Beiträge von Waldläufer70

    Ich habe noch rasch ein Handy-Video gemacht, wie ich das mit dem Aufwickeln der Schnur am Hering genau meine. Heute ist mir dazu nämlich noch eine Vereinfachung eingefallen:

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    Je nach Bedarf kann man zwei, drei oder alle vier Finger nutzen, um die Breite der Wicklung und damit das Tempo des Vorgangs an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

    Vielleicht weil die Europäer verfrorener sind? Wenn den Amerikanern die 0° Variante ausgereicht hat, wird es entweder in deren Breiten nicht so kalt wie in Europa, oder sie gehen bei vergleichbaren Temperaturen nicht campen. Oder sie sind alle kleine Chuck Norrise.

    Den Gedanken hatte ich auch, habe ihn aber wieder verworfen. Wie gesagt: Auf der gleichen Breite ist es in Europa deutlich wärmer als in den USA und Kanada, insbesondere im Winter (siehe hier). Da bleibt als Erklärung vielleicht noch, dass die Skandinavier aktiver sind und tatsächlich mehr rausgehen. Viele Leute in Schweden und Norwegen gehen auch im Winter mal kurz in einem See baden, notfalls wird halt ein Loch ins Eis gesägt.

    Eventuell weil man bei -20° und knochntrockener, stiller Luft in North Dakota weniger friert als bei -7° an der Norwegischen Westküste?

    Das könnte tatsächlich ein Grund sein. Allerdings ist Nordamerika topografisch mit Skandinavien vergleichbar: Auf eine Westküste mit Gebirge(n) und mehr Niederschlag folgen flachere Gebiete mit weniger Niederschlägen. Ansonsten ist es vermutlich – wie du ja auch schreibst – der «Wohlklang» Skandinaviens, der da zugeschlagen hat. Als Steigerung könnte man dann noch den «Canadian Wooki» oder den «Alaskan Wooki» anbieten. ;)

    Aber gehen wir nun vielleicht wieder zurück zum Thema... ;)

    Die Befestigung des Herings an der Leine und das Aufwickeln derselben um den Hering habe ich letztes Wochenende auch erstmals ausprobiert. Das war mir jedoch zu mühsam. Ich bin dann sofort dazu übergegangen, die Leine in einer Acht um Daumen und kleinen Finger aufzuwickeln und dann die aufgewickelte Leine mit dem letzten Stück an den Hering zu binden. Das geht deutlich schneller und findet bei mir gut im Beutel für die Heringe Platz. Binde ich die Leine zum Abspannen des Tarps mit einem Ewenkenknoten an einen Zweig, so baumelt der Hering einfach am Baum; tut ja niemandem weh.

    Die Leine fädle ich aktuell in einen Kordelspanner ein, der mit einer Gummischlaufe fix am Tarp angebracht ist. Ich denke zwar nicht, dass das der Weisheit letzter Schluss ist, aber eigentlich funktioniert das recht gut und schnell.

    Im Grunde reicht es aus meiner Sicht, die Ränder wieder in die Waagrechte zu bringen, damit sie dann in der Praxis wieder etwas «nach oben» gehen und einen Abschluss bilden. Eine Hängematte aus einem vollständig rechtwinkligen Stoff geht ja über die gesamte Breite in Richtung Kopf und Füsse immer etwas nach oben.

    Ich selber habe allerdings noch keine Kurven gemacht, bei denen ich das in die Praxis umgesetzt hätte. Meine Kurven waren alle so gestaltet, dass der Stoff bis zum äussersten Rand leicht konkav geformt war. Das hat auch den Vorteil, dass die Hängematte dann nicht nur für Menschen meiner Körpergrösse passen, sondern grundsätzlich für alle, vorausgesetzt, die jeweilige Person mag natürlich den vorgegebenen Kurvenschnitt.

    Auch meine für mich angenehmsten Kurven waren bei einer 150cm breiten Hängematte maximal 2cm tief. Bei extrabreiten Stoffen kann man einiges tiefer gehen, ohne dass der 150cm breite Streifen in der Mitte der Hängematte deswegen tiefer als 2cm wird.

    Ich glaube auch, dass hier eine Linde auf eine Stieleiche aufgepfropft wurde.

    Frage: Kann man Bäume der Ordnung der Malvenartigen (z.B. Linde) auf Bäume der Ordnung der Buchenartigen (z.B. Eiche) aufpfropfen? Ich weiss es nicht, ging bis anhin aber immer davon aus, dass die Bäume wenigstens der gleichen Ordnung wenn nicht sogar der gleichen Familie angehören müssen, damit das funktioniert.

    Wer kennt die Antwort?

    Auf die Schnelle finde ich bei Wikipedia nur gerade den folgenden Satz: «Je enger die Verwandtschaft zwischen Unterlage und Edelreis ist, umso wahrscheinlicher ist das Zusammenwachsen der Veredelungspartner.»

    Ich arbeite abwechselnd mit einer der beiden von Cross Hammock gezeigten Nadeln oder sonst mit einem zusammengefalteten Draht (1mm Durchmesser für AmSteel 7/64") oder bei dünneren Hohlgeflechten (z.B. Zing-It / Lash-It) auch mit einer zusammengefalteten GItarrensaite aus Stahl (E- oder H-Saite), die ich in einen Holzgriff eingeleimt habe.

    Meine Erfahrung: Wenn ich Kraft brauche, dann mache ich etwas falsch. Das passiert mir leider immer wieder mal. Wenn irgendwo Zug auf den Mantel kommt, dann klemmt es. Ich versuche deshalb immer, den Mantel über den Kern zu schieben und jegliches Ziehen zu vermeiden. Dieses Prinzip gilt unabhängig vom Werkzeug.

    Glaube nicht das es eine Eiche ist. Die wächst nicht so schnell das die Schlinge in 10 Jahren schon so tief geht.

    Ich tippe nun trotzdem mal auf Stieleiche.

    Warum komme ich auf meinen Tipp? Zum einen scheint mir die Beschaffenheit der Borke gut zu passen, zum anderen lese ich in einem forstwissenschaftlichen Buch (Seite 21) gerade nochmals einen Abschnitt über die Stieleiche:

    Der Forstingenieur Christian Küchli hält dort fest, dass das langsame Wachstum der Stieleiche ein Mythos sei. Die Stieleiche – an einem guten Standort unter der schützenden Hand des Försters begünstigt – wachse der Buche davon, erreiche in 50 Jahren zwanzig Höhenmeter und werde in 140 Jahren zu einem 60 Zentimeter dicken Baum. Allerdings bilde die Stieleiche unter solch «günstigen» Bedingungen ungewohnt dicke Jahrringe aus.

    @Bernd Odenwald, kennst du denn die Antwort? Kannst sie ja so wie hier einfügen, damit man sie nicht zu leicht findet. ;)

    Ich finde gerade eine Grafik zum oben Beschriebenen, die ich hier noch gar nicht gezeigt habe:

    • Der Rand der Hängematte bleibt rechteckig (ohne Kurve).
    • Die Kurve wird bloss auf den Stoff aufgezeichnet (rote Linie).
    • Nachdem ein Umschlag gebügelt worden ist (dünne schwarze Linie),
    • wird der Rand umgefaltet,
    • von der Mitte nach aussen auf die zuvor aufgezeichnete Kurve gebügelt,
    • dort mit Stecknadeln fixiert
    • und dann festgenäht.

    Will man die Hängematte durch den Tunnelzug aufhängen, so sollte man mindestens drei Nähte machen. Zudem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Kurve dann nur halb so tief ist wie die aufgezeichnete (vgl. orange Linie mit der zuvor aufgezeichneten roten Linie). Whippt man die Hängematte der genähten Kurve entlang, so kommt die Kurve eins zu eins zum Tragen.

    Macht man zum Schluss noch eine zweite Naht parallel zur genähten Kurve (grüne Linie), so dass ein etwa 1,5cm breiter Kanal für die Whipping-Schnur entsteht, so bildet sich statt des gewohnten Stoff-Knubbels eine Stoff-Rosette:


    Stoff-Knubbel (ohne zusätzliche grüne Naht

    Stoff-Rosette (mit zusätzlicher grüner Naht)

    Da ich nur mein Recht-Eck-Tarp dabei hatte, bin ich nicht sicher, wie gut dieses gegen den Wind geholfen hätte. Einen Versuch wäre es aber auf jeden Fall wert gewesen. Gegen den «stechenden» Mondschein hätte es bestimmt ein wenig geholfen. Ich hatte das Tarp beim Aufbau schlicht vergessen. An allfälligen Vogelkot hatte ich zwar beim Aufbau noch gedacht, in der Eile des Gefechts aber vom Schutz vor Vogelkot abgesehen, weil ich von recht hohen Nadelbäumen (zwei Fichten) hing und diese kaum ausladende Äste für allfällige Vögel aufwiesen. Ansonsten baue ich das Tarp aber aus genau diesem Grund auch fast immer auf.

    Ich dachte bei meinen Memo-Punkten übrigens weniger daran, das Tarp immer aufzubauen, sondern – je nach Verhältnissen – den Lagerplatz sinnvoll auszuwählen. In diesem Fall also wind- und lärmgeschützt, und wenn möglich auch etwas lichtgeschützt (Mond): Beim letzten Punkt hätte das Tarp sicher geholfen.

    Ja, der Wind...

    In der Nacht vom Freitag auf den Samstag bin ich wieder raus. Auf der Karte habe ich ganz in meiner Nähe einen exponierten «Vorgipfel» einer Jura-Kette gefunden, und da wollte ich hinauf.

    Der Wetterbericht war fantastisch, weshalb ich mich vor Ort dafür entschied, das Tarp nicht aufzubauen. Einmal mehr wurde mir aber klar, dass es immer(!) eine gute Idee ist, auch die Voraussagen in Sachen Windstärke zu berücksichtigen. Aufgrund der exponierten Lage wurde ich die ganze Nacht über ziemlich durchgelüftet. Dass am Samstag Vollmond war, trug ebenfalls nicht zu einer guten Nachtruhe bei. Zum Glück ist die Hängematte etwas zu breit, so dass ich mit dem vorigen Rand mein Gesicht etwas abdecken konnte. Immerhin wurde die Autobahn im Tal in der Nacht doch noch etwas ruhiger.

    Was lerne ich daraus:

    • Windverhältnisse im Vorfeld überprüfen und vor Ort beachten
    • bei klarem Himmel Mondphase berücksichtigen
    • Autobahnen und viel befahrene Strassen beachten (Lärm strahlt stark nach oben ab!)

    Naja, vermutlich werde ich die Punkte bis zum nächsten Mal wieder vergessen haben... ;(

    Hier noch ein paar Bilder:

     

     

    Den Wasserbeutel habe ich mit einem Evo-Loop aus Zing-It griffbereit aufgehängt: