Moin Moin,
ich trage im Winter bei nasskaltem Wetter gerne halbhohe Gummistiefel wie den Victory 2 von Viking.In Verbindung mit Coolmax Socken drunter und dicken Merinowoll Socken darüber.Damit kann ich ohne Probleme stundenlang laufen.Für lange Wanderungen vielleicht nicht so gut geeignet,aber für kurze bis mittellange Strecken komme ich damit sehr gut zurecht.Habe auch gute Erfahrungen mit dem Icebreaker von Kamik gemacht.Der hat einen Wollfilz Innenschuh.
Wenns trockener ist,trage ich meißt Wanderschuhe wie z.B.den Lowa Trekker.
Danke. Das hilft mir weiter.
Mittlwerweile habe ich mich für eine etwas extravagante Variante entschieden. Ich werde mal ausprobieren, wie sich Trailrunner im Winter machen.
Die Idee ist folgende:
In Kombination mit viel Wolle sollte ich bei trockenen Bedingungen bis einige Grad unter Null komfortabel unterwegs sein.
Wenn's zusätzlich noch nass wird (Schneematsch), dann kommen wasserdichte DIY Silnylongamaschen dazu und werde ich versuchen, mit Gore-Text-Socken oder Dampfsperren meine Füße trocken zu halten. Im Sommer bin ich mal den ganzen Tag in Trailrunnern im Regen gelaufen. Mir war zwar nie kalt, aber am Abend waren meine Füße vom vielen Wasser so aufgequollen, dass das Laufen etwas unangenehm wurde. Mit trockenen Nachtsocken und einer ordentlichen Portion Melkfett war das am nächsten Morgen wieder vollständig regeneriert, meine Schuhe waren auch innerhalb kürzester Zeit wieder trocken. Aber diesmal will auf jeden Fall dass meine Füße trocken bleiben, weil ja noch die niedrigen Temperaturen dazukommen.
Für den Fall, dass es richtig kalt werden sollte (<-10°C), hätte ich gerne so Neopren-Überschuhe wie die hier. Ich hab aber noch nicht recherchiert, wo ich sowas in der EU kriegen könnte. Eigentlich wären für diesen Temperaturbereich Mukluks optimal, aber die scheiden hier aus da ich Temperaturen über dem Gefrierpunkt erwarte und Mukluks nicht wasserfest sind. Außerdem sind die bei uns noch schwerer zu bekommen als Überschuhe.
Trailrunner im Winter haben in meinen Augen folgende Nachteile:
- ständige Einschätzung der Wettersituation und rechtzeitiges Reagieren auf Wetteränderungen sind nötig (viel Managementaufwand)
- weniger Schutz in schwierigem Gelände oder bei schweren Arbeiten
Die Vorteile sind vielfältig:
- das Gewicht: inkl. Socken liegt man bei 500g, also etwa die Hälfte von den normalerweise verwendeten Wanderstiefeln. Wenn man sich noch die Neoprenüberzieher anzieht, ist man bei etwa 1000g, damit ist man dann aber auch locker bis -30 Grad bedient.
- die Flexibilität: Man kommt mit einem Paar Schuhe, 2-3 Paar Socken, ein paar Gefrierbeuteln und den Überziehern für alle Bedingungen aus
- der Preis: wie gesagt, nur ein paar Schuhe
Wenn man sich erstmal überwunden hat und akzeptiert, dass die Schuhe nass werden dürfen, dann ist der wichtigste Schritt getan. Ich kann mir vorstellen, dass man mit dem System ziemlich gut unterwegs sein kann, wenn man ersteinmal einige Erfahrung gesammelt hat. Nicht umsonst laufen die meisten Langstreckenwanderer mit Trailrunnern, viele auch im Winter (z.B. Fronkey, hier). Es geht hier natürlich in erster Linie ums mehrtägige Wandern, für z.B. Bushcraften würde ich diese Lösung nicht empfehlen.
Was meint ihr, werde ich damit sehr leiden oder könnte das funktionieren? Hat jemand von Euch Erfahrung mit einem solchen System?
Gruß,
Roland