridge Hammock. Und es hat sich dann auch gezeigt, dass er zu kurz war. Trotzdem war die Passform prinzipiell die richtige und ich erkannte, dass ich ihm mit geringen Eingriffen schon beibringen würde zu passen! So war ich jedenfalls bereit den hohen, aber gerechtfertigten Anschaffungspreis zu zahlen.

    Der Lynx schmiegt sich perfekt an den Stoff an.

    Beim in die Hand nehmen fällt der angenehm weiche Stoff auf. Warbonnet spricht davon, dass es sich um ein wasserabweisendes 20D Ripstop Nylon handelt. Mit diesen Denier-Angaben kann ich nie etwas anfangen und es bleibt dann auch leider offen, welches Gewicht das Stöffchen hat. Aber das Gesamtgewicht des Quilts liegt bei 1lb. 7,5 oz was etwa 670g entspricht. Nachgewogen habe ich allerdings noch nicht. In den Kanälen befinden sich gut und gerne 420g Daunen, welche ebenfalls feuchtigkeitsabweisend behandelt sind. Angaben über die Herkunft der Daunen werden natürlich nicht gemacht, ist ja ohnehin nur eine europäische Eigenart. Ich mache mir natürlich keine Illusionen darüber, es könne sich bei den Daunen um welche aus Totrupf handeln :-/

    Gut zu erkennen die Konturierung die dem in der Matte liegenden Körper entspricht.

    Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität war mein Eindruck bei näherem Hinsehen ähnlich wie beim Superfly – ich würde sie als durchschnittlich bezeichnen. Es ist erkennbar, dass der Hersteller beim Fertigen auf Zeitoptimierung achtet. Da kann ich selbstverständlich nachvollziehen, zumindest so lange wie die Qualität nicht darunter leidet. Hier und da sieht man dann eben mal ein nicht abgeschnittene Fädchen, aber alles in allem bleibt der Eindruck von einem Ausrüstungsteil, auf das man sich verlassen kann.

    Im Gegensatz zu den Underquilts für Gathered End Matten hat der Lynx keinerlei Verstellmöglichkeiten, er wird einfach angeclipst und fertig ist das Gehänge. Das (mir) sonst lästige Ersteinstellen von Underquilts entfällt hierbei völlig, er liegt sofort überall richtig an und damit sind Cold Spots nur noch eine wage Erinnerung.

    Aus Dyneema gespleißter Softshackle als Verlängerung.

    Da er, wie erwähnt, zu kurz ist, musste ich jetzt nur noch schnell Verlängerungen anfertigen und konnte mich dann ohne weitere Umstände auch bei meiner Matte über das einfache Aufbauen erfreuen. Bei meinen fast 1.90 deckt er alles von den Füßen bis einschließlich der Schultern und Nacken ab. Der Kopf ist dann nicht mehr von unten isoliert, was mich jedoch nicht stört, da ich draussen ohnehin immer mit Mütze schlafen gehe…

    Jetzt fehlt nur noch eine Gelegenheit den Quilt mal bei ordentlichen Minustemperaturen so richtg auf Herz und Nieren zu testen.

    Details


    Temperaturbereich: 0°F (~ -17°C)

    Füllmenge Daunen: 14.75 oz (420 g)

    Gesamtgewicht: 1 lb. 7.5 oz (670 g)

    Stoff: 20D Nylon, DWR


    Kaufpreis: $285


    zusätzliche Kosten: ca. $35 Versand plus Einfuhrgebühren und Zoll $73 = $358


    Gesamtpreis: 326 € (Stand: 25.12.2015)

    Der menschliche Körper ist so konstruiert, daß „der Äquator“ ungefähr auf Höhe der Hüfte verläuft. Daß der obere Teil (Rumpf, Kopf und Arme) deutlich schwerer als die Beine ist, dürfte für jeden ersichtlich sein. Nun haben physikalische Körper die Tendenz, auf geneigten Flächen nach unten zu rutschen. Sind sie unten im Tal angekommen, bleiben sie liegen und rutschen nicht weiter. Mit einem Buch oder Mobiltelefon kann man das in der Hängematte sehr gut nachprüfen. Der menschliche Torso als Masseschwerpunkt rutscht also genauso in die Hängemattenmitte. Bei einer waagerecht aufgespannten Matte rutschen nun die Füße fast aus der Hängematte raus und der Kopf liegt ziemlich weit entfernt vom Kopfende. So liegt es sich nicht bequem.

    Hängt man das Fußende höher, bildet sich das „Tal“ der „Banane“ nicht mehr in der Mitte, sondern wandert in Richtung Kopfende. Daher rutscht dann auch der Torso in diese Richtung und beim richtigen Maß des Höherhängens ist der Abstand Kopf-Kopfende genauso groß wie Fuß-Fußende. Man liegt also wieder mittig.

    Alles klar? :)