Man liest ja immer wieder, dass man seine Hängematte nicht direkt über einen Kuhwechsel hängen soll...
Gleich unterhalb des Gipfels der La Dôle im Schweizer Jura begrüssten mich am Montagabend ein paar Kühe, welche ich im Abendlicht porträtierte:
Da, beim Abstieg im Südwesthang fiel mein Blick bei der Suche nach einem Lager für die Nacht unweigerlich auf einen Kuhwechsel:
Ein typischer Kuhwechsel ist leicht erkennbar an den teils tiefen Eindrücken der Paarhufer und den gelegentlichen Rutschspuren, vor allem in feuchtem, abschüssigem Gelände.
Ich war gewarnt, hier durfte ich meine Hängematte auf keinen Fall quer darüber hängen. Bald war ein schöner Platz mitten in einer kleinen Gruppe von Fichten gefunden:
Gegen 21 Uhr begann es einzudunkeln und ich baute meinen Kocher auf, um mir eine Portion «Riz Casimir» zu kochen.
Da muss im Tal der Ruf des Bergbauern erschallt sein. Als ob sie gerufen worden wären, setzten sich die Kühe beim Berggipfel oben in Bewegung gen Tal und alsbald galoppierten sie an meinem Hängplatz vorbei, die einen ein ganzes Stück unterhalb über die Alpweiden, einige in einer grasbewachsenen Furche etwas oberhalb von meinem Platz und ein paar Tiere unmittelbar neben meiner Hängematte und meinem Kochgerät vorbei, ich nur geschützt durch eine Gruppe von vielleicht drei Fichten.
Nach diesem Schreckmoment kehrte dann Ruhe* ein und ich konnte meinen Reis und die Abendstimmung geniessen:
Also, beachtet die Kuhwechsel, wenn ihr im Jura oder in den Alpen unterwegs seid!
* Und falls sich schon jemand gefragt hat, ob die Kuhglocken nachts verstummen... Die Antwort lautet: Nein, sie bimmeln auch die ganze Nacht durch!