Na sowas, da ist man mal kurz weg und schon bricht eine rege Diskussion vom Zaun.
Meine Intention war einfach nur, Anregungen zu geben. Ich wollte damit nicht sagen, dass meine Arbeitsweise die beste/effektivste/einfachste ist. Jeder hat andere Ansprüche und Vorlieben. CYOF - cut your own fabric.
Wenn Du 11 Stück nähst, ob da eine 1-2 cm kürzer ist als die Andere, ...
Das spielt in der Tat kaum eine Rolle.
... oder der Teil, der eh gerafft wird, gerade genäht ist oder nicht, sieht kein Mensch.
Das wiederum ist in meinen Augen sehr wohl wichtig. Wie [USER="153"]Waldläufer70[/USER] weiter unten auch sagt, habe ich den Eindruck, dass Ungenauigkeiten beim Zuschnit der kurzen Kante einen großen Einfluss auf das Liegegefühl haben können. Deshalb ist es mir wichtig, dass ich hier möglichst exakt am Ripstopmuster entlang arbeite.
Ich lege den Stoff auf eine Zuschnittmatte, zeichne mit einem Magicmarker an, lege eine Alu Richtlatte drauf und fahre mit dem Rollschneider entlang.
Das geht auch mit 2 Lagen Stoff.
Vielleicht sollte ich meine vorherige Vorgehensweise kurz beschreiben, zum Vergleich. Ich habe keinen so großen Tisch, deshalb habe ich das bisher immer auf dem Boden gemacht. Das war ziemlich anstrengend. Insbesondere das Anzeichnen war sehr mühsam: Stoff möglichst ordentlich auslegen, Kreuzlinienlaser ausrichten und dann entlang der Laserlinie mit einem Marker anzeichnen, ohne dabei den Stoff zu verrutschen. Das ist regelmäßig schief gegangen, was ich mich da geärgert habe. Und beim Zuschnitt musste ich dann meine 50cm-Zuschnittmatte mehrmals unter der Alulatte weiterziehen, wodurch auch wieder der Stoff verrutschte. Also wieder hinzupfen, die nächsten 40 cm mit dem Rollschneider schneiden, usw. Was ich da geschwitzt hab! Und das Ergebnis war nie so genau, wie ich das gerne hätte (~ 1 Kästchen).
Du schneidest nur die kurzen Kanten auf diese Weise, richtig? Die kriege ich auch mit Heissschneider und Lineal auf das Kästchen genau in 5 Minuten pro Kante geschnitten.
Also mehr oder weniger frei Hand, oder? Kurzes Lineal, ohne Anzeichnen? Das habe ich auch schon mal überlegt, aber noch nicht ausprobiert. Sollte ich vielleicht mal machen.
Wesentlich aufwändiger sind die langen Kanten.
Auch wenn das für Dich wahrscheinlich keine Option ist: Ich lass die Webkante dran. Ich schlag 1 Kästchen innerhalb der letzten Lochreihe um und dann nochmal so, dass die Fransen komplett im Umschlagsaum verschwinden. Ich sehe hier keinen Nachteil, nur Vorteile: deutlich weniger aufwändig, genau so stabil, optisch genau so sauber.
Es geht doch um Echinotrix Konstruktion um seinen Workflow zu optimieren.
Und da war meine Frage, ob der Aufwand für einen geraden Schnitt oder einen kurvigen Schnitt gemacht ist.
Meine Arbeitsweise geht für beides, auch für Kurven.
Allgemein gilt wie immer, dass Kosten und Nutzen in einem jeweils vertrebaren Verhältnis stehen müssen, und dass das Bessere des Guten Feind ist. Für mich war das sosowhl zeitlich als auch was die Genauigkeit betrifft ein großer Fortschritt. Gekostet hat's mich nur ein paar Euro für einen Lötkolben (der Empfehlung unseres geschätzten Kollegen [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] folgend, danke dafür).
vorher: ~10 Minuten pro Schnitt bei einer Genauigkeit von ~4 Kästchen
jetzt: ~5 Minuten pro Schnitt bei einer Genauigkeit von <1 Kästchen
Und vor allem: ich muss nicht mehr auf dem Boden rumkriechen und schwitzen, und mich auch nicht mehr über verrutschten Stoff ärgern.
Trotzdem: in einem Jahr mach ich's wahrscheinlich wieder anders, kann ich jetzt schon sagen.