Beiträge von Waldläufer70

    Einfach, um das klarzustellen. Ich liebe solche Experimente. Darum habe ich vor einem Jahr auch so kräftig mitexperimentiert, als es darum ging, eine Hängematte mit einem Baum und zwei Trekkingstöcken aufzubauen!

    Meine Gedanken dazu verstehe und verstand ich als Ergänzung und sie dienten auch nicht dazu, irgendwem irgendeine Kompetenz abzusprechen (falls ich damit gemeint sein sollte).

    Tatsache ist allerdings schon, dass ein vorgespanntes Seil, an das man dann eine ungefähr senkrecht auf dieses einwirkende Kraft (die Hängematte) anhängt, sehr hohe Kräfte an diesem Seil auslöst, vergleichbar einer straff gespannten Hängematte, in die man sich dann reinsetzt.

    Das wollte ich für weitere Experimente zu bedenken geben.

    Für die Kräfte sind die Winkel zuständig oder anders ausgedrückt: Aus den Winkeln kann man die wirksamen Kräfte ableiten.

    Am Baum selbst, also dort, wo die Hängematte wie üblich am Stamm befestigt ist, ändert sich nichts. Wenn die Hängematte so aufgehängt ist, dass sie bequem ist, ändert sich auch am Zug auf der gegenüberliegenden Seite nichts: Die Hängematte selbst hängt ja gleich – und damit mit den gleichen Winkeln wie immer.

    Gehen wir von einem Hängewinkel von 30° aus. Dann zieht die Hängemattenlast am Baum wie auch an der baumabgewandten Seite. Und hier kommt es nun eben auf die Winkel zum neu eingeführten Seil an:

    1. Macht das Seil kaum einen Knick, so wird die Hängemattenlast vervielfacht. Da kann es passieren, dass sowohl am Ast als auch an der Abspannung ein Vielfaches der Hängemattenlast zieht.
    2. Stehen die drei Seile (Zugrichtungen) etwa in einem Winkel von 120° zueinander (gleichseitiges Dreieck: kommt also das Seil senkrecht vom Baum / Ast zur Hängematte und geht in einem 30°-Winkel von der Hängematte weg zum Boden => siehe Bild unten), so wirkt auf jede der drei Zugrichtungen die gleiche Kraft, die in unserem Fall der Hängemattenlast entspricht.
    3. Das von der Hängematte nach aussen abgespannte Seil könnte man noch etwas flacher abspannen. Dann würde die Kraft, die am «Baumseil» senkrecht nach unten wirkt, etwas kleiner, und die Kraft auf dem Abspannungsseil dafür etwas grösser. Das hängt aber auch davon ab, in welche Richtung das vom Ast nach unten kommende Seil verläuft. Das muss ja nicht zwangsläufig senkrecht nach unten verlaufen. Eine flachere Abspannung von der Hängematte zum Boden wäre auch eher suboptimal, weil man dann viel mehr Seil braucht und auch leichter darüber stolpern kann.

    Deshalb habe ich weiter oben auch geschrieben, dass man auf keinen Fall versuchen sollte, das Seil möglichst gerade vom Baum zum Boden zu spannen. Das entspräche Szenario 1) und würde Seil und Ast unnötig strapazieren.

    Für die Praxis würde ich versuchen, in die Nähe des gleichseitigen Dreiecks zu kommen. Dann sind die Kräfte am einfachsten abschätzbar.

    Da man dazu am Ast relativ weit nach aussen gehen muss, wird man wohl einen Kompromiss suchen und das Seil etwas näher beim Stamm befestigen, also eine Komponente von Szenario 1) in Kauf nehmen.

    Das ist meine spontane Antwort, die auch falsch sein kann.

    So eine Plasteschraube hätte mit Sicherheit bei unseren Gewichten nicht gehalten.

    Das ist klar. Es ging um die Frage, wie man das Seil wieder vom Baum runter bekommt.

    Je geringer der Knick im Seil ist, desto höher ist die Belastung desselben. Ihr hattet nur einen minimalen Knick im Seil und entsprechend hoch war die Belastung. Wenn ein Baum starke, ausladende Äste hat, kann man die Belastung deutlich verringern, in dem man am Ast vom Stamm weggeht.

    Ich hätte bei meinen Versuchen mit dem Tarp den ziemlich dünnen Ast beinahe abreissen müssen, um das Tarp ordentlich gespannt zu bekommen, weil der Knick zu gering war.

    Da kann man das Statikseil noch so anknallen um Musik drauf zu spielen,

    es hängt doch immer noch durch.

    Genau das sollte man eben nicht machen. Ihr solltet einen möglichst grossen Knick drauf haben, um die Belastung tief zu halten. – Hänge mal eine Schraubenmutter an einen Faden und versuche, den so stark zu spannen, dass es keinen Knick mehr gibt. Geht nicht, da reisst vorher der Faden. Das gleiche Phänomen kennen wir vom Hängewinkel von Hängematten: je flacher, desto höher die Spannung.

    Bei meiner ist die Stange am Kopfende 110cm lang und der Stoff etwa 126cm breit. Ich kenne das Verhältnis bei der Koma respektive der Ridgerunner nicht.

    Das Problem, wenn die U-Form (am Kopfende) weniger tief ist:

    • Man braucht deutlich mehr Spannung (flacherer Hängewinkel), um ein gleich flaches Liegen zu ermöglichen.
    • Oder man verliert durch eine ausgeprägtere Kettenlinie in den Seiten zusätzlich an Breite an der schmalsten Stelle.
    • Und man erhöht den Schwerpunkt, was die Hängematte kippeliger macht.

    Wie gesagt: Alle Fliegen kann man nicht aufs Mal schlagen. Man muss abwägen, was für einen selbst am wichtigsten ist.

    Ich hatte leider bisher nicht die Gelegenheit, eine Koma oder eine Ridgerunner aus der Nähe zu betrachten.

    Das kann in der Tat verwirrend sein. Das aktuelle Netz funktioniert meiner Meinung nach am besten für die Brückenhängematte und das Schlafen am Boden. Für die Nutzung mit einer Gathered-End-Hängematte würde ich die Taschen wohl mehr in den abgeschrägten Teil hineinziehen; dann funktioniert aber vermutlich die Nutzung am Boden nicht mehr so gut.

    Mit den oben erwähnten Anpassungen (Achtung, Platz den die Handschuh-Haken benötigen mit einberechnen!) dürfte die Nutzung in einer Brücken-Hängematte noch deutlich besser funktionieren. Nur schon, weil die Seiten dann nicht mehr zu weit nach unten hängen. Ich würde den Eingang in die Taschen eine Spur unter den Rand der Hängematte bringen, damit durch die (unregelmässig) gefüllten Täschchen möglichst keine Schlupflöcher für Insekten entstehen.

    Ich habe die ganzen letzten Jahre nur noch einen Topquilt / Oberquilt / Deckquilt genutzt. In der Hängematte verhält es sich meiner Erfahrung nach so, dass die Isolation von unten die deutlich wichtigere Rolle spielt als die Isolation von oben. Ich sage jetzt mal über den Daumen gepeilt: Die Isolation von unten macht etwa zwei Drittel aus, die von oben bloss ein Drittel.

    Für deine Entscheidung bedeutet das, dass du im Zweifelsfall zwar besser fährst, wenn dein Schlafsack oder Topquilt auch die von dir gewünschte Komforttemperatur bietet, dass du aber dann vor allem bei der Anschaffung der Isolation gegen unten sicherstellen musst, dass du wirklich bis zur gewünschten Temperatur angenehm schlafen kannst.

    Wenn du in der Hängematte eine Isomatte nutzen möchtest, dann ist ein Schlafsack aus meiner Sicht die bessere Wahl als ein Topquilt, weil er halt an den Seiten, wo du ungeschützt am Hängemattenstoff anliegst, doch noch etwas besser isoliert. Ein Topquilt tut das zwar auch, aber der kann auch mal ungeschickt positioniert sein und dann liegst du plötzlich ganz ohne Isolation am Hängemattenstoff an und es wird dir dort umso kälter.

    Hast du einen Unterquilt, der dich auf drei Seiten gut gegen die Kälte schützt, dann ist es eher eine Frage der persönlichen Präferenz, ob dir ein Schlafsack oder ein Topquilt mehr entspricht.

    Beim Schlafen am Boden, so mein Eindruck, bietet ein Schlafsack ab einer gewissen Kälte (v.a. wenn noch Wind dazu kommt), den sichereren Schutz als ein Quilt, weil er sich überall dort sofort aufplustert, wo er nicht flachgedrückt wird. Beim Topquilt reicht oft eine ungeschickte Bewegung und der Wind bläst dir eine ganze Tranche warme Luft weg. Das kann so beim Schlafsack nicht passieren.

    Da ich keinen der von dir aufgelisteten Schlafsäcke persönlich kenne, kann ich dir leider keinen Tipp geben. Alle Marken sind bekannt. Vielleicht noch die folgende Überlegung: Der am knappsten bemessene Schlafsack, in dem es dir aber noch wohl sein muss(!), kommt bei gleicher Isolation mit der geringsten Daunenmenge aus, weil in ihm am wenigsten Luft von dir aufgewärmt werden muss und weil die Oberfläche, über die du Wärme verlieren kannst, in ihm am kleinsten ist. Ich würde im Zweifelsfall aber lieber einen Schlafsack mit einer etwas grösseren Daunenmenge nehmen, wenn ich darin dafür etwas mehr Platz hätte, weil ich mich schnell eingeengt fühle und entsprechend gerne etwas Bewegungsfreiraum habe. Finde für dich heraus, wie viel Bewegungsfreiraum du mindestens benötigst und nimm im Zweifelsfall den etwas grösseren Schlafsack, der dann halt vielleicht auch etwas mehr wiegt.

    Ob dir da etwas weiterhilft?

    Ja, wenn man auf dem Rücken liegt hat man ganz schön Platz für die Knie. Das Problem mit dem Platz für die Knie hatte ich bisher auch nur, wenn ich auf der Seite liege und dann die Beine (wie immer) ungefähr 90 Grad anwinkle. Dabei störte mich bisher immer der harte seitliche Rand der HM.

    Erstens sind meine Beine (vermutlich) deutlich länger als deine und zweitens rücke ich etwas zur Seite, wenn ich auf der Seite liegen möchte. Meine Matte ist in der Mitte rund 100cm breit. :)