Beiträge von Waldläufer70

    Man liest ja immer wieder, dass man seine Hängematte nicht direkt über einen Kuhwechsel hängen soll...

    Gleich unterhalb des Gipfels der La Dôle im Schweizer Jura begrüssten mich am Montagabend ein paar Kühe, welche ich im Abendlicht porträtierte:

    Da, beim Abstieg im Südwesthang fiel mein Blick bei der Suche nach einem Lager für die Nacht unweigerlich auf einen Kuhwechsel:

    Ein typischer Kuhwechsel ist leicht erkennbar an den teils tiefen Eindrücken der Paarhufer und den gelegentlichen Rutschspuren, vor allem in feuchtem, abschüssigem Gelände.

    Ich war gewarnt, hier durfte ich meine Hängematte auf keinen Fall quer darüber hängen. Bald war ein schöner Platz mitten in einer kleinen Gruppe von Fichten gefunden:

    Gegen 21 Uhr begann es einzudunkeln und ich baute meinen Kocher auf, um mir eine Portion «Riz Casimir» zu kochen.

    Da muss im Tal der Ruf des Bergbauern erschallt sein. Als ob sie gerufen worden wären, setzten sich die Kühe beim Berggipfel oben in Bewegung gen Tal und alsbald galoppierten sie an meinem Hängplatz vorbei, die einen ein ganzes Stück unterhalb über die Alpweiden, einige in einer grasbewachsenen Furche etwas oberhalb von meinem Platz und ein paar Tiere unmittelbar neben meiner Hängematte und meinem Kochgerät vorbei, ich nur geschützt durch eine Gruppe von vielleicht drei Fichten.

    Nach diesem Schreckmoment kehrte dann Ruhe* ein und ich konnte meinen Reis und die Abendstimmung geniessen:

    Also, beachtet die Kuhwechsel, wenn ihr im Jura oder in den Alpen unterwegs seid!

    * Und falls sich schon jemand gefragt hat, ob die Kuhglocken nachts verstummen... Die Antwort lautet: Nein, sie bimmeln auch die ganze Nacht durch!

    Die Abspannpunkte habe ich übrigens mit Halbkreisen aus demselben Silnylon, aus dem ich auch das Tarp gemacht habe, verstärkt. Ich hoffe, ich habe den Radius gross genug gewählt, um eine ausreichende Verstärkung zu haben (r = 5 cm). In den Ecken habe ich zusätzlich 8mm breites Einfassband in den Einschlag-Umschlag eingearbeitet und zwar in jede Richtung 10 cm lang:

    Ich habe es soeben mit DynaGlide ausprobiert: Hält super!

    Für den Trucker's Hitch gibt es noch einen Trick: Gehe zweimal durch die Schlaufe, dann hält der Knoten fast von alleine und du musst ihn nicht mühsam festhalten, bis der Sicherungsknoten gemacht ist. Zum Lösen öffnest du den auf Slip gelegten Sicherungsknoten und ziehst das Ende vom Baum weg: Dann löst sich die doppelte Durchführung wieder.

    Gut zu wissen. Ich denke auch eher, dass sich eine gewisse Problematik bei Geflechten wie Amsteel ergeben kann. Auf der Website von Samson Rope steht zu Lash-It / Zing-It denn auch:

    «The Samthane coating adds to the twine's wear life, ensures its knot-holding capability, and gives it a distinctive gray or yellow color.»

    © Quelle

    Knoten sollten also halten! – Und wenn da auch steht, dass es nicht spleissbar sei, so geht selbst das eigentlich recht problemlos.

    Das mit der Schnur durch die beiden Öffnungen der Acht muss ich mal ausprobieren (wenn ich das richtig verstanden habe). Ich habe es bisher auch immer so gemacht, aber einfach die Acht aussen rum ein paarmal umwickelt und das Ende unter der letzten Schlaufe (Wicklung) auf Slip gelegt.

    Ich persönlich würde für die Aufspannung der Firstleine selbst eher einen Ewenkenknoten (Sibirischer Knoten) und einen Trucker's Hitch (ohne Nama Claws) nutzen. Spart Gewicht und du bist auch nicht langsamer. Ich nutze die beiden immer für meine Wäscheleine, wenn ich länger unterwegs bin. Das bekomme ich so straff gespannt, da kann ich um ein Haar ein Basssolo drauf spielen.

    Wenn du eh eine Mittelschlaufe hast, wäre es dann nicht eine gute Idee, statt der Snakeskin einen Packbeutel zu verwenden, der ebenfalls an der über dem Tarp verlaufenden durchgehenden Firstleine befestigt wäre? (vielleicht mit einem Springless Cordlock, damit der Beutel nicht frei auf der Firstleine rumrutschen kann)

    Dann kannst du das Tarp aufspannen, wie du willst. Und für den Abbau stopfst du es – immer noch an der gespannten Firstleine – in den Beutel. Für den Aufbau spannst du dann die Firstleine, öffnest den Beutel, nimmst das Tarp raus, das dann ja bereits mit der Mitte an der Firstleine hängt, und schnappst dir die Ecken oder Seiten des Tarps, die du für den Aufbau verwenden möchtest. Atze (Buschpirat) hat mal etwas entfernt Ähnliches in einem Video gezeigt.

    Ich bin sehr froh, dass ich bei meinem Tarp eine solche Befestigungsmöglichkeit in der Mitte geschaffen habe; das eröffnet viele zusätzliche Möglichkeiten beim Aufbau (und wie es jetzt scheint auch beim Abbau). Danke für die Idee.

    PS: Du könntest sogar durch den gleichen «Springless Cordlock», den du fürs Öffnen und Verschliessen des Packbeutels nutzt, auch die Ridgeline fädeln.

    Als «Gefahr» auf Wanderungen können auch Herdenschutzhunde wahrgenommen werden. Hier ein Video zum richtigen Verhalten bei Begegnungen:

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    Mir ist auf einer Wanderung noch nie einer begegnet. Eine beeindruckende Begegnung hatte ich mal, als ich mit einem Freund im Vercors (Frankreich) unterwegs war. Wir hatten auf einem Plateau in unseren Zelten übernachtet. Um die Zeit des Sonnenaufgangs war das Blöken von Schafen zu hören, das allmählich lauter wurde. Plötzlich rannten zwei Herdenschutzhunde bellend dicht um unsere Zelte und ihre Silhouetten tanzten in der Morgensonne als Schatten der Zeltwand entlang. Als der Grossteil der Herde unsere Zelte passiert hatte, liessen die Hunde von uns ab und zogen mit der Herde weiter.

    #6 In unwegsamem Gelände oder in sehr weitläufigen, flachen (Wald-)Gebieten lohnt es sich, einen Kompass dabei zu haben. Besonders wichtig wird der Kompass bei dichtem Nebel.

    Ich muss dazu zwar sagen, dass ich den Kompass in der Praxis fast nie benötige. Meistens reicht mir ein kurzer Blick auf die Karte, um zu wissen, wo ich bin. Wenn ich die Karte anhand des Geländes ausrichte, kenne ich auch die Himmelsrichtungen. Bei dichtem Nebel kann ein Kompass aber eine echt wichtige Hilfe sein, weil dann sämtliche Anhaltspunkte im Gelände komplett fehlen!

    #5 Im (steilen) Abstieg lohnt es sich, das Gewicht zügig von der Ferse auf den Fussballen zu bringen. Das hat mehrere Vorteile:

    • Die Belastung der Knie wird deutlich reduziert!
    • Der Fussballen hat eine grössere und breitere Auflagefläche und in der Regel das bessere Profil als die Fersenpartie der Schuhsohle. (Der hinterste Teil der Fersenpartie hat bei vielen Schuhen kein Profil!)
    • Wenn man auf dem Fussballen wegrutscht, kann man sich meist noch mit der Ferse auffangen. Wer mit der Ferse rutscht, landet in der Regel auf dem Hintern.