Beiträge von Waldläufer70

    Wenn es Bäume gibt, die näher beieinander stehen, ist das aus meiner Sicht die bessere Lösung. Für mich ist die «Fünf-Schritte-Methode» nach wie vor ein guter erster Anhaltspunkt: Bei etwa fünf normalen Schritten Abstand zwischen zwei Bäumen auf Augenhöhe aufhängen. Sind die Bäume mehr als sechs Schritte voneinander entfernt, wird es langsam schwierig mit der Höhe. Bei weniger als vier normalen Schritten Abstand kann es langsam eng werden.

    Ich hänge die Hängematte bisweilen auf dem Estrich (schweizerisch für Dachboden) auf. Dann muss ich das Fussende durch die Tür des Estrichabteils führen. Sie kommt dabei in der Tür nicht ganz in die Mitte zu liegen. Das hat zur Folge, dass ich in eine Richtung nicht diagonal liegen kann, ohne mit dem Stoff am Türrahmen anzustossen. Die Füsse liegen also noch etwas ausserhalb vom Türrahmen. Daraus würde ich jetzt mal schliessen, dass eine halbe "Türbreite" nicht reicht, um ordentlich diagonal liegen zu können. Für mein Gefühl sind 55 cm eher knapp.

    Ich schreibe hier noch einmal, was ich schon oft geschrieben habe und was man auch experimentell überprüfen kann: Wenn man die Winkel kennt, kann man daraus die wirkenden Kräfte ableiten.

    Wenn wuppitom die "Ridgeline" gleich leicht knicken kann wie bei der klassischen Aufhängung, dann sind auch die Winkel vergleichbar.

    Wichtig ist, dass der letztlich tatsächlich vorhandene Hängewinkel vom Aufhängepunkt zur Hängematte nicht beliebig flach werden darf.

    Wer die im belasteten Zustand(!) tatsächlich wirkenden Kräfte kennen möchte, dem empfehle ich gerne noch einmal meinen Hängematten-Rechner, der auch die Belastung der Firstleine mit einbezieht.

    Da kann man zweierlei feststellen:

    • Wenn die Firstleine nur wenig gespannt ist, dann kann der Hängewinkel nicht allzu flach sein.
    • Wenn der Hängewinkel wirklich flach wird, dann wird auch die Spannung der Firstleine hoch sein.

    Die Ewenken sind anscheinend ein sibirisches Volk, das diesen Knoten oft und gerne benutzt, nicht zuletzt, weil er sich auch gut mit Handschuhen knoten lässt (Sibirien = kalte Winter). Zudem ist er wie der Blitz geknotet und wieder geöffnet. Mir gefällt der auch gut.

    Danke fürs Ausprobieren!

    Wenn du die "Firstleine" (also den Anteil des Gurtbandes, der die Funktion der "Firstleine" übernimmt) genauso leicht biegen kannst wie deine übliche Firstleine, dann verhält es sich so, wie du sagst: Die Situation ist vergleichbar. Da spricht dann im Grunde nichts dagegen.

    Ich gebe den "Kiritikern" insofern Recht, dass man wirklich sehr aufpassen muss, dass man diesen Gurt nicht zu sehr vorspannt.

    Sacki hat dazu mal ein Video gemacht:

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    ...aber... die Aufhängung der Hängematte läuft zwar diagonal durch den Haken, aber der Haken zieht ja senkrecht nach unten am Dreibein. Ich hab ja in meinem Fall gar keine Abspannungen, weil es ein Dreibein ist, das von alleine steht und die Hängemattenaufhängung frei durchläuft...grübel...

    Die Kräfte hängen von den Winkeln ab. Wenn die Winkel verschieden sind, führt das zu einer ungleichen Belastung. Da hat Rocketman schon recht.

    Die sogenannte "resultierende Kraft" verläuft in Richtung der Winkelhalbierenden zwischen den beiden Seilen (zum Dachbalken und zur Hängematte). Die Beine, die eher in Richtung der Winkelhalbierenden verlaufen (also von der Hängematte weg zum Boden), bekommen mehr Belastung ab als die anderen. Ein Bild würde helfen, aber ich habe jetzt keine Lust, noch eines zu erstellen. ;)

    Aber meine Skizze weiter oben kann das durchaus veranschaulichen...

    Hö? Du schreibst doch schon die Antwort: Kraft = Gegenkraft. Du müsstest also per Ratsche die gleiche Kraft aufbringen, wie die Gewichtskraft auf der anderen Seite, im gleichen Winkel zum Dreibein (und theoretisch die jeweils dynamisch anfallende Kraft durch das Schaukeln), um die eine gleichmäßige Verteilung auf die 3 Pfosten zu erreichen.

    Das Prinzip "Kraft = Gegenkraft" bedeutet nicht, dass du die Gegenkraft mit einer Ratsche erreichen musst, sondern dass sie sich von alleine ergibt. Sonst wäre das Konstrukt ja gar nicht im Gleichgewicht und würde umfallen. Gleiche Winkel führen automatisch zu gleichen Kräften. Gleichmässig nach unten abgespannt hättest du eine resultierende Kraft, die grob senkrecht nach unten geht. Durchs Schaukeln natürlich nicht immer exakt nach unten. Deshalb würde ich diese Variante auch auf keinen Fall ausprobieren.

    PS: Mit einer Ratsche erhöhst du die Kraft und die Gegenkraft und verkleinerst den Hängewinkel.

    Woher kommt diese Annahme? Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

    Dazu müsste man die Winkel messen und dann die Kräfte trigonometrisch ermitteln. So wie ich es einschätze (siehe Schaubild oben und Foto von Stefanie), ergibt sich im Seil nur ein geringer Knick und entsprechend dürfte die resultierende Kraft nach unten nur einen kleinen Teil der Gewichtskraft betragen. 20 Prozent von Stefanies halbem Gewicht wäre da schon eher hoch gegriffen.

    Du kannst einfach nicht (ohne Ratsche) so fest nach unten spannen, wie dein Körpergewicht auf der anderen Seite wirkt.

    Wozu brauchst du dazu eine Ratsche? Kraft = Gegenkraft. Das Seil, das auf beiden Seiten im gleichen Winkel nach unten abgespannt ist, wird durch den Haken rutschen und dabei von alleine die Position der ausgeglichensten Spannung suchen.

    Bei der Abspannung zum Dach hin sehe ich kein Problem: Das entspricht von der Belastung her – grob geschätzt – folgender Situation:

    Du stellst das Dreibein im Wald auf unebenem Untergrund auf und lässt den 10-20 kg schweren Topf ein wenig schaukeln. Das dürfte das Dreibein problemlos aushalten.

    Ups, ich wollte heute ja gar nichts "Physikalisches" mehr schreiben...