Beiträge von Waldläufer70

    Eine Firstleine hat primär die Aufgabe, deinen Aufbau immer gleich zu gestalten: Die Hängematte hängt dann immer gleich stark durch. Das spricht dafür, eine verstellbare Firstleine zu machen, zumindest so lange, bis du die für dich ideale Länge derselben gefunden hast.

    Wenn ich mir die «Amazonas Moskito Traveller Thermo» anschaue, dann denke ich an die folgende Lösung:

    • Die Firstleine innerhalb der Hängematte einzuhängen (von Raffung zu Raffung) ergibt wenig Sinn. Da die Hängematte relativ kurz ist, wäre dir die Leine dann immer im Weg. Der einzige Vorteil wäre, dass du etwas daran befestigen könntest, das du dann nachts immer griffbereit hättest, z.B. ein kleines Täschchen für Kleinkram.
    • Ich würde die Firstleine wohl ausserhalb des Moskitonetzes anbringen. Dazu müsstest du die Hängematten-Aufhängung etwas verlängern. Dafür bietet sich ein Paar «Hundeknochen» (Dogbones) in der passenden Länge an. Die Firstleine verläuft dann von Verlängerung zu Verlängerung und du könntest gleich das Moskitonetz (mit etwas Gummischnur wegen der Verstellbarkeit) daran befestigen. Dafür könntest du dann die Originalschnur für die Aufspannung des Netzes zuhause lassen; die brauchst du dann nicht mehr.

    Das Dyneema ist mit 5mm Dicke natürlich völliger «Overkill», aber zum Ausprobieren passt das schon. Für eine verstellbare Firstleine bräuchtest du etwas mehr Länge (siehe den von Felix verlinkten Rechner). Das würde ich aber unbedingt empfehlen, da du ja das Beste aus der Hängematte herausholen möchtest. Solange du nicht weisst, was das Beste ist, sollte die Leine verstellbar sein. Später kannst du dann immer noch einen Dogbone in der passenden Länge spleissen.

    Bruchkraft brauch ich ja dann die, die es mir in den Hängematten Kalkulatoren anzeigt nehm ich an?

    Die Bruchlast geteilt durch fünf (SF) ergibt die Arbeitslast = Kapazität. Du kannst dich bei Hammock Fairy darauf verlassen, dass bei der Kapazität der Sicherheitsfaktor (SF) bereits einberechnet ist. Wenn die Kapazität grösser ist als dein Körpergewicht plus deine Ausrüstung in der Hängematte, dann passt das.

    Nicht heute, sondern über Pfingsten habe ich das verlängerte Wochenende für einen Ausflug auf den Napf (1'406m ü.M.) genutzt. Von Willisau bin ich am Samstagabend um 18 Uhr losgewandert.

      

    Nach meiner Begegnung mit einem Rehkitz habe ich dann nach 21 Uhr doch noch einen Schlafplatz gefunden.

    Am Sonntag kam der eigentliche Aufstieg auf den Napf. Die Gegend zeichnet sich dadurch aus, dass viele der wenig befahrenen Strässchen auf den zahlreichen Kreten verlaufen. Alle paar Kilometer bot ein Bauernbetrieb per »Honesty Box« (Vertrauenskasse) selbstgemachte Produkte an, so dass ich rückblickend wohl mit einem Drittel des Proviants ausgekommen wäre.

    Das letzte Stück wurde dann doch noch ziemlich steil. Auf der Hauptkrete des Napfs angekommen fand ich mich plötzlich in einem Haufen Leute wieder. Bald hatte ich den Gipfel erreicht. Nach Norden konnte ich bis in den Schwarzwald sehen, in Richtung Süden versteckten sich die hohen Alpengipfel leider in den Quellwolken.

      

    Da ein recht kühler Wind ging, war mir schnell klar, dass ich wieder ins Tal hinunter musste. Gesagt getan, so packte ich also den Abstieg an, etwas langsamer als gewohnt, weil mein Knie mich zur Vorsicht mahnte.

    Im Tal besuchte ich Luthern Bad, wo ich mich bei einer hübschen Kapelle am Brunnen mit dem eiskalten Quellwasser etwas erfrischen und meine Wasservorräte wieder auffüllen konnte.

    Angesichts der frühen Stunde, wanderte ich noch das Luthern-Tal hinunter, bis ein Wald den Weg ins Tal fand, der nicht allzu steil aussah. Zielstrebig steuerte ich auf ihn zu und fand nach einem kleinen Erkundungsgang bald einen geeigneten Schlafplatz. Ein Rehbock hatte mich schon von weitem mit intensiven Schreck-Lauten begrüsst und kam dann beim Einschlafen noch näher. Auch am nächsten Morgen schaute er noch einmal vorbei und machte mich auf sich aufmerksam.

      

    Aus einer Mischung aus Orientierungsvermögen und Glück geriet ich am Montag wieder auf einen Wanderweg, der mich auf abwechslungsreichen Pfaden zurück nach Willisau führte.

    Die sanfte Hügellandschaft, die mich am Montag begleitete, gefiel mir ausgesprochen gut.

      

    Nachdem ich gefühlte drei Tage an der frischen Luft hatte geniessen können, liess sich die angekündigte böse Gans zum Glück nicht blicken und so gelangte ich heil wieder zurück an den Ausgangsort meiner Wanderung.

      

    Fazit:

    Ich habe es ungemein genossen, praktisch ohne Plan und ab Montag komplett ohne Karte (Akku leer) unterwegs gewesen zu sein. Ich schätzte die Spontanität, die ich erleben durfte: wandern, Pause machen, den Gedanken nachhängen, etwas essen oder trinken, die Sonne geniessen, unterwegs sein (fast) bis zum Sonnenuntergang, dort bleiben, wo es passt, ohne den perfekten Platz gefunden haben zu müssen, dafür die schönen Plätze unterwegs für Pausen nutzen... Mir hat es gefallen. So etwas mache ich gerne wieder.

    Schlussendlich habe ich nur einmal etwas zu essen gekocht (am Montag um die Mittagszeit), ansonsten fühlte ich mich vom Angebot am Weg und etwas Studentenfutter zwischendurch bestens versorgt. Wasser hatte ich immer genug; das ist mir das Wichtigste.

    Da liegst du bestimmt zum Teil richtig. Ich denke aber, dass sich der Druck bei einer eher glatten Rinde, wie sie bei einer Buche vorliegt, eben doch deutlich besser verteilt als bei einem Baum mit rauer Borke. Wenn sich der Druck bei einem zweimal um den Baum gelegten Gurtband nur schon ein kleines Stück über die Mitte der Rückseite des Stammes ausbreitet, wovon ich ausgehe, dann ist mir bereits eine Reduktion des Drucks gegenüber nur einer Umrundung gelungen: Ich habe dann bereits die Kontakfläche vergrössert.

    Ein Stück weit verstehe ich mich auch da als Teil der Natur: Es ist nicht möglich, keinen Einfluss auf meine Umwelt zu haben, sprich: Ich kann meinen Einfluss nicht auf Null reduzieren, sondern höchstens ein Stück weit reduzieren.

    Ich hätte das für mich so formuliert: Solange ich dem Tier durch meine Präsenz nicht ernsthaft schade, so muss es halt damit leben, dass da noch ein anderer da ist. Ich bin ja dann am nächsten Morgen auch wieder weg. Beim Rehkitz – siehe oben – hätte ich womöglich Schaden angerichtet oder zumindest grossen Stress ausgelöst. Deshalb bin ich im geschilderten Fall weitergezogen.

    Du könntest (wenn Du wolltest) den Karabiner auch einsparen, wenn Du die Endschlaufe über den Dreisteg legst, so wie bei den Spiders von Dutch.

    Ich vermute, Mittagsfrost meint das so:

    Hängematten-Aufhängung mit Gurtband, Dreisteg und Dog Bone

    Vorteil: simpel und einfach

    Nachteil: Du solltest zur Sicherheit immer kontrollieren, ob die Hängematte wirklich richtig hängt, bevor du dich hineinsetzt.

    Buchen, Birken und Bergahorn eher meiden. Buche bildet überhaupt keine richtige Borke. Bergahorn und Birke erst im sehr hohen Alter.

    Da wäre mein Problem, dass es in «meinem» Wald fast ausschliesslich Buchen hat (geschätzt 90%). Ich nutze entweder Exemplare mit relativ grossem Durchmesser (ab 40cm) oder gehe sonst zweimal um den Stamm. Es gibt aber auch noch ein paar Fichtenplantagen, auf die ich ausweichen könnte.

    Ein Förster hier in der Schweiz hat mir mal erzählt, dass auch die Jahreszeit eine Rolle spielt: Vom Frühling bis zum Frühsommer, wenn der Baum voll im Saft steht, so sagte er, sei die Borke viel empfindlicher als sonst. Kannst du das bestätigen?

    Bei deiner brasilianischen kannst du das Whipping nicht öffnen. Das ist der Ring, der die beiden Enden zusammenhält. Es gab hier kürzlich einige Tipps, wie man die am besten waschen kann, damit es kein Durcheinander mit den vielen Fäden gibt. Ich weiss aber gerade nicht mehr, wo das war.

    Ich kann dir leider keine Antwort auf deine Frage geben. Ich nutze meine nur zum Wandern und da gehe ich einfach mit den Kleidern rein, die ich dabei habe. Gewaschen wird die fast nie. Die Gefahr bei allem, was du in die Hängematte legst, ist, dass diese Decke zum tiefsten Punkt hin rutscht und du dort dann ein grosses Durcheinander bekommst.

    alasiesta, hast du vielleicht einen Tipp (nach eurem Treffen, jetzt hast du wohl genug anderes um die Ohren)?

    Ich habe mir vorhin auf YouTube mal das Bellen eines Fuchses angehört. Ich glaube, ich habe das auch schon einige Male im Wald wahrgenommen und konnte es dann nicht sicher zuordnen.

    Oft sind es bei mir aber tatsächlich Rehe. Mein Eindruck ist, dass Rehe oft in der Dämmerungszeit besonders aktiv sind und sich dann von einem gestört fühlen. Manchmal Bellen sie einen dann an und kommen dabei langsam immer näher. Ich glaube, die Jäger nennen das «Schrecken». Wenn man dann abhaut, haben sie «gewonnen» und ihr Revier verteidigt. Lässt man sich hingegen nicht davon beirren, so geben sie irgendwann wieder auf und ziehen sich zurück. Allenfalls wiederholt sich das Prozedere dann am nächsten Morgen, wenn die Dämmerung wieder einsetzt.

    Vielen Dank für die Tipps! – Die Apps schaue ich mir gerne mal an. Ich hoffe, mein Telefon hat noch genug Speicherkapazität. Das Gerät ist alt und immer etwas am Limit... =O

    EDIT 1: Für »Google Lens« ist mein Gerät leider zu alt...

    EDIT 2: ... und die App »Naturblick« bleibt nach ewiger Anzeige des Startbildschirms mit einem weissen Hintergrund hängen.

    Geht bei meinem alten Smartphone leider beides nicht.

    Ich bin nicht sicher, ob das, was Jeff Myers hier zeigt, in der Praxis wirklich einen so grossen Unterschied ausmacht. Klar, das dünnere Dyneema-Gurtband scheint sich leichter zu deformieren. Insgesamt hat Dyneema aber eine deutlich geringere Dehnung; einer der Gründe, weshalb dieses gerne für die Aufhängung genommen wird (mal ganz abgesehen vom geringen Gewicht).

    Die Polyester-Gurte sind zwar meist dicker, unter der Hängemattenlast (grob das eigene Körpergewicht), dürfte sich aber auch ein Polyester-Gurtband deutlich verformen. Oft kann man ja die Rindenstruktur durchs Gurtband erkennen, wenn mal Last in der Hängematte ist. Zudem besteht beim Polyster-Gurtband nicht die Gefahr, dass es sich in der Breite zusammenzieht.

    Schlussendlich, so denke ich, kommen die beiden Materialien aufs Gleiche heraus.

    Im Übrigen: Je dicker der Baum, desto mehr Raum hat das Gurtband, um Spannungen auszugleichen. Bei dünneren Bäumen kann man das Gurtband dafür zwei- oder dreimal um den Stamm führen.